Coronavirus: Die wichtigsten Meldungen des Tages

Das Coronavirus hat weltweit gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Hier finden Sie die wichtigsten Meldungen des heutigen Tages im Überblick.

Menschen stehen für den Massentest in Gütersloh an (Bild: Reuters/Leon Kuegeler)
Menschen stehen für den Massentest in Gütersloh an (Bild: Reuters/Leon Kuegeler)

Die aktuellen Zahlen:

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  • Weltweit: Über 9,2 Millionen Infizierte (Todesfälle: über 478.000; genesen: über 4,6 Millionen) - Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 192.800 (Todesfälle: über 8900; genesen: über 176.300)

  • Am schwersten betroffen sind die USA mit über 2,3 Millionen Infizierten (Todesfälle: über 121.000; genesen: über 647.000)

Zunächst keine Corona-Nachweise bei Massentest im Kreis Gütersloh

Bei der freiwilligen Massentestung der Bewohner des Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist zunächst kein weiterer Infizierter gefunden worden. Von den ersten 230 Befunden sei noch ein Ergebnis fraglich, alle anderen seien negativ, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) in einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag im Kreishaus in Gütersloh. Insgesamt seien bislang 600 Abstriche genommen worden.

Der Kreis hatte am Dienstagnachmittag das erste Diagnosezentrum an einem Berufskolleg in Gütersloh in Betrieb genommen. Dort können ohne Anmeldung Abstriche gemacht werden. Laut Adenauer sollen in den kommenden Tagen noch zwei weitere Diagnosezentren im Kreis eingerichtet werden.

Corona-Hotspots: Gütersloh und Ischgl - ein schwieriger Vergleich

In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gelten nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies seit Mittwoch wieder strengere Anti-Corona-Maßnahmen. Im Kreis Gütersloh ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 270,2 gestiegen.

“Enormes Pandemierisiko”: Laschet und Spahn nach Ausbrüchen besorgt

Angesichts des Corona-Massenausbruchs im ostwestfälischen Kreis Gütersloh haben führende Politiker vor der unverändert großen Gefahr durch das Virus gewarnt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) maß der Infektionsserie beim Tönnies-Fleischkonzern nahe Gütersloh am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag ein "enormes Pandemierisiko" bei. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte, wenn man es "diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus".

Spahn verwies im ARD-"Morgenmagazin" auf den Corona-Ausbruch vom Februar im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg, der als ein Ausgangspunkt für die deutschlandweite Verbreitung des Coronavirus zu Jahresbeginn gilt. Damals sei erkennbar geworden, "wie schnell aus lokalem Geschehen dann auch bundesweites werden kann".

Nach Ausbrüchen: Die Schlachtindustrie steht vor einer Zeitenwende

Laschet sagte im Landtag: "Diese Krise ist noch nicht zu Ende. Das Virus ist weiter unter uns." Die Corona-Fälle bei Tönnies seien das "bisher größte Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland". Neben dem massiven Ausbruch in Ostwestfalen verzeichneten die Behörden in den vergangenen Tagen auch kleinere Corona-Infektionsherde in anderen Bundesländern.

Italien verwaist - nur wenige Touristen trotz Öffnung

Trotz der Grenzöffnungen lässt der Touristenstrom in Italien auf sich warten. “Es ist nicht so, dass wir keine bedeutende Zahl von Touristen sehen: Wir sehen einfach gar keine Touristen”, sagte die Präsidentin des italienischen Tourismusverbandes Federturismo, Marina Lalli, in einer Videokonferenz mit internationalen Medien am Mittwoch. Besonders ausländische Urlauber fehlten. Die würden vermutlich erst im September oder Oktober zurückkehren, sagte Lalli. Die meisten internationalen Gäste kämen derzeit aus Deutschland und Österreich, vor allem weil da die Anreise unkompliziert sei.

Derzeit ein seltener Anblick: Touristen in Venedig (Bild: Reuters/Fabrizio Bensch)
Derzeit ein seltener Anblick: Touristen in Venedig (Bild: Reuters/Fabrizio Bensch)

Italien hat seit Anfang Juni seine Grenzen für EU-Bürger und Einwohner des Schengenraums geöffnet. Der Effekt hält sich aber in Grenzen. Vor allem Städte wie Venedig, Rom oder Florenz leiden. Diese sind bei Touristen aus den USA oder aus China beliebt - wann diese wieder nach Italien einreisen können, ist noch unklar.

Britische Experten schlagen Corona-Experiment in kompletter Stadt vor

Britische Wissenschaftler wollen mit einem ungewöhnlichen Experiment zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen. Ihr Vorschlag: Jegliche Ausgangsbeschränkungen sollten in einer “mittelgroßen Stadt” aufgehoben werden, um festzustellen, ob das Virus nur durch wöchentliche Tests aller Einwohner, Warn-Apps und Selbstisolation bei ersten Covid-19-Anzeichen bekämpft werden kann.

Ihre Idee veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift “Open Science” der britischen Royal Society. Für die vielen notwendigen Corona-Tests sollten Speichelproben untersucht werden, schrieb das Team unter Leitung des Epidemiologen Julian Peto von der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Neue Spucke-Schnelltests ermöglichten rasche Untersuchungen großer Bevölkerungsgruppen. Erste Tests mit diesem sogenannten RT-LAMP-Verfahren sollen bald in Southampton starten.

Lockerungen: Forscher warnen vor zweiter Coronavirus-Welle in Großbritannien

Der britischen Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. Noch heute mangelt es an ausreichend Testkapazitäten, eine Warn-App fiel im Probelauf durch. Kritiker halten die von Premierminister Boris Johnson am Dienstag verkündeten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen in England für zu riskant.

Texte: dpa, AFP

Video: Clemens Tönnies - Fleischmogul im Corona-Sturm

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