Coronavirus SARS-CoV-2: Die aktuellen Informationen im Liveblog

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Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Yahoo-Liveblog. (Bild: Getty Images)
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+++ Tourismusbranche begrüßt Aufhebung der Reisewarnung +++

(03.06.2020, 11:45 Uhr)

Die deutsche Tourismuswirtschaft hat die Aufhebung der Reisewarnung für 29 europäische Länder ab dem 15. Juni begrüßt. Der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig, sprach am Mittwoch von einem wichtigen Schritt für Reisende und die Branche mit ihren hunderttausenden Beschäftigten. “Damit gibt es jetzt wieder ein Stück Planungssicherheit, und der Motor für die Wiederaufnahme des Reisens kann anlaufen, denn auch der Neustart braucht eine gewisse Vorbereitungszeit”, sagte Fiebig. (dpa)

+++ Studie: Trotz Mehrkosten kein Missbrauch von Telefon-Krankschreibung +++

(03.06.2020, 11:40 Uhr)

Der Anstieg der Krankschreibungen im Zuge der Corona-Pandemie lässt nach Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft die Ausgaben für die Lohnfortzahlung in diesem Jahr um rund 1,6 Milliarden Euro steigen. Das Institut führt dies vor allem auf die bis Ende Mai geltenden telefonischen Krankschreibungen bei Erkältungen zurück.

Die Ärzte hätten diese erleichterten Regelungen umsichtig genutzt und damit “einen substanziellen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geleistet”, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung. So seien Infektionsrisiken in den Belegschaften der Betriebe reduziert worden. Insgesamt erwartet das Institut Ausgaben der Arbeitgeber für die Lohnfortzahlung von rund 69 Milliarden Euro in diesem Jahr.

Das IW hat unter anderem Zahlen der Betriebskrankenkassen ausgewertet. Bei ihnen habe der Krankenstand im März um 1,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresmonat gelegen. Im April sei er dann lediglich um 0,1 Prozentpunkte höher gewesen. Befürchtungen, die Krankschreibung per Telefon könne missbräuchlich in Anspruch genommen werden, scheinen sich vor dem Hintergrund des Aprilwerts nicht zu bestätigen, folgert der Autor der Studie, Jochen Pimpertz. (d

+++ Israels Behörden ziehen 1,5 Millionen Corona-Masken aus dem Verkehr +++

(03.06.2020, 11:24 Uhr)

Die Behörden in Israel haben die Auslieferung von 1,5 Millionen fehlerhaften Corona-Schutzmasken an medizinisches Personal verhindert. Diese entsprachen nicht den Standards des Gesundheitsministeriums, wie die Polizei und das Ministerium für Sicherheit am Mittwoch mitteilten. Die Minderwertigkeit sei bereits bei der Lieferung der Masken vermutet worden. Ihre Verwendung sei verboten worden. Tausende Masken wurden demnach beschlagnahmt.

Die Masken waren den Angaben zufolge im April vom Verteidigungs- und Gesundheitsministerium über einen israelischen Importeur geordert worden. Dafür wurde eine Anzahlung von rund fünf Millionen Schekel (knapp 1,3 Millionen Euro) geleistet. Das Produktionsland wurde in der Mitteilung nicht genannt. Zwei Verdächtige im Alter von 37 und 57 Jahren wurden im Zuge der Ermittlungen festgenommen. (dpa)

+++ Bürgermeister von Kreuzlingen und Konstanz: Grenzzaun war Fehler +++

(03.06.2020, 11:19 Uhr)

Die deutsch-schweizerischen Grenzzäune zwischen Kreuzlingen auf der Schweizer und Konstanz auf der deutschen Seite waren nach Meinung der Bürgermeister ein Fehler. “Eigentlich sind Konstanz und Kreuzlingen eine Stadt”, sagte Uli Burchardt, Oberbürgermeister von Konstanz, der “Neuen Zürcher Zeitung”. “Man hätte genauso gut zwischen zwei Stadtteilen von Zürich oder Stuttgart einen Zaun bauen können. Das würde ebenfalls keinen Sinn machen.” Sein Schweizer Kollege Thomas Niederberger, der Stadtpräsident von Kreuzlingen, meinte: “An der Grenze darf kein Zaun mehr aufgestellt werden, falls es zu einer zweiten Welle kommen sollte – oder ein anderes Virus im Anzug ist. Wir müssen die Probleme anders lösen.”

KONSTANZ, GERMANY - APRIL 06: Two girls play badminton from two fences in order to stop physical contact along the Germany-Switzerland border during the coronavirus crisis on April 6, 2020 in Konstanz, Germany. Cross-border travel has been temporarily banned in an effort to stem the spread of the virus. Authorities recently added the double fence at Konstanz in order to prevent lovers, of which one lives in Germany and the other in Switzerland, from meeting there and hugging. Many people who live on the Germany side of the border work in Switzerland. (Photo by Daniel Kopatsch/Getty Images)
KONSTANZ, GERMANY - APRIL 06: Two girls play badminton from two fences in order to stop physical contact along the Germany-Switzerland border during the coronavirus crisis on April 6, 2020 in Konstanz, Germany. Cross-border travel has been temporarily banned in an effort to stem the spread of the virus. Authorities recently added the double fence at Konstanz in order to prevent lovers, of which one lives in Germany and the other in Switzerland, from meeting there and hugging. Many people who live on the Germany side of the border work in Switzerland. (Photo by Daniel Kopatsch/Getty Images)

Der nach den weitgehenden Grenzschließungen wegen der Corona-Pandemie zunächst von deutscher Seite gebaute Zaun hatte Schlagzeilen gemacht. Viele Anwohner, die sich in beiden Städten eigentlich völlig frei bewegen, waren plötzlich getrennt. Teils sei unter dem Zaun eine Picknickdecke hindurchgeschoben worden, damit die Menschen zusammensitzen konnten, sagte Burchardt. Der Zaun selbst habe als Attraktion Menschenmengen angezogen. Schließlich wurde auf Schweizer Seite ebenfalls ein Zaun errichtet, um die Abstandsregeln zu gewährleisten.

Die Bürgermeister räumten ein, dass im Falle einer zweiten Coronawelle die Bundesbehörden in Berlin und Bern über eine Grenzschließung entscheiden würden. Sie würden sich aber dafür einsetzen, dass die grüne Grenze offen bleibt, sagte Burchardt. (dpa)

+++ Renault vereinbart mit Banken Milliardenkredit +++

(03.06.2020, 11:16 Uhr)

Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Autobauer Renault hat mit Banken einen staatlichen garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro vereinbart. Der Darlehensbetrag könne ganz oder teilweise in Anspruch genommen werden, teilte Renault am Mittwoch in Boulogne-Billancourt mit. Der französische Staat garantiere 90 Prozent des Kredits.

Über das Darlehen wird schon länger debattiert. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatte erst am Dienstag signalisiert, die Garantie zu billigen. Renault will weltweit rund 15.000 Stellen abbauen und milliardenschwere Kostensenkungen durchsetzen, um aus der Corona-Krise zu kommen.

Le Maire hatte auch mit Vertretern von Renault, der Gewerkschaften sowie Volksvertretern vereinbart, dass ein Zukunftsplan für das große Renault-Werk im nordfranzösischen Maubeuge verhandelt wird. Präsident Emmanuel Macron übte Druck aus und forderte Zusagen für die nordfranzösischen Werke Maubeuge und Douai als Bedingung für den Milliardenkredit. Diese beiden Fabriken sollen laut Renault zu einem Zentrum für Elektroautos und leichte Nutzfahrzeuge werden. Der Staat ist mit einem Anteil von 15 Prozent ein wichtiger Akteur bei Renault. (dpa)

+++ Grüne Justizminister beharren auf Gesetz für Corona-Warn-App +++

(03.06.2020, 11:06 Uhr)

Die vier Justizminister und -senatoren der Grünen in den Bundesländern bestehen darauf, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. So müsse sichergestellt werden, dass die App lediglich auf freiwilliger Basis eingesetzt werden dürfe, heißt es in dem Positionspapier von Katja Meier (Sachsen), Dirk Adams (Thüringen), Dirk Behrendt (Berlin) und Till Steffen (Hamburg). Zuvor hatte sich bereits die Bundestagsfraktion der Grünen für eine solche gesetzliche Grundlage stark gemacht, allerdings vergeblich.

Mit der Tracing-App will die Bundesregierung die Infektionsketten des Coronavirus besser erkennen und dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark ansteigt. Die App, die von der Telekom und SAP entwickelt wird, soll noch im Juni veröffentlicht werden.

