Coronavirus SARS-CoV-2: Die aktuellen Informationen im Liveblog

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Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Yahoo-Liveblog. (Bild: Getty Images)
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Das Wichtigste in Kürze:

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  • Weltweit: Über 4,9 Millionen Infizierte (Todesfälle: über 323.500; genesen: über 1,7 Millionen) - Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 177.800 (Todesfälle: über 8000; genesen: über 156.000)

  • Am schwersten betroffen sind die USA mit über 1,5 Millionen Infizierten (Todesfälle: über 92.000; genesen: über 283.100)

  • 500 Milliarden Euro für Europa: Es regt sich Widerstand mancher Länder

  • Nach Infektionswellen: Regierung beschließt Maßnahmen in Fleischbranche

+++ “ARD Extra” zu Corona-Krise kommt jetzt nicht mehr automatisch +++

(20.05.2020, 15:25 Uhr)

Wochenlang lief die Sondersendung “ARD Extra” zur Corona-Krise an jedem Werktag von montags bis freitags - jetzt ist mit diesem Automatismus vorerst Schluss. Das Format soll künftig anlassbezogen gesendet werden. Das bestätigte am Mittwoch ein ARD-Sprecher in München. “Wir haben jetzt nicht mehr routinemäßig täglich ein ‘ARD extra’ wie zu Beginn im Programm, sondern entscheiden jeweils im Lichte der Aktualität am Tage.” So hatte das Erste den Serienabend am Dienstag bereits um 20.15 Uhr eingeläutet - ohne das News-Special mit neuen Informationen zur Pandemie. Für den Mittwochabend beispielsweise war aber ein “ARD Extra” eingeplant. (dpa)

+++ Klinik-Chef warnt vor frühen Corona-Lockerungen +++

(20.05.2020, 15:18 Uhr)

Der Chef des Düsseldorfer Universitätsklinikums, Frank Schneider, hat vor überzogenen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. “Ich habe manchmal Angst, wenn draußen jetzt wieder alles sich lockert und manche Politiker die Fahne hoch halten: ‘Wir müssen noch mehr lockern’”, sagte der Ärztliche Direktor am Mittwoch. Die nächste Infektionswelle stehe höchstwahrscheinlich bevor. “Ob die jetzt an Pfingsten kommt oder im August oder Dezember, wissen wir nicht, aber wir sind ziemlich sicher, dass sie kommt.”

Der Ausbruch der Corona-Pandemie sei “eine Zäsur für Deutschland und die ganze Welt”, stellte der Universitätsprofessor fest. Angesichts dessen könne niemand weitermachen wie zuvor. Mit seinen Behandlungskapazitäten wäre Deutschland aus seiner Sicht auch bei Ausbruch einer neuen Infektionswelle besser aufgestellt als andere Länder. “Es gibt keinen besseren Ort als hier in Deutschland zu leben im Moment.”

Im Universitätsklinikum Düsseldorf waren die ersten Covid-Patienten nach Ausbruch der Epidemie im Kreis Heinsberg behandelt worden. Insgesamt seien es etwa 80 Patienten gewesen, berichtete der Klinikchef. Davon seien 50 genesen, 11 allerdings am Virus gestorben. (dpa)

+++ Slowakei lockert im Inland, bremst bei Grenzöffnung +++

(20.05.2020, 14:47 Uhr)

Die Slowakei hat weitere coronabedingte Einschränkungen für das Wirtschaftsleben gelockert. Bei Plänen einer Grenzöffnung zu den Nachbarländern stieg der konservative Regierungschef Igor Matovic hingegen wieder auf die Bremse.

Im Straßenbild sichtbarste Lockerungsmaßnahme war der Wegfall der Maskenpflicht im Freien. Bisher durfte man in der Slowakei ohne Bedeckung von Mund und Nase nicht einmal die eigenen vier Wände verlassen. Seit Mittwoch müssen die Schutzmasken nur mehr in Innenräumen getragen werden. Ebenfalls ab Mittwoch durften Einkaufszentren, Kinos und Theater unter strengen Bedingungen wieder öffnen. Von berufstätigen Eltern kritisiert wurde, dass ungeachtet aller Lockerungen für Firmen die Schulen und Kindergärten nicht vor dem 1. Juni wieder öffnen dürfen.

In der Außenpolitik zeigt sich hingegen Uneinigkeit in der Vier-Parteien-Koalition aus Konservativen, Rechtspopulisten und Liberalen. Kaum hatte der von den Liberalen nominierte Außenminister Ivan Korcok am Mittwoch darüber informiert, dass Österreich und Tschechien eine Art “Mini-Schengen” unter Einbeziehung der Slowakei planten, stellte Regierungschef Matovic das Projekt infrage: Über Grenzöffnungen hätten nicht Ministerien zu entscheiden, sondern die Gesundheitsexperten. Der Schutz der Grenzen sei wichtig, “damit wir das Virus nicht wieder einschleppen”, warnte der 47-Jährige.

Die Slowakei weist eine der niedrigsten Covid-19-Infektionsraten in Europa auf. Bis Mittwoch verzeichnete das 5,4 Millionen Einwohner zählende Land nur 1496 bestätigte Infektionsfälle und lediglich 28 Corona-Tote. Die Regierung führt diese im Vergleich zu allen Nachbarländern außerordentlich günstigen Zahlen auf ihre radikalen Schutzmaßnahmen zurück und beharrt daher auf einer Abschottung. (dpa)

+++ UN: Entwicklungsgrad könnte erstmals seit 30 Jahren sinken +++

(20.05.2020, 14:00 Uhr)

Der Grad der menschlichen Entwicklung könnte nach Angaben der Vereinten Nationen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise zum ersten Mal seit der Einführung des UN-Entwicklungsindex vor drei Jahrzehnten sinken. Die UN-Entwicklungsagentur UNDP machte dafür am Mittwoch vor allem eine tiefe wirtschaftliche Rezession sowie die Schließung von Bildungseinrichtungen verantwortlich.

Nach UNDP-Schätzungen bekommen 60 Prozent der Grundschüler weltweit momentan keinen Unterricht - so viele wie seit den Achtzigerjahren nicht mehr. Dabei sei die Situation in den Entwicklungsländern deutlich schlimmer als in Industrienationen.

“Die Welt hat in den letzten 30 Jahren viele Krisen erlebt, einschließlich der globalen Finanzkrise 2007 bis 2009. Jede hat die menschliche Entwicklung hart getroffen, aber insgesamt sind weltweit im Vergleich zum Vorjahr Entwicklungsgewinne zu verzeichnen gewesen”, sagte UNDP-Chef Achim Steiner. Wegen der Rückschläge in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen in der Corona-Krise könne es nun aber zum ersten Mal zu einem Rückgang kommen. (dpa)

+++ Polizei befreit Krankenpfleger in Mexiko aus virtueller Geiselhaft +++

(20.05.2020, 13:54 Uhr)

Die Polizei in Mexiko hat 13 Krankenschwestern und Pfleger aus einer virtuellen Geiselhaft befreit. Kriminelle hatten sie per Telefon bedroht und in ihrem Hotel festgehalten, teilten die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt und die mexikanische Sozialversicherung in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Pfleger aus dem Bundesstaat Nuevo León im Norden des Landes waren angesichts der grassierenden Corona-Pandemie zur Unterstützung in die mexikanische Hauptstadt verlegt worden. Die Erpresser behaupteten, Kontrolle über die Überwachungskameras ihres Hotels zu haben und sie anzugreifen, sollten sie das Hotel verlassen.

Nachdem die Krankenschwestern und Pfleger Anzeige erstattet hatten, wurden die von Beamten der Nationalgarde und Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft für Entführungsfälle aus dem Hotel geholt. In Mexiko kommt es immer wieder zu sogenannten virtuellen Entführungen. Dabei befinden sich die Opfer nicht wirklich in der Gewalt von Geiselnehmern, sondern werden von ihnen per Telefon oder Textnachrichten bedroht und erpresst. (dpa)

+++ Menschenrechtskommissarin kritisiert Lage in Altenheimen +++

(20.05.2020, 13:50 Uhr)

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats hat die Reaktion einiger europäischer Staaten auf die Coronavirus-Pandemie in sozialen Pflege- und Altenheimen scharf kritisiert und sieht Nachbesserungsbedarf. Die hohe Sterblichkeit in den Heimen sei auch auf schlechte Vorbereitung der Einrichtungen und ihre mangelnde Unterstützung zurückzuführen, teilte Dunja Mijatović am Mittwoch mit. Der zuvor schon problematische Personalmangel, fehlende Schutzausrüstung für die Angestellten und unzureichende Koordination zwischen Krankenhäusern und Heimen hätten dazu geführt, dass die Gesundheitskrise dort besonders dramatische Auswirkungen habe, so Mijatović.

Wie Berichte aus mehreren europäischen Staaten gezeigt hätten, sei das Krisenmanagement in vielen Ländern mitunter “chaotisch” und das Pflegepersonal zu oft auf sich allein gestellt gewesen, betonte die Menschenrechtskommissarin. Die Situation werfe berechtigte Zweifel auf, ob alle, die in einer Langzeitpflegeeinrichtung starben, Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung gehabt hätten. “Älteren Personen wurde möglicherweise auch die Behandlung in Krankenhäusern zweckwidrig verweigert, selbst wenn noch Plätze verfügbar waren”, schrieb Mijatović. Entsprechende Vorwürfe gegen Kliniken und Pflegeeinrichtungen gab es demnach in Frankreich, Spanien und Schweden.

Die Menschenrechtskommissarin forderte die europäischen Staaten auf, aus den bisherigen Fehlern zu lernen. Neben Zugang zu persönlicher Schutzausrüstung und dem systematischen Testen des Pflegepersonals müssten die Angestellten zusätzlich geschult und entsprechend vergütet werden, verlangte Mijatović. Der Europarat hat seinen Sitz im französischen Straßburg und kümmert sich um die Einhaltung und Umsetzung der Menschenrechte. In Frankreich sind die sozialen Pflege- und Altenheime von der Pandemie besonders hart getroffen. Gut ein Drittel der mehr als 28.000 Todesfälle wurde dort in den Einrichtungen registriert. Auch in Italien und Spanien hatte das Virus dramatische Auswirkungen in den Heimen. (dpa)

+++ Regierungspressekonferenz +++

(20.05.2020, 13:48 Uhr)

+++ Gerettete Condor hebt wieder zu mehr Ferienzielen ab +++

(20.05.2020, 13:32 Uhr)

Der staatlich gerettete Ferienflieger Condor hebt wieder zu mehr Ferienzielen ab. Bis zum Beginn der Sommerferienzeit am 25. Juni soll das Flugprogramm auf rund 40 Prozent des ursprünglich geplanten Verkehrs hochgefahren werden, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt ankündigte. Von acht deutschen Flughäfen seien dann zusammen 29 Destinationen in Europa mit rund 300 wöchentlichen Verbindungen erreichbar. Zwei von drei ursprünglich geplanten Zielen werden damit angeflogen.

Die Condor hatte in der Corona-Krise erneut mit einem staatlichen Überbrückungskredit gerettet werden müssen, nachdem eine bereits vereinbarte Übernahme durch die polnische Lot-Mutter PGL geplatzt war. Das Frankfurter Unternehmen mit rund 4900 Beschäftigten und mehr als 50 Flugzeugen war bereits nach der Pleite des britischen Mutter-Konzerns Thomas Cook im September 2019 in ein Schutzschirmverfahren gegangen und darin saniert worden. Ein neuerlicher Verkaufsprozess ist für die Zeit nach der Corona-Krise geplant.

Momentan fliegt Condor touristische Flüge von Frankfurt nach Mallorca, Teneriffa und Gran Canaria sowie Erntehelferflüge nach Osteuropa. Die Langstreckenflotte mit 16 Jets ist komplett im Frachtverkehr nach China eingesetzt, wie eine Sprecherin sagte. Ab Mitte Juni plant Condor zusätzlich zu Frankfurt wieder Ferienflüge auch ab Düsseldorf, München und Hamburg, bevor zum 25. Juni noch Hannover, Stuttgart, Leipzig-Halle und Berlin-Schönefeld hinzukommen.

+++ Spanien: Sánchez beantragt umstrittene Verlängerung des Notstands +++

(20.05.2020, 13:10 Uhr)

Im Corona-Hotspot Spanien hat die linke Regierung beim Parlament eine neue Verlängerung des immer umstritteneren Notstandes um weitere zwei Wochen bis zum 7. Juni beantragt. Ministerpräsident Pedro Sánchez wies am Mittwoch in seiner Rechtfertigungsrede die Kritik der konservativen Opposition und einiger Regionalparteien zurück. “Niemand hat das Recht, das, was wir erreicht haben, leichtfertig zu verspielen.” Den Notstand aufzuheben wäre “grob unverantwortlich”, betonte er.

Bei der für den Abend im Congreso de los Diputados angesetzten Abstimmung wurde eine Billigung mit knapper Mehrheit erwartet. Die Minderheitsregierung wollte den Alarmzustand, die dritthöchste Notstandsstufe des Landes, ursprünglich um einen ganzen Monat verlängern. Dafür bekam sie aber nicht genug Unterstützung. Nach Aussagen von Regierungssprechern wurde mit der liberalen Partei Ciudadanos am Dienstag ein Kompromiss über eine fünfte Notstands-Verlängerung vom 24. Mai bis null Uhr des 7. Juni erzielt.

Die stärkste Oppositionsfraktion, die konservative Volkspartei PP, wollte zum ersten Mal gegen eine neue Verlängerung votieren. Man wirft Sánchez unter anderem vor, den Notstand zu missbrauchen, um sich der Kontrolle durch die Opposition zu entziehen. Zudem werde durch den Lockdown die Wirtschaft des Landes zerstört, heißt es. (dpa)

+++ Gesundheitsämter-Verband fordert dauerhaft mehr Personal +++

(20.05.2020, 13:09 Uhr)

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes fordert in der Corona-Krise dauerhaft mehr Personal für die Gesundheitsämter. Schon jetzt kehrten viele Mitarbeiter, die kurzfristig eingesprungen seien, an ihre Arbeitsplätze in anderen Behörden zurück, sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert der “Welt”. “Spätestens in einem halben Jahr sind also alle Hilfskräfte weg.” Auch die Arbeitskräfte des Robert-Koch-Instituts, die sich um die Kontaktnachverfolgung kümmerten, seien nur für sechs Monate eingestellt worden.

“Wir brauchen nicht nur freiwillige Hilfskräfte als befristete Unterstützung, sondern dauerhaft neues und qualifiziertes Personal”, sagte Teichert. Bisher habe niemand daran gedacht, neue Stellen auszuschreiben. Wegen der Corona-Pandemie waren die Gesundheitsämter zahlreicher Länder personell aufgestockt worden. Dafür wurden auch Beamte aus anderen Bereichen - etwa Lehrkräfte - eingesetzt. Zusätzlich unterstützen Medizinstudierende und andere Freiwillige die Behörden.

+++ Heil rechtfertigt Verbot von Werkverträgen in Fleischindustrie +++

(20.05.2020, 13:05 Uhr)

Bundesarbeitsminster Hubertus Heil hat das geplante Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie gerechtfertigt. Für ein Geschäftsmodell, das Ausbeutung und eine Ausbreitung von Pandemien in Kauf nehme, könne es in Deutschland keine Toleranz geben, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Er setzte darauf, dass bisher ausgelagerte Beschäftigte nun schrittweise direkt angestellt werden. Schlachten und die Verarbeitung in Betrieben der Fleischwirtschaft sollen laut einem Kabinettsbeschluss ab 1. Januar 2021 nur noch mit Arbeitnehmern des eigenen Betriebes zulässig sein.

Heil erläuterte, dass die Neuregelung auf industrielle Fleischwerke ziele, aber zum Beispiel nicht auf kleinere Schlachtereien oder Wurstbestellungen von Verbrauchern im Supermarkt. In das anstehende Gesetzgebungsverfahren solle eine rechtssichere Abgrenzung eingebracht werden. Auch in anderen Branchen gebe es mit Blick auf besondere Gefährdungen strengere Regeln. Heil sagte, er plane derzeit nicht, das Thema Werkverträge auch in anderen Branchen anzugehen.

Bei einem Werkvertrag vergeben Unternehmen Arbeiten an andere Firmen, die sich um die komplette Ausführung kümmern. Nach einer Häufung von Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben stehen die Arbeitsbedingungen mit Subunternehmern und die Unterbringung in Sammelunterkünften in der Kritik. (dpa)

+++ Toten Hosen sagen “Alles ohne Strom”-Tournee ab +++

(20.05.2020, 13:02 Uhr)

Die Toten Hosen haben ihre “Alles ohne Strom”-Tournee komplett abgesagt. Inzwischen sei klar, dass ein Nachholen der Tournee 2021 an organisatorischen Gründen scheitere, teilte die Band am Mittwoch in Düsseldorf mit. “Wir haben alle Optionen geprüft. Die Enttäuschung über diese Erkenntnis ist bei uns riesengroß”, so die Band. Ursprünglich sollte die Tour in diesem Jahr stattfinden, dann war sie wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben worden.

Die Toten Hosen wollten mit einer Reihe von Gastmusikern im Big-Band-Format auf Akustik-Tournee gehen. “Letztendlich haben wir das ganze Akustikalbum ja nur als Wegbereiter für dieses Abenteuer eingespielt. Es tut uns Leid für alle, die sich so sehr darauf gefreut haben wie wir”, teilte die Düsseldorfer Punkrockband weiter mit. “Lasst uns hoffen, dass wir alle diese seltsame Pandemie und all ihre Begleiterscheinungen möglichst bald durchgestanden haben.”

Bereits gekaufte Tickets würden ab dem 15. Juni erstattet, in der Schweiz und Österreich ab dem 30. Juni - ausschließlich von den Stellen, von denen sie erworben wurden. Wer Tickets online gekauft habe, müsse selber nichts unternehmen, die Vorverkaufsstellen werden sich automatisch mit den Käufern in Verbindung setzen. (dpa)

+++ EU-Kommission: Deutschland soll auch in der Krise mehr investieren +++

(20.05.2020, 12:58 Uhr)

Im Kampf gegen die Corona-Krise sollte Deutschland nach einer Empfehlung der EU-Kommission öffentliche Investitionen vorziehen und private Investitionen unterstützen. Geld soll demnach vor allem in grüne und digitale Projekte, saubere Energie, nachhaltigen Verkehr, Wohnungsbau, Bildung, Forschung und bessere Online-Dienste der Behörden gesteckt werden. Auch das Gesundheitssystem solle widerstandsfähiger gemacht und durch den Einsatz elektronischer Dienste gestärkt werden.

Die EU-Kommission veröffentlichte am Mittwoch in Brüssel Empfehlungen an alle 27 EU-Staaten und Großbritannien. Das tut sie regelmäßig, um die Wirtschafts- und Finanzpolitik zu koordinieren und die Einhaltung von EU-Regeln zu überwachen. Diesmal stehen die Empfehlungen ganz im Zeichen der Corona-Krise.

Deutschland wird geraten, vorerst weiter mit allen erforderlichen Maßnahmen die Pandemie und die Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Sobald die wirtschaftlichen Bedingungen es zuließen, solle die Haushaltspolitik dann wieder darauf abgestellt werden, das Budget mittelfristig zu stabilisieren und Schuldentragfähigkeit zu gewährleisten. (dpa)

+++ Nerz-Farmen in Niederlanden sollen schließen +++

(20.05.2020, 12:58 Uhr)

In den Niederlanden ist möglicherweise erstmals ein Mensch durch einen Nerz mit dem neuen Coronavirus infiziert worden. Neuen Untersuchungen zufolge gelte es als wahrscheinlich, dass sich ein Mitarbeiter einer Nerzfarm bei einem Tier angesteckt hat, teilte das Landwirtschaftsministerium in Den Haag mit. Die Regierung wolle nun die Pelztierzüchter bewegen, Nerzfarmen früher als geplant zu schließen, erklärte Landwirtschaftsministerin Carola Schouten am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP.

