Coronavirus: Die wichtigsten Meldungen des Tages

Das Coronavirus hat weltweit gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Hier finden Sie die wichtigsten Meldungen des heutigen Tages im Überblick.

Mitarbeiter der Firma "Westfleisch" in Hamm stehen im Mai für den Corona-Test an (Bild: Reuters/Leon Kuegeler)
Mitarbeiter der Firma "Westfleisch" in Hamm stehen im Mai für den Corona-Test an (Bild: Reuters/Leon Kuegeler)

Die aktuellen Zahlen:

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  • Weltweit: Über 10,4 Millionen Infizierte (Todesfälle: über 509.000; genesen: über 5,2 Millionen) - Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 195.000 (Todesfälle: über 8900; genesen: über 177.000)

  • Am schwersten betroffen sind die USA mit über 2,6 Millionen Infizierten (Todesfälle: über 129.000; genesen: über 705.000)

Experte Fauci warnt: Den USA drohen 100.000 Neuinfektionen pro Tag

Einer der führenden Corona-Experten der US-Regierung hat angesichts der rapiden Zunahme der Neuinfektionen im Süden des Landes vor einer dramatischen Zuspitzung der Pandemie gewarnt. Falls der Anstieg in den betroffenen Bundesstaaten nicht unter Kontrolle gebracht werden könne, seien landesweit bald bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag vorstellbar, warnte der Immunologe Anthony Fauci am Dienstag bei einer Anhörung im Senat. "Ich bin sehr besorgt", sagte er. "Wir bewegen uns in die falsche Richtung." Zuletzt gab es in den USA rund 40.000 Neuinfektionen pro Tag - mehr als an den meisten Tagen der Hochphase der Pandemie im April.

Die Pandemie könne derzeit nur eingedämmt werden, wenn die Menschen in der Öffentlichkeit konsequent Masken trügen und auf ihren Sicherheitsabstand achteten, sagte Fauci, der Direktor des nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten ist. Wenn sich die Menschen nicht daran halten würden, "werden wir weiter große Probleme haben", warnte er.

Die besonders betroffenen Bundesstaaten wie Texas, Florida, Kalifornien und Arizona haben wegen des rasanten Anstiegs der Neuinfektionen zuletzt die Lockerung von Corona-Auflagen pausiert oder wieder rückgängig gemacht.

In den USA gibt es seit Beginn der Pandemie bereits 2,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Mehr als 126.000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Nach Vorstoß Bayerns: Diskussion um Corona-Massentests

Die flächendeckenden Corona-Tests nach dem Vorbild Bayerns bleiben umstritten. Während Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zumindest mittelfristig den “bayerischen Weg” einschlagen möchte, zeigt sich NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) skeptisch. “Wir machen, was wir für Nordrhein-Westfalen richtig halten”, sagte der Ministerpräsident am Dienstag in Düsseldorf. “Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen”, sagte Laschet unter Verweis auf die besonders betroffene Fleischindustrie.

Baden-Württemberg will weiter nur anlassbezogen auf das Virus testen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Sozialminister Manne Lucha (beide Grüne) begründeten dies am Dienstag mit den Kosten und auch damit, dass Tests für jedermann bei der derzeitigen Infektionslage nicht angebracht seien. Lucha erklärte, Baden-Württemberg halte am Grundprinzip fest, anlassbezogen zu testen. “Alles andere ist Fischen im Trüben mit einer Halbwertszeit von zwei Tagen. Dann ist die Aussage (eines Tests) schon wieder nichts wert”, sagte Lucha.

Massentests für alle: Was würde das wirklich bringen?

Die bayerische Staatsregierung beschloss unterdessen die kostenlosen Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin die Krankenkassen in der Pflicht sind. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte das Vorhaben massiv kritisiert und vor einem trügerischen Sicherheitsgefühl gewarnt.

Mehrere US-Bundesstaaten führen Corona-Beschränkungen wieder ein

Angesichts eines raschen Anstiegs von Corona-Neuinfektionen treten mehrere US-Bundesstaaten bei den Lockerungen der Corona-Auflagen auf die Bremse. So müssen etwa in Arizona Bars, Fitnesszentren und Kinos wieder schließen. Der Gouverneur des südwestlichen US-Bundesstaates, Douglas Ducey, erklärte am Montag (Ortszeit), auch Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern seien nun wieder verboten - und das nur eine Woche nach einem großen Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Arizona.

Passanten auf dem Santa Monica Pier in L.A. County (Bild: Mel Melcon/Los Angeles Times via Getty Images)
Passanten auf dem Santa Monica Pier in L.A. County (Bild: Mel Melcon/Los Angeles Times via Getty Images)

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen schnell angestiegen - genauso wie in den südlichen Bundesstaaten Kalifornien, Texas und Florida. Am kommenden Feiertagswochenende bleiben in Südkalifornien daher im Bezirk Los Angeles die Strände geschlossen. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag (4. Juli) abgesagt. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte am Sonntag in Teilen des US-Bundesstaats eine erneute Schließung von Bars angeordnet.