Tracing-Apps könnten eine Chance darstellen, Infektionsketten zu identifizieren und zu isolieren, heißt es in dem Positionspapier. “Ihr Überwachungspotenzial birgt aber auch große Risiken. Deshalb fordern wir, dass solche Anwendungen nicht nur strengen datenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht werden müssen.” Eine Verpflichtung, eine App zu installieren und ein Smartphone sich zu führen, dürfe es nicht geben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatten in den vergangenen Tagen und Wochen mehrfach betont, die Verwendung der App müsse absolut freiwillig sein. Die beiden Minister sprachen sich auch gegen Anreize aus, die App zu installieren oder zu verwenden. “Wenn der Bürger den Eindruck hat, da wird mit einem Speck gewedelt, dann werden nicht ausreichend viele mitmachen”, sagte Seehofer. Zuvor hatte sich allerdings der EU-Politiker Axel Voss (CDU) vorgeschlagen, Nutzer der Warn-App sollten mehr Freiheiten bekommen als diejenigen, die sie nicht herunterladen. (dpa)

+++ Schweizer Wirtschaft schrumpft 2,6 Prozent im 1. Quartal +++

(03.06.2020, 10:56 Uhr)

Wegen der Corona-Pandemie ist die Schweizer Wirtschaft im 1. Quartal um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Die Wirtschaftsaktivitäten seien im März bereits stark eingeschränkt gewesen, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Mittwoch mit. Zudem habe der internationale Konjunktureinbruch die Exportwirtschaft gebremst. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 1,3 Prozent zurück. Prognoseinstitute rechnen für das Gesamtjahr mit einem Einbruch von mehr als fünf Prozent.

Unter anderem für das Gastgewerbe (minus 23,4 Prozent) und den Handel (minus 4,4 Prozent) spricht die Behörde von einem Rückgang historischen Ausmaßes. Im vergangenen Jahr wuchs die Schweizer Wirtschaft nach neuesten Erkenntnisse real um ein Prozent. Bislang war das Seco von 0,9 Prozent ausgegangen. (dpa)

+++ Gemeindebund: Ohne Hilfe drohen Haushaltssperren in den Kommunen +++

(03.06.2020, 10:54 Uhr)

Das Corona-Konjunkturpaket muss aus Sicht des Städte- und Gemeindebunds Verluste der Kommunen ausgleichen, um Investitionen zu ermöglichen und Steuererhöhungen zu vermeiden. “Wenn uns nicht geholfen wird, gibt es Haushaltssperren”, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am Mittwoch im ZDF-”Morgenmagazin”. “Dann werden die Kommunen Investitionen aufschieben oder gar nicht mehr anschieben.” Sie könnten sogar gezwungen sei, die Grundsteuern zu erhöhen. “Das kann niemand wollen.” Hilfen für hoch verschuldete Kommunen sind einer der Knackpunkte in den Verhandlungen der großen Koalition.

Wichtiger als die Übernahme von Altschulden sei, dass Ausfälle bei der Gewerbesteuer ausgeglichen würden, sagte Landsberg. Diese beliefen sich auf 11,8 Milliarden Euro. Zudem müsse im Konjunkturpaket ein “wesentlicher kommunaler Baustein” sein. “Wir müssen investieren, schnell, unbürokratisch, noch dieses Jahr und nächstes Jahr, insofern bin ich eigentlich ganz zuversichtlich, dass man am Ende zu einem vernünftigen Kompromiss kommt”, sagte Landsberg. (dpa)

+++ Südafrikas Justiz weist Regierung bei Maßnahmen in ihre Schranken +++

(03.06.2020, 10:53 Uhr)

Teile der in Südafrika verhängten Corona-Restriktionen sind nach Ansicht des obersten Gerichtshof in Pretoria nicht verfassungskonform und daher nichtig. Zur Nachbesserung setzte das Gericht der Regierung eine gut zweiwöchige Frist - solange bleiben die bestehenden Einschränkungen vorerst in Kraft. Das Gremium hatte damit am späten Dienstagabend der Klage einer bisher kaum bekannten Gruppierung namens Liberty Fighters entsprochen. Bestimmte Beschränkungen der verfassungsmäßig verankerten demokratischen Grundrechte stünden rational nicht im Zusammenhang mit einer Begrenzung der Covid-19-Infektionen, hieß es im Urteilsspruch.

Die Kläger hatten sich unter anderem auch an Vorgaben der zuständigen Minister gestoßen, die zum Teil heftig kritisiert und als irrational bezeichnet wurden. Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus landesweit eine strenge Ausgangssperre verhängt - verboten waren zunächst selbst Joggingrunden. Auch der Verkauf von Alkohol und Tabak war untersagt. Am Montag war das fünfstufige Restriktionsverfahren dann auf Stufe drei gesenkt und gelockert worden. Zwar wurde der Alkoholverkauf unter Auflagen wieder erlaubt, der von Tabak aber nicht. Die Tabakindustrie hat dagegen juristische Schritte eingeleitet.

Wirtschaftsexperten sagen dem Land wegen der Restriktionen Jobverluste und den Zusammenbruch vieler kleiner oder mittlerer Betriebe voraus. In Südafrika wurden bislang mehr als 35.800 Fälle von Covid-19 und 755 Todesfälle bestätigt. Auf der Südhalbkugel setzt jetzt der Winter ein. Die Regierung rechnet daher mit einem weiteren Anstieg der Zahlen. (dpa)

+++ Reisewarnung: Statement von Heiko Maas +++

(03.06.2020, 10:50 Uhr)

Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für rund 30 europäische Staaten aufheben, falls die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Das geht aus einem Eckpunktepapier hervor, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen wurde. Danach soll die am 17. März für alle rund 200 Länder der Welt pauschal verhängte Warnung vor touristischen Reisen durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, mit denen über die landesspezifischen Risiken informiert wird.

Aufgehoben werden soll die Reisewarnung für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung traf das Kabinett noch nicht. Sie soll zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt in den nächsten beiden Wochen erfolgen.

Für einzelne der 31 Länder wird sich der Schritt möglicherweise noch verzögern. Für Staaten, in denen am 15. Juni noch “großflächige Ausgangsbeschränkungen” oder Einreiseverbote gelten, soll die Reisewarnung zunächst bestehen bleiben. Das könnte nach jetzigem Stand Norwegen und das Urlaubsland Nummer eins der Deutschen betreffen: Spanien. Die Regierung in Madrid will erst am 1. Juli die Grenzen für ausländische Touristen wieder öffnen. Dann soll auch die zweiwöchige Zwangsquarantäne für alle Einreisenden aufgehoben werden. Die norwegische Regierung erwägt, das bestehende Einreiseverbot bis zum 20. August aufrecht zu erhalten. Am Freitag gab die Regierung in Oslo allerdings bekannt, dass zumindest Dänen ab dem 15. Juni einreisen können. Es soll auch geprüft werden, ob man die Grenzen für Reisende aus “einzelnen anderen nahe liegenden europäischen Ländern” öffnen kann. (dpa)

+++ Virologe: Bilder von eng zusammensitzenden Menschen beunruhigend +++

(03.06.2020, 10:44 Uhr)

Angesichts des Corona-Ausbruchs in Göttingen und Bildern von Menschenansammlungen im Freien hat sich der hessische Virologe Friedemann Weber besorgt gezeigt. Prinzipiell sei die Lage zwar eher erfreulich, sagte er am Mittwoch in einem Interview der “Rhein-Neckar-Zeitung” mit Blick auf die Infektionszahlen. “Die Bilder von Menschen in Parks und am Wasser, die dicht zusammensitzen, sind aber beunruhigend.” Die Ansteckungsgefahr mit dem Virus sei in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen am höchsten - “das bedeutet aber nicht, dass die Gefahr im Freien nicht gegeben ist”.

Es sei absehbar, dass es wieder zu kleinen Coronavirus-Ausbrüchen kommen werde, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Gießen weiter. “Wir müssen dann viel Mühe aufwenden, um diese Ausbrüche zu kontrollieren.” Es sei leider denkbar, dass es auch weiterhin keine Großveranstaltungen geben werde. “Göttingen zeigt dies. Die Menschen haben sich offenbar nicht an die Regeln gehalten und schon explodieren die Infektionszahlen. Ich fürchte, dass es in absehbarer Zeit keine Großveranstaltungen geben wird.” Weber ist in einem internationalen Forscherteam an der Suche nach einem Corona-Impfstoff beteiligt. Dem Gießener Professor zufolge laufen derzeit vorklinische Studien mit 14 möglichen Impfstoff-Kandidaten. (dpa)

+++ Schwedens Staatsepidemiologe: Hätten mehr Corona-Maßnahmen ergreifen sollen +++

(03.06.2020, 10:43 Uhr)

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hat sich erstmals selbstkritisch über den schwedischen Sonderweg in der Corona-Krise gezeigt. Schweden hätte schon von Beginn an mehr Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergreifen sollen, sagte Tegnell in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem schwedischen Radio. “Ich glaube, dass es sicherlich Verbesserungspotenzial bei dem gibt, was wir in Schweden gemacht haben, klar. Und es wäre gut gewesen, wenn man exakter gewusst hätte, was man schließen soll, um die Infektionsausbreitung besser zu verhindern.” Zu viele Schweden seien zu früh gestorben.