Unabhängig von der Corona-Pandemie müssen alle niederländischen Nerzfarmen laut Beschluss des Obersten Gerichtshofes bis 2024 den Betrieb einstellen. Durch Subventionsangebote könnten Betreiber möglicherweise dazu gebracht werden, dies schon eher umzusetzen, erklärte Schouten. Das Ministerium ordnete Untersuchungen der Tiere in allen Nerzfarmen an. Allerdings schätzt die Gesundheitsbehörde RIVM das Ansteckungsrisiko für Menschen außerhalb der Stallanlagen als äußerst gering ein.

+++ Stuttgart-Demo von Veranstaltern zurückgezogen +++

(20.05.2020, 12:53 Uhr)

Eine für kommenden Samstag geplante große Demonstration gegen die Coronavirus-Beschränkungen in Stuttgart findet nach Angaben der Stadt nun doch nicht statt. “Die Versammlungsanmeldung wurde von den Veranstaltern zurückgezogen”, sagte eine Sprecherin. In Stuttgart hatte es am vergangenen Wochenende die mit 5000 Teilnehmern bundesweit größte Demonstration gegeben.

Für die “Initiative Querdenken 711” bestätigte deren Gründer Michael Ballweg die Entscheidung. Es habe sich lediglich um eine formale Anmeldung gehandelt, um vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Beschränkungen der Versammlungsfreiheit klagen zu können, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Auskunft der Stadt ist am Samstagnachmittag dennoch eine weitaus kleinere, andere Demonstration mit rund 500 Teilnehmern angemeldet. Auch für diverse andere deutsche Städte sind Demonstrationen angekündigt.

+++ Hessen erwartet riesiges Steuerloch +++

(20.05.2020, 12:49 Uhr)

Wie Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) mitteilte, erwartet Hessen einen enormen Steuerausfall. Bis zu drei Milliarden Euro könnten weniger eingenommen werden, so die Prognose.

+++ Heil: Lohnersatzzahlung künftig auch tageweise möglich +++

(20.05.2020, 12:47 Uhr)

Die staatliche Lohnersatzzahlung für Eltern bei eingeschränktem Kita- und Schulbetrieb kann nach Angaben von Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) künftig auch tageweise in Anspruch genommen werden. “Mittlerweile gibt es teilweise Öffnungen in Kitas und Schulen, aber keine vollständige Kinderbetreuung”, sagte Heil. Die Regelung werde deshalb “flexibilisiert”. “Das heißt die Inanspruchnahme kann auch tageweise erfolgen.”

Das Bundeskabinett hatte zuvor beschlossen, die Lohnersatzzahlungen des Staates für Eltern, die wegen eingeschränkten Schul- oder Kitabetriebs nicht zu Arbeit können, auszuweiten. (6:29 Uhr)

+++ Kabinett beschließt freiwillige Lösung für Reisegutscheine +++

(20.05.2020, 12:27 Uhr)

Wer wegen der Corona-Krise eine Pauschalreise nicht antreten kann, kann sein Geld zurückverlangen. Eine zuerst von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung soll es nur noch als freiwillige Möglichkeit für Verbraucher geben. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte gleichwohl an Betroffene, einen Gutschein zu akzeptieren: “Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten.”

+++ Drei Verdachtsfälle beim 1. FC Kaiserslautern +++

(20.05.2020, 12:24 Uhr)

Der 1. FC Kaiserslautern wird bis auf weiteres das Training ruhen lassen. Nach den Tests der vergangenen Woche gibt es drei Verdachtsfälle in der Mannschaft. Heute soll ein erneuter Test erfolgen, um das Ergebnis zu verifizieren. Die Verdachtsfälle sind ebenso in häuslicher Quarantäne wie die direkten Kontaktpersonen.

+++ USA senden 200 Beatmungsgeräte nach Russland +++

(20.05.2020, 12:12 Uhr)

Die USA senden 200 Beatmungsgeräte nach Russland. Dies gab das U.S. State Department bekannnt. Dahinter steckt wohl nicht nur die Hoffnung, den schwer betroffenen Russen helfen zu können, sondern auch, die Beziehung beider Länder langfristig verbessern zu können. Die ersten 50 Beatmungsgeräte werden aktuell hergestellt und sollen am 20. Mai zum Transport verladen werden.

+++ Nach Corona: Vier-Tage-Woche in Neuseeland? +++

(20.05.2020, 12:06 Uhr)

In Neuseeland rückt die Idee einer viertägigen Arbeitswoche zur Ankurbelung der durch die Corona-Krise schwer gebeutelten Wirtschaft in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte. Auch Regierungschefin Jacinda Ardern findet die Idee gut und ermunterte die Arbeitgeber im Land, über die Einführung einer Vier-Tage-Woche und andere flexible Arbeitsmodelle nachzudenken.

Viele Neuseeländer hätten ihr erzählt, dass sie mehr im eigenen Land reisen würden, wenn sie flexiblere Arbeitszeiten hätten, sagte Ardern nach einem Besuch in der Touristen-Hochburg Rotorua. “Ich höre viele Menschen, die vorschlagen, dass wir eine Vier-Tage-Arbeitswoche haben sollten”, sagte Ardern in einem informellen Live-Video auf Facebook.

Die heimische Rechtsberatungsfirma Perpetual Guardian mit mehr als 200 Mitarbeitern hatte weltweit Aufsehen erregt, als sie 2018 die Vier-Tage-Woche bei sich einführte. Dieses Modell könne eine Lösung sein, um Neuseelands Wirtschaft nach der Corona-Pandemie bei der Erholung zu helfen, wurde Firmengründer Andrew Barnes am Mittwoch von Medien zitiert. Der Wechsel zur Vier-Tage-Woche habe seine Mitarbeiter glücklicher und produktiver gemacht und ihre mentale wie körperliche Gesundheit verbessert, schilderte der Geschäftsmann.

+++ Lettland will Corona-Notstand nicht verlängern +++

(20.05.2020, 11:59 Uhr)

Lettland will den wegen der Coronavirus-Pandemie noch zum bis 9. Juni verhängten Notstand nicht erneut verlängern. “Unser Ziel ist es, die Ausnahmesituation zu beenden und in eine neue Normalität überzugehen, in der wir gemeinsam mit Covid-19 leben”, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins am Mittwoch im lettischen Fernsehen. Die Regierung des baltischen EU-Landes werde dazu in der kommenden Woche die bestehende Regelung überprüfen.

Geplant ist Karins zufolge, dass die Regierung auch nach Aufhebung des Corona-Notstand einige Befugnisse behalten wird, damit sie unverzüglich auf eine mögliche Verschlimmerung der epidemiologischen Situation reagieren kann. Bestehen bleiben werden auch erhöhte Hygieneanforderungen und Abstandsregeln, sagte der lettische Regierungschef.

Lettland mit knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1016 bestätigte Infektionen und 21 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus.

+++ Dänen warnen vor Grenzöffnungen +++

(20.05.2020, 11:48 Uhr)

Dänemarks nationale Gesundheitsexperten haben vor dem Risiko neuer Corona-Infektionen im Falle einer Öffnung der dänischen Grenzen gewarnt. Ein solcher Schritt könne mit sich führen, dass Erkrankte ins Land einreisten und dadurch neue Infektionsketten entstehen könnten, schrieb das staatliche Gesundheitsinstitut SSI nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau. Dies könne sich auf die Infektionszahlen in Dänemark auswirken. Zudem kämen dadurch mehr Menschen in Urlaubsgebiete, was das Risiko einer Ausbreitung bereits bestehender Fälle steigere.

+++ NRW: Kitas ab 8. Juni im eingeschränkten Regelbetrieb? +++

(20.05.2020, 11:31 Uhr)

Einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge wird NRW ab dem 8. Juni wieder einen eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder in Kitas und bei Tageseltern erlauben. Dies habe die Landesregierung in Düsseldorf beschlossen. Eine Bestätigung steht aktuell noch aus.

+++ Bayer-Chef rechnet schon bald mit ersten Medikamenten +++

(20.05.2020, 11:30 Uhr)

Bayer-Chef Werner Baumann rechnet schon bald mit ersten wirksamen Behandlungsmethoden gegen Corona-Erkrankungen. “Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Monaten einen Wirkstoff oder mehrere Wirkstoffkombinationen gibt, die den Krankheitsverlauf deutlich abmildern können”, sagte der Manager der FAZ. Denn mehrere Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten gegen das Coronavirus, die ursprünglich gegen andere Krankheiten entwickelt wurden, näherten sich ihrem Abschluss.

Es werde möglicherweise nicht den einen Wirkstoff gegen Covid-19 geben, sondern unterschiedliche Wirksamkeiten in unterschiedlichen Stadien der Krankheit, betonte der Bayer-Chef. “Manche Präparate helfen nicht mehr, wenn sie zu spät gegeben werden. Das bedeutet auch, dass wir Infizierte früh erkennen müssen, um möglichst gute Behandlungserfolge erzielen zu können.”

+++ Nachfrage nach Nudeln und Klopapier normalisiert +++

(20.05.2020, 11:25 Uhr)

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich die Nachfrage nach Nudeln, Klopapier und passierten Tomaten wieder normalisiert. Nicht nur das: Die Nachfrage ist im Vergleich zu den Monaten August 2019 bis Januar 2020, sogar deutlich gefallen: Klopapier um minus 28 Prozent, Nudeln um minus 30 Prozent und Tomaten um minus 16 Prozent.

Weiterhin gut verkauft sind derweil Seife und Desinfektionsmittel. Deren Nachfrage stieg in den letzten Monaten um 38 Prozent respektive 152 Prozent.

“Picknick-Panne” in neuer Coronaschutz-Verordnung

(20.05.2020, 11:15 Uhr)

In die neue Coronaschutz-Verordnung für Nordrhein-Westfalen hat sich eine kleine Panne eingeschlichen: Picknicks sind laut Landesregierung seit Mittwoch zwar wieder erlaubt, sie werden aber in der Verordnung weiter als Ordnungswidrigkeit geführt. Laut Gesundheitsministerium ein Fehler im Lektorat - der aber keine rechtlichen Folgen habe.

In der am Dienstagabend veröffentlichten Verordnung hatte das Ministerium unter Paragraf 10 (Freizeit- und Vergnügungsstätten) das bisherige Picknick-Verbot entfernt.

Am Ende der aktuellen Verordnung, in der sämtliche Ordnungswidrigkeiten aufgeführt werden, heißt es allerdings weiterhin: Eine Geldbuße drohe, wenn man “entgegen § 10 Absatz 7 an einem Picknick oder einem Grillen auf einem öffentlichen Platz oder einer öffentlichen Anlage beteiligt ist”. Da man aber keine Geldbuße für etwas verhängen könne, das - in dem anderen Paragrafen - gar nicht verboten ist, habe der Fehler keine Folgen.

+++ Todesstrafe in Zoom-Schalte mitgeteilt +++

(20.05.2020, 11:12 Uhr)

In Singapur wurde der mutmaßliche Heroin-Dealer Punithan Genasan zum Tod durch den Strang verurteilt. Aufgrund der aktuellen Lage im schwer vom Coronavirus betroffenen Land wurde ihm die Entscheidung des Gerichts per Zoom-Schalte mitgeteilt. Genasan sitzt bereits im Gefängnis und wurde von dort mit dem Gericht verbunden.

+++ Schäuble und französischer Amtskollege wollen Aufbauplan +++

(20.05.2020, 11:01 Uhr)

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) will die deutsch-französische Initiative für einen Corona-Wiederaufbauplan unterstützen. Schäuble arbeite gemeinsam mit dem Präsidenten der französischen Nationalversammlung, Richard Ferrand, an einer gemeinsamen Erklärung, bestätigte ein Sprecher Schäubles am Mittwoch. Diese solle den Vorschlag demnach bekräftigen und weiterführen. Das Papier wird den Angaben zufolge am Donnerstag kommender Woche bei einer Sondersitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung eingebracht und debattiert.

Zum Thema: Berlin und Paris werben für EU-Aufbauplan

+++ Studie: Flüchtlingsunterkünfte besonders gefährdet +++

(20.05.2020, 10:55 Uhr)

Das Ansteckungsrisiko nach einer Corona-Infektion in einer Flüchtlingsunterkunft ist einer Studie zufolge etwa so hoch einzustufen wie auf einem Kreuzfahrtschiff. Das hat eine Untersuchung unter Leitung des Bielefelder Forschers Kayvan Bozorgmehr ergeben. Das Virus könne sich rasch ausbreiten, wenn es einmal durch Bewohner oder Personal in die Unterkunft gelangt sei, sagte der Studienleiter der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte der SWR über die Untersuchung berichtet.

Die noch unveröffentlichte Studie gilt als erste wissenschaftliche Untersuchung dieser Art, die sich mit Corona-Ansteckungsrisiken in Flüchtlingsheimen befasst. Grundlage waren 23 Unterkünfte mit 1367 bestätigten Infektionsfällen in NRW, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Kleine Räume für mehrere Personen, Gemeinschaftsküchen, wenige Toiletten und Duschen für viele Bewohner seien in der Pandemie hochproblematische Lebensbedingungen, betonte der Gesundheitswissenschaftler. Die nötige strikte Isolierung infizierter Flüchtlinge von Nicht-Infizierten sei aus räumlichen Gründen oft nicht möglich.

+++ Freibad-Saison startet mit Einschränkungen +++

(20.05.2020, 10:50 Uhr)

Einige Freibäder starten langsam ihren Betrieb und eröffnen damit die Saison. Noch müssen sich Besucher aber auf einige Einschränkungen gefasst machen - etwa Warteschlangen am Becken.

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Corona-Krise belastet Export der Elektroindustrie +++

(20.05.2020, 10:35 Uhr)

Die Corona-Krise hinterlässt erste Spuren bei den Geschäften der deutschen Elektroindustrie im Ausland. Im März sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,4 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro, wie der Branchenverband ZVEI am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Im gesamten ersten Quartal wurde ein Minus von 1,8 Prozent auf 52,8 Milliarden Euro verzeichnet. “Im zweiten Quartal dürften dann entschieden größere Handelsverluste auflaufen”, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann voraus.

Die Ausfuhren in die Eurozone brachen im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,0 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro ein. Die Geschäfte mit den USA wuchsen dagegen noch (plus 6,5 Prozent), die Exporte nach China legten nach Rückgängen wieder zu (plus 7,3 Prozent). Die Pandemie breitete sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten in einzelnen Ländern und Regionen aus. In China war das Virus zuerst festgestellt worden.

Die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Produkte sanken im ersten Quartal um 3,4 Prozent auf 47,5 Milliarden Euro. Im März fielen die Importe um 4,4 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro.

+++ Island: Kostenloser Corona-Test bei Einreise +++

(20.05.2020, 10:26 Uhr)

Island will ab Juni wieder für Touristen offenstehen. Ab dem 15. Juni werde direkt am Flughafen ein kostenloser Test auf das Coronavirus durchgeführt, das Ergebnis soll noch innerhalb des gleichen Tages verfügbar sein. Wer negativ getestet wird, darf seinen Urlaub beginnen. Allerdings müssen Touristen noch mit einigen Einschränkungen rechnen.

+++ Studie: Zwei Meter Abstand reichen oft nicht +++

(20.05.2020, 10:07 Uhr)

Eine neue Studie hat die Verbreitung des Coronavirus unter gegebenen Abständen untersucht. Das Fazit: Ein Abstand von zwei Metern ist schon nicht mehr effektiv, wenn nur leichter Wind weht. Die Studie der Universität Nikosia wurde im Physics of Fluids veröffentlicht und stellte zudem fest, dass kleinere Menschen oder Kinder wohl besonders betroffen sind, wenn es um die Verteilung von Spucke, und damit dem Virus, über die Luft geht.

+++ Peter Maffay besorgt um deutsche Musikbranche +++

(20.05.2020, 10:02 Uhr)

Der Rock- und Popsänger Peter Maffay (70) hat nachdrücklich auf die Notsituation der Musik-Branche während der Pandemie hingewiesen. Die ganze Branche stehe mit dem Rücken zur Wand, sagte er im ZDF-Morgenmagazin.

Vor allem die Situation der Dienstleister der Musikbranche bereitet Maffay Sorgen. “Ich weiß, dass die Existenzen ihrer Familien bedroht sind. Es ist sogar eine sehr prekäre Lage, die ein Handeln - und zwar jetzt - nötig macht.” Das seien bedrohliche Szenarien, die keinen Aufschub duldeten. Er verglich deren Stellung mit denen der Zulieferer in der Autoindustrie. Wenn die wegfielen, könne keine Produktion mehr garantiert werden. Das sei in der Musikbranche genauso.

Maffay und andere Künstler haben einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschrieben und um rasche Hilfen für Musiker und Konzertveranstalter gebeten. Durch den pandemiebedingten Shutdown stehe die gesamte Branche vor einer Herausforderung, die sie ohne staatliche Hilfen aus eigener Kraft kaum überstehen werde, heißt es darin. Unter anderem haben auch Angelo Kelly, Till Brönner und Sasha unterzeichnet.

+++ Russland: Neue Zahlen +++

(20.05.2020, 09:45 Uhr)

In Russland ist die Zahl der Infizierten innerhalb der letzten 24 Stunden um 8.764 auf insgesamt 308.705 gestiegen. 85.392 Menschen haben sich von der Krankheit erholt, was einem Plus von 9.262 zum Vortag entspricht. 2.972 Menschen haben den Kampf verloren, 153 weitere Todesfälle kamen hinzu. Erstmals sind damit mehr Genesene als Infizierte zu vermelden.

+++ Spanien führt Maskenpflicht ein +++

(20.05.2020, 09:40 Uhr)

Spanien führt ab dem morgigen Donnerstag (21. Mai) das verpflichtende Tragen einer Maske ein. In geschlossenen Räumen müssen alle Menschen über sechs Jahren und ohne ausreichende medizinische Ausnahmebegründung einen Mund- und Nasenschutz tragen. Im Freien gilt diese Regel nur, wenn der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann.

+++ Bayern: Beatmungsgeräte für 62 Millionen Euro +++

(20.05.2020, 09:36 Uhr)

Bayern hat im Kampf gegen das Coronavirus 62,4 Millionen Euro für 1825 Beatmungsgeräte ausgegeben. Dies gab das Gesundheitsministerium bekannt. “Schwere Erkrankungsfälle unter den Covid-19-Patienten können häufig nur mit künstlicher Luftzufuhr gerettet werden”, erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

+++ Südkorea: Rückkehr in Schulen beginnt +++

(20.05.2020, 09:32 Uhr)

Südkorea nimmt ab dem heutigen Mittwoch den Schulbetrieb wieder auf. Vorerst dürfen nur die älteren Schüler der High School wieder vor Ort unterrichtet werden, auf Zeit gesehen sollen auch die jüngeren Schüler wieder die Klassenzimmer füllen.

Die Rückkehr in die Klassen erfolgt nur unter diversen Regelungen. Das Schuljahr in Südkorea hätte eigentlich im März begonnen, die Ferien wurden aber aufgrund der Covid-19-Situation verlängert. Im April wurden die Schüler allesamt online unterrichtet.

+++ Rolls Royce will bis zu 9.000 Stellen streichen +++

(20.05.2020, 09:20 Uhr)

Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce plant die Streichung von mindestens 9000 Stellen wegen des Einbruchs des Luftverkehrs während der Corona-Pandemie. “Diese Krise haben nicht wir verursacht. Aber wir müssen uns der Krise stellen”, sagte Konzernchef Warren East am Mittwoch in London. In solchen beispiellosen Zeiten müssten schwere Entscheidungen getroffen werden.

