Corona: So hoch ist das Infektionsrisiko im Freibad

Alice TielichFreie Autorin
Yahoo Style Deutschland

Langsam öffnen die Freibäder in ganz Deutschland. Aufgrund der Corona-Pandemie und den daher geltenden Regeln wird der Sprung ins kühle Nass in diesem Jahr aber anders ausfallen als gewohnt. Wie sieht es mit der Infektionsgefahr im Schwimmbecken aus?

Die Freibadsaison startet (Bild: Getty Images)
Die Freibadsaison startet (Bild: Getty Images)
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Wenn es um die Übertragung des Coronavirus geht, gibt es immer wieder neue Erkenntnisse, aber weiterhin auch viele Unsicherheiten. Bei Oberflächen gibt es aktuell folgende Angaben einer Studie von Experten des US-Gesundheitsinstituts NIH und der Seuchenschutzbehörde CSC: Auf Kunststoff können die Viren demnach bis zu 72 Stunden überleben, als winzige Partikel (Aerosole) in der Luft bis zu drei Stunden.

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Mit den steigenden Temperaturen und der Öffnung der Schwimmbäder kommt nun eine weitere Frage zum Übertragungsweg hinzu – das gemeinsam genutzte Schwimmbecken. Die deutsche Gesellschaft für Bäderwesen erklärt auf ihrer Seite “baederportel.de”, dass über das Wasser theoretisch Krankheitserreger übertragen werden können. Nach aktuellem Erkenntnisstand deutet jedoch alles darauf hin, dass Viren durch das im Wasser enthaltene Chlor abgetötet werden. Die Ansteckungsgefahr in Schwimmbädern sei daher nicht größer als in anderen öffentlichen Einrichtungen.

Badegäste müssen auf Hygieneregeln und Abstand achten

Dennoch muss man im Schwimmbad, wie überall sonst im öffentlichen Raum auch, auf einige Dinge achten. Denn bei schönem Wetter kommt es hier unvermeidlich zu Menschenansammlungen. Und diese bergen das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus, wenn man sich nicht an die aktuell gültigen Regeln hält: Die Badegäste müssen sich auch im Freibad an die Husten- und Niesetikette halten und auf eine gründliche Handhygiene achten – ebenso werden die Gäste gebeten, sich vor dem Besuch im Bad mit Seife/Duschgel zu waschen.

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Auch die Schwimmbäder werden aufgrund der Coronakrise ihre Maßnahmen zur Reinigung und Desinfektion der Örtlichkeiten verstärken, wie die Deutsche Gesellschaft für Bäderwesen erklärt: “Schwimmbäder unterliegen einem strengen Hygienereglement und ihre Flächen und Installationen werden sehr häufig gereinigt und desinfiziert. Zusätzlich zu den Standardmaßnahmen könnten ggf. weitere getroffen werden, z. B. die Wischdesinfektion von Handgriffen und Türklinken.”

Für die Badegäste gilt auf jeden Fall: Abstand halten – und ein bisschen mehr Geduld für den Freibadbesuch mitbringen. Denn es kann wegen der Abstandsregeln zu längeren Wartezeiten an der Kasse, der Gastronomie, den Umkleiden und den Rutschen kommen. Auch im Becken wird die Anzahl der Gäste begrenzt sein.

So ist die Lage am See

Ein Badesee in Baden-Württemberg (Bild: Getty Images)
Ein Badesee in Baden-Württemberg (Bild: Getty Images)

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass es in Freibädern mit biologischer Aufbereitung – also ohne Desinfektionsmittel wie Chlor im Wasser – grundsätzlich ein höheres Infektionsrisiko gibt. Darauf müsse der Badegast hingewiesen werden.

Und wie steht es um ein erfrischendes Bad im See oder im Meer, ebenfalls ohne Chlor? Laut des Umweltbundesamts soll durch die Verdünnung im Wasser die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung äußerst gering sein, selbst wenn durch infizierte Personen Viren ins Wasser eingebracht werden. Gänzlich auszuschließen ist es nach aktuellem Kenntnisstand aber nicht.

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