Würde man mit dem heutigen Wissensstand auf dieselbe Erkrankung stoßen, läge der richtige Weg seiner Ansicht nach zwischen dem schwedischen und dem, den der Rest der Welt eingeschlagen habe, sagte Tegnell. Welche Vorkehrungen in anderen Ländern den größten Effekt gegen die Coronavirus-Pandemie gezeigt hätten, könne man jedoch nur schwer sagen, da diese Staaten viele Maßnahmen gleichzeitig ergriffen hätten.

Tegnell steht federführend hinter der schwedischen Strategie gegen die Pandemie. Das skandinavische EU-Land hatte deutlich freizügigere Maßnahmen ergriffen als etwa Deutschland oder der Rest Europas. Schulen, Restaurants oder Geschäfte wurden beispielsweise niemals geschlossen, das Versammlungsverbot liegt bei maximal 50 Teilnehmern, ein Einreiseverbot gilt lediglich für Menschen außerhalb der EU und der Europäischen Freihandelszone. Viele im Land hießen den eingeschlagenen Weg gut, nach und nach mehrte sich jedoch auch die Kritik - vor allem, weil die Infektions- und Todeszahlen pro Einwohner in Schweden im Vergleich zum restlichen Skandinavien und auch zu Deutschland weiter hoch sind. Bislang sind in dem Land mit seinen etwas mehr als zehn Millionen Einwohnern knapp 4500 Menschen mit Corona-Infektion gestorben, es gab bislang rund 39.000 positive Corona-Fälle. (dpa)

+++ Koalitionsspitzen beraten zunächst getrennt über Konjunkturpaket +++

(03.06.2020, 10:39 Uhr)

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition haben ihre Verhandlungen über ein milliardenschweres Konjunkturpaket in der Corona-Krise zunächst in getrennten Vorbesprechungen fortgesetzt. Nach einer kurzen nächtlichen Pause und der Sitzung des Kabinetts am Morgen kamen die Unions- und die SPD-Politiker am Mittwoch gegen 10.30 Uhr im Kanzleramt zunächst zu gesonderten Gesprächen zusammen. Anschließend wollte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Verhandlungen gemeinsam mit den Partei- und Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD sowie Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) fortsetzen.

In Teilnehmerkreisen wurde nicht ausgeschlossen, dass die Beratungen erneut bis in die Nacht dauern. Es gebe einige große Brocken, die am Ende aus dem Weg geräumt werden müssten. Als einige der strittigsten Punkte galten die mögliche Prämie beim Autokauf oder Hilfen für die überschuldete Kommunen. In der Diskussion habe sich gezeigt, dass sich neue Ideen, die zusätzlich eingebracht würden, rasch auf Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe summieren könnten.

Konkrete Informationen über den Verlauf der rund neunstündigen Gespräche am Vorabend gab es zunächst nicht - die Teilnehmer hatten Stillschweigen vereinbart. Man sei die vorliegenden 60 bis 70 geplanten Maßnahmen einmal durchgegangen. Entscheidungen solle es im Gesamtpaket geben. Es sei sehr viel Detailarbeit. Manche Teilnehmer sprachen davon, dass man die Dinge wie bei Koalitionsverhandlungen durchgegangen sei. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass alle Seiten möglicherweise schon den Wahlkampf zur Bundestagswahl im kommenden Jahr im Hinterkopf haben. (dpa)

+++ Bundesagentur rechnet mit sechs Millionen Kurzarbeitern +++

(03.06.2020, 10:32 Uhr)

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für April wegen der Corona-Krise mit sechs Millionen Kurzarbeitern. Die Rücklage der Bundesagentur in Höhe von 26 Milliarden Euro werde zur Finanzierung voraussichtlich nicht ausreichen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele, am Mittwoch in Nürnberg. Der Arbeitsausfall der Kurzarbeiter liege einer Schätzung zufolge im Schnitt bei 50 Prozent und damit höher als bei früheren Krisen.

Allein im März haben Betriebe in Deutschland nach Hochrechnungen der Bundesagentur für 2,02 Millionen Menschen Kurzarbeit in Anspruch genommen. Die Bundesagentur liegt damit mit ihrer Prognose noch unterhalb der des Münchner ifo-Institutes, das am Vortag von mehr als sieben Millionen durch Corona bedingten Kurzarbeitern ausgegangen war. Der Rekord vor der Corona-Krise stammt vom Mai 2009, als in der Finanzkrise 1,44 Millionen Menschen in Kurzarbeit waren. (dpa)

+++ Island testet Touristen ab Mitte Juni bei Ankunft auf Corona +++

(03.06.2020, 10:25 Uhr)

Urlauber auf Island können sich ab dem 15. Juni direkt bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Damit biete man internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft auf der Nordatlantik-Insel, teilte die isländische Regierung am späten Dienstagabend (Ortszeit) mit. Entsprechende Pläne hatte sie bereits Mitte Mai bekanntgegeben. Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen.

Island hat das Corona-Aufkommen auf der Insel beinahe zum Erliegen gebracht, Neuinfektionen treten so gut wie keine mehr auf. Derzeit gibt es nur noch zwei aktive Corona-Fälle. (dpa)

+++ Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder +++

(03.06.2020, 09:57 Uhr)

In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Corona-Krise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden Aussage fest. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder im Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene, heißt es in der aktualisierten Version der Studie. Sie ist noch nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen, sonder wurde als sogenannter Preprint veröffentlicht.

Ein erster Entwurf der Untersuchung war Ende April veröffentlicht worden und hatte Kritik und teils heftige Auseinandersetzungen nach sich gezogen. Die Aussage bereits damals: Kinder tragen eine ebenso hohe Viruslast wie Erwachsene - und sind mithin vermutlich genauso ansteckend. Die Forscher hatten aufgrund dieser Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland gewarnt. In der neuen Fassung heißt es dazu: “Die uneingeschränkte Öffnung dieser Einrichtungen sollte sorgfältig mit Hilfe von vorbeugenden diagnostischen Tests überwacht werden.”

Kritik hatte es vor allem an der statistischen Auswertung der Daten gegeben. Die angewandten Methoden seien nicht geeignet, hieß es von Wissenschaftlern unter anderem. Allerdings hatten die Kritiker später betont, dass solche Diskussionen in der Wissenschaft normal seien und Kritik an der Methode nicht zwangsläufig das Ergebnis infrage stelle. Drosten räumte ein, die statistischen Methoden seien eher grob gewesen, hielt aber an der Aussage der Studie fest. “In der neuen Version der Studie werden die Kommentare, die es zur statistischen Analyse der ersten Fassung gab, aus meiner Sicht überzeugend eingearbeitet”, urteilt Christoph Rothe, Statistiker von der Universität Mannheim auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nach einer ersten Durchsicht der überarbeiteten Ergebnisse. Er gehörte zu den Forschern, die die statistischen Methoden in der ursprünglichen Analyse kritisiert hatten.

Der Statistiker Dominik Liebl von der Uni Bonn, der sich ebenfalls mit der ersten Version der Drosten-Studie auseinandergesetzt hatte, schreibt auf dpa-Anfrage: Der methodische Teil der statistischen Analyse in der neuen Version sei aus seiner Sicht deutlich verbessert worden. Und Liebl ergänzt: “Auch die neue Version des Preprints wird sicherlich weiterhin in der Wissenschaft diskutiert werden, und dies ist auch gut so.” (dpa)

+++ Arbeitslosigkeit steigt wegen Corona-Krise im Mai weiter +++

(03.06.2020, 09:55 Uhr)

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai wegen der Folgen der Corona-Krise im Vergleich zum April noch einmal um 169.000 auf 2,813 Millionen Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Mai 2019 ging die Arbeitslosigkeit sogar um 577.000 Personen nach oben. (dpa)

+++ Österreichs Tourismusministerin freut sich auf deutsche Touristen +++

(03.06.2020, 09:54 Uhr)

Die österreichische Regierung hofft, ab Mitte Juni wieder viele deutsche Gäste im Land zu begrüßen. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) zeigte sich am Mittwoch im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk zuversichtlich, dass die deutsche Bundesregierung die wegen der Corona-Pandemie verhängte Reisewarnung für Österreich ab Mitte Juni aufhebe. Die Gespräche zwischen Berlin und Wien seien sehr konstruktiv. “Dementsprechend freuen wir uns natürlich, dass Grenzen wieder öffnen können ab 15. Juni und wir auch wieder unsere deutschen Freunde begrüßen können.”