Der Konzern hat weltweit etwa 52 000 Mitarbeiter. Er baut vor allem Antriebe für Großraumflugzeuge, die auf Langstreckenverbindungen von Kontinent zu Kontinent zum Einsatz kommen.

Viele Airline-Manager und die großen Flugzeughersteller Boeing und Airbus erwarten, dass sich das Geschäft mit Fernflügen als letztes von der Krise erholt. Auch sie haben ihre Produktionspläne infolge der Pandemie gekappt - und zwar besonders stark bei den Großraumjets, deren Antriebe oft von Rolls-Royce stammen. Eine Erholung des Passagierverkehrs dürfte mit Kurz- und Mittelstreckenflügen starten und sich über mehrere Jahre hinziehen, schätzen Experten.

+++ Gastgewerbeumsatz in Deutschland bricht wegen Corona-Schließungen drastisch ein +++

(20.05.2020, 08:34 Uhr)

Die Schließungen wegen der Corona-Pandemie haben drastische Umsatzeinbußen für das Gastgewerbe in Deutschland nach sich gezogen. Um fast die Hälfte brachen die Erlöse von Hoteliers und Gastwirten im März ein - sowohl im Vergleich zum Februar 2020 als auch zum Vorjahresmonat. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gab es in allen Zweigen des Gastgewerbes die größten Umsatzeinbußen seit Beginn der Zeitreihen im Jahr 1994. Im Vergleich zum März 2019 brachen die Erlöse nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Mittwoch real um 45,4 Prozent ein, im Vergleich zum Februar 2020 fiel der Umsatz preisbereinigt um 44,6 Prozent.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hatte die Politik ab dem 18. März Übernachtungen touristischer Gäste in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben untersagt. Ab dem 22. März waren Gaststätten mit Ausnahme von Abhol- und Lieferservices geschlossen. Seit Mitte Mai werden die Einschränkungen nach und nach wieder gelockert.

+++ UNO und Weltbank warnen vor starker Zunahme extremer Armut durch Corona-Pandemie +++

(20.05.2020, 07:23 Uhr)

Die Vereinten Nationen und die Weltbank haben vor einer starken Zunahme der extremen Armut rund um den Globus als Folge der Corona-Pandemie gewarnt. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte am Mittwoch, in Afrika drohten Millionen von Menschen in die bitterste Not abzurutschen. Er rief zur "globalen Solidarität" mit dem Kontinent auf. Nach Schätzung der Weltbank könnten weltweit bis zu 60 Millionen weitere Menschen in extreme Armut geraten.

Guterres warnte, die Pandemie bedrohe die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung in Afrika. Sie werde die dort seit langem bestehenden Ungleichheiten sowie den Hunger, die Fehlernährung und die Anfälligkeit für Krankheiten steigern.

Der UN-Generalsekretär gratulierte den afrikanischen Staaten aber auch dazu, dass sie rasch auf die Pandemie reagiert hätten. Die verzeichneten Infektionsfälle auf dem Kontinent seien bislang "niedriger als befürchtet". 

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+++ Weltärztebund-Chef für Impfpflicht gegen Corona - Versagen bei Alten +++

(20.05.2020, 06:30 Uhr)

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. "Ich war für die Impflicht bei Masern. Ich bin auch hier für eine Impfpflicht", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Die Bundesregierung hatte am Montag erneut betont, dass sie eine künftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen will: "Es wird keine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Noch existiert kein solcher Impfstoff. Weltweit gibt es laut dem Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa) aber mehr als 120 Impfstoffprojekte. Ob ein Impfstoff noch in diesem Jahr auf den Markt gebracht werden kann, gilt als fraglich.

Montgomery forderte, die deutsche Regierung müsse mit gesetzlichen Maßnahmen dafür sorgen, "dass nicht derjenige als Erster geimpft wird, der am meisten dafür zahlt". "Als Erstes müssen die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und die Mitarbeiter in den Kliniken geimpft werden. Ich fürchte aber, dass auch hierzulande ein Schwarzmarkt entstehen wird." Dazu komme ein anderes Problem, sagte Montgomery: "Es wird Leute geben, die sich nicht impfen lassen wollen. Infizieren sie sich, sind sie eine Gefahr für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Wir müssen deshalb möglichst viele Menschen impfen."

+++ Bis zu 20 Wochen Lohnersatz bei geschlossener Kita +++

(20.05.2020, 06:29 Uhr)

Eltern sollen bis zu 20 Wochen Lohnersatz bekommen können, wenn sie ihre Kinder wegen Corona-Einschränkungen bei Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die "nachrangige Lohnfortzahlung" werde je Elternteil auf bis zu zehn Wochen verlängert, für Alleinerziehende auf bis zu 20 Wochen. "Das gibt die nötige Sicherheit in ungewisser Lage." Bislang ist die Entschädigung auf sechs Wochen begrenzt.

Ein entsprechender Änderungsantrag aus dem Gesundheitsministerium solle an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf Ministeriumsangaben. "Berufstätige Eltern tragen derzeit eine große Last. Solange Kindergärten und Schulen nicht wieder verlässlich für alle geöffnet sind, brauchen hier viele unsere besondere Unterstützung", sagte Spahn.

Wer in der Corona-Krise wegen der Betreuung kleiner Kinder nicht arbeiten kann und deshalb kein Geld verdient, erhält bisher für maximal sechs Wochen 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung, höchstens 2016 Euro im Monat.

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+++ Baerbock fordert Bund-Länder-Spitzentreffen zu Kitas und Schulen +++

(20.05.2020, 06:00 Uhr)

Nach dem Appell medizinischer Fachgesellschaften für eine Wiederöffnung von Schulen und Kitas hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock ein Spitzentreffen von Bund und Ländern gefordert. Länder wie Dänemark hätten vorgemacht, dass die Kita- und Schulöffnungen unter Vorsichtsmaßnahmen gut und erfolgreich funktionierten, sagte Baerbock der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Deswegen sei auch in Deutschland mehr Tempo notwendig. "Alle Akteure auf Bundes- und Länderebene müssen sich jetzt bei einem Spitzentreffen dringend an einen Tisch setzen, um zu handeln."

Bund und Länder müssten jetzt mit Hochdruck daran arbeiten, "dass der eingeschränkte Regelbetrieb aufgenommen wird und alle Kinder wieder in Kitas und Schulen können". "Lediglich einmal die Woche den Klassenraum oder die Kita von innen zu sehen verunsichert Kinder nur mehr, als dass es hilft." Baerbock sagte, die Voraussetzungen für die Rückkehr zum Regelbetrieb seien eine gute Hygieneausstattung, Abstandsregelungen, kontinuierliches Testen des Personals, feste Unterrichts- und Spielgruppen sowie Unterrichtszeiten in den Nachmittag hinein.

+++ Trump: Hohe Corona-Fallzahl ist Auszeichnung für gute Tests +++

(20.05.2020, 05:55 Uhr)

US-Präsident Donald Trump kann der Vielzahl an nachgewiesenen Corona-Infektionen in den USA - mehr als 1,5 Millionen - etwas Positives abgewinnen. Er betrachte es nicht als "schlechte Sache", dass es so viele nachgewiesene Infektionen im Land gibt. "Ich betrachte es in gewisser Hinsicht als gute Sache, weil es bedeutet, dass unsere Tests viel besser sind", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus. "Ich betrachte es als Auszeichnung, wirklich, es ist eine Auszeichnung." Wenn man wie in den USA fast 14 Millionen Menschen teste, finde man auch mehr Fälle, sagte er.

Trump stellt immer wieder heraus, dass in den USA viel mehr getestet wird als in anderen Ländern.

Fast jede dritte der fast 4,9 Millionen bestätigten Infektion weltweit entfällt auf die USA, wo rund 330 Millionen Einwohner leben. In keinem anderen Land gibt es mehr nachgewiesene Infektionen. Die Fallzahlen der einzelnen Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und der erwarteten hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

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Die Meldungen vom Vortag finden Sie hier:

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+++ Italien: Corona-Zahlen am Dienstag wieder angestiegen +++

(19.05.2020, 23:38 Uhr)

In Italien sind die Corona-Zahlen wieder angestiegen. 813 neue Fälle wurden am Dienstag gemeldet, das sind fast doppelt so viele wie am Tag zuvor. Über die Hälfte davon wurden in der Lombardei registriert. In zwölf Regionen gab es weniger als zehn Neuerkrankungen. Die Anzahl der Todesopfer stieg ebenfalls an und betrug 162 in den vergangenen 24 Stunden.

+++ Spanische Regierung will Ausnahmezustand nur noch um zwei Wochen verlängern +++

(19.05.2020, 23:05 Uhr)

Die spanische Regierung will den wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausnahmezustand nicht mehr um einen weiteren Monat, sondern nur noch um zwei Wochen verlängern. Die Regierung wolle im Parlament eine Verlängerung bis zum 7. Juni beantragen, kündigte Regierungssprecherin María Jesús Montero am Dienstagabend in Madrid an. Damit beugt sich Ministerpräsident Pedro Sánchez dem wachsenden Widerstand im Parlament gegen eine immer weitere Verlängerung des Ausnahmezustandes.

"Ohne Ausnahmezustand gibt es keine Möglichkeit, die Bewegung der Bevölkerung einzuschränken", sagte Montero. Dies müsse aber weiter geschehen, "damit die großen Opfer nicht umsonst gewesen sind". Sánchez hatte noch am Samstag in einer Fernsehansprache angekündigt, dass er den Ausnahmezustand ein letztes Mal um einen Monat verlängern wolle. Damit stieß er aber auf Widerstand, der Regierungschef drohte die am Mittwoch anstehende Abstimmung im Parlament zu verlieren. Mit der Verkürzung auf zwei Wochen will er sich nun die nötige Unterstützung der Abgeordneten sichern. (AFP)


Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. (Bild: Ricardo Rubio/Europa Press via Getty Images)
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. (Bild: Ricardo Rubio/Europa Press via Getty Images)

+++ Wall Street: Schwach - Skepsis über Impfstoffkandidaten +++

(19.05.2020, 22:34 Uhr)

Nach kräftigen Gewinnen zum Wochenstart sind die Anleger an den US-Börsen am Dienstag wieder verschreckt worden. Druck kam in der letzten Handelsstunde in den Markt, nachdem die US-Nachrichten-Website Stat kritisch über den Impfstoffkandidaten des Biotech-Konzerns Moderna gegen die Lungenkrankheit Covid-19 berichtet hatte. Nachrichten über positive Zwischenergebnisse in einer frühen Erprobungsstudie hatten zu Wochenbeginn für Euphorie gesorgt und eine Börsenrally ausgelöst.

Nun schloss der Dow Jones Industrial mit minus 1,59 Prozent auf 24 206,86 Punkte knapp über Tagestief und gab damit einen Teil seines knapp vierprozentigen Gewinns vom Vortag wieder ab. (dpa)

+++ Umfrage: Mehrheit rechnet wegen Corona-Krise mit Steuererhöhungen +++

(19.05.2020, 22:25 Uhr)

Eine klare Mehrheit der Deutschen geht einer Umfrage zufolge davon aus, dass es wegen der Corona-Krise Steuererhöhungen geben wird. 62 Prozent glauben laut dem “Insa-Meinungstrend” für die “Bild”-Zeitung (Mittwoch) wegen der wirtschaftlichen Folgen der Krise daran. 18 Prozent rechnen demnach dagegen nicht mit höheren Steuern.

Steuerschätzer gehen davon aus, dass in diesem Jahr 81,5 Milliarden Euro weniger Steuern eingenommen werden als im vergangenen Jahr - ein Minus von mehr als zehn Prozent. Aus Sicht der SPD-Spitze lässt sich die Corona-Krise nur mit höheren Steuern und Abgaben bewältigen. SPD-Chefin Saskia Esken dringt deshalb auf eine stärkere Belastung hoher Einkommen, damit der Staat in der Corona-Krise aufgenommene Schulden zurückzahlen kann. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt Steuererhöhungen dagegen ab - auch für Vermögende.

Experten gehen davon aus, dass sich die Staatsfinanzen schnell wieder erholen. Schon 2021 könnten die Steuereinnahmen mit 792,5 Milliarden Euro laut Prognose fast wieder auf Vorkrisenniveau sein. (dpa)

+++ Frankreich korrigiert Zahl der Corona-Toten leicht nach unten +++

(19.05.2020, 22:18 Uhr)

Die französischen Gesundheitsbehörden haben die Zahl der Toten in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus leicht nach unten korrigiert. 28 022 Infizierte seien bisher gestorben, teilte die Gesundheitsagentur am Dienstagabend auf ihrer Webseite mit. Am Sonntag hatte das Gesundheitsministerium 28 108 Tote vermeldet. Der Unterschied basiere auf Anpassungen bei übermittelten Daten aus Alten- und sozialen Pflegeheimen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die Zahlen waren bereits zuvor manchmal nachträglich angepasst worden, vor allem nach einem Wochenende.

Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon hatte am Dienstag nicht wie sonst üblich die Gesamtzahl der Todesfälle bei einer Pressekonferenz mitgeteilt. 1894 Patientinnen und Patienten wurden Salomon zufolge noch in Intensivstationen behandelt. (dpa)

+++ Studie: CO2-Ausstoß sank wegen Corona-Beschränkungen um 17 Prozent +++

(19.05.2020, 21:59 Uhr)

Durch die wegen des Coronavirus erlassenen Ausgangssperren und Beschränkungen könnte der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid in diesem Jahr einer Studie zufolge insgesamt um bis zu sieben Prozent sinken. Anfang April hätten die CO2-Emissionen weltweit 17 Prozent unter den Werten des Vorjahres gelegen, heißt es in einer am Dienstag in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlichten Studie. Darin warnen die Forscher zugleich, dass die jetzige Entwicklung langfristig wohl wenig Einfluss auf die Klimaerwärmung haben werde. (AFP)

Der Braunkohletagebau Reichwalde. (Bild: Florian Gaertner/Photothek via Getty Images)
Der Braunkohletagebau Reichwalde. (Bild: Florian Gaertner/Photothek via Getty Images)

+++ Maas fordert umfangreiche Hilfe für Menschen in Syrien +++

(19.05.2020, 21:48 Uhr)

Bundesaußenminister Heiko Maas hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, den ohnehin durch den Bürgerkrieg gebeutelten Menschen in Syrien in der Corona-Krise zu helfen. “Hier ist umfangreiche humanitäre Hilfe und ein gemeinsames Vorgehen bei der Sicherstellung der Zugänge erforderlich”, erklärte Maas am Dienstag nach Beratungen mit seinem französischen, britischen und türkischen Kollegen.

“Wir waren uns einig, die Verlängerung des Mandats der Vereinten Nationen für die grenzüberschreitenden Hilfen ist dafür unerlässlich.” Gemeinsam wolle man die Arbeit des UN-Vermittlers für das Bürgerkriegsland, Geir Pedersen, weiter unterstützen, damit die blockierten Verhandlungen in Genf wieder aufgenommen werden könnten.

Maas sagte nach Angaben seines Ministeriums, in Syrien verschärfe sich die ohnehin schon schwierige Situation durch die Corona-Pandemie erheblich. “Die möglichen Auswirkungen vor allem auf die Binnenvertriebenen in Syrien erfüllen uns mit großer Sorge.” (dpa)

Bundesaußenminister Heiko Maas. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)
Bundesaußenminister Heiko Maas. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)

+++ US-Kongressamt erwartet drastischen Konjunktureinbruch +++

(19.05.2020, 21:30 Uhr)

Das unabhängige Haushaltsamt des US-Kongresses (CBO) rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie für das zweite Quartal mit einem dramatischen Konjunktureinbruch. Im Vergleich zum Vorquartal sei von April bis Juni mit einem Rückgang von 11,2 Prozent zu rechnen, erklärte das CBO am Dienstag. Auf das ganze Jahr hochgerechnet ergebe sich für das Quartal daher ein Schrumpfen um fast 40 Prozent, hieß es. In den ersten drei Monaten des Jahres war die Wirtschaft mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 4,8 Prozent gesunken.

Das CBO rechnet infolge der Lockerungen der Corona-Beschränkungen ab dem dritten Quartal mit einer Erholung der Wirtschaft. Für das ganze Jahr erwartet die Behörde aber noch einen Rückgang von 5,6 Prozent. (dpa)

+++ Softwareunternehmen Exasol mit solidem Börsengang trotz Corona +++

(19.05.2020, 21:17 Uhr)

Das Softwareunternehmen Exasol trotzt der Corona-Krise mit einem soliden Börsengang. Die insgesamt gut 9 Millionen angebotenen Aktien seien für 9,50 Euro je Stück verkauft worden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Nürnberg mit. Das Platzierungsvolumen beträgt somit rund 87,45 Millionen Euro. Die Preisspanne hatte bei 8,50 bis 10,50 Euro je Aktie gelegen. Der erste Handelstag im Segment «Scale» der Frankfurter Wertpapierbörse ist für den 25. Mai 2020 geplant.

Mit den Erlösen aus dem Börsengang will Exasol in erster Linie die Vertriebsaktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Großbritannien und in den USA stärken. Außerdem soll das frische Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt werden. (dpa)

+++ Flüchtlingsunterkunft in Mainz unter Quarantäne +++

(19.05.2020, 21:08 Uhr)

Wegen mehrerer bestätigter Corona-Fälle ist eine Flüchtlingsunterkunft in Mainz mit derzeit 113 Bewohnern unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstagabend mit. In der vergangenen Woche war bei einer zehnköpfigen Familie der Vater positiv auf das Virus getestet worden. Die Familie wurde daraufhin in ein dafür vorgesehenes Gebäude zur 14-tägigen Quarantäne gebracht. Weitere Tests des Gesundheitsamtes ergaben, dass alle Familienmitglieder und ein Kind einer anderen Familie in der Flüchtlingsunterkunft infiziert sind.

Inzwischen seien in der Gemeinschaftsunterkunft weitere Tests durchgeführt worden - und es hätten sich drei Bewohner mit für Covid-19 typischen Symptomen gemeldet, hieß es weiter. Und: “Es stellte sich heraus, dass sich auf jedem Stockwerk des Hauses mindestens eine Person mit dem Corona-Virus infiziert hat.” Deshalb wurde die Quarantäne für die Unterkunft angeordnet. Das DRK werde die Bewohner weiterhin betreuen und nun insbesondere auch die Einkäufe übernehmen. (dpa)

+++ Witwe von US-Astronaut John Glenn nach Corona-Infektion gestorben +++

(19.05.2020, 21:02 Uhr)

Die Witwe von Astronaut John Glenn, der 1962 als erster US-Amerikaner die Erde in einem Raumschiff umkreist hatte, ist mit 100 Jahren nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Annie Glenn sei am Dienstag in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat Minnesota gestorben, berichteten US-Medien. “Der Tod von Annie Glenn macht uns sehr traurig”, hieß es in einer Mitteilung der US-Raumfahrtbehörde Nasa. “Ihre mutige Unterstützung von ihrem legendären Ehemann John bleibt unübertroffen.”

Annie und John Glenn hatten 1943 geheiratet und zwei Kinder bekommen. John Glenn war für die Nasa zweimal im Weltraum. Annie Glenn, die selbst stotterte, setzte sich für Menschen mit Sprachschwierigkeiten ein. “Sie wird vermisst werden”, hieß es von der Nasa. (dpa)

+++ Infiziertenzahl im Flüchtlingsheim in St. Augustin auf 165 gestiegen +++

(19.05.2020, 20:50 Uhr)

Die Zahl der Corona-Infektionen in einem Flüchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn ist auf 165 gestiegen - 152 Bewohner und 13 Mitarbeiter. Das teilte die Bezirksregierung Köln am Dienstagabend mit. Alle infizierten Bewohner würden in gesonderten Teilen der Unterkunft untergebracht und zeigten nur schwache oder gar keine Symptome, hieß es. Am Vortag hatte die Zahl noch bei 130 mit dem Coronavirus infizierten Menschen gelegen. Die Unterkunft biete Platz für 600 Menschen, sei derzeit aber nur mit 312 Personen belegt.

