Coronavirus: Die wichtigsten Meldungen des Tages

Das Coronavirus hat weltweit gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Hier finden Sie die wichtigsten Meldungen des heutigen Tages im Überblick.

Polizisten vor dem unter Quarantäne gestellten Wohnblock in Göttingen (Bild: Reuters/Annkathrin Weis)
Polizisten vor dem unter Quarantäne gestellten Wohnblock in Göttingen (Bild: Reuters/Annkathrin Weis)

Die aktuellen Zahlen:

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  • Weltweit: Über 8,5 Millionen Infizierte (Todesfälle: über 454.000; genesen: über 4,1 Millionen) - Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 190.000 (Todesfälle: über 8800; genesen: über 173.000)

  • Am schwersten betroffen sind die USA mit über 2,1 Millionen Infizierten (Todesfälle: über 118.000; genesen: über 599.000)

Massen-Ausbrüche treiben Zahlen in Deutschland in die Höhe

Corona-Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen stellen die Behörden vor große Herausforderungen. Im Kreis Gütersloh (NRW) sind Reihentests in großem Maßstab angeordnet, dabei sollen auch 25 Soldaten der Bundeswehr helfen. Allein im Tönnies-Stammwerk müssen in den nächsten Tagen noch Tausende Mitarbeiter getestet werden. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Hunderte Mitarbeiter des Schlachtbetriebs mit Sars-CoV-2 infiziert sind. In der Folge wurden in der Region Schulen und Kitas geschlossen, etliche Menschen mussten in Quarantäne.

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Auch die Stadt Göttingen steht mit einem erneuten Corona-Ausbruch vor Herausforderungen. “Wir müssen jetzt hoffen, dass alle in dieser Ausnahmesituation einen kühlen Kopf bewahren”, sagte Christian Hölscher von der Jugendhilfe Göttingen am Freitag. Innerhalb von zwei Tagen seien knapp 120 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden, teilte die Stadt mit. Die Behörden hatten die betroffene Wohnanlage in der Innenstadt am Donnerstag unter Quarantäne gestellt. Rund 700 Bewohner sind betroffen. In Kassel sind unterdessen nach etwa 20 Corona-Nachweisen in einer Geflüchtetenunterkunft rund 60 Menschen in Quarantäne. Es handele sich um den bisher größten Ausbruch in der Stadt, sagte Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote (Grüne). Weil unter den Infizierten auch vier Kinder sind, wurden eine Schule und ein Hort geschlossen.

Die Zahl binnen 24 Stunden erfasster Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist nun so hoch wie seit einem Monat nicht mehr. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 770 neue Fälle (Datenstand 19. Juni, 0.00 Uhr). Zuletzt war der Wert am 20. Mai so hoch (797 Neuinfektionen).

Sterbefälle in vielen Ländern Europas wieder auf Durchschnittsniveau

Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland ist einer vorläufigen Auswertung zufolge Anfang bis Ende Mai wieder etwa auf den Durchschnitt der Vorjahre gesunken. Das zeigten Daten für die Wochen vom 4. bis 24. Mai, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Zuvor hatte es einen Anstieg im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie gegeben. In der Kalenderwoche vom 4. bis 10. Mai lag die Sterblichkeit sogar leicht unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Basis der wöchentlichen Sonderauswertung sind die Sterbefallmeldungen der Standesämter.

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Erhöhte Sterbefallzahlen gab es den Angaben zufolge von der 13. bis zur 18. Kalenderwoche (23. März bis 3. Mai). Zwischen dem 6. und 12. April war die Abweichung mit 14 Prozent vom vierjährigen Durchschnitt am größten. Auch die Zahl der Covid-19-Todesfälle, die beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet werden, erreichte den Angaben zufolge in jener Woche ihren Höchststand. Die Grippewelle hatte im Vergleich zu den Vorjahren kaum Auswirkungen, wie das Bundesamt mit Blick auf die Zahlen von Januar bis einschließlich März mitteilte. Es sei kein auffälliger Anstieg erkennbar. Im April überstieg die Zahl der Gestorbenen mit mindestens 83.000 Fällen deutlich den Durchschnitt der Vorjahre - vermutlich bedingt durch Covid-19.

Dämpfer für “Immunitätsausweise”: Immunität nach milder Infektion wohl geringer

Patienten mit einer milden Coronavirus-Infektion müssen laut einer Studie mit einer deutlich geringeren Immunität rechnen als Erkrankte mit schweren Verläufen. Chinesische Forscher verglichen in der am Donnerstag in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" veröffentlichten Studie die Immunität von 74 Menschen mit und ohne Symptomen aus der Millionenstadt Chongqing. Nur 62,2 Prozent aus der Gruppe ohne Symptome hatten wenige Wochen nach der Infektion noch Kurzzeit-Antikörper im Blut - verglichen mit 78,4 Prozent der symptomatischen Patienten.

Weltweit wird mit Hochdruck am Virus geforscht (Bild: Reuters/Marko Djurica)
Weltweit wird mit Hochdruck am Virus geforscht (Bild: Reuters/Marko Djurica)

Nach acht Wochen war die Anzahl der Antikörper in der ersten Gruppe schon um 81,1 Prozent zurückgegangen, bei den Menschen mit Symptomen um 62,2 Prozent. Darüber hinaus wurden bei den asymptomatischen Patienten weniger an der Immunabwehr beteiligte Zellproteine festgestellt, was auf eine schwächere Immunantwort auf das neue Coronavirus hindeutet. "Diese Daten könnten auf die Risiken der Verwendung von Covid-19-'Immunitätsausweisen' hinweisen", schreiben die Autoren der Studie. Die Ergebnisse stellten die Vorstellung in Frage, dass jeder, der eine Infektion durchgemacht hat, gegen künftige Infektionen immun sei.

Studie: Virus verbreitete sich in Italien lange unerkannt

Das neuartige Coronavirus ist in Italien offenbar schon viel länger aktiv als bislang angenommen.Genetische Spuren des Erregers Sars-CoV-2 seien in Abwässern der beiden norditalienischen Großstädte Mailand und Turin vom Dezember sowie in Abwässern aus Bologna vom Januar nachgewiesen worden, heißt es in einer Stellungnahme von Italiens nationalem Gesundheitsinstitut ISS, in die die Nachrichtenagentur AFP am Freitag Einsicht hatte.

Indien: Ausgangsbeschränkungen für 15 Millionen Menschen in und um Chennai

Offiziell festgestellt worden war der Coronavirus-Ausbruch in Italien erst Mitte Februar. Für die ISS-Studie wurden 40 Abwasserproben untersucht, die zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 genommen wurden. Die Ergebnisse wurden von zwei unterschiedlichen Laboren mit unterschiedlichen Methoden bestätigt.

Texte: dpa, AFP

Video: 360 Haushalte nach Ausbruch in Berlin-Neukölln unter Quarantäne

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