Österreich hat mit Deutschland und der Schweiz eine vollständige Grenzöffnung ab Mitte Juni vereinbart. Die Deutschen stellen in der Alpenrepublik die wichtigste Gruppe unter den Touristen. Experten gehen davon aus, dass bis zu zwei Drittel der österreichischen Beherbergungsbetriebe ein Ausbleiben der deutschen Touristen nicht verkraften könnten. (dpa)

+++ Indiens Premier Modi akzeptiert Trumps G7-Einladung +++

(03.06.2020, 09:26 Uhr)

Indiens Premierminister Narendra Modi hat die Bereitschaft geäußert, an einem von US-Präsident Donald Trump geplanten G7-Gipfel in erweiterter Runde teilzunehmen. Das bestätigten Kreise des indischen Außenministeriums der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. In einer Mitteilung lobte Modi Trumps “kreative und vorausschauende Herangehensweise”, die die Realitäten einer Welt nach Corona berücksichtigten.

Trump, der in diesem Jahr Gastgeber des G7-Gipfels der großen Industrienationen Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten ist, will das eigentlich für Juni geplante Treffen auf möglicherweise September verschieben und dazu auch Indien, Russland, Südkorea und Australien einladen. Er sagte kürzlich, er habe nicht das Gefühl, dass die “sehr veraltete Gruppe” der sieben Länder das Geschehen auf der Welt richtig abbilde.

Indiens Premier sprach im Telefonat mit Trump auch Bedenken angesichts der “anhaltenden Unruhen” in den USA aus und wünschte Trump alles Gute für eine baldige Lösung der Situation, wie es in der Mitteilung des indischen Außenministeriums hieß. Die beiden Männer hätten auch die Streitigkeiten an der umstrittenen Grenze zwischen Indien und China besprochen. Die beiden Nachbarländer hatten um ihre Grenze im Himalaya 1962 einen kurzen Krieg geführt, den China gewonnen hatte. Seither gibt es immer wieder Zwischenfälle. Im Mai hatte es indischen Medien zufolge bei Auseinandersetzungen mehrere Verletzte gegeben. Trump hatte zuletzt angeboten zu vermitteln.

Premier Modi nannte das Gespräch mit Trump “warm und produktiv”. Auch Reformen der Weltgesundheitsorganisation WHO seien besprochen worden. (dpa)

+++ Medien: Deutsche Messe erhält Überbrückungskredit in Corona-Krise +++

(03.06.2020, 09:16 Uhr)

Die Deutsche Messe AG erhält zur Überbrückung der Corona-Krise Medienberichten zufolge einen Bankkredit über 50 Millionen Euro. Der NDR und die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” nannten diese Summe unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Die Messe AG bestätigte den Kredit auf Nachfrage nicht, teilte aber mit, man gehe “gestärkt” aus der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag.

“Die Finanzierung des Unternehmens ist gesichert und die Anteilseigner unterstützen unsere Unternehmensstrategie mit Fokus auf Geschäftsentwicklung und Kostenmanagement ausdrücklich”, sagte Vorstandschef Jochen Köckler der Deutschen Presse-Agentur. “Damit sind wir für die Krise gewappnet und hoffen, dass wir unseren Messebetrieb im Herbst langsam wieder aufnehmen können.”

Das vergangene Geschäftsjahr hatte die Deutsche Messe mit einem Gewinn von 14,5 Millionen Euro abgeschlossen. 2020 dürfte es angesichts der coronabedingten Absage wichtiger Events wie der Hannover Messe und IAA Nutzfahrzeuge deutlich schwieriger werden.

2009 hatte die Deutsche Messe bereits von der Stadt Hannover und dem Land Niedersachsen eine Kapitalspritze von 250 Millionen Euro erhalten, um in der damaligen Wirtschaftskrise dem Konkurrenzdruck standzuhalten. Stadt und Land sind Haupteigentümer der Gesellschaft. (dpa)

+++ SPD-Politiker Daldrup pocht auf Übernahme kommunaler Altschulden +++

(03.06.2020, 09:09 Uhr)

Der kommunalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Bernhard Daldrup, hat die Forderung seiner Partei verteidigt, Kommunen die Altschulden abzunehmen. Daldrup sagte am Mittwoch im SWR-Tagesgespräch, damit das Land nicht weiter auseinanderfalle, sei es richtig, sich jetzt über eine Entschuldung zu unterhalten. Man müsse die Investitionsfähigkeit der Städte und Gemeinden erhalten.

Die Übernahme von Altschulden ist einer der Streitpunkte bei den Verhandlungen der Koalitionsspitzen, die am Dienstagabend unterbrochen wurden und am Mittwochvormittag fortgesetzt werden sollen. Die CSU lehnt Pläne der SPD bisher kategorisch ab. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will eine Übernahme kommunaler Altschulden durch den Bund sowie Länder, die Union ist dagegen. Ein Konzeptpapier aus dem Finanzministerium von Ende Mai sieht ein Hilfspaket von bis zu 57 Milliarden Euro vor, das Bund und Länder jeweils zur Hälfte stemmen sollen.

Die Union setzt stattdessen darauf, dass der Bund den Kostendruck von den Städten und Gemeinden senkt, indem er etwa mehr Wohnkosten von Hartz-IV-Empfängern übernimmt und auf seinen Anteil an den Gewerbesteuern verzichtet. Die Kommunen erwarten außerdem hohe Steuerausfälle infolge der Corona-Krise. (dpa)

+++ Ifo: Stimmung in der Autobranche nicht mehr ganz so schlimm +++

(03.06.2020, 08:50 Uhr)

Die Stimmung in der deutschen Autobranche hat sich ein Stück weit aufgehellt, bleibt aber schlecht. Vor allem die aktuelle Geschäftslage beurteilen die Unternehmen weiter sehr negativ, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. “Im dunklen Keller steigt die Branche einige Treppenstufen hoch, sieht aber immer noch kein Licht”, sagte der Leiter der Ifo-Befragungen, Klaus Wohlrabe. Auch Personalabbau wird wahrscheinlicher.

Der Index der aktuellen Geschäftslage stieg zwar um 2,8 Punkte, fällt mit minus 84,4 Punkten aber immer noch sehr schlecht aus. Die Erwartungen hellten sich dagegen ein Stück weit auf, sie bleiben aber negativ. Ihr Index stieg von minus 44,4 auf minus 13,4 Punkte. Auch die Nachfragesituation wird weiter extrem schlecht eingeschätzt. Der entsprechende Indikator stieg zwar um fast 30 Punkte, liegt aber mit minus 78,7 immer noch eine Winzigkeit schlechter als auf dem Höhepunkt der Lehman-Krise.

Weiterhin negativ beurteilen die Unternehmen ihren Auftragsbestand. Zudem wird der Bestand an fertigen Produkten als zu groß empfunden. Stark positiv haben sich allerdings die Produktionserwartungen entwickelt. Ihr Index springt von minus 41,5 auf plus 22,7 Punkte. Es wollen also mehr Unternehmen ihre aktuell geringe Produktion wieder ausbauen. Dennoch dürften mehr Arbeitsplätze wegfallen. Der Index zur Personalplanung fiel im Mai um 18,3 auf minus 49,6 Punkte. (dpa)

+++ Hofreiter warnt vor “zusammengestückeltem” Konjunkturprogramm +++

(03.06.2020, 08:48 Uhr)

Die Grünen im Bundestag fordern ein stimmiges Gesamtkonzept für die vom Bund geplanten Konjunkturhilfen, das auch den Klimaschutz voranbringt. Man werde in den kommenden Jahren nicht noch einmal eine solche Menge Geld ausgeben können, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter am Mittwoch in der Sendung “Frühstart” auf n-tv. Es sei wichtig, “dass da ein kohärenter Plan herauskommt und nichts Zusammengestückeltes”.

Dass Union und SPD ihre Verhandlungen in der Nacht zum Mittwoch unterbrochen hatten, stimmte Hofreiter wenig optimistisch: “Ich fürchte, dass das eher ein schlechtes Zeichen ist, weil die große Koalition mal wieder in den alten Modus zurückfällt”, sagte er. “So nach dem Motto: Die CDU kriegt ein Häppchen, die CSU kriegt ein Häppchen und auch für die SPD ist ein bisschen was dabei.”