Am vergangenen Donnerstag war in der Landesunterkunft der erste Corona-Fall bekannt geworden. Das Gesundheitsamt hatte daraufhin Tests aller Bewohner und Mitarbeiter veranlasst und die Unterkunft unter Quarantäne gestellt. (dpa)

+++ Trump: Malaria-Medikament gibt zusätzliche Sicherheit +++

(19.05.2020, 20:42 Uhr)

US-Präsident Donald Trump hat die Einnahme des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin zur Corona-Prophylaxe verteidigt. “Ich denke, es gibt einem ein zusätzliches Maß an Sicherheit”, sagte Trump am Dienstag im US-Kongress vor Journalisten. “Das ist eine individuelle Entscheidung.” Hydroxychloroquin sei ein erprobtes Medikament und schade nicht.

Trump hatte am Montag erklärt, er nehme seit etwa eineinhalb Wochen das Malaria-Präparat ein - obwohl es keine belastbaren wissenschaftlichen Belege für eine Wirksamkeit des Medikaments im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt. Das Mittel erhöht nach Angaben der US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen. Eine Studie hatte bei Einnahme des Medikaments in Kombination mit einem Antibiotikum eine höhere Sterblichkeit bei Corona-Patienten festgestellt. (dpa)

+++ UN-Chef schlägt Vollversammlung mit Videobotschaften vor +++

(19.05.2020, 20:35 Uhr)

UN-Generalsekretär António Guterres hat wegen der Corona-Pandemie für die anstehende Vollversammlung vorher aufgenommene Videobotschaften der Staats- und Regierungschefs vorgeschlagen. Gleichzeitig solle jedes Land im großen Versammlungssaal in New York mit jeweils nur einer einköpfigen Delegation vertreten sein, um den nötigen Abstand gewährleisten zu können, schrieb Guterres an den Präsidenten der UN-Generalversammlung, Tijjani Mohammed-Bande. Der Brief, datiert vom Montag, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Der UN-Chef betonte, dass die Mitgliedstaaten sich zwar auch für eine Verschiebung ins Jahr 2021 aussprechen könnten. Er halte es aber für “besser”, das jährliche Highlight bei den UN, normalerweise besucht von Dutzenden Staats- und Regierungschefs, wie geplant im September abzuhalten. Falls die Veranstaltung im eingeschränkten Umfang stattfindet, dürfe das auch große Auswirkungen auf die sonst Hunderten Nebenveranstaltungen und persönlichen Treffen von politischen Anführern haben. (dpa)

Antonio Guterres. (Bild: Lev Radin/Pacific Press/LightRocket via Getty Images)
Antonio Guterres. (Bild: Lev Radin/Pacific Press/LightRocket via Getty Images)

+++ Brinkhaus fordert weitreichende Entlastungen für Unternehmen +++

(19.05.2020, 20:27 Uhr)

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) will die deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise wettbewerbsfähiger und innovativer machen. "Der wirtschaftliche Bruch ist eine riesige Chance", schrieb er in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwoch). Er sei überzeugt, dass Deutschland stärker aus der Krise herauskommen könne, als es hineingegangen sei. Der CDU-Politiker plädierte, der Gesetzgeber solle sich selbst verpflichten, nach der Krise keine Vorhaben auf den Weg zu bringen, die neuen Aufwand für die Unternehmen verursachen.

Brinkhaus verlangte zudem, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und zu digitalisieren. "Das Erfordernis, europaweit auszuschreiben, sollte deutlich eingeschränkt werden. Das entlastet mittelständische Unternehmen, aber auch Kommunen", argumentierte der CDU-Politiker. Dafür solle Deutschland auch seine EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr nutzen. Brinkhaus will ferner Verluste von Firmen aus 2020 unbürokratisch mit den Gewinnen der vergangenen beiden Jahre verrechnen und Steuern erstatten lassen. (dpa)

+++ Prag: Deutschland und zentraleuropäische Staaten könnten "Mini-Schengen" schaffen +++

(19.05.2020, 20:18 Uhr)

Deutschland und mehrere andere zentraleuropäische Länder könnten nach Angaben aus Prag ab dem 15. Juni womöglich "eine Art Mini-Schengen" mit offenen Grenzen schaffen. Neben Tschechien sollten Deutschland, Österreich, Ungarn und womöglich auch die Slowakei beteiligt sein, erklärte am Dienstag der tschechische Regierungschef Andrej Babis. Er hatte zuvor eine Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs von Ungarn, Polen und der Slowakei abgehalten.

Babis verwies darauf, dass Österreich und Deutschland bereits angekündigt haben, zum 15. Juni die Grenzen zwischen ihren beiden Ländern wieder zu öffnen. "Wenn sie es tun, wäre es schön, wenn wir ab dem 15. Juni wieder offene Grenzen mit Deutschland, Österreich, Ungarn und hoffentlich auch der Slowakei haben." Alle fünf Länder hatten zuletzt die zu Beginn der Corona-Pandemie ergriffenen strikten Einschränkungen wieder gelockert.

Tschechiens Außenminister Tomas Petricek, der seinerseits mit seinen Kollegen aus Österreich und der Slowakei sprach, fügte hinzu: "Wir glauben, dass wir ab dem 15. Juni eine Art Mini-Schengen schaffen können." (AFP)

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+++ Bau-Tarifpartner in schwierige Tarifrunde gestartet +++

(19.05.2020, 20:06 Uhr)

Für die Bauarbeiter wäre es ein kräftiger Aufschlag: 6,8 Prozent mehr Geld und ein Wegegeld fordert die Gewerkschaft für sie in den Tarifverhandlungen. Doch die Arbeitgeber traten in der ersten Runde in Berlin auf die Bremse.

80 Prozent der Unternehmen empfänden in der Corona-Krise den Baustellenbetrieb als gestört, teilte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz, im Anschluss mit. Aufträge blieben aus, Umsatzeinbußen seien absehbar.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt widersprach. “Die Baubranche läuft nach wie vor auf Hochtouren”, betonte ihr Verhandlungsführer Carsten Burckhard. Es gebe keine Hinweise, dass es schlechter werde, wenn die Corona-Beschränkungen gelockert werden. (dpa)

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+++ Niederlande öffnen Schulen, Restaurants, Museen, Kinos +++

(19.05.2020, 19:34 Uhr)

Die Niederlande werden ab dem 1. Juni einen weiteren Schritt zurück in Richtung Normalität machen. Dann sollen alle Schulen und eingeschränkt auch Museen, Theater, Kinos, Restaurants und Cafés wieder geöffnet werden, wie Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag mitteilte. Gaststätten, Theater und Kinos dürften aber vorerst nur jeweils 30 Personen empfangen und überall müsse ein Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden. Im öffentlichen Nahverkehr müssen Reisende ab dem 1. Juni einen Mundschutz tragen.

Die deutlich positiven Entwicklungen bei den Infektionen rechtfertigten die Lockerungen, sagte Rutte. «Wir dürfen Vertrauen haben, aber wir müssen wachsam bleiben.» Eine nächste Stufe der Lockerungen ist für den 1. Juli geplant. Aus Sorge vor zu großem Andrang an Stränden und in Städten dürfen Gaststätten und Terrassen nicht bereits am Pfingstwochenende öffnen.

In den Niederlanden wurden bisher 44 141 Corona-Infektionen registriert. 5715 Menschen starben. (Stand 19. Mai) (dpa)

+++ Streit um Corona-Impfstoff: Sanofi-Spitzenmanager bei Macron +++

(19.05.2020, 19:30 Uhr)

Nach Irritationen über den künftigen Corona-Impfstoff und eine mögliche Bevorzugung der USA hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zwei Spitzenvertreter des Pharmakonzerns Sanofi empfangen. Bei dem rund 45-minütigen Treffen waren Generaldirektor Paul Hudson, Präsident Serge Weinberg und auch Frankreich-Chef Olivier Bogillot dabei, wie Kreise des Élyséepalastes am Dienstag in Paris bestätigten. In dem Gespräch sei es primär um den Entwicklungsstand eines Impfstoffes gegangen, hieß es.

Die Sanofi-Chefs teilten demnach die Forderung Macrons, dass das Impfmittel ein globales öffentliches Gut sein müsse. Auch in der Ansicht, dass Europa eine stärkere Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich brauche, stimme man überein. Macron hatte diese erst am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert. Die Sanofi-Gruppe fühle sich ihrer Präsenz in Frankreich verpflichtet, erklärten die Élyséekreise.

Topmanager Hudson hatte in der vergangenen Woche in Frankreich eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Anlass war ein Interview mit der US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg gewesen - dabei machte Hudson nach Agenturangaben deutlich, die USA hätten wegen früher Unterstützung der Forschung bei dem Impfstoff Vorrang.

Später relativierte Hudson seine Äußerungen und teilte mit, ein künftiger Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 solle allen angeboten werden. Macron pocht darauf, dass der Impfstoff ein öffentliches Gut und der «Logik der Märkte» entzogen werden müsse. Gemeinsam mit Merkel hatte er betont, dass Europa auch bei Impfstoffen mit einer Stimme sprechen und einen europäischen und globalen Zugang sicherstellen müsse.

In den USA ist der Impfstoff ein großes Thema: Nach Auffassung von Macrons US-Kollegen Donald Trump handelt es sich um die größte Anstrengung seit dem Zweiten Weltkrieg. «Es hat in der Geschichte noch nie so ein Impfstoffprojekt gegeben wie dieses», hatte der Herr des Weißen Hauses Ende vergangener Woche erklärt. «Seit dem Zweiten Weltkrieg hat niemand mehr so ​​etwas gesehen, wie wir es jetzt in unserem Land tun. Unglaublich.»

Laut einer Mitteilung von Sanofi und GlaxoSmithKline vom April wollen die beiden Konzerne gemeinsam an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 arbeiten. Sollten Tests erfolgreich verlaufen, könnte ein Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein. (dpa)

+++ Facebook startet in Corona-Krise Plattform für Online-Shops +++

(19.05. 2020, 19:10 Uhr)

Facebook will zur Plattform für den Online-Handel werden - und könnte mit seiner gewaltigen Reichweite die Branche aufmischen. Über eine neue Funktion sollen Händler unkompliziert Online-Shops erstellen können, die über Facebook und Instagram erreichbar sind. Dazu kommt «Live Shopping» - die Möglichkeit, Waren in einem Video-Livestream zu verkaufen. Deutschland wird unter den ersten Ländern sein, in denen die Facebook-Shops verfügbar sind, wie das Online-Netzwerk am Dienstag mitteilte.

Das Projekt solle vor allem kleineren Unternehmen helfen, in der Corona-Krise zu überleben, sagte Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist etwas, woran ich schon länger interessiert war, aber als Covid-19 kam, wurde es wirklich kritisch und dringend.» Viele kleinere Unternehmen - deren Werbeanzeigen wichtig für das Geschäft von Facebook sind - stünden vor dem Aus und suchten den Ausweg erstmals im Online-Geschäft. Deswegen sei die Entwicklung von Facebook Shops «drastisch beschleunigt» worden.

Facebook wird die Shopping-Plattform Daten über das Verhalten der Kunden bringen - ähnlich wie bei anderen Angeboten des Online-Netzwerks, wie Zuckerberg betonte. «Wir werden sehen, mit welchen Shops sie interagieren, an welchen Produkten sie interessiert sind, was sie kaufen und so weiter.» Derzeit sei aber keine Funktion vorgesehen, um diese Informationen mit Freunden zu teilen, und niemand sonst außer dem Nutzer, dem Shop und Facebook bekomme Zugriff darauf.

Die Einrichtung der Facebook-Shops werde für Händler kostenlos sein, sagte Zuckerberg. Gebühren würden lediglich etwa für Bezahlfunktionen fällig - «aber dabei geht es größtenteils darum, unsere Kosten zu decken». (dpa)

+++ Russland plant in Corona-Krise keine Militärübungen an Nato-Grenze +++

(19.05. 2020, 18:46 Uhr)

Russland plant während der Corona-Krise keine Militärmanöver an der Grenze zu Nato-Ländern. Das Militär werde zudem auch andere Übungen reduzieren, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Moskau der Agentur Tass zufolge. Russland habe dem Militärbündnis schon früher derartige Vorschläge gemacht, um das Vertrauen zu stärken. Diese seien jedoch unbeantwortet geblieben.

Bei den großangelegten Militärübungen setzt die Atommacht regelmäßig seine neuen Hyperschallraketen ein, etwa im Schwarzen Meer oder an der Ostsee. Auch mit China und Ländern wie Serbien hält Moskau immer wieder solche gemeinsamen Übungen ab. Zahlreiche westliche Länder und auch die Nato hatten Russland dabei mangelnde Transparenz vorgeworfen.

Die Corona-Krise hat auch Russlands Militär schwer getroffen. Insgesamt haben sich nach offiziellen Zahlen knapp 300 000 Menschen in dem Land mit dem Virus infiziert. Nach Angaben des Verteidigungsministerium haben sich rund 1630 Armeeangehörige mit Sars-CoV-2 angesteckt.

Die Beziehungen zwischen Russland und der Nato sind besonders durch die Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim auf einem Tiefpunkt. «Das Hauptproblem ist natürlich, dass direkte Kontakte zwischen den Militärs fehlen», sagte Lawrow. Treffen auf höherer Ebene seien völlig eingefroren. (dpa)

+++ Corona-Krise: New York erlaubt kleine Gedenkfeiern zum Memorial Day +++

(19.05. 2020, 18:44 Uhr)

Im besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York sollen am Memorial Day kommende Woche Gedenkveranstaltungen mit maximal zehn Menschen oder Autokorsos erlaubt werden. «Es ist wichtig, die Kriegsveteranen zu ehren, und ich denke, dass wir das tun können und dass wir das sicher tun können», sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Die Entscheidung solle letztendlich aber bei regionalen und lokalen Behörden im Bundesstaat liegen.

Am Memorial Day, der immer am letzten Montag im Mai stattfindet, wird in den USA traditionell der Kriegsveteranen und Gefallenen gedacht - normalerweise unter anderem mit großen Paraden.

Im Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern sank die Zahl der Toten mit 105 am Montag unterdessen weiter, wie Cuomo sagte. Die Zahl der neu in Krankenhäusern aufgenommenen Patienten sank auf 335. (dpa)

+++ Sechs Corona-Fälle an Schule in Münster +++

(19.05. 2020, 18:29 Uhr)

An einer Schule im nordrhein-westfälischen Münster sind vier Schüler und zwei Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Stadt am Dienstag mit. Alle Schüler und Lehrer der betroffenen Hauptschule - knapp 300 Menschen - würden nun getestet, sagte ein Stadtsprecher. Die Tests sollten am Mittwochmorgen beginnen, sie würden voraussichtlich bis zum Beginn der kommenden Woche dauern, sagte der Sprecher. Unterricht werde unter diesen Umständen kaum möglich sein.

Wie es zu der Infektion kam, sei noch offen. «Egal wie - offenbar haben sich Personen nicht an die Schutzregeln gehalten.» Nach einem Bericht des Radiosenders «AntenneMünster» gehört einer der infizierten Schüler zu einer Familie, in der sich mehrere Mitglieder infiziert haben. Die Hauptschüler teilen sich in dem Schulzentrum den Schulhof mit einem Gymnasium und einer Realschule. Ob es auch für diese Schüler Konsequenzen gibt, war zunächst unklar. (dpa)

+++ Familienministerin sieht Möglichkeit für schnellere Kita-Öffnung +++

(19.05. 2020, 18:02 Uhr)

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) kann sich unter Umständen eine schnellere Komplettöffnung von Kitas und Schulen vorstellen. «Wenn sich wirklich bewahrheiten sollte, dass Kinder eine geringere Infektions- und Ansteckungsrate haben, können wir anders über die Rückkehr zum vollständigen Regelbetrieb diskutieren», sagte sie der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Noch gebe es dazu aber «keine gesicherten Erkenntnisse», fügte sie hinzu.

Mehrere Medizinerverbände, darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, hatten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme trotz Corona-Pandemie für eine umgehende Komplettöffnung von Kindergärten und Schulen ausgesprochen. Das Übertragungsrisiko durch Kinder scheine gering, heißt es in dem Papier.

Über die Wiederöffnung von Schulen und Kitas entscheiden die Bundesländer selbst. In Sachsen sind Grundschulen und Kindergärten für alle seit Wochenbeginn wieder geöffnet. (dpa)

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) (Bild: Getty Images)
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) (Bild: Getty Images)

+++ Dobrindt: Werden Corona-Aufbauplan Merkels konstruktiv begleiten +++

(19.05. 2020, 17:55 Uhr)

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat den 500 Milliarden Euro schweren deutsch-französischen Wiederaufbauplan zur Erholung der EU nach der Corona-Krise zurückhaltend bewertet. Der Vorschlag von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron «kann ein Weg sein, um die europäische Solidarität und den Zusammenhalt zur Bewältigung der Corona-Krise zu stärken», teilte Dobrindt am Dienstag in Berlin mit. «Wir werden uns die Details genau anschauen, wollen den Weg aber konstruktiv begleiten.» Der Plan braucht nicht nur Einstimmigkeit innerhalb der EU, auch der Bundestag muss zustimmen.

Der Schwerpunkt der Hilfen solle auf den Themen Investitionen und Innovationen liegen, betonte Dobrindt. «Es kann keinesfalls darum gehen, nationale Haushalte durch Corona-Hilfsmaßnahmen zu sanieren.» Ziel der CSU sei eine solidarische Lösung in Europa. «Entscheidend dabei ist, dass sich die Lösung innerhalb der bestehenden europäischen Verträge abbilden lässt, die nationalen Parlamente die Entscheidungen tragen und keine neuen Kompetenzen für Brüssel wie beispielsweise ein europäisches Steuerrecht begründet werden.» Nach erster Betrachtung bewege sich der Vorstoß innerhalb der EU-Verträge.

Merkel und Macron hatten am Montag ein gemeinsames Konzept für den Wiederaufbauplan vorgelegt. Die 500 Milliarden Euro sollen demnach von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Denn wenn die Länder gemeinsam geradestehen, können sie zu günstigeren Konditionen Geld leihen, als das vielen Regierungen im Alleingang möglich wäre. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. Dafür müssen sich aber alle 27 EU-Länder einig werden. Deutschland dürfte eine der Hauptlasten tragen. (dpa)

+++ Air France erhöht bis Ende Juni schrittweise Zahl der Flüge +++

(19.05. 2020, 17:43 Uhr)

Die französische Fluggesellschaft Air France will bis Ende Juni schrittweise wieder mehr Flüge anbieten. Dies gelte vorbehaltlich der Aufhebung der Reisebeschränkungen, teilte die Airline mit. Dabei sollen die Zahl der Frequenzen und Ziele, insbesondere nach Frankreich, in die französischen Überseegebiete und innerhalb Europas schrittweise erhöht werden. Von Paris aus sollen demnach auch Ziele in Deutschland angeflogen werden - das sind Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und München. London, Wien, Madrid oder Mailand sind ebenfalls im Flugplan, der täglich aktualisiert werden soll.