Auch in Teilen Floridas sollten die Strände geschlossen bleiben. In der Stadt Jacksonville, wo die US-Republikaner im August ihren Parteitag abhalten wollen, sollen nun in öffentlichen Gebäuden, in denen Abstandsvorgaben nicht eingehalten werden können, Masken getragen werden. Nevada verschob die nächste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli. New Jersey verschob die für Donnerstag geplante Erlaubnis für Restaurants, Gäste wieder in geschlossenen Räumen bewirten zu dürfen. In Texas wurde zuletzt eine Schließung von Bars angeordnet. Auch andere Bundesstaaten kündigten an, Lockerungen bei den Corona-Auflagen wieder rückgängig zu machen.

China: Corona-Impfstoff bekommt Zulassung für Armee

Die chinesische Armee hat einen neu entwickelten Corona-Impfstoff für den internen Gebrauch zugelassen. Daten aus klinischen Studien hätten gezeigt, dass der Impfstoff das Potenzial habe, durch das neuartige Coronavirus verursachte Leiden zu verhindern, teilte das chinesische Biotech-Unternehmen CanSino Biologics am Montag mit. Die Zentrale Militärkommission Chinas genehmigte demnach am vergangenen Donnerstag den Einsatz des Impfstoffs für ein Jahr.

Delegierte des chinesischen Militärs bei der Eröffnung des Volkskongresses (Bild: Kevin Frayer/Getty Images)
Delegierte des chinesischen Militärs bei der Eröffnung des Volkskongresses (Bild: Kevin Frayer/Getty Images)

Es war zunächst unklar, wie der Einsatz des Impfstoffs innerhalb der Armee konkret umgesetzt werden soll. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP an das chinesische Verteidigungsministerium blieb zunächst unbeantwortet. Der Impfstoff sei gemeinsam mit dem Pekinger Institut für Biotechnologie, das zur Akademie der Militärmedizinischen Wissenschaften gehört, entwickelt worden, teilte CanSino mit.

WHO warnt: Corona-Pandemie bei weitem nicht vorbei

Das in Hongkong börsennotierte Unternehmen erläuterte, der Impfstoff habe die ersten zwei Phasen seiner klinischen Studien in China durchlaufen, das Unternehmen könne aber nicht garantieren, dass er später auch für den kommerziellen Gebrauch eingesetzt werde. Ohne weitere Genehmigungen könne die Verwendung des Impfstoffs nicht ausgeweitet werden, hieß es weiter.

Lichter im Amsterdamer Rotlichtviertel gehen wieder an

Im Amsterdamer Rotlichtviertel gehen die Lichter wieder an. Ab Mittwoch dürfen nach einem Beschluss der Regierung alle Sexarbeiter im Land wieder uneingeschränkt ihrem Gewerbe nachgehen. Die Interessenvereinigung der Sexarbeiter in Amsterdam zeigte sich erleichtert. “Es wird Zeit, dass wieder Leute kommen. Unser Geld ist alle”, sagte Felicia Anna, die Vorsitzende von Red Light United der Nachrichtenagentur ANP.

In der Corona-Pandemie gingen in Amsterdam die roten Lichter aus (Bild: Robin Utrecht/SOPA Images/LightRocket via Getty Images)
In der Corona-Pandemie gingen in Amsterdam die roten Lichter aus (Bild: Robin Utrecht/SOPA Images/LightRocket via Getty Images)

Die Amsterdamer Wallen, wie das Rotlichtviertel genannt wird, sind weltberühmt und eine der größten Touristenattraktionen. Die Prostituierten bieten hier im ältesten Teil der Grachtenstadt offen in Fenstern ihre Dienste an. Mitte März waren die roten Lichter aber im Zuge der Corona-Krise gelöscht worden. Die Gassen und Grachtenufer waren fast vier Monate lang gespenstisch leer. Normalerweise flanieren dort rund 35 000 Besucher am Tag. Der Interessenverband erwartet jedoch nicht, dass der Betrieb schnell wieder voll anlaufen werde. Vor allem Frauen aus Osteuropa seien nach Ausbruch der Corona-Pandemie in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Auch der Tourismus startet erst langsam wieder.

Red Light United hatte auf eine schnelle Lockerung gedrängt. Viele Prostituierte hätten keinerlei staatliche Hilfen bekommen und hätten doch weiter ihre oft sehr hohen Zimmermieten bezahlen müssen. Der sonst verpflichtende 1,5-Meter-Abstand gilt im Sexgewerbe nicht. Auch Handschuhe oder Masken sind nicht Pflicht. Freier müssen ihre Hände waschen und desinfizieren. “Hinterher wird alles, was angefasst wurde, wie Bett oder Türklinken desinfiziert”, sagte die Vorsitzende.

Texte: dpa, AFP

Video: Erneuter Lockdown in britischer Stadt Leicester

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