Wegen großer Differenzen hatten die Spitzen von CDU, CSU und SPD ihre Verhandlungen über ein milliardenschweres Konjunkturprogramm in der Corona-Krise kurz vor Mitternacht vertragt. An diesem Mittwoch sollen die Gespräche weitergehen. (dpa)

+++ Hohe Nachfrage nach Pools und Hängematten in Corona-Krise +++

(03.06.2020, 08:45 Uhr)

Viele Menschen in Deutschland investieren angesichts ausgefallener Urlaubsreisen in die eigenen vier Wände und in Freizeitmöbel. Hersteller von Pools und Hängematten verzeichnen in der Corona-Krise eine gestiegene Nachfrage. “Es ist immer noch genug Geld da. Die Leute vergolden ihr Zuhause”, sagte der Marketingleiter des emsländischen Schwimmbecken-Herstellers Riviera Pool, Uwe Rengers, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Hängematten-Hersteller La Siesta aus Rheinhessen verzeichnete im April nach eigenen Angaben sogar ein Umsatzplus von 85 Prozent zum Vorjahresmonat. Die Baumarktkette Hagebau stellte eine hohe Nachfrage nach Produkten zur Renovierung der Wohnung fest. Einig sind sich die Unternehmen allerdings, dass der Effekt wohl nicht von Dauer ist: Wenn sich das Reiseverhalten wieder normalisiere, werde sich das auch in der Nachfrage spiegeln. (dpa)

+++ Lufthansa kündigt Umbau an - Milliardenverlust im ersten Quartal +++

(03.06.2020, 08:30 Uhr)

Die Lufthansa bereitet ihre Mitarbeiter trotz ihrer geplanten Rettung durch den Staat in der Corona-Krise auf herbe Einschnitte vor. “Angesichts der absehbar nur sehr langsam verlaufenden Erholung der Nachfrage müssen wir nun mit tiefgreifenden Restrukturierungen gegensteuern”, sagte Vorstandschef Carsten Spohr bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal am Mittwoch in Frankfurt. Das Management will die Stückkosten im Vergleich zum Vorkrisenniveau “deutlich” senken. Genauere Angaben zu einem Stellenabbau machte die Lufthansa zunächst nicht.

Um Kredite und Zinsen zügig zurückzahlen zu können, werde das Unternehmen seinen freien Barmittelzufluss im Vergleich zur Zeit vor der Krise deutlich steigern müssen, sagte Vorstandsmitglied Thorsten Dirks. Dabei erwartet die Lufthansa nur eine schrittweise anziehende Nachfrage nach Flugreisen. Während zuletzt fast 700 der 763 Flugzeuge des Konzerns am Boden standen, dürften auch im kommenden Jahr noch 300 und im Jahr 2022 noch 200 Maschinen nicht fliegen, schätzt das Management. Für 2023 erwartet der Vorstand weiterhin eine um 100 Flugzeuge verkleinerte Flotte.

Im ersten Quartal brockte die Corona-Krise dem Konzern einen Milliardenverlust ein. Unter dem Strich stand ein Minus von 2,1 Milliarden Euro nach einem saisontypischen Minus von 342 Millionen ein Jahr zuvor. Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich der Vorstand weiterhin nicht zu, erwartet aber unverändert einen signifikanten Rückgang des operativen Ergebnisses. (dpa)

+++ Australische Wirtschaft schrumpft - Corona bringt längste Wachstumsserie zu Fall +++

(03.06.2020, 07:30 Uhr)

Die Corona-Pandemie bedeutet das Ende der längsten Wachstumsserie eines entwickelten Landes in der Geschichte: Australien wird erstmals seit 1991 in eine Rezession rutschen. Die Wirtschaft des Landes ist bereits in den ersten drei Monaten des Jahres geschrumpft und wird daher zum ersten Mal seit Anfang der neunziger Jahre zwei Quartale hintereinander den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verzeichnen.

Bis Ende März sei die Wirtschaft im Vergleich zum vierten Quartal 2019 um 0,3 Prozent gesunken, teilte die nationale Statistikbehörde am Mittwoch in Canberra mit. Da sich die Corona-Pandemie wie in Europa und den Vereinigten Staaten erst ab März stärker ausbreitete und seither voll auf die Wirtschaft durchschlägt, gilt ein deutlicher Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal als ausgemacht.

+++ Italien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger +++

(03.06.2020, 06:45 Uhr)

Nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen sind Italiens Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Die Reisefreiheit gilt seit Mittwoch für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt damit. Außerdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren.

Das Verlassen der eigenen Region war lange stark eingeschränkt gewesen. Bisher duften zum Beispiel Menschen aus Rom nur ausnahmsweise in die Toskana fahren. Sie mussten dann eine schriftliche Selbsterklärung über ihre wichtigen Gründe parat haben. Auch Ausländer durften während der Corona-Sperren nur mit triftigem Grund einreisen, etwa wegen einer Arbeit.

Die neuen Lockerungen waren von vielen der 60 Millionen Bürger sehnsüchtig erwartet worden. Sie dürfen nun wieder Angehörige und Freunde besuchen, die weiter entfernt leben. Einige Politiker und Experten äußerten jedoch Bedenken, dass es dadurch wieder mehr Infektionen geben könnte.

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+++ Große Koalition ringt weiter um gigantisches Corona-Konjunkturpaket +++

(03.06.2020, 06:44 Uhr)

Das Ringen der großen Koalition um ein milliardenschweres Konjunkturprogramm geht in die Verlängerung. Angesichts großer Differenzen unterbrachen die Spitzen von CDU, CSU und SPD ihre Verhandlungen im Kanzleramt am Dienstag kurz vor Mitternacht. An diesem Mittwoch sollen die Gespräche fortgesetzt werden und dann auch zu einem Ergebnis kommen - es könnte aber erneut bis tief in die Nacht gehen.

Nach der ersten Runde der Verhandlungen hieß es am frühen Mittwochmorgen aus Teilnehmerkreisen, die Gespräche seien sehr konzentriert und intensiv verlaufen. Es habe sachliche Auseinandersetzungen gegeben. Insgesamt sei die Stimmung gut und sehr ernsthaft gewesen. Viele Punkte des geplanten Konjunkturpakets seien bereits angesprochen worden. Endgültige Entscheidungen sollten demnach am Mittwoch fallen. Dann stünden schwierige Themen wie das Mobilitätspaket oder die Hilfen für die Kommunen weiter zur Diskussion.

Die Runde unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Ende ein Gesamtpaket vorlegen. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. 

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+++ Bartsch will Europas 'Superreiche' für Wiederaufbau zur Kasse bitten +++

(03.06.2020, 05:50 Uhr)

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch wünscht sich eine Abgabe für Europas Multimillionäre und Milliardäre zur Unterstützung des Corona-Wiederaufbaufonds der EU. "Weder die deutsche Kassiererin noch die italienische Krankenschwester dürfen diese Krise bezahlen müssen", sagte Bartsch der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch).

Alle Staaten müssten einen Beitrag von ihren Vermögenden einholen, um zumindest einen Teil des Wiederaufbaufonds darüber zu finanzieren. "Ansonsten werden rechte Populisten Stimmung damit machen, dass Arbeitnehmer den Wiederaufbau anderswo finanzieren", sagte der Linken-Politiker. Der europäische Wiederaufbauplan sollte nach den Worten von Bartsch deshalb nachgebessert werden.

+++ Trump: Republikaner werden Parteitag wegen Corona-Auflagen verlegen +++

(03.06.2020, 05:49 Uhr)

Die US-Republikaner werden ihren kommenden Parteitag Präsident Donald Trump zufolge wegen zu strenger Corona-Auflagen an einen anderen Ort verlegen. Die für Ende August im Bundesstaat North Carolina geplante Großveranstaltung müsse wegen fehlender Garantien von Gouverneur Roy Cooper verlegt werden, schrieb Trump am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Auf dem Nominierungsparteitag soll Trump offiziell zum Kandidaten der Republikaner für die Präsidentenwahl im November gekürt werden. Trump hat dabei keinen ernsthaften Gegenkandidaten.

Cooper hatte zuvor in einem Schreiben erklärt, dass der geplante Parteitag mit rund 19 000 Delegierten in einem Stadion angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie nur mit Einschränkungen durchführbar wäre. Ein Parteitag ohne Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken und einer geringeren Teilnehmerzahl erscheine derzeit "sehr unwahrscheinlich", schrieb der Gouverneur in einem bei Twitter veröffentlichten Brief an die Republikaner.

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+++ Coronavirus: TÜV Süd sichert türkische Urlaubshotels und Restaurants +++

(02.06.2020, 19:22 Uhr)

Die türkische Regierung und der TÜV Süd haben sich auf eine Zusammenarbeit zur Sicherung von Hotels und Restaurants gegen das Coronavirus geeinigt. Mitarbeiter von TÜV Süd würden nun ausgewählte Unternehmen regelmäßig überprüfen und damit einen «wichtigen Beitrag zur Hygiene» leisten, sagte eine TÜV-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. An dem «Programm für sicheren Tourismus» der türkischen Regierung können sich Gastronomen und Hotels freiwillig beteiligen und so bei Urlaubern um Vertrauen werben.

TÜV Süd ist der Sprecherin zufolge eines von mehr als zehn Unternehmen, die für Audits ausgewählt wurden. Auf einer Webseite des türkischen Tourismusministeriums sind als Anbieter neben türkischen und internationalen Firmen auch TÜV Rheinland und TÜV Nord aufgeführt.