Der Plan entspreche nur 15 Prozent der zu dieser Jahreszeit normalerweise eingesetzten Kapazitäten. Einzelheiten zum Flugplan für die Monate Juli und August sollen Anfang Juni veröffentlicht werden. Air France rät Passagieren, sich vor der Reise an die zuständigen Behörden zu wenden, um Informationen über Einreisebestimmungen zu erhalten. Aktuell bediene Air France 43 Destinationen - seit Ende März würden nur zwischen drei und fünf Prozent des regulären Flugplans angeboten. (dpa)

+++ Nach Angriff auf Weg zu Stuttgarter Demo Opfer in Lebensgefahr +++

(19.05.2020, 17:27 Uhr)

Nach einem Angriff auf Teilnehmer der Stuttgarter Corona-Demonstration vom Wochenende schwebt eines der drei Opfer in Lebensgefahr. Der 54-jährige Mann werde behandelt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Auch seine 38 und 45 Jahre alten Begleiter seien bei der Attacke verletzt worden. Es werde wegen versuchter Tötung ermittelt und ein politischer Hintergrund weiter nicht ausgeschlossen. Zuvor hatte die Polizei die unbekannten Täter bereits im linksextremen Spektrum vermutet.

Die drei Männer waren am Samstag auf dem Weg zur Kundgebung auf dem Cannstatter Wasen angegriffen und niedergeschlagen worden. «Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass die Täter die Männer gezielt angriffen haben», teilte die Polizei mit. In der Nähe des Tatorts
wurden nach ihren Angaben zwei Schlagringe und weitere Gegenstände gefunden, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten, darunter eine Gaspistole.

Mehrere Tausend Menschen hatten an der Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen teilgenommen. Am Rande der Kundgebung wurden Teilnehmer laut Polizei von einer Gruppe von 40 bis 50 ebenfalls mutmaßlich linken Gegendemonstranten mit Gegenständen beworfen.

Auch am kommenden Wochenende werden in Stuttgart erneut Tausende Demonstranten erwartet. Die Teilnehmerzahl wird wegen der Infektionsgefahr auf 5.000 begrenzt, wie die Stadt mitteilte. Zuerst hatten die Zeitungen «Heilbronner Stimme» und «Mannheimer Morgen» (Mittwoch) darüber berichtet. Auch linke Demonstranten wollen am Samstag wieder zu einer Gegenkundgebung einladen. (dpa)

+++ Köln hält trotz Corona an Karneval 2021 fest +++

(19.05.2020, 17:12 Uhr)

Köln will trotz der Corona-Epidemie 2021 Karneval feiern. Eine Komplettabsage sei «keine Option», erklärte das Festkomitee Kölner Karneval am Dienstag nach einer Treffen von rund 100 Präsidentinnen und Präsidenten. Klar sei, dass es 2021 ein Dreigestirn, ein Kinderdreigestirn, eine Proklamation und auch einen Umzug geben werde. Kölns oberster Karnevalist, Christoph Kuckelkorn, erklärte, das Fest sei in der Stadt ein «starkes verbindendes Element». «Diese soziale Kraft brauchen wir gerade schweren Zeiten wie jetzt.»

Zugleich ist die Planung sehr kompliziert, weil unklar ist, welche Einschränkungen gelten werden. Das Festkomitee bereitet daher nach eigenen Angaben zwei möglich Varianten vor – eine für den besten, einen für den schlechtesten Corona-Fall. Es sei Kreativität gefragt. Kuckelkorn nannte etwa eine Proklamation des Dreigestirns «im kleinen Rahmen» mit Livestream-Übertragung.

Die Kölner Karnevalisten fahren damit einen anderen Kurs als etwa ihre Kollegen im nahen Euskirchen. Diese hatten am Montag mitgeteilt, man werde die bevorstehende Session um ein Jahr «verschieben». (dpa)

+++ US-Notenbankchef: Corona-Krise schlimmste Rezession seit Jahrzehnten +++

(19.05.2020, 17:05 Uhr)

Die Coronavirus-Pandemie hat die US-Wirtschaft nach Angaben von Notenbankchef Jerome Powell in die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt. Es gebe in der jüngeren Geschichte kein Vorbild für «das Ausmaß und die Geschwindigkeit» des gegenwärtigen Abschwungs, sagte Powell am Dienstag im US-Senat. Die Pandemie habe in den USA innerhalb von nur zwei Monaten die positiven Arbeitsmarkt-Entwicklungen eines Jahrzehnts zunichte gemacht, sagte Powell. Der Abschwung sei «erheblich schlimmer, als jegliche Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg», sagte Powell.

Die Notenbank Federal Reserve (Fed) werde ihre Notmaßnahmen weiterführen und den Leitzins bei nahe Null belassen, bis sich Wirtschaft und Finanzmärkte wieder stabilisierten, erklärte Powell vor einem Ausschuss des Senats. Er ermahnte das Parlament auch, weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur zu erwägen. «Wir müssen vielleicht noch mehr tun, und der Kongress auch», sagte er.

Der Kongress hat bislang mit Unterstützung beider Parteien Konjunkturpakete in Höhe von rund 2,7 Billionen US-Dollar beschlossen, was etwa zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung entspricht. Das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus will nun ein weiteres Paket in Höhe von rund 3 Billionen Dollar durchsetzen, der von Republikanern kontrollierte Senat will das Paket jedoch blockieren.

Finanzminister Steven Mnuchin sagte dem Senatsausschuss, die US-Wirtschaft werde sich im zweiten Halbjahr wieder erholen. «Ich bin zuversichtlich, dass unser Land stärker als je zuvor aus dieser Pandemie hervorgehen wird», sagte Mnuchin. Powell wiederum hatte am Wochenende in einem Interview gewarnt, eine vollständige Erholung der Wirtschaft könne sich bis Ende kommenden Jahres hinziehen. (dpa)

+++ Mehrere Bundesländer ohne neue gemeldete Corona-Infektionen +++

(19.05.2020, 16:51 Uhr)

In mehreren Bundesländern sind in den vergangenen Tagen keine neuen Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden bekannt geworden. So registrierte die Gesundheitsbehörde in Hamburg erstmals seit dem 8. März an einem Tag keine Neuinfektion, wie sie am Dienstag mitteilte. Mecklenburg-Vorpommern hatte am Montag keine Neuinfektion gemeldet. Sachsen-Anhalt meldete am Samstag keinen neuen Corona-Fall. Zwar war dort wegen des Wochenendes unklar, ob alle Landkreise Daten übermittelt hatten. In dem Bundesland kam aber seitdem täglich nur eine Neuinfektion hinzu. In Schleswig-Holstein wurde am Montag nur ein neuer Corona-Fall bekannt.

Damit setzt sich ein bundesweiter Positivtrend fort. In allen Ländern nehmen die Fallzahlen seit Wochen ab. Die sinkenden Neuinfektionen fallen zusammen mit zahlreichen Lockerungen in den Bundesländern.

Bundesweit wurden bis Dienstagnachmittag über 175 500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert (Vortag Stand 16 Uhr: mehr als 175 000 Infektionen). Mindestens 8036 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16 Uhr: 7960). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. (dpa)

+++ Bulgarien: Grenzöffnung mit Griechenland und Serbien ab 1. Juni +++

(19.05.2020, 16:36 Uhr)

Bulgarien, Griechenland und Serbien planen ab 1. Juni die Öffnung der gemeinsamen Grenzen für den Straßenverkehr. Für Reisende soll es dann keine verpflichtende Quarantäne wegen des neuen Coronavirus geben. Eine ähnliche Absprache mit Rumänien verzögere sich angesichts einer Regierungskrise, sagte der bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow am Dienstag nach einer Videokonferenz mit den Regierungschefs von Griechenland und Rumänien, Kyriakos Mitsotakis und Ludovic Orban, und dem Präsidenten Serbiens, Aleksandar Vucic. Borissow bezeichnete die vereinbarte Grenzöffnung als ein «bemessenes Risiko».

«Das Ziel sei es, Bedingungen für Reisen und Wiederherstellung des Tourismus für die Bürger der vier Staaten ohne einer 14-tägigen Quarantäne zu schaffen», sagte Borissow. Dabei sollten alle Hygiene- und Sicherheitsauflagen zur Eindämmung des Coronavirus eingehalten werden.

Ab 1. Juni wird der Straßenverkehr zwischen Bulgarien und Serbien möglich sein, allerdings müssen Reisende eine Erklärung abgeben. Borissow beschrieb sie als «maximal simpel», wobei der Reisende unter anderem eintragen müsse, ob er Symptome der vom Coronavirus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 habe. Außerdem werde er deklarieren müssen, dass er die «epidemiologische Lage» in dem jeweiligen Land kenne.

Bulgarien ist relativ gering von der Coronavirus-Pandemie betroffen: Bei einer Bevölkerung von knapp 7 Millionen Menschen wurden in dem Balkanland bislang 2259 Coronavirus-Fälle registriert. Erstmals sind von Montag bis Dienstag nach Angaben des Corona-Krisenstabs in Sofia die Neuerkrankungen mit 24 Fällen weniger als die genesenen Patienten (34) gewesen. Insgesamt gelten 646 Menschen als wieder genesen. Mindestens 112 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. (dpa)

+++ Kretschmann kritisiert Kretschmer wegen Auftritt bei Corona-Demo +++

(19.05.2020, 16:35 Uhr)

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat nicht vor, wie sein sächsischer Amtskollege Michael Kretschmer (CDU) auf Tuchfühlung mit Gegnern der Corona-Maßnahmen zu gehen. Er werde nicht ohne Schutzmaske zu einer solchen Demonstration gehen, sagte er am Dienstag in Stuttgart. «Ich halte das für hochproblematisch in diesen Zeiten.» Das seien zudem «Leute, die alles, was wir machen, für mehr oder weniger falsch halten».

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hatte sich am Samstag mehr als eine Stunde lang Gegnern der Corona-Maßnahmen in Dresden gestellt. Ihm war später vorgeworfen worden, keinen Mundschutz getragen und den Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten zu haben.

Es stimme, dass das direkte Gespräch etwas fehle, sagte Kretschmann. Und er habe kein Problem, mit den Leuten zu debattieren. Aber er werde sich nicht «demonstrativ auf eine solche Demonstration begeben» - das sei nicht sinnvoll. Gegen die Gegner der Corona-Maßnahmen helfe nur Aufklärung. (dpa)

+++ Immer mehr Corona-Fälle in Tadschikistan +++

(19.05.2020, 16:09 Uhr)

Im zentralasiatischen Tadschikistan infizieren sich immer mehr Menschen mit dem neuartigen Coronavirus. Die autoritäre Führung der Ex-Sowjetrepublik behauptete lange, das Land sei Corona-frei. Mittlerweile gebe es täglich 200 neue Fälle, berichteten lokale Medien am Dienstag. Die Zahl der nachweislich Infizierten ist demnach auf inzwischen 1730 gestiegen. Viele Ärzte seien schon erkrankt. 41 Menschen starben nach offiziellen Angaben mit dem Virus. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Trotzdem verzichtet das unter Armut leidende Land auf strenge Schutzmaßnahmen. Zwar wurden Schüler und Studenten bis Ende August in die Ferien geschickt. Bekleidungsläden und Kosmetikstudios wurden geschlossen. Dennoch sind die öffentlichen Verkehrsmittel mit Fahrgästen überfüllt. Viele Menschen verlassen ihre Häuser, weil es keine Ausgangssperren oder Kontaktverbote gibt.

Anders ist die Situation im Nachbarland Usbekistan, wo es Quarantäne-Maßnahmen gibt. Dort infizierten sich bis Dienstag laut offiziellen Angaben mehr als 2800 Menschen. Mindestens 14 Patienten starben Medienberichten zufolge. Um die Folgen der Krise für die Wirtschaft abzufedern, gewährt der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land Kredit-Nothilfen in Höhe von umgerechnet 342 Millionen Euro. Die Epidemie habe erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft des zentralasiatischen Landes, so der IWF. (dpa)

+++ Bundesagentur warnt vor Betrug bei Kurzarbeit +++

(19.05.2020, 16:07 Uhr)

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg stellt vermehrt Betrugsversuche in Zusammenarbeit mit Anträgen auf Kurzarbeit während der Corona-Pandemie fest. Ein typischer Fall sei, dass Kleinunternehmer noch kurz vor der Antragstellung Familienangehörige, teils zu überhöhten Gehältern anstellten, sagte BA-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach der «Zeit». In anderen Fällen arbeiteten Kurzarbeiter mehr Stunden als offiziell gemeldet.

Die Bundesagentur bearbeite die Anträge zunächst sehr rasch. Allerdings werde es bei der Endabrechnung eine genauere Prüfung geben. «Wenn in einem Betrieb die Kurzarbeit endet, machen wir die Schlussabrechnung. Da schauen wir dann sehr genau hin. Wir lassen uns die Stundenzettel einzelner Mitarbeiter vorlegen, prüfen Urlaubslisten und Lohnabrechnungen. Das machen wir stichprobenartig und bei Verdachtsfällen», sagte Terzenbach der Zeitung.

Die Bundesagentur sei nicht naiv und habe einen langen Atem. In der Finanzkrise 2009, als die bisher meisten Kurzarbeiter in Deutschland registriert worden waren, seien 1,4 Prozent der Fälle wegen Betrugsverdachts an die Ermittlungsbehörden weitergereicht worden. Damals wurden in der Spitze 1,44 Millionen Kurzarbeiter gezählt. In der Corona-Pandemie rechnet die Bundesagentur mit bis zu 8 Millionen Kurzarbeitern, Anmeldungen liegen sogar für weit mehr als zehn Millionen vor. (dpa)

+++ Drei Deutsche bei Einreiseversuch nach Mallorca zurückgewiesen +++

(19.05.2020, 15:45 Uhr)

Drei Deutsche sind bei der versuchten Einreise auf dem Flughafen der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca gestoppt und in ihre Heimat zurückgeschickt worden. Die beiden Männer und eine Frau seien mit einem Flug aus Köln eingetroffen und hätten keinen ausreichenden Grund für ihre Reise angeben können, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press am Dienstag unter Berufung auf die Regierung der Inseln. Touristen unterliegen zurzeit wegen der Corona-Krise einem generellen Einreiseverbot nach Spanien.

Wer derzeit in das beliebte Urlaubsland einreisen will, trifft auf strenge Kontrollen durch die Polizei. Wer keinen ersten Wohnsitz in Spanien vorweisen kann oder aus als wichtig erachteten beruflichen Gründen einreist, hat gute Chancen, so wie die drei Deutschen am Montag direkt zurück in die Heimat geschickt zu werden.

Die Einreisebeschränkungen sind Teil der Notmaßnahmen der Regierung gegen die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie. Seit vergangenem Freitag müssen sich Ausländer nach der Einreise zudem in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne begeben.

Hoffnungen auf eine baldige Grenzöffnung für Touristen hat die Regierung gerade erst einen Dämpfer verpasst. «Ich hoffe, dass wir die touristischen Aktivitäten Ende Juni wieder aufnehmen können», sagte am Montag Verkehrsminister José Luis Ábalos. «Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen», betonte er. Die Hoffnungen waren aufgekommen, nachdem das von der Corona-Krise ebenfalls heftig getroffene Italien die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte. (dpa)

+++ Berliner Fernsehturm öffnet am Freitag wieder +++

(19.05.2020, 15:41 Uhr)

Der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz öffnet nach knapp zweimonatiger Corona-Zwangspause am Freitag wieder. Ab 11.00 Uhr sollen die Aussichtsplattform und das Restaurant «Sphere» wieder für Besucher zugänglich sein, teilten die Betreiber mit. Jeweils 50 Menschen dürfen gleichzeitig auf die Plattform oder ins Restaurant, ein Wechsel vom Restaurant auf die Aussichtsetage oder umgekehrt ist dabei nicht möglich, wie ein Sprecher erklärte. Auf der Aussichtsplattform gelte außerdem eine Maskenpflicht.

Damit sich keine Schlangen bilden, müssen Besucher vorab online Tickets reservieren, dabei werden Zeiten vergeben. Der Aufenthalt auf der Aussichtsetage ist den Angaben nach auf 45 Minuten beschränkt, im Restaurant auf zwei Stunden. (dpa)

+++ WEF sieht in Corona-Krise Chance für wirtschaftliche Veränderungen +++

(19.05.2020, 15:39 Uhr)

Während weltweit Regierungen daran arbeiten, ihre Volkswirtschaften zu sanieren, mahnen Experten, die richtigen Ziele für den Wiederaufbau zu setzen. «Wir haben jetzt die Möglichkeit, eine auf Mensch und Planet zentriertere Wirtschaft wiederaufzubauen», sagte die leitende Direktorin des Weltwirtschaftsforum (WEF), Saadia Zahidi, während einer Diskussionsrunde in Internet.

Jetzt bestehe die unerwartete Chance, Wirtschaft, Transport und Mobilität grüner zu gestalten und darin zu investieren. Das würde den Wiederaufbau und den gesellschaftlichen Wandel unterstützen, erklärte Zahidi weiter. Es sei bekannt, dass Themen wie das Erdklima viel mehr öffentliche Aufmerksamkeit erhalten haben. Deshalb sei nun der richtige Zeitpunkt, sich auf diese Themen zu fokussieren, um global die Volkswirtschaften belastbarer zu machen.

Das Weltwirtschaftsforum stellte am Dienstag einen Bericht zu Risiken im Zuge der Corona-Krise vor. Darin beleuchten die Autoren unter anderem die vier Bereiche wirtschaftlichen Wandel, Rücksetzer in Sachen Nachhaltigkeit, Sorgen in der Gesellschaft und die Abhängigkeit von Technologie. (dpa)

+++ Gewerkschaft fordert Verbot von Werkverträgen in Fleischfirmen +++

(19.05.2020, 15:26 Uhr)

In der Debatte um die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ein Verbot von Werkverträgen. Den Fleischkonzernen müsse es unmöglich gemacht werden, Kernaufgaben wie das Schlachten und Zerlegen von Tieren an billige und teilweise dubiose Fremdfirmen auszulagern, teilte die NGG am Dienstag mit.

«Die Wurzel allen Übels sind skandalöse und Tier- als auch Menschenwohl verachtende Arbeits- und Lebensbedingungen, basierend auf Werkverträgen», sagte der stellvertretende NGG-Vorsitzende, Freddy Adjan.

Neben dem Verbot von Werkverträgen forderte die Gewerkschaft einen brancheneinheitlichen Mindestlohntarifvertrag für die Beschäftigten. Außerdem sollten bundesweit dieselben Regeln für die Unterkünfte und Wohnung der Beschäftigten mit Werkverträgen gelten.

Anfang Mai hatte im münsterländischen Kreis Coesfeld das Werk der Firma Westfleisch vorübergehend geschlossen. Zuvor waren in der Corona-Krise zahlreiche Werksarbeiter positiv auf die Krankheit Covid-19 getestet worden. Auch Betriebe in Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen waren betroffen. Begünstigt werden die Infektionen durch die Enge in Sammelunterkünften ausländischer Arbeiter und die fehlende Einhaltung von Hygieneregeln in der Corona-Krise. (dpa)

+++ Bahn testet wegen Coronavirus Technik zu Entkeimung von Rolltreppen +++

(19.05.2020, 14:54 Uhr)

Um Fahrgäste vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, wird an zwei Rolltreppen am Frankfurter Hauptbahnhof eine spezielle Reinigung mit UV-Licht getestet. Die Anlage sorge dafür, dass die Handläufe der Treppen keimfrei seien, sagte Bahnhofsmanager Hartmut Schwarz am Dienstag. Sie sei voraussichtlich ab diesem Mittwoch in Betrieb und reinige die Handläufe der Treppen, die von der S-Bahn hinauf in die Bahnhofshalle führen. Sie werde zunächst für vier Wochen getestet, bevor sie an anderer Stelle in Frankfurt oder an anderen Bahnhöfen eingesetzt werden könne.

Die Zahl der täglichen Besucher und Fahrgäste, die den Frankfurter Hauptbahnhof passieren, beträgt wegen der Pandemie derzeit mit rund 100 000 nur rund ein Fünftel. Sie steige nach und nach wieder an, sagte Schwarz. Bis zum Pfingstwochenende rechne er mit einer weiteren Zunahme.

