Coronakrise: Rewe-Markt öffnet nur für "Alltagshelden"

Willy FlemmerFreier Autor für Yahoo
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Manche Menschen können sich während der Corona-Krise nicht abschotten. Ärzte, Pfleger, Busfahrer und Apotheker sowie freiwillige Helfer müssen für Andere da sein. Diesen “Alltagshelden” bietet ein Rewe-Markt in Berlin ab sofort gesonderte Öffnungszeiten an.

Ein Rewe-Markt in Berlin bietet in Zeiten von Corona Einkaufszeiten für "Alltagshelden" an. (Bild: Getty Images)
Ein Rewe-Markt in Berlin bietet in Zeiten von Corona Einkaufszeiten für "Alltagshelden" an. (Bild: Getty Images)

Supermärkte müssen heute kreativer denn je sein, um die aktuelle Corona-Krise zu überbrücken. Im Bemühen, den Ansturm der Kunden auf die Regale zu meistern, öffnen manche Märkte an bestimmten Tagen nur für Senioren. Andere setzen auf eine dynamische Preispolitik, um Hamsterkäufe zu verhindern. Eine Berliner Filiale des Lebensmitteleinzelhändlers Rewe würdigt nun jene Gruppe von Menschen, die sich in der schwierigen Zeit jeden Tag aufs Neue als “Alltagshelden” bewähren.

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Angebot für “Alltagshelden”

Gemeint sind jene Menschen, die berufsbedingt für andere da sein müssen, nach getaner Arbeit in den Supermärkten jedoch nicht selten vor leeren Regalen stehen. Den Personen also, “die in Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken, bei Polizei, Feuerwehr und BVG arbeiten”, aber auch den “freiwilligen Helfern, die alte und vorerkrankte Menschen aus der Risikogruppe unterstützen”, möchte der Rewe-Markt in der Ernststraße in Berlin-Tegel daher ab sofort “exklusive Öffnungszeiten anbieten”.

Ab dem heutigen Dienstag kann diese Kundengruppe in der Rewe-Filiale immer dienstags und donnerstags jeweils von 07:00 bis 09:00 Uhr ihre Einkäufe erledigen, teilte der Markt auf Facebook mit. Man wolle damit “sicherstellen, dass die genannten Personen nach dem Dienst nicht vor leeren Regalen stehen”.

Auf weitere Rewe-Märkte wird die Aktion nach Unternehmensangaben nicht ausgeweitet. “In Anbetracht der stabilen Versorgungslage und der unverändert kundenfreundlichen Öffnungszeiten sehen wir derzeit keine Notwendigkeit für Sonderzugangsregelungen”, erklärte ein Sprecher der Rewe-Gruppe auf Anfrage von t-online. Die Filiale in Berlin-Tegel signalisiert indes Flexibilität. “Je nachdem wie es angenommen wird, erweitern wir das Ganze noch”, sagt der stellvertretende Leiter Adrian Powierski dem Online-Magazin. Eine Überlegung wäre, das Geschäft abends zu öffnen.

Flexible Branche

Die Rewe-Filiale in Berlin-Tegel ist nicht die einzige in der Branche, die gesonderte Öffnungszeiten anbietet. Ein Edeka-Markt in Bremerhaven hatte vergangene Woche angekündigt, seine Tore an zwei Sonntagen nur für Kunden ab 65 Jahren zu öffnen. Ein Rewe-Betreiber in Mülheim an der Ruhr scheiterte mit einer ähnlichen Aktion am Protest einiger Kunden.

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Andere Händler reagieren auf das Phänomen Hamsterkauf mit einer dynamischen Preisgestaltung. Eine Filiale des dänischen Supermarkts Meny verlangt ab der zweiten Flasche Desinfektionsspray einen deutlichen Aufpreis. Ein Rewe-Markt im rheinland-pfälzischen Rengsdorf verknüpft diese Idee mit einer Spendenaktion. Um den “Krieg um Klopapier” zu verhindern, müssen Kunden ab der zweiten Packung einen gestaffelten Aufpreis zahlen. Der Überschuss kommt einem guten Zweck zugute.

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