«Es haben sich schon einige Hotels gemeldet. Da ist durchaus Interesse da», sagte die TÜV-Süd-Sprecherin. Das Unternehmen könne aber selber entscheiden, welche Aufträge es annehme. Wichtig sei, dass die Bewerber schon ein Qualitätsmanagement-System hätten. Hotels sollten internationalen Ketten angehören. Und: «Es ist sehr wichtig, dass sich Betreiber und Gäste trotzdem weiter an Sicherheitsabstände und das Händewaschen halten. Sonst kann man sich dennoch anstecken.»

In einer Stellungnahme des Unternehmens heißt es, TÜV Süd Türkei werde die Unternehmen monatlich und zweimonatlich angekündigt und unangekündigt besuchen. Die Auditoren werden demnach unter anderem einem Fragebogen folgen, der auf der Seite des türkischen Tourismusministeriums schon einsehbar ist. Auf rund zehn Seiten geht es dabei um Details der Hygiene in Küchen, Toiletten oder Hotelzimmern - beispielsweise um die Frage, ob automatische Heißlufthändetrockner abgestellt oder Tische mit Wegwerfservietten ausgestattet wurden.

Zuvor hatten Medien wie «Bild» und ARD über die Zusammenarbeit berichtet, die nun spruchreif wurde. Deutsche machen einen Löwenanteil der Touristen in der Türkei aus. Die Besucher aus dem Ausland sind eine Schlüsselindustrie für das Land, dessen Wirtschaft und Währung schon seit längerem schwer schwächeln. (dpa)

+++ Urlauber dürfen wieder nach Italien einreisen +++

(02.06.2020, 19:00 Uhr)

Italiens Grenzen sind ab Mittwoch wieder für Urlauber offen. Nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen gilt die Reisefreiheit für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt. Vorher durften Ausländer nur mit triftigem Grund, wie etwa Arbeit, einreisen.

Außerdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren. Das Verlassen der eigenen Region war bisher noch stark eingeschränkt. Bisher duften zum Beispiel Menschen aus Rom nur ausnahmsweise in die Toskana fahren. Sie mussten dann eine schriftliche Selbsterklärung über ihre wichtigen Gründe parat haben.

Italien ist von der Corona-Pandemie in Europa früh und besonders hart getroffen worden. Bisher starben dort seit Februar rund 33 500 Menschen an oder mit der Covid-19-Krankheit. Am 10. März hatte die Regierung in Rom strenge Ausgangs- und Reisebeschränkungen verhängt. Diese Regeln wurden in mehreren Schritten gelockert. Die Ansteckungszahlen sind stark gesunken - sie lagen zuletzt teils unter den Werten in Deutschland.

Die Öffnung der Grenzen für europäische Touristen und die Bewegungsfreiheit innerhalb Italiens sind weitere Schritte in Richtung Normalität. Die Schulen sollen allerdings noch bis September geschlossen bleiben.

Italien wirbt in Deutschland stark um Touristen. Allerdings fliegen viele Fluggesellschaften das Land noch nicht so regelmäßig an wie früher. In Deutschland gilt zudem eine Reisewarnung für alle nicht notwendigen touristischen Reisen. Diese könnte nach bisherigen Überlegungen am 15. Juni enden. (dpa)

+++ Lettland öffnet Grenzen für EU-Bürger - Polen bleibt zurückhaltend +++

(02.06.2020, 18:36 Uhr)

Lettland öffnet in der Corona-Pandemie seine Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Ansteckungsraten. Auf Beschluss der Regierung des baltischen EU-Landes entfällt ab Mittwoch die Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 15 Fällen pro 100 000 Einwohner. Dies teilte Regierungschef Krisjanis Karins am Dienstag mit. Wer aus einem Land mit einer höheren Infektionsrate in den Ostseestaat einreist, muss sich weiterhin für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde können demnach nun Bürger aus 24 Staaten ohne Quarantäne nach Lettland einreisen - darunter auch Deutschland. Die Daten für die Länderliste würden jeden Freitag aktualisiert, sagte Gesundheitsministerin Ilze Vinkele.

Lettland folgt mit diesem Schritt seinen Nachbarstaaten Estland und Litauen, in denen bereits die gleiche Regelung gilt. «Wir erweitern den Raum der baltischen Staaten auf einen großen Teil des gemeinsamen europäischen Raums», sagte Karins. Für die lettische Wirtschaft sei das eine «sehr gute Nachricht.» Die baltischen Staaten hatten zuvor bereits Mitte Mai ihre gemeinsamen Grenzen wieder geöffnet.

Polen will dagegen dem Beispiel der drei Baltenstaaten vorerst nicht folgen und seine Grenzen weiter geschlossen halten. «Für Polen ist es auch eine Inspiration, aber das Ausmaß unserer Probleme ist anders», sagte Außenminister Jacek Czaputowicz nach einem Treffen mit seinen baltischen Amtskollegen in Estlands Hauptstadt Tallinn. Er bezog sich damit auf Polens Grenzen zu Deutschland und Tschechien, die täglich von Zehntausenden Berufspendlern passiert werden. Czaputowicz zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Grenzen bald geöffnet werden könnten. «Wir sind auf einem guten Weg und ich hoffe, dass die Beschränkungen in den kommenden Wochen aufgehoben werden und Reisen möglich sein wird bis zu den Ferien», sagte er.

Lettland, Estland und Litauen stehen in der Coronakrise durchaus gut da. Die Regierungen in Riga, Tallinn und Vilnius hatten früh mit strikten Maßnahmen auf die Ausbreitung des Virus reagiert. Die Infektionszahlen sind im internationalen Vergleich eher gering und hatten sich zuletzt deutlich verlangsamt. (dpa)

+++ Frankreich startet Corona-Warn-App «StopCovid» +++

(02.06. 2020, 17:51 Uhr)

Frankreich hat seine angekündigte Warn-App «StopCovid» an den Start gebracht. Die kostenlose Anwendung stand ab Dienstagnachmittag für Android-Geräte in Googles App-Plattform Play Store zum Runterladen auf das Handy bereit. Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Bürger sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. Nutzer eines iPhones mit dem Apple-Betriebssystem iOS mussten sich jedoch noch gedulden, die App war dort zunächst nicht verfügbar.

Experten monierten im Vorfeld, dass die französische App nicht von den neuen Schnittstellen unterstützt wird, die Apple und Google für Corona-Tracing-Apps kürzlich für iOS und Android bereitgestellt haben.

Frankreich hatte sich, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, gegen eine Zusammenarbeit mit den beiden großen Firmen entschieden. Das habe insbesondere beim iPhone zur Folge, dass die App nicht im Hintergrund laufen könne, kritisieren Experten. Sie müsse hingegen im Vordergrund geöffnet sein, um ständig Bluetooth-Signale senden und empfangen zu können - damit ist sie unter dem Apple-Betriebssystem iOS nach Experteneinschätzung quasi unbrauchbar.

Gegen die französische App gab es auch datenschutzrechtliche Bedenken. Ein zentraler Unterschied zwischen den Lösungen der US-Konzerne und der Franzosen ist, wo der Abgleich der Daten dafür stattfinden soll. Bei Apple und Google soll das nur auf den Smartphones geschehen, die dafür regelmäßig Listen der Schlüssel von Infizierten herunterladen. Für dieses Modell sind auch Datenschützer. Beim Konzept der Franzosen dagegen werden die Daten auf einem zentralen Server abgeglichen.

Frankreich gehört in Europa zu den Ländern, die schwer von der Covid-19-Pandemie betroffen sind. Es starben bisher fast 29 000 Menschen. (dpa)

+++ Weil will höhere Corona-Hilfen für Familien - 600 Euro pro Kind +++

(02.06. 2020, 17:51 Uhr)

Mit Blick auf das Corona-Konjunkturpaket des Bundes hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für eine doppelt so hohe Einmalzahlung pro Kind ausgesprochen. Der Betrag solle auf 600 Euro erhöht werden, sagte Weil der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch). Geplant waren bislang 300 Euro pro Kind. Damit würde man eine Bevölkerungsgruppe würdigen, die in den vergangenen Monaten besonders gelitten habe. Bereits zuvor hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ebenfalls 600 Euro pro Kind ins Gespräch gebracht.

Weil plädierte ferner dafür, den Mindestlohn überproportional zur allgemeinen Lohnentwicklung anzuheben. «Der heutige Mindestlohn reicht auch nach einem langen und harten Arbeitsleben nicht für eine auskömmliche Rente, sondern schickt Menschen mehr oder weniger direkt in die Grundsicherung.»