Zur Vorbereitung auf den erwarteten Zuwachs hat die Bahn unter anderem Abstandsmarkierungen auf den Boden vor den Schaltern und Imbissbuden geklebt sowie Hinweistafeln und Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt. Jeder zweite Sitzplatz im Wartebereich wurde abgeklebt. Türgriffe, Knöpfe und Touchscreens würden zudem häufiger gereinigt und desinfiziert, sagte Schwarz. Hinzu komme das Angebot an die Reisenden, sich im öffentlichen WC kostenlos die Hände waschen zu können. (dpa)

+++ Technik-Messe IFA soll als Fachveranstaltung stattfinden +++

(19.05.2020, 14:53 Uhr)

Die Technik-Schau IFA soll im Gegensatz zu vielen, in diesem Jahr ausfallenden Messen als Fachveranstaltung in kleinerem Rahmen stattfinden. An der «IFA 2020 Special Edition» im September in Berlin sollen nur Fachbesucher und Journalisten auf Einladung teilnehmen können, wie die Veranstalter am Dienstag ankündigten. Die Dauer wurde auf drei Tage verkürzt - vom 3. bis 5. September.

Die IFA wäre damit die erste große Messe in der Tech-Industrie seit der CES in Las Vegas im Januar. Große Branchenveranstaltungen wie der Mobile World Congress in Barcelona oder die Entwicklerkonferenzen von Facebook und Google fielen wegen der Corona-Krise aus.

«Nach all den Veranstaltungsausfällen der vergangenen Monate braucht unsere Branche dringend diese Plattform, um ihre Innovationen zu präsentieren», sagte Messechef Jens Heithecker am Dienstag. Digitale Veranstaltungen seien zwar nützlich, aber ihnen fehle «die menschlich emotionale Verbindung». Zugleich schränkte Heithecker ein, dass es keine IFA geben werde, wenn die vorsorglich eingerichtete Notklinik für Corona-Kranke in Halle 26 zu diesem Zeitpunkt gefüllt sein sollte.

Die Idee sei, die IFA in vier parallel veranstaltete Events mit jeweils maximal 1000 Teilnehmern aufzuteilen, sagte Heithecker. Dazu sollen die «Globale Pressekonferenz» mit Neuheiten-Vorstellungen, eine Mobilitäts-Veranstaltung sowie Kontaktmöglichkeiten für Händler und Unternehmen gehören.

Zusammen mit der IFA soll auch das ursprünglich für Juli geplante Diskussionsprogramm «gfu Insights & Trends» am September über die Bühne gehen. Dabei sollen technologische Antworten auf die Corona-Krise im Mittelpunkt stehen - in verschiedenen Bereichen wie Bildung, Telemedizin, Fachhandel und Hausgeräte. (dpa)

+++ SPD-Experte widerspricht Kinderärzten bei Öffnung von Schule und Kita +++

(19.05.2020, 14:50 Uhr)

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht den Vorschlag mehrerer medizinischer Fachverbände skeptisch, Schulen und Kitas umgehend und vollständig zu öffnen. Die Kinderärzte meinten es sehr gut, schrieb Lauterbach am Dienstag bei Twitter. Leider sei es aber falsch, dass Kinder eine geringe Bedeutung für die Pandemie hätten. Sie steckten sich und andere pro Kontakt weniger oft an. Da sie aber so viele Kontakte hätten, sei der Gesamtanteil wahrscheinlich hoch.

In einer gemeinsamen Stellungnahme unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschen, wird dazu aufgerufen, Kindergärten und Schulen trotz der Corona-Pandemie vollständig zu öffnen. «Insbesondere bei Kindern unter 10 Jahren sprechen die aktuellen Daten sowohl für eine geringere Infektions- als auch für eine deutlich geringere Ansteckungsrate.» Im Gegensatz dazu seien die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Schließung gravierend, heißt es in dem Papier, das noch am Dienstag veröffentlicht werden sollte und über das die «Neue Osnabrücker Zeitung» (Dienstag) zuerst berichtete.

Im ganzen Land waren Schulen und Kitas wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen, ehe der Unterricht und die Betreuung unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregeln schrittweise wieder anlief. Wann ein Regelbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist an den meisten Einrichtungen noch unklar. (dpa)

+++ Bundesweite Corona-Studie: Tests beginnen später als geplant +++

(19.05.2020, 14:38 Uhr)

Die Tests für eine vom Robert Koch-Institut (RKI) angekündigte bundesweit repräsentative Antikörper-Studie zur Verbreitung des Coronavirus starten Monate später als ursprünglich mitgeteilt. Mit den Tests von rund 30 000 Personen aus rund 14 000 Haushalten solle im September begonnen werden, sagte der Leiter der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring am RKI, Thomas Lampert, am Dienstag in Kupferzell. Mit Ergebnissen sei im Oktober oder November zu rechnen. Im April hatte das RKI mitgeteilt, dass die Studie im Mai starten solle.

Ursprünglich war auch von rund 15 000 Teilnehmern die Rede gewesen. «Das erscheint uns aber mittlerweile als zu wenig», sagte Lampert am Dienstag. Man habe sich zunächst auf Corona-«Hotspots» konzentriert. Bei Abstimmungen sei dann klar geworden, dass die bundesweite Studie größer dimensioniert sein müsse.

Hinzu kommt laut Lampert, dass die Fallzahlen stark zurückgehen. In einzelnen Regionen wie etwa in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt gebe es wenige Infizierte. Die Studie mache aber erst Sinn, wenn genügend Menschen infiziert gewesen seien. «Diese Studie hätte keine verlässlichen Ergebnisse geliefert, wenn wir sie im Mai gemacht hätten», sagte er. Den Erfolg, den man bei der Eindämmung habe, sei also mit ein Grund dafür, dass man später starte.

Für die Studie sollen Menschen aus allen Regionen Deutschlands befragt und getestet werden. Die Ergebnisse sollen bundesweit repräsentativ sein. Ebenfalls am Dienstag informierte das RKI über den Start einer kleineren Studie in vier besonders betroffenen Gemeinden mit 8000 Teilnehmern. Zunächst werden im baden-württembergischen Kupferzell 2000 Menschen getestet und befragt. (dpa)

+++ Kretschmann hält nichts von Scholz' Hilfspaket für Kommunen +++

(19.05.2020, 14:35 Uhr)

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zur Entlastung von Kommunen in der Corona-Krise kritisiert. Es könne nicht sein, dass die finanziellen Folgen der Corona-Krise als Thema verknüpft würden mit dem alten Vorschlag einer Altschuldenregelung für finanziell klamme Kommunen. «Das ist ein Verfahren, das können wir auf keinen Fall akzeptieren», sagte er am Dienstag in Stuttgart.

Das Bundesfinanzministerium hatte einen milliardenschweren Schutzschirm für die in Nöte geratenen Kommunen angekündigt. Dazu sollen Bund und Länder je zur Hälfte einen Betrag von insgesamt fast 57 Milliarden Euro übernehmen, um Gewerbesteuerausfälle des Jahres 2020 auszugleichen und die weitere Handlungsfähigkeit Altschulden-belasteter Städte und Gemeinden zu ermöglichen. Auch diverse CDU-Politiker hatten Scholz' Konzept scharf kritisiert.

Gleichwohl räumte Kretschmann ein, dass die Kommunen finanzielle Hilfen bräuchten. Daran müsse sich auch der Bund beteiligen - aber ohne dafür die Verfassung zu ändern, betonte Kretschmann. (dpa)

+++ Kriminalität in Österreich durch Corona-Beschränkungen fast halbiert +++

(19.05.2020, 14:28 Uhr)

Die Kriminalität ist in Österreich im Zuge der Corona-Krise deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Innenministeriums ist die Zahl der angezeigten Straftaten zwischen dem 16. März und Anfang Mai um rund 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Allerdings habe es deutliche Verschiebungen von der Straßen-, Einbruchs- und Raubkriminalität hin zur Internetkriminalität gegeben, erklärte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstag in Wien. «Und sehr genau hinschauen mussten und müssen wir, wie sich das Thema häusliche Gewalt weiterentwickelt.»

Franz Lang vom österreichischen Bundeskriminalamt sagte, dass es während der strengen Ausgangsbeschränkungen Tage ohne jeden Wohnungseinbruch in der Alpenrepublik gegeben habe. «Das war zuvor seit der Aufzeichnung der Kriminalitätsstatistik überhaupt noch nicht der Fall», so Lang. Der Drogenhandel habe sich derweil eindeutig ins Internet verlagert, da der Verkauf auf der Straße durch die Ausgangsbeschränkungen stark erschwert wurde. Seitdem die Anti-Corona-Maßnahmen gelockert werden, sei bereits wieder ein Anstieg etwa bei Taschen- und Ladendiebstählen zu verzeichnen.

Österreich hatte Mitte März scharfe Ausgangsbeschränkungen eingeführt, die seit Ostern stetig gelockert wurden. Inzwischen dürfen sämtliche Geschäfte wieder öffnen, auch die Lokale und Restaurants dürfen wieder Gäste bewirten. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus lag zuletzt stets unter 100, aktuell an Covid-19 erkrankt sind rund 1000 Menschen. (dpa)

+++ Gericht: Corona-Soforthilfe darf nicht gepfändet werden +++

(19.05.2020, 14:26 Uhr)

Das Finanzamt darf nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Münster ein Konto mit Geldern aus der Corona-Soforthilfe nicht pfänden. In dem Streitfall hatte der Antragsteller, der einen Reparaturservice betreibt, Umsatzsteuerschulden für die Jahre 2017 bis 2019. Das Finanzamt hatte daher im November 2019 die Pfändung angeordnet, bekommt auf die Corona-Hilfe aber keinen Zugriff. Die Corona-Soforthilfe sei zur Milderung der finanziellen Notlage da, nicht um Gläubigeransprüche zu befriedigen, die vor März 2020 entstanden sind, stellte das Gericht klar (Az.: 1 V 1286/20 AO, Beschluss vom 13. Mai 2020).

Wegen der Corona-Krise hatte der Unternehmer Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmer und Solo-Selbständige in Höhe von 9000 Euro beantragt und auf sein Konto erhalten. Die Bank verweigerte aber wegen der Pfändungsanordnung die Auszahlung an den Mann. Das Gericht verpflichtete jetzt das Finanzamt per Dringlichkeitsverfahren, die Kontenpfändung bis zum 27. Juni 2020 einzustellen. (dpa)

+++ Uni-Mediziner: Covid-19 kann «grässliche Folgen» haben +++

(19.05.2020, 14:04 Uhr)

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und renommierte Hochschulmediziner haben davor gewarnt, die Gefährlichkeit der Covid-19-Erkrankung zu unterschätzen. Vertreter mehrerer Unikliniken zogen am Dienstag Zwischenbilanz - zwei Monate nach Gründung eines Netzwerks der deutschen Hochschulmedizin zum Austausch von Behandlungsverfahren und Patientendaten in der Corona-Pandemie. Ende März hatten die Universitätskliniken einen entsprechenden Austausch vereinbart.

Es handele sich bei Covid-19 nicht um eine klassische Lungenentzündung wie bei einer Grippe, sagte Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus in Dresden. Die Erkrankung stelle etwas Besonderes dar und sei «höchstkomplex». Das hätten viele Fälle mit schwerkranken Patienten in den vergangenen Wochen an den Kliniken gezeigt. Bei Patienten mit schweren Verläufen träten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, des Rückenmarks oder der Gefäße auf. Es komme sogar zu vorübergehenden Querschnittslähmungen oder auch zu Organversagen von Niere und Leber.

«Es ist so gut organisiert und so gut gemacht worden in den letzten Wochen, dass der Blick auf diese grässlichen Folgen und Auswirkungen nicht nur für Einzelne sondern für ganze Gesellschaftsschichten verloren gegangen ist», sagte Albrecht mit Blick auf die Kritik an den Anti-Corona-Maßnahmen.

Die Pandemie sei kein Hirngespinst, sondern eine reale ernsthafte Bedrohung, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). «Mit dieser Krankheit ist definitiv nicht zu spaßen, und je mehr wir über sie lernen, umso deutlicher wird das.» Sie rief dazu auf, die Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten. (dpa)

+++ Freibäder und Kinos im Nordosten dürfen Montag wieder öffnen +++

(19.05.2020, 14:02 Uhr)

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen vom kommenden Montag (25. Mai) an die Freibäder, Kinos und Reha-Kliniken wieder öffnen. Gaststätten dürfen statt bis 21.00 Uhr dann bis 23.00 Uhr Gäste bewirten. Damit soll der Betrieb in den Restaurants entzerrt werden. Dies hat das Kabinett am Dienstag in Schwerin beschlossen, wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) im Anschluss sagte.

Außerdem dürfen Menschen aus vielen europäischen Ländern wieder nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen, ohne 14 Tage in Quarantäne gehen zu müssen. In mehreren anderen Bundesländern gilt diese Regel bereits. In Hessen, Sachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein sind auch die Kinos bereits wieder geöffnet, in anderen Ländern soll das in nächster Zeit geschehen. (dpa)

+++ Bayern senkt Grenzwert für Corona-Hotspots auf 35 Neuinfektionen +++

(19.05.2020, 13:41 Uhr)

Bayern verschärft seinen Grenzwert im Frühwarnsystem für die Corona-Neuinfektionen. Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 1000 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in München mitteilte. Das Frühwarnsystem sei ein «probates Mittel», um lokale Ausbruchsgeschehen schnell zu erkennen. Bund und Länder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hält dies für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet.

Herrmann sagte in München: «Das Virus ist nicht besiegt, also wird es diese lokalen Ausbrüche immer wieder geben.» Die frühzeitige Erkennung von Hotspots sei in der aktuellen Phase der Pandemie sehr wichtig.

Je nach Ausbruchsgeschehen werde dann in unterschiedlichen Stufen ein Plan entwickelt, wie die Ansteckungen wieder minimiert werden könnten. Dazu gehöre das Aufspüren von Kontaktpersonen, gegebenenfalls die Quarantäne von bestimmten Einrichtungen oder die Verlegung von Menschen aus geschlossenen Einrichtungen bis hin zur Schließung von Geschäften oder im schlimmsten Fall auch allgemeinen Kontakt- oder Ausgangsbeschränkungen. (dpa)

+++ Robert-Koch-Institut startet Corona-Studie mit 8000 Teilnehmern +++

(19.05.2020, 13:25 Uhr)

In einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg startet eine größere Untersuchung des Robert Koch-Instituts zum Coronavirus. In Kupferzell (Hohenlohekreis) sollen ab Mittwoch 2000 Menschen befragt und auch getestet werden. Insgesamt sollen in den kommenden Monaten 8000 Menschen in vier besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Orten an der Studie «Corona Monitoring lokal» teilnehmenm, wie RKI-Forscher am Dienstag sagten.

Sie wollen herausfinden, wie viele Menschen bereits mit dem Virus in Kontakt waren und Antikörper gebildet haben. Außerdem erhoffen sie sich Erkenntnisse über den Anteil der Infektionen ohne Symptome, welche Menschen häufiger betroffen sind und wie oft eine Erkrankung so schwer verläuft, dass Betroffene ins Krankenhaus müssen. Ziel ist laut RKI auch, Faktoren zu ermitteln, die eine Ausbreitung vorantreiben oder hemmen.

Eine ähnliche Studie - allerdings nicht vom RKI - hatte es im stark vom Coronavirus betroffenen Gangelt im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie seien wichtig, bezögen sich aber nur auf die Gemeinde Gangelt, sagte Thomas Lampert, Leiter der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring am RKI. Claudia Santos-Hövener vom RKI sagte: «Wir können nicht ausschließen, dass in Gangelt etwas vorlag, das nicht übertragbar ist. Und je mehr Gemeinden wir einschließen, desto besser können wir das beurteilen.»

In Kupferzell wird bis zum 6. Juni getestet, die Ergebnisse sollen im Juli präsentiert werden. Zwischenergebnisse wird es laut RKI nicht geben. Nach den Tests in Kupferzell zieht das RKI-Team weiter nach Bad Feilnbach in Bayern. Dort sowie später in zwei weiteren stark betroffenen Gemeinden – die noch nicht feststehen – werden jeweils weitere 2000 Menschen getestet und befragt. (dpa)

+++ Österreich und seine Nachbarn planen Grenzöffnung ab Mitte Juni +++

(19.05.2020, 13:17 Uhr)

Österreich, Tschechien und die Slowakei haben sich nach Angaben des österreichischen Außenministeriums auf eine gemeinsame Grenzöffnung ab Mitte Juni geeinigt. «Wir sind übereingekommen, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen wollen und dass wir Ungarn mit an Bord nehmen», sagte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) am Dienstag nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Tschechien und der Slowakei, Tomas Petricek und Ivan Korcok.

Die endgültige Entscheidung einschließlich des genauen Datums könne schon kommende Woche fallen, so Schallenberg zur österreichischen Nachrichtenagentur APA. Derzeit gebe es «intensive Arbeiten daran, mit den Tschechen, Slowaken und den ungarischen Nachbarn ab Mitte Juni wieder zur vollen Reisefreiheit, wie sie vor Corona bestanden hat, zurückzukehren.»

Österreich hat bisher nur mit Deutschland und der Schweiz eine vollständige Grenzöffnung ab Mitte Juni vereinbart. Gegenüber Tschechien, der Slowakei und Ungarn wurden am Wochenende zwar einseitig die Grenzkontrollen gelockert, die Einreisebeschränkungen blieben aber aufrecht. (dpa)

+++ Mehr als 100 000 Corona-Infektionen in Indien +++

(19.05.2020, 13:16 Uhr)

In Indien gibt es inzwischen mehr als 100 000 bestätigte Corona-Infektionen. Damit liegt das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land auf Platz 11 der globalen Coronazahlen-Liste der amerikanischen John-Hopkins-Universität. Trotz einer zunächst sehr strikten Ausgangssperre im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde hat sich die Kurve nicht abgeflacht. Inzwischen gibt es in Indien mehr Infektionen als in China, dem bevölkerungsreichsten Land. Die Ausgangssperre wurde mittlerweile gelockert und viele Geschäfte, Märkte sowie Fabriken sind wieder geöffnet, auch der öffentliche Verkehr fließt in mehreren Städten wieder.

Besonders von der Pandemie betroffen ist die Millionenmetropole Mumbai, das Finanzzentrum Indiens, Bollywood-Mekka und das Zuhause eines der größten Slums der Welt. Dort gehen nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden den Krankenhäusern auf den Intensivstationen Betten und Beatmungsgeräte aus. Von den mehr als 101 000 Infizierten sind nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums inzwischen mehr als 39 000 wieder genesen. Nach offiziellen Angaben sind mehr als 3160 Infizierte gestorben. (dpa)

+++ Merkel und Osteuropäer für schrittweisen Abbau der Grenzkontrollen +++

(19.05.2020, 13:05 Uhr)

Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs von Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei haben sich für einen schrittweisen Abbau der Corona-Grenzbeschränkungen ausgesprochen. Dies solle geschehen, sobald die Pandemie-Lage dies zulasse, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag nach einer Videokonferenz Merkels mit den Ministerpräsidenten der sogenannten Visegrád-Staaten mit. Konkrete Termine wurden nicht genannt.

Bei einem anschließenden bilateralen Gespräch mit dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš sei die Frage der Zusammenarbeit in der deutsch-tschechischen Grenzregion vertieft worden. Beide hätten das Ziel eines Abbaus der Beschränkungen für Menschen und Betriebe in der Grenzregion bekräftigt, soweit das Infektionsgeschehen dies zulasse. Themen seien auch zukunftsweisende Projekte zur Verknüpfung der Länder und Regionen gewesen, darunter der weitere Ausbau der Bahnverbindung Prag-Dresden-Berlin, teilte Seibert mit.