Der Ministerpräsident verteidigte zudem seine Forderung nach Kaufprämien für Autos, um die Konjunktur in der Corona-Krise zu stützen. Das Geld solle «ja nicht den Herstellern zugutekommen, sondern den Käuferinnen und Käufern», erläuterte er. «Mir geht es insbesondere um einen Nutzen für die vielen Zulieferer oder beispielsweise die Stahlindustrie und die chemische Industrie.» (dpa)

+++ Bremerhaven sieht Infektionsherd bei islamischem Zuckerfest +++

(02.06. 2020, 17:06 Uhr)

Nach einem Corona-Ausbruch in einer freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven vermutet die Stadt einen zweiten Infektionsherd bei Familienfeiern zum islamischen Zuckerfest. In diesen Familien seien mit Stand Dienstag elf Infektionen mit dem Virus Sars-Cov-2 bestätigt, teilte der Magistrat mit. Fünf Kontaktpersonen seien zuhause in Quarantäne geschickt worden.

Zwei Kinder aus der Gruppe hatten vergangene Woche die Schule besucht. Dort wurden Schüler und Lehrer als Kontaktpersonen zweiten Grades identifiziert. Der Unterricht in den betroffenen Teilklassen wurde bis Ende der Woche ausgesetzt, um Testergebnisse abzuwarten. Die Familienfeste zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan gelten auch als Infektionsherd für einen Corona-Ausbruch in Göttingen.

In der christlichen freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven werden nach Angaben der Stadt weiterhin 58 Infektionen gezählt. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde das Virus vermutlich nicht in Gottesdiensten übertragen, sondern in sozialen Kontakten der Gemeindemitglieder untereinander. (dpa)

+++ Corona-Ausbruch in Göttingen +++

(02.06.2020, 17:01 Uhr)

Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen geht die Stadt weiter davon aus, dass sich die Betroffenen vor allem bei Treffen in privaten Räumlichkeiten mit dem Virus angesteckt haben. (dpa)

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+++ Studie: Corona-Berichterstattung breit aufgestellt und differenziert +++

(02.06.2020, 16:27 Uhr)

Kein systematisches Dramatisieren, sondern eine breit aufgestellte und differenzierte Berichterstattung - dieses Zeugnis stellt eine große Studie den klassischen Medienhäusern in Deutschland für die ersten drei Monate nach Ausbruch des Coronavirus aus. Für die Analyse der Universität Münster hat ein vierköpfiges Forscherteam um Kommunikationswissenschaftler Thorsten Quandt etwa 100 000 Beiträge von 78 Nachrichtenmedien ausgewertet, die von Anfang Januar bis zum 22. März bei Facebook veröffentlicht wurden. Etwa 18 000 dieser Beiträge beschäftigten sich mit der Lungenkrankheit Covid-19.

«In den ersten drei Monaten der Corona-Krise kam es zu keinem allgemeinen Systemversagen des Journalismus'. Das heißt, dass wir in der Gesamtheit keine umfassenden Tendenzen zu unkritischer oder hysterischer Berichterstattung gefunden haben. Die von Kritikern geäußerten Vorwürfe, dass es eine überwiegende Negativberichterstattung oder einseitige Panikmache gegeben hätte, können wir durch unsere Analysen nicht bestätigen», betonte Thorsten Quandt.

Quandt kritisiert allerdings, dass es teilweise zum sogenannten «Horse-Race-Reporting» gekommen sei. Wissenschaftler sprechen von diesem Effekt, wenn wie in der Sportberichterstattung nur vom Ergebnis wie einem 1:0 die Rede ist und jede Einordnung und Analyse fehlt. Im Fall der Corona-Krise wurde demnach zum Teil anfangs über die Infektionszahlen und die Toten «wie bei einem Sportwettbewerb berichtet», heißt es in einer Mitteilung der Uni Münster zur Studie.

Die Untersuchung über die klassischen Medien folgt einer Auswertung von sogenannten alternativen Nachrichtenseiten im deutschsprachigen Internet, die das Team um Quandt im April veröffentlich hatte. Damals hatten die Forscher festgestellt, dass dort weniger falsche Nachrichten verbreitet worden seien als vermutet. Dafür zeigte die Analyse, dass die Alternativmedien vermehrt Verschwörungstheorien in der Corona-Krise verbreitet hatten. (dpa)

+++ Weniger Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen +++

(02.06.2020, 16:04 Uhr)

Die Intensivstationen deutscher Krankenhäuser behandeln immer weniger Patienten wegen der Lungenkrankheit Covid-19. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist bundesweit relativ niedrig. (dpa)

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+++ Fleischbetrieb in Dissen arbeitet probeweise wieder +++

(02.06.2020, 15:35 Uhr)

Nach gut zwei Wochen Zwangspause wegen eines Corona-Ausbruchs hat eine Fleischfirma in Dissen im Kreis Osnabrück am Dienstag wieder mit dem stufenweisen Probebetrieb begonnen. Ein Übergang in den Regelbetrieb hänge davon ab, dass nicht weitere Infektionen auftreten, sagte ein Sprecher des Landkreises. Der Betreiber habe zuvor ein umfassendes Hygienekonzept erstellen müssen.

In dem Fleischzerlegebetrieb Westcrown hatten sich Mitte Mai zunächst 92 Beschäftigte mit dem neuen Coronavirus angesteckt. In einer zweiten Testrunde wurden 54 weitere Infizierte gefunden. Kontaktpersonen mussten in Quarantäne. Der Betrieb wurde eingestellt.

Im Probebetrieb dürften nur Personen arbeiten, die negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis mit. Dem Betreiber sei aufgegeben worden, die Hygiene in Unterkünften seiner Werkvertragsarbeiter zu verbessern. Wie viele Fleischbetriebe in Deutschland beschäftigt das Unternehmen Leiharbeiter aus Osteuropa, die oft in Sammelunterkünften wohnen müssen. Gewerkschaften und Kirchen kritisieren diese Arbeits- und Wohnbedingungen seit langem.

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen lassen nach mehreren Corona-Ausbrüchen in der Fleischindustrie Reihentests für die Beschäftigten durchführen.ie die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs der Landesregierung in Hannover, Claudia Schröder, mitteilte, förderten die Tests über den Betrieb in Dissen hinaus bislang keine weiteren Infektionsfälle zutage. Von den geplanten rund 15 000 Tests auf Schlachthöfen und Fleischbetrieben in Niedersachsen seien inzwischen rund 8000 vorgenommen worden. (dpa)

+++ Mehr Hartz-IV-Aufstocker wegen Corona +++

(02.06.2020, 15:01 Uhr)

Zehntausende Arbeitnehmer und Selbstständige haben in der Corona-Krise wegen wegbrechender Einnahmen zusätzliche Unterstützung beim Jobcenter beantragt. Die Linke im Bundestag verweist auf entsprechende Daten der Bundesagentur für Arbeit. Demnach gab es im April rund 51 000 Arbeitnehmer und 33 000 Selbstständige, die neu in der Statistik der Hartz-IV-Aufstocker auftauchten. Üblicherweise zählt die Monatsstatistik der BA in diesem Bereich bei den Selbstständigen weniger als 2000 und bei den Arbeitnehmern höchstens 10 000 bis 13 000 Neuzugänge pro Monat.

Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei vielen neu gemeldeten «Aufstockern» im April um Menschen auf Kurzarbeit handelt. Besonders viele Menschen kamen laut der Statistik aus dem Bereich «personenbezogene Dienstleistungsberufe». Das sind unter anderem Beschäftigte und Selbstständige aus der Gastronomie oder aus Kunst und Kultur.

«Das ist erst der Anfang. Die Aufstockerzahlen werden mit Sicherheit weiter zunehmen. Das muss auf jeden Fall verhindert werden», sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann. Die Linke fordert eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent des Nettogehalts und Hilfen zum Lebensunterhalt für Selbstständige.

Menschen, deren Einkommen nicht für den Lebensunterhalt reicht, können dieses durch Hartz-IV-Leistungen aufstocken. Die Bundesagentur für Arbeit selbst spricht nicht von «Aufstockern», sondern von «Ergänzern» oder «erwerbstätigen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten». (dpa)

+++ Russland beginnt klinische Tests mit Impfstoff bei Soldaten +++

(02.06.2020, 14:57 Uhr)

Weltweit wird an einem wirksamen und verträglichen Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht. Nun startet Russland erste klinische Tests zunächst an Soldaten. (dpa)

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+++ Krisenstab droht Quarantäne-Brechern in Göttingen mit Einweisung +++

(02.06.2020, 14:31 Uhr)

Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen mit knapp 70 Infizierten hat der Krisenstab der Landesregierung möglichen Quarantäne-Brechern mit einer Einweisung gedroht. Wer sich nicht an eine Quarantäne-Auflage halte, begehe eine Straftat und könne vom Gericht in eine geschlossene Einrichtung überstellt werden, sagte die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover.