Die Kanzlerin habe außerdem wesentliche Punkte des deutsch-französischen Vorstoßes zur wirtschaftlichen Erholung Europas nach der Corona-Krise erläutert. Über die Reaktionen ihrer Gesprächspartner wurde zunächst nichts bekannt.

Merkel und die Regierungschefs der Visegrád-Staaten hätten einen weiteren engen Austausch zur Frage der Erholung der europäischen Wirtschaft und zum mehrjährigen Finanzrahmen vereinbart. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs sei der Austausch über die Prioritäten für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 gewesen. (dpa)

+++ Baden-Württemberg: Eilantrag gegen Beschränkungen für Schulen und Kirchen gescheitert +++

(19.05.2020, 12:54 Uhr)

Eine Mutter und ihr Sohn sind in Baden-Württemberg mit einem Eilantrag gegen die Corona-Beschränkungen für Schulen und Kirchen im Land gescheitert. Das teilte der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim am Dienstag mit. Die beiden Kläger müssten die Maßnahmen “wegen des hohen Gewichts des Gesundheitsschutzes” hinnehmen. Einen Verstoß gegen das Grundrecht auf Religionsfreiheit oder den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz sahen die Richter nicht. Der Beschluss, der am Montag ergangen war, ist unanfechtbar. (Az. 1 S 1357/20).

Die Frau und der Gymnasiast hatten sich zum einen dagegen gewehrt, dass der Schulbetrieb nur schrittweise wieder anläuft. Der Fünftklässler sei dadurch in seiner seelischen und geistigen Entwicklung akut gefährdet. Auch sei das Coronavirus nur ein Virus unter vielen und schon daher die Schließung von Schulen nicht gerechtfertigt, argumentierten die Kläger. Zum anderen behinderten die für Gottesdienste angeordneten Vorsichtsmaßnahmen den Sohn, einen überzeugten Christen und Mitglied einer altkatholischen Gemeinde, bei seiner Religionsausübung. Das sei verfassungswidrig. (dpa)

+++ Krankenhäuser für wöchentliche Corona-Tests des Klinikpersonals +++

(19.05.2020, 12:40 Uhr)

Die Krankenhäuser dringen in der Corona-Krise auf regelmäßige generelle Tests für Mitarbeiter des Gesundheitswesens. “Die Testung der Beschäftigten in Kliniken und Pflegeheimen hat eine zentrale systemrelevante Bedeutung in dieser Phase der Bekämpfung des Virus. Da sollten die Kosten des Tests kein Hemmnis sein”, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. “Einmal wöchentlich sollte das Klinikpersonal getestet werden.” Die Kosten für diese Tests müssten auch gegenfinanziert werden.

Ein in der vergangene Woche beschlossenes Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht eine Ausweitung von Tests vor. Sie sollen auch unabhängig von Symptomen auf Kassenkosten ermöglicht werden. Ausdrücklich mehr getestet werden soll auch im Umfeld besonders gefährdeter Menschen, zum Beispiel in Pflegeheimen. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) mehr als 20.400 Mitarbeiter von Kranken- und Pflegeeinrichtungen mit dem Virus infiziert. Davon sind demnach mittlerweile geschätzte 19.100 Menschen wieder genesen. (dpa)

+++ Testbetrieb bei Westfleisch in Coesfeld gestartet +++

(19.05.2020, 12:34 Uhr)

Nach einer mehr als einwöchigen Zwangspause wegen zahlreicher Corona-Infektionen hat am Dienstag die Firma Westfleisch den Testbetrieb in ihrem Werk in Coesfeld gestartet. Wie geplant sei die Produktion um 9.00 Uhr hochgefahren worden, sagte ein Sprecher des Unternehmens mit Sitz in Münster am Mittag der Deutschen Presse-Agentur. In einem ersten Schritt sollen dabei, begleitet von den Überwachungsbehörden, die einzelnen Produktionsschritte noch ohne Tiere getestet werden. Notwendige Korrekturen im Zusammenhang mit strengen Hygienemaßnahmen sollen im Anschluss mit dem Unternehmen besprochen werden. Ein Ergebnis lag am Mittag noch nicht vor.

Die ersten 1500 Schweine sollen am Mittwoch in einer zweiten Testphase geschlachtet werden. Auch dieser Prozess findet noch unter Aufsicht statt. Der Kreis Coesfeld hatte das Werk vor eineinhalb Wochen vorübergehend geschlossen, nachdem sich zahlreiche Werksarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Stand Montagabend lagen 279 positive Tests bei rund 1200 Mitarbeitern vor. (dpa)

+++ Südsudans Vizepräsident und mehrere Minister an Covid-19 erkrankt +++

(19.05.2020, 12:31 Uhr)

Südsudans Vizepräsident Riek Machar und weitere Mitglieder der Übergangsregierung in dem Krisenland haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Machar und seine Ehefrau Angelina Teny, die Verteidigungsministerin, würden sich nun 14 Tage lang isolieren, sagte ein Sprecher des Vizepräsidenten und ehemaligen Rebellenführers am Dienstag. Demnach haben sich auch drei weitere Minister infiziert.

Im Südsudan wurden bislang dem Gesundheitsministerium zufolge 347 Covid-19-Fälle bestätigt. Das Land ist nach Jahrzehnten der Konflikte sehr instabil und hat ein schwaches Gesundheitssystem. Der 2013 begonnene Bürgerkrieg wurde zwar 2018 mit einem Friedensabkommen formell beendet, die erst im Februar gebildete Übergangsregierung von Präsident Salva Kiir und Machar ist aber sehr fragil. Jüngst hatte Ärzte ohne Grenzen gewarnt, dass inzwischen Corona-Fälle in zwei Lagern mit Vertriebenen festgestellt wurden. (dpa)

+++ Masken und Abstand - Neue Regeln an deutschen Flughäfen +++

(19.05.2020, 12:21 Uhr)

Passagiere müssen sich auf veränderte Abläufe an den deutschen Flughafen einstellen. Maskenpflicht an bestimmten Punkten, entzerrte und daher langsamere Abläufe, aber vorerst keine Medizin-Checks - das sieht der Leitfaden vor, den der Branchenverband ADV am Dienstag in Berlin vorgestellt hat. Mit dem Maßnahmenpaket soll das Ansteckungsrisiko für die Lungenkrankheit Covid-19 bei einem Wiederanlauf des Flugverkehrs nahezu ausgeschlossen werden, hieß es.

Es wurde deutlich, dass es an deutschen Flughäfen bislang keine einheitliche Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in den Terminals gibt. Bislang haben dies nur die Länder Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen für den gesamten Flughafen angeordnet, wie ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel einräumte. In den übrigen Ländern herrsche bislang nur ein Gebot beziehungsweise eine Tragepflicht an den Punkten Luftsicherheitskontrolle und Gepäckrückgabe. Er sei aber optimistisch, dass die anderen Länder nachziehen, sagte Beisel.

Der Verband empfiehlt den Flughäfen, die Passagierprozesse zu entzerren. So sollten mehr Check-In-Schalter öffnen und mehr Busse verkehren, wenn die Passagiere aufs Vorfeld gefahren werden müssten. In den Wartezonen müssten Sitzplätze gesperrt und Schlangen so organisiert werden, dass auch seitlich der Mindestabstand eingehalten werden könne. Bei Umsetzung der Vorschläge verliere die Infrastruktur 20 bis 50 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit, es könnte also nur noch die Hälfte der vorherigen Passagierzahl abgefertigt werden.

Weiter wenden sich die deutschen Flughäfen gegen Medizin-Checks beim Ein- oder Aussteigen. Wärmebildkameras oder Fiebermessungen seien nicht geeignet, Träger des Coronavirus zu identifizieren, heißt es unter Berufung auf Fachuntersuchungen. Sollten Checks behördlich angeordnet werden, würden die Flughäfen Fragebögen bevorzugen, die von den Passagieren auszufüllen wären. (dpa)

+++ Veranstalter: Nachfrage nach Urlaubsreisen zieht wieder an +++

(19.05.2020, 12:16 Uhr)

Nach Lockerung der Reisebeschränkungen und wachsender Hoffnung auf Sommerurlaub in Europa berichten erste Veranstalter von wieder steigender Nachfrage. «Seitdem die deutschen Ferienregionen wieder verfügbar sind, sehen wir eine große Nachfrage an den Küsten und Bergen», sagte ein Tui-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien einige Termine um die Maifeiertage sowie die Hochsommerwochen bereits ausgebucht. Kräftige Zuwächse habe es auch für Süddeutschland gegeben, teilweise von über 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zugleich verzeichnet der Branchenprimus nach eigenen Angaben ein deutliches Buchungsplus bei Reisen auf die Balearen, Griechenland und Portugal. “Gerade bei Mallorca zeichnet sich somit ein Nachholeffekt ab – dort sind erst 40 Prozent der Kapazitäten durch die Frühbucher ausgelastet”, sagte der Sprecher. Viele Buchungen kämen jetzt auch für September und damit für eine verlängerte Hochsommersaison.

Schauinsland-Reisen berichtete von anziehender Nachfrage für die Wintersaison 2020/21 ab Anfang November. Die Anzahl der tagesaktuellen Neubuchungen für die Sommersaison sei derzeit dagegen noch verhalten. Das Unternehmen ist jedoch zuversichtlich, “dass die europäischen Grenzöffnungen kurzfristig – also auch für die Sommerferien - die Nachfrage ankurbeln werden”. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und Amtskollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen wollen auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen bis zum Sommerbeginn hinarbeiten. (dpa)

+++ Werften erwarten weltweit Zusammenbruch der Nachfrage +++

(19.05.2020, 12:12 Uhr)

Für die Werften in Europa und auf der ganzen Welt öffnet sich nach der Corona-Krise ein riesiges Auftragsloch. Es sei für längere Zeit mit einer äußerst geringen Nachfrage nach Schiffen aller Art zu rechnen, teilte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) am Dienstag in Hamburg mit. Das treffe die Branche in einer Phase, in der ohnehin schon seit Jahren die Auftragseingänge geringer sind als die Produktion und die globalen Schiffbaukapazitäten nicht ausgelastet seien.

Vielen Betrieben werde die Arbeit ausgehen. In Europa sei ohne Gegenmaßnahmen ein vorübergehender Rückgang von 50 bis 75 Prozent möglich. Der Verband forderte deshalb, Aufträge für Schiffe der öffentlichen Hand vorzuziehen und ein Erneuerungsprogramm für die Handelsflotte aufzulegen, um moderne Antriebstechnologien voranzubringen. So könne ein unkontrollierter Flurschaden in der Industrie verhindert werden, die mit den Zulieferern rund 200.000 Arbeitsplätze in Deutschland sichere. (dpa)

+++ Hamburg verzeichnet erstmals keine neuen Corona-Infektionen +++

(19.05.2020, 12:01 Uhr)

Erstmals seit mehreren Wochen sind in Hamburg von den Gesundheitsämtern binnen eines Tages keine weiteren Corona-Infektionen gemeldet worden. Das teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde am Dienstag mit. Die Zahl der in Hamburg insgesamt gemeldeten Fälle liegt damit bei 5034. Auch die Zahlen aus den Krankenhäusern sind seit mehreren Wochen eher rückläufig. Derzeit befinden sich 63 Hamburger wegen der Lungenkrankheit Covid-19 in stationärer Behandlung (Montag: 61), davon werden wie schon am Vortag 27 Personen intensivmedizinisch betreut. Mitte April hatten noch mehr als 260 Hamburger mit Covid-19 im Krankenhaus gelegen. (dpa)

+++ Pressekonferenz mit Forschungsministerin Karliczek +++

(19.05.2020, 11:58 Uhr)

+++ Corona-Strategie: Niedersachsens Opposition will Regierung verklagen +++

(19.05.2020, 11:48 Uhr)

FDP und Grüne in Niedersachsen wollen die schwarz-rote Landesregierung vor dem Staatsgerichtshof verklagen, weil sie den Landtag in der Corona-Krise ungenügend informiert sehen. Das kündigten die beiden Oppositionsfraktionen am Dienstag in Hannover an. Mit einem Eilantrag sollten die grundlegenden Informationsrechte des Landtags als gewählte Vertretung des Volkes und Kontrollinstanz der Regierung schnellstmöglich wieder sichergestellt werden, teilten sie mit.

Die Regierung erlasse seit Beginn der Corona-Krise im Wochentakt Verordnungen, mit denen sie zum Teil massiv in Grundrechte der Bevölkerung eingreife. Darüber werde das Landesparlament in aller Regel bisher erst unmittelbar vor dem Inkrafttreten oder im Nachhinein informiert, beklagten FDP und Grüne. Die Regierung erfülle damit in keiner Weise die Vorgaben der Landesverfassung, den Landtag über alle grundlegenden Vorhaben, “frühzeitig und vollständig zu unterrichten”.

Schon seit längerem beklagt die Opposition im Landtag, dass das Parlament bei der Bewältigung der Corona-Krise vielfach außen vor ist und die Regierung ohne Debatte mit Erlassen über Beschränkungen und Lockerungen entscheidet. (dpa)

+++ Taiwans Präsidentin kritisiert Ausschluss von WHO-Versammlung +++

(19.05.2020, 11:42 Uhr)

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen hat den Ausschluss ihres Landes von der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert. Die WHO habe politischem Druck nachgegeben und Taiwan keine Einladung zukommen lassen, sagte Tsai am Dienstag. “Wir werden uns weiterhin anstrengen, Taiwan für die Welt sichtbar zu machen.”

Die zweitägige Online-Sitzung der WHO hatte am Montag begonnen. Über die Frage, ob Taiwan, das im Kampf gegen die Corona-Epidemie große Erfolge vorweisen kann, teilnehmen darf, war im Vorfeld ein heftiger Streit entbrannt. China betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz und blockiert ihre Teilnahme seit drei Jahren.

In diesem Jahr hatten die USA Verbündete zusammengetrommelt, um Taiwans Teilnahme durchzusetzen. Laut US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Ende eine entsprechende Resolution aber keine Chance auf eine Mehrheit und wurde deshalb auf die nächste Sitzung vertagt. (dpa)

+++ Deutschland und Frankreich werben für ihren Corona-Aufbauplan +++

(19.05.2020, 11:33 Uhr)

Nach der deutsch-französischen Initiative für ein 500-Milliarden-Euro-Programm zur wirtschaftlichen Erholung rühren beide Länder nun die Werbetrommel im Kreis der EU-Staaten. Der Corona-Wiederaufbauplan werde am Dienstag von den Wirtschafts- und Finanzministern diskutiert, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz am Dienstag bei einem gemeinsamen Auftritt mit seinem französischen Kollegen Bruno Le Maire.

Paris und Berlin hatten am Montag ein gemeinsames Konzept für den Wiederaufbauplan vorgelegt. Die 500 Milliarden Euro sollen demnach von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und dann über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Während zum Beispiel Italien den Plan positiv aufnahm, äußerte Österreich prompt Vorbehalte. Nötig ist Einstimmigkeit im Kreis der 27 Länder.

Le Maire unterstrich die historische Dimension der deutsch-französischen Initiative. Zum ersten Mal habe man sich darauf verständigt, gemeinsam Schulden in Europa aufzunehmen, um Investitionen zu finanzieren. “Das ist ein historischer Schritt für Frankreich und Deutschland und das ist auch ein historischer Schritt für die gesamte EU”, sagte der französische Finanzminister. Die Corona-Krise vergrößere die wirtschaftlichen Kluften in der Gemeinschaft. Solidarität sei nun entscheidend. (dpa)

+++ Russischer Regierungschef übernimmt nach Erkrankung Amtsgeschäfte +++

(19.05.2020, 11:30 Uhr)

Der mit dem Coronavirus infizierte russische Regierungschef Michail Mischustin hat offiziell seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Das teilte der Kreml am Dienstag in Moskau mit. Vize-Regierungschef Andrej Beloussow hatte Mischustins Aufgaben vorübergehend übernommen, nachdem dessen Erkrankung Ende April bekannt geworden war. Mischustin wurde daraufhin in einem Krankenhaus in Moskau behandelt. Sein Sprecher sagte, der Ministerpräsident stehe mit Kremlchef Wladimir Putin und seinen Kabinettskollegen in Verbindung.

Erst am Montag hielt er eine Konferenz per Videoschalte zur Corona-Epidemie ab. Medien zufolge war Mischustin da noch im Krankenhaus. Dort hat er ein eigenes Büro. Wann er aus der Klinik entlassen wird oder bereits wurde, war zunächst unklar. Zuletzt hieß es, Mischustin sei auf dem Weg der Besserung. Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow hat sich wie mehrere Minister mit dem Virus infiziert. (dpa)

+++ Körperpflege- und Waschmittelindustrie setzt in Krise mehr um +++

(19.05.2020, 11:30 Uhr)

Die starke Nachfrage nach Desinfektionsmitteln, Seife und Haushaltsreinigern in der Corona-Krise hat der Körperpflege- und Waschmittelindustrie in Deutschland ein Umsatzplus beschert. Nach Schätzungen des Branchenverbandes IKW stieg der Inlandsumsatz mit Produkten der Schönheits- und Haushaltspflege in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 3,84 Milliarden Euro. Auch Vollwaschmittel sowie Hand- und Maschinengeschirrspülmittel landeten demnach häufiger im Einkaufswagen. Weniger stark gefragt waren dagegen Produkte wie Parfüm und Lippenstifte.

Deutliche Bremsspuren hinterließ die Coronakrise beim Export, der um 8,9 Prozent auf 2,32 Milliarden Euro sank. Inlandsgeschäft und Außenhandel zusammengerechnet verbuchte die Branche ein Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 6,16 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. “Nach dem Lockdown ist es jetzt für die Unternehmen elementar wichtig, dass die Öffnung aller Verkaufsflächen, Friseurgeschäfte, Kosmetik- und Nagelstudios bestehen bleibt und Beschränkungen im Exportgeschäft gelöst werden”, sagte IKW-Geschäftsführer Thomas Keiser am Dienstag. (dpa)

+++ Laschet lobt Plan von Merkel und Macron - auf Französisch +++

(19.05.2020, 11:06 Uhr)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den deutsch-französischen Wiederaufbauplan für die europäische Wirtschaft als Fundament für ein neues Europa gelobt. In einem Tweet auf Französisch schrieb Laschet am Montagabend: “Die Periode nach Corona muss Europa wiederbeleben.” Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hätten den “Grundstein für ein neues Europa» gelegt, das geeinter, solidarischer und zusammen stärker in der Welt sei. Laschet ist seit Anfang 2019 deutsch-französischer Kulturbevollmächtigter. (dpa)

+++ Barley: Corona-Plan von Merkel und Macron mehr Solidarität als bisher +++

(19.05.2020, 11:01 Uhr)

Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Barley, begrüßt den deutsch-französische Plan zur Bewältigung der wirtschaftlichen Probleme nach der Corona-Pandemie. “Es ist ein Stück weit mehr Solidarität als bisher gezeigt wurde”, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag im Deutschlandfunk. Anders als Eurobonds sei der vorgeschlagene Corona-Hilfsfonds zeitlich und inhaltlich begrenzt und ausdrücklich ein Notprogramm.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten am Montag ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung im Umfang von 500 Milliarden Euro vorgeschlagen. Dazu will Deutschland erstmals eine massive europäische Schuldenaufnahme über den EU-Haushalt akzeptieren. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien könnten Zuschüsse bekommen. Der Plan muss allerdings von allen 27 EU-Staaten einstimmig beschlossen werden. Es regt sich aber bereits Widerstand. So pochen etwa Österreich, die Niederlande, Dänemark und Schweden darauf, dass die EU nur rückzahlbare Kredite und keine Zuschüsse ausgibt.

Es könne nicht wenigen Ländern in der EU gut gehen, während es vielen schlecht gehe, sagte Barley. Gerade Deutschland profitiere enorm von der Struktur der Europäischen Union. Mit dem Vorschlag, Zuschüsse statt Kredite zu gewähren, habe man Lehren aus vergangenen Krisen gezogen, «weil sich gezeigt hat, dass Kredite kurzfristig helfen, aber langfristig diesen Ländern nicht ermöglichen, auf die Füße zu kommen», sagte Barley. (dpa)

+++ RKI: Über 20.400 Mitarbeiter im Gesundheitswesen mit Corona infiziert +++

(19.05.2020, 11:00 Uhr)

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in Deutschland mehr als 20.400 Mitarbeiter von Kranken- und Pflegeeinrichtungen mit dem neuartigen Virus infiziert. Alleine in Krankenhäusern, Praxen, Dialyseeinrichtungen und bei Rettungsdiensten verzeichnete das RKI bislang mehr als 11 800 Corona-Fälle (Stand 18.5. 0 Uhr). In Pflege- und anderen Wohneinrichtungen waren es mehr als 8500 Infektionen. Insgesamt 895 erkrankte Mitarbeiter mussten demnach stationär behandelt werden, 61 sind gestorben.

Personal in Gesundheitseinrichtungen werde allerdings nur punktuell auf das Virus getestet, schreibt die “Süddeutsche Zeitung”. Das RKI habe auf Anfrage der Zeitung eingeräumt, es sei dem Institut nicht bekannt, wie umfassend in den Einrichtungen getestet werde.

Insgesamt hat das RKI bislang 175 200 Corona-Infektionen in Deutschland registriert - davon 155 700, die die Infektion bereits überstanden haben (Stand 19.5. 0 Uhr). (dpa)

+++ Fahrradbranche lässt Corona-Krise schnell hinter sich +++

(19.05.2020, 10:45 Uhr)

Die Fahrradbranche lässt die Corona-Krise bereits weitgehend hinter sich. Bei Verbandsumfragen zeigten sich zwei Drittel der Händler und 69 Prozent der Werkstätten und anderen Dienstleister überzeugt, im laufenden Jahr den gleichen oder sogar einen höheren Umsatz zu erzielen als im Vorjahr. 54 Prozent der Händler hätten berichtet, dass sich der Absatz bereits normalisiert habe, berichtete der Zweirad-Industrie-Verband am Dienstag in Bad Soden bei Frankfurt.

Die Corona-Beschränkungen hatten die Branche in der wichtigsten Verkaufssaison getroffen, dem Frühjahr. Die Unternehmen waren daher ihren Verbänden zufolge auf die Soforthilfen angewiesen und nutzten zudem das Instrument der Kurzarbeit, um ihre Fachkräfte zu halten. Auf Kredite griffen nur 18 Prozent der Händler zurück. Weniger als 10 Prozent hätten Mitarbeiter entlassen.

Die Nachfrage sei nach Wiederöffnung der Geschäfte sofort wiedergekommen, berichteten ZIV, der Bundesverband Zukunft Fahrrad und der Verbund Service und Fahrrad. Das Fahrrad habe als krisensicheres Verkehrsmittel auch neue Zielgruppen überzeugt. Einen Schub hätten digitale Angebote erhalten. Händler, Hersteller und Dienstleister forderten gemeinsam eine Verbesserung der Infrastruktur und ein fahrradfreundliches Verkehrsklima als Voraussetzungen für ihren wirtschaftlichen Erfolg. (dpa)

+++ Prinz Charles fordert Briten zu Hilfe bei Ernte auf +++

(19.05.2020, 10:19 Uhr)

Der britische Thronfolger Prinz Charles (71) hat seine Landsleute dazu aufgerufen, den Bauern in der Corona-Krise bei der Ernte zu helfen. “Das Essen entsteht nicht durch Zauberei”, sagte der Prinz, der Ökobauer ist, in einem am Dienstag veröffentlichen Video. Es entstand in seinem Gemüsegarten auf seinem schottischen Landsitz.

Charles unterstützt damit eine Initiative der Regierung und der Agrarwirtschaft: Sie fürchten, dass Obst und Gemüse auf vielen Feldern in Großbritannien verrotten könnten, da ausländische Arbeitskräfte wegen der Pandemie fehlen. Sie wollen in den kommenden Monaten nun zum Beispiel Studenten als Erntehelfer einsetzen.

Auch der Brexit verschärft die Lage in der Landwirtschaft. Viele Helfer, vor allem aus Osteuropa, haben dem Vereinigten Königreich wegen des Austritts aus der Europäischen Union den Rücken gekehrt. (dpa)

+++ Kim Kardashians Modemarke verkauft Schutzmasken +++

(19.05.2020, 10:00 Uhr)

Reality-TV-Star und Unternehmerin Kim Kardashian (39) hat sich an die Bedürfnisse der Pandemie angepasst und bietet bei ihrem Unterwäsche-Label nun auch Gesichtsmasken an. Das teilte sie auf der Instagram-Seite ihrer Marke Skims mit.

“Um die Hilfsaktionen gegen Covid-19 zu unterstützen und die Menschen an der Front zu schützen, spendet Skims 10.000 nahtlose Gesichtsmasken an unsere karitativen Partner, an die ebenfalls eine Million US-Dollar verteilt wurden”, ist auf der Instagram-Seite zu lesen.

Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Ankündigung waren alle Masken bereits ausverkauft. “Leider sind Gesichtsmasken ausverkauft, aber wir arbeiten mit unserem lokalen Partner in Los Angeles zusammen, um so schnell wie möglich mehr zu produzieren. Die nächste Charge wird nächste Woche erhältlich sein”, hieß es weiter. (dpa)

+++ Großbritannien: Ansprüche auf Arbeitslosenhilfe steigen rasant +++

(19.05.2020, 09:54 Uhr)

Die Corona-Krise hat im April voll auf den britischen Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe (“Claimant Count”) ist im April um 856.500 gestiegen, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Dies ist der höchste jemals gemessene Anstieg.

Die britische Regierung hat in der Krise einen Schutzschirm für den Arbeitsmarkt aufgespannt. Laut Schätzungen wurden zunächst rund 7,5 Millionen Arbeitsplätze gerettet. Die britische Regierung orientierte sich hier am deutschen Kurzarbeitergeld. Allerdings steht dem britischen Arbeitsmarkt das Schlimmste laut Experten noch bevor. Die Wirtschaft könnte nach Berechnungen der britischen Notenbank in diesem Jahr um bis zu 14 Prozent schrumpfen.

Gleichzeitig wurden die Daten zur Arbeitslosenquote veröffentlicht, die nach den Methoden der Internationalen Arbeitsagentur (ILO) erhoben werden. Die Arbeitslosenquote ist in drei Monaten bis März von 4,0 auf 3,9 Prozent gefallen. Allerdings war die Corona-Krise im März noch nicht mit voller Wucht in Großbritannien angekommen. Die britische Regierung hatte später als andere Länder das öffentliche Leben eingeschränkt. (dpa)

+++ Ein Tag ohne neugemeldete Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein +++

(19.05.2020, 08:57 Uhr)

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der offiziell gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden nicht weiter erhöht. Somit beträgt die Gesamtzahl der seit Ausbruch des Coronavirus nachgewiesenen Fälle mit Stand Montagabend nach wie vor 3002, wie die Landesregierung auf ihrer Webseite mitteilte. Die Zahl der Gestorbenen stieg um 2 auf 128. (dpa)

+++ Maskenpflicht in Israel wegen Hitzewelle vorübergehend gelockert +++

(19.05.2020, 08:46 Uhr)

Die israelische Regierung hat die im Zuge der Corona-Pandemie verhängte Maskenpflicht vorübergehend gelockert. Grund ist eine Hitzewelle in dem Land mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius.

Bis zum Wochenende sei es Schülern gestattet, ihre Masken in Klassenräumen abzusetzen, teilte der neue Gesundheitsminister Juli Edelstein am späten Montagabend mit. Auch auf öffentlichen Plätzen sei die Maskenpflicht vorerst ausgesetzt, ausgenommen bei Versammlungen. Der Kampf gegen das Coronavirus sei wichtig, sagte Edelstein, aber auch die Hitzewelle könne gefährlich sein.

In Israel werden noch bis einschließlich Donnerstag Temperaturen von knapp 40 Grad Celsius erwartet, anschließend sollen sie unter 30 Grad fallen. Israel konnte die Pandemie bisher durch weitreichende Maßnahmen effektiv eindämmen. (dpa)

+++ Anstieg der Erwerbstätigkeit schwächt sich ab +++

(19.05.2020, 08:31 Uhr)

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist zu Beginn der Coronakrise im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Allerdings schwächte sich der Zuwachs ab. Im ersten Quartal waren rund 45,0 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte. Das war ein Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Einen so geringen Anstieg binnen Jahresfrist hatte es den Angaben zufolge zuletzt im zweiten Vierteljahr 2010 gegeben.

Verglichen mit dem vierten Quartal sank die Zahl der Erwerbstätigen wie saisonal üblich. Der Rückgang fiel mit 467.000 Personen (minus 1,0 Prozent) aber höher aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre im ersten Vierteljahr. Die steigende Kurzarbeit ab der zweiten Märzhälfte durch die coronabedingten Einschränkungen wirkte sich nicht auf die Zahlen aus, da Kurzarbeiter zu den Erwerbstätigen zählen. Die Wiesbadener Behörde wies zugleich darauf hin, dass die Corona-Maßnahmen zu einer erhöhten Unsicherheit bei der Schätzung führen. (dpa)

+++ Auto-Anmeldungen in EU fallen wegen Corona-Krise auf ein Viertel +++

(19.05.2020, 08:12 Uhr)

Der europäische Automarkt ist im April wegen der Coronavirus-Pandemie zusammengebrochen. In der Europäischen Union (EU) wurden 270.682 Pkw neu zugelassen, das waren 76,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der zuständige Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte. Bereits im Januar und Februar waren die Zulassungszahlen zurückgegangen, ehe sie dann im März um mehr als die Hälfte absackten. Der Einbruch im April im Zuge der sich zuspitzenden Virus-Krise fiel nun nochmals deutlich stärker aus.

Wegen der Pandemie seien die meisten Autohäuser den gesamten Monat geschlossen gewesen, hieß es. Jeder der 27 EU-Märkte habe Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich hinnehmen müssen. In den besonders stark von der Corona-Krise gebeutelten Ländern Italien (minus 97,6 Prozent) und Spanien (minus 96,5 Prozent) fiel der Einbruch am stärksten aus. Auch Frankreich verbuchte mit einem Rückgang von 88,8 Prozent einen heftigen Absturz. In Deutschland gingen die Neuzulassungen den Angaben zufolge um 61,1 Prozent zurück.

Bei den deutschen Herstellern verzeichnete der VW-Konzern mit all seinen Fahrzeugmarken im April einen Rückgang von 72,7 Prozent. Bei Daimler war das Minus mit 78,8 Prozent noch etwas größer, während der Einbruch bei BMW gegenüber dem Vorjahresmonat bei 65,3 Prozent lag. Die französischen Autobauer Renault und PSA büßten jeweils rund 80 Prozent ein, der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat-Chrysler sogar fast 90 Prozent.

Seit Jahresbeginn belief sich das Minus bei den EU-Neuzulassungen den Angaben zufolge auf 38,5 Prozent: Insgesamt wurden 2,75 Millionen Pkw zugelassen. In drei der vier wichtigsten EU-Märkte - Italien, Spanien und Frankreich - sanken die Neuregistrierungen um rund die Hälfte. In Deutschland betrug der Rückgang nach den ersten vier Monaten 31 Prozent. (dpa)

+++ Trump droht WHO mit Austritt +++

(19.05.2020, 08:20)

Im Konflikt mit China hat US-Präsident Donald Trump der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inmitten der Coronavirus-Pandemie mit Austritt gedroht. Sollte sich die WHO innerhalb der kommenden 30 Tage nicht zu "wesentlichen Verbesserungen" verpflichten, werde er die US-Zahlungen an die Organisation endgültig einstellen und die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken, heißt es in einem Schreiben Trumps an den WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Trump veröffentlichte den Brief am Montagabend (Ortszeit) nach dem ersten Tag der Jahresversammlung der WHO-Mitgliedsländer, an dem er selbst nicht teilgenommen hatte. Er wirft der WHO China-Hörigkeit vor. Chinas Präsident Xi Jinping hatte zum Auftakt der WHO-Tagung dagegen zu größerer Unterstützung der WHO aufgerufen und die Bereitstellung von zusätzlich zwei Milliarden Dollar (1,85 Mrd Euro) Corona-Hilfen für die ärmeren Länder angekündigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dazu aufgerufen, zuerst das Virus zu bekämpfen und anschließend Lehren aus dem Umgang mit der Pandemie zu ziehen.

+++ Regierungsberater: Bei Corona-Hilfen nicht nur Männerberufe beachten +++

(19.05.2020, 08:05)

In der Corona-Krise haben Berater die Bundesregierung ermahnt, bei Hilfsmaßnahmen Männer nicht zu bevorzugen. Die Krise sei "eingebettet in soziale Ungleichheitsstrukturen", Frauen insgesamt stärker betroffen als Männer, heißt es in einem Papier des Rats für Nachhaltige Entwicklung, den die Mitglieder nach eigenen Angaben am Montagabend Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) vorgestellt haben. Hilfen dürften daher "nicht nur Männerberufe, z.B. in der Industrie, in den Fokus nehmen", sondern müssten Beschäftigungsverhältnisse von Frauen gleichermaßen berücksichtigen. Gesundheits- und Pflegeberufe sollten aufgewertet und fair entlohnt werden.

Das Papier "Raus aus der Corona-Krise im Zeichen der Nachhaltigkeit" empfiehlt, sicherzustellen, dass auch Kinder und Jugendliche aus ärmeren und bildungsfernen Familien an der digitaler Bildung teilnehmen können. Der 15-köpfige Rat warnt vor dem "Kardinalfehler", wegen der Krise Klimaschutz- und Umweltziele aufzuweichen oder zu verschieben. Unternehmen, denen der Staat mit Steuergeld helfe, sollten demnach verpflichtet werden, "Nachhaltigkeitskriterien bei der Mittelverwendung und in der Entwicklung ihrer Unternehmen zu beachten und anschließend darüber zu berichten". Dazu gehöre auch "eine Selbstbeschränkung bei Dividenden und Boni".

+++ Restart im Juni? Gouverneure machen US-Sport Hoffnung +++

(19.05.2020, 08:03)

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kann sich trotz der Coronakrise vorstellen, dass Sportevents in seinem Bundesstaat ab Juni durchführbar sind.

"Sportveranstaltungen, Profisport in der ersten Juniwoche oder so, ohne Zuschauer und unter sehr bestimmten Bedingungen, können möglich sein", sagte Newsom am Montag. Kalifornien ist die Heimat von 18 Franchises aus den wichtigsten US-Profisportligen.

Ebenso positiv und interessiert äußerte sich der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo. "Ich habe auch große Sportmannschaften ermutigt, Wiedereröffnungen ohne Fans zu planen", sagte Cuomo bei seinem täglichen Briefing.

+++ Corona-Impfstoff von US-Firma zeigt erste Erfolge +++

(19.05.2020, 06:55)

Im Wettlauf um einen Impfstoff gegen Covid-19 wartet die US-Biotechfirma Moderna mit ersten klinischen Erfolgen auf und sorgt damit für Optimismus bei Investoren.

Nach wochenlanger Forschung konnte die US-Firma Moderna am Montagnachmittag erste Erfolge auf der Suche nach einem Impfstoff gegen die neuartige Erkrankung Covid-19 vermelden. Bei den ersten acht Patienten konnte durch die Behandlung mit dem eigens entwickelten Impfstoff mRNA-1273 tatsächlich eine Immunisierung erzeugt werden.

Nach Gabe von zwei Dosen mit dem Vakzin sei bei allen Patienten eine Konzentration von Antikörpern erzeugt worden, die mindestens so hoch ist wie bei Patienten, die eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben – oder sogar noch höher als bei diesen auf natürliche Weise immunisierten Menschen.

Der Impfstoff habe sich dabei als sicher und gut tolerabel erwiesen.

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+++ Viele Autozulieferer befürchten starke Jobverluste +++

(19.05.2020, 06:50)

Große Teile der deutschen Autozulieferindustrie stellen sich laut einer Mitgliederumfrage des Branchenverbands VDA im Fall anhaltend schwacher Fahrzeugverkäufe auf drastische Jobverluste ein. Allein in den 132 teilnehmenden Firmen sollen demnach schon bis zu 12 500 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen, falls die Nachfrage nicht bald anzieht. Die Ergebnisse der Befragung mittelständischer Zulieferer lagen der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend vor. Die analysierte Stichprobe steht für zusammen rund 187 000 Beschäftigte.

"Unter unveränderten Bedingungen werden bis Ende Juni 39 Prozent der Unternehmen Personal abbauen", so der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin. "Bis Ende Juli werden es 65 Prozent sein." Derzeit liefen bereits in jedem zehnten Betrieb Stellenstreichungen. Konkrete Pläne hierzu hätten aktuell drei von fünf Zulieferern. Manche Firmen erwägen demzufolge die Kürzung von bis zu 40 Prozent der Jobs.

+++ Elf Prozent aller Corona-Fälle in Gesundheitsberufen +++

(19.05.2020, 06:33)

Mitarbeiter von Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen in Deutschland sind einem Medienbericht zufolge überdurchschnittlich häufig von einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus betroffen. Wie aus Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag) hervorgeht, haben sich seit Mitte April durchschnittlich täglich mehr als 230 Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen mit Sars-CoV-2 angesteckt.

Insgesamt hätten sich bisher rund 20 000 Mitarbeiter aus diesen Bereichen eine Infektion mit dem Virus zugezogen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das entspreche etwa elf Prozent aller Infizierten. Mindestens 894 Menschen aus dem Gesundheitssektor mussten demnach stationär behandelt werden, mindestens 60 seien infolge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Auf das Virus getestet werde das Personal aber nur punktuell, hieß es weiter. Das RKI habe auf Anfrage der Zeitung eingeräumt, es sei dem Institut nicht bekannt, wie umfassend in den Einrichtungen getestet werde.

+++ US-Präsident Trump nimmt Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe +++

(19.05.2020, 06:30)

US-Präsident Donald Trump nimmt nach eigenen Angaben ein Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe. Er nehme seit etwa eineinhalb Wochen Hydroxychloroquin ein, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Er habe "sehr gute Dinge" über das seit Langem zugelassene Malaria-Präparat gehört, sagte Trump. Das Weiße Haus veröffentlichte am Abend ein Schreiben von Trumps Leibarzt Sean Conley, wonach Trump und er nach zahlreichen Diskussionen zu dem Schluss gekommen seien, dass mögliche Vorteile einer Behandlung mit Hydroxychloroquin die damit verbundenen Risiken überwiegen. Es gibt bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Belege für eine Wirksamkeit des Medikaments im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

+++ Corona-Krisenhilfen Thema für EU-Wirtschafts- und Finanzminister +++

(19.05.2020, 05:49)

Der gemeinsame Kampf gegen die Corona-Wirtschaftskrise beschäftigt am Dienstag (ab 11.00 Uhr) erneut die EU-Wirtschafts- und Finanzminister. Bei ihrer Videokonferenz soll es noch einmal um das Kurzarbeiterpogramm "Sure" im Umfang von 100 Milliarden Euro und um ein Unternehmens-Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank für Investitionen im Umfang von 200 Milliarden Euro gehen.

Beides gehört zu einem 540-Milliarden-Euro-Hilfsprogramm, das von den EU-Staaten bereits grundsätzlich vereinbart ist. Doch sind bei beiden Programmen noch Einzelheiten zu klären. Das dritte Element - Kreditlinien im Umfang von bis zu 240 Milliarden Euro aus dem Eurorettungsschirm ESM - ist seit Freitag bereits voll verfügbar.

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