Weil Dutzende mögliche Betroffene in Göttingen über das Pfingstwochenende zunächst nicht freiwillig zu einem Test erschienen seien, sei das Gesundheitsamt mit Unterstützung der Polizei bei den Menschen vorstellig geworden. «Das läuft jetzt auch», meinte Schröder zum Erfolg des «robusten Zugehens» auf die Betroffenen.

Nach mehreren privaten Familienfeiern waren in Göttingen 68 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Über das Pfingstwochenende seien 166 Menschen getestet worden, sagte Schröder. Es seien mehr als 300 Kontaktpersonen über den Großraum Göttingen hinaus auch in Thüringen und Nordrhein-Westfalen ermittelt worden. (dpa)

+++ Corona-Ausbruch in Göttingen: Stadt sieht Familienfeiern als Ursprung +++

(02.06.2020, 14:21 Uhr)

Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen geht die Stadt weiter davon aus, dass sich die Betroffenen vor allem bei Treffen in privaten Räumlichkeiten mit dem Virus angesteckt haben. «Wir wissen, dass das Ausbruchsgeschehen mit mehreren privaten Familienfeiern in Zusammenhang steht», sagte Stadtsprecherin Cordula Dankert am Dienstag.

Einen Medienbericht, wonach sich das Coronavirus mutmaßlich beim Zuckerfest (Fest des Fastenbrechens) am 23. oder 24. Mai in einer Göttinger Moschee verbreitet haben soll, konnte sie nicht bestätigen. Die Rolle einer Shisha-Bar, die unerlaubt geöffnet war und der nun ein Bußgeld droht, ist ebenfalls unklar. «Wir gehen allen Hinweisen nach, die wir haben, und versuchen ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen», so Dankert.

«Oberste Priorität hat im Moment die Nachverfolgung der Infektionsketten.» Dennoch werde geprüft, ob Betroffene gegen Hygiene- und Abstandsregeln verstoßen haben. Aktuelle Angaben zur Zahl der Infizierten und Menschen in Quarantäne wollte die Stadt am Dienstagabend veröffentlichen. (dpa)

+++ Kreise: Koalitionsausschuss will Beratungen am Mittwoch fortsetzen +++

(02.06.2020, 14:10 Uhr)

Angesichts des hohen Beratungsbedarfs planen die Koalitionsspitzen, ihre Gespräche über das geplante milliardenschwere Konjunkturprogramm in der Nacht zu unterbrechen. Die Verhandlungen sollten voraussichtlich noch vor Mitternacht unterbrochen und an diesem Mittwochvormittag nach der Kabinettssitzung fortgesetzt werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Koalitionskreisen. Man wolle ohne Zeitdruck über die verschiedenen Einzelthemen sprechen, hieß es zur Begründung.

Bei zentralen Punkten gibt es unterschiedliche Auffassungen bei Union und SPD. Dazu gehören eine Entlastung von Kommunen, Steuerentlastungen für Unternehmen, ein Familienbonus sowie eine Prämie beim Autokauf. Aus Teilnehmerkreisen hieß es weiter, es seien nicht nur Einigungen in den Einzelpunkten nötig. Am Ende müssten viele Vorschläge gestrichen werden, damit das Paket nicht zu teuer werde. (dpa)

+++ Nach Corona-Fällen in Ischgl: Unterlagen sichergestellt +++

(02.06.2020, 13:55 Uhr)

Bei Ermittlungen zur Rolle des österreichischen Wintersportorts Ischgl in der Corona-Krise hat die Staatsanwaltschaft Tirol zahlreiche Unterlagen und Daten sichergestellt.

Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts der Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten gegen unbekannte Täter. Ischgl in Tirol gilt als Hotspot, der maßgeblich zur Verbreitung des Coronavirus in Teilen Europas beigetragen haben soll.

Dem Land Tirol und der Tourismusbranche wird vorgeworfen, nicht schnell genug auf die Ausbreitung reagiert und zu spät den Skibetrieb gestoppt zu haben.

Bei der Landessanitätsdirektion in Innsbruck sowie den Bezirkshauptmannschaften in Landeck und Imst wurden Daten beschlagnahmt. Dabei handle es sich teilweise um “sensible, medizinische Unterlagen”, so der Sprecher.

+++ Gastronomie in Frankreich wieder geöffnet +++

(02.06.2020, 13:40 Uhr)

Frankreich hat am Dienstag coronabedingte Beschränkungen weiter gelockert. Nach mehr als zwei Monaten durften Restaurants, Cafés und Hotels wieder für Gäste öffnen. Die Wiedereröffnung markiere die Rückkehr glücklicher Tage, schrieb Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Dienstag auf Twitter.

Er habe keinen Zweifel daran, dass die Franzosen diesen “Teil des französischen Geistes, unserer Kultur und unserer Lebensweise” nun wiederentdeckten, so der Präsident. Im Pariser Großraum, der schwerer von der Covid-19-Pandemie getroffen ist, darf ab Dienstag nur auf den Außenterrassen gegessen und getrunken werden. Im übrigen Frankreich ist auch der Innenbereich für Gäste geöffnet.

“Es ist ein Moment des kollektiven Glücks”, schrieb Wirtschaftsminister Bruno Le Maire auf Twitter zu einem Foto, das ihn beim Kaffeetrinken auf einer typischen Pariser Terrasse zeigt. Dass landesweit rund 308 000 Gaststätten wieder öffnen könnten, sei ein “sehr positives Signal” für die Wirtschaft Frankreichs, so Le Maire.

Um die Gesundheitsvorschriften einhalten zu können, dürften Gaststätten in der eher engen französischen Hauptstadt ihre Außenbereiche vergrößern, schrieb die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter. Wenn dadurch keine Gefahr entsteht, können sie Bürgersteige, Straßen und Parkplätze benutzen, wie die Stadt erklärte.

+++ Neuer Koalitionsvertrag soll Hamburg aus Corona-Krise führen +++

(02.06.2020, 13:35 Uhr)

Hamburgs SPD und Grüne haben am Dienstag ihren Koalitionsvertrag für die kommenden fünf Jahre vorgestellt. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte, dass die Corona-Pandemie die Stadt in die schwerste Krise aller Zeiten gebracht habe. Das habe die Koalitionsverhandlungen geprägt. Es gehe nicht nur um den Klimawandel und soziale Themen, sondern darum, die Corona-Krise gut zu überstehen.

Der künftige Senat soll um ein eigenes Verkehrsressort ergänzt werden. Es soll von dem Grünen Anjes Tjarks verantwortet werden und sich vor allem um die Mobilitätswende kümmern, wie die Grünen schon am Wochenende mitgeteilt hatten. Das Thema Gesundheit soll von einer Staatsrätin geführt werden und zur SPD-geführten Sozialbehörde gehören. Tschentscher versicherte, dass alle Senatoren für die gemeinsamen Ziele des Koalitionsvertrages arbeiten werden.

+++ Metaanalyse: Das schützt vor dem Coronavirus +++

(02.06.2020, 13:21 Uhr)

Eine Kombination aus Abstandhalten, Mund-Nasen-Maske und Augenschutz könnte laut einer neuen Übersichts-Analyse eine Corona-Infektion bestmöglich verhindern. Das schreiben Forscher der kanadischen McMaster-Universität im Fachblatt Lancet, nachdem sie 172 Studien systematisch ausgewertet haben. Ein Teil der Studien beschäftigte sich mit Sars-CoV-2, ein weiterer mit Sars und ein dritter mit Mers. Alle diese Erreger gehören zu den Coronaviren.

Bei ihrer Analyse kamen die kanadischen Wissenschaftler zu diesen Haupterkenntnissen.

+++ Privattheatertage wegen Corona-Pandemie abgesagt +++

(02.06.2020, 13:15 Uhr)

Wegen der Corona-Pandemie finden die bundesweiten Privattheatertage in Hamburg nun doch nicht statt. “In Absprache mit den teilnehmenden Theatern hat sich die Festivalleitung entschieden, das diesjährige Festival in den Juni 2021 zu verschieben”, teilten die Veranstalter am Dienstag in Hamburg mit. Die derzeitig geltenden Corona-Auflagen machten die Privattheatertage vom 9. bis 21. Juni unmöglich. Zunächst war geplant gewesen, die zwölf nominierten Inszenierungen aus ganz Deutschland ohne Publikum und per Livestream zu zeigen.

Durch die Verschiebung der Aufführungen in das kommende Jahr entstehe zusammen mit den Privattheatertagen 2021 ein Festival der besonderen Art: Zum 10. Jubiläum soll eine Leistungsschau der Deutschen Privattheater vor Corona (Jahrgang 2020) plus zwölf neue Inszenierungen, die dann unter Corona-Bedingungen produziert wurden, gezeigt werden. Eine neue Jury werde die Stücke im Frühjahr 2021 nominieren.

+++ Hongkong verlängert Corona-Beschränkungen +++

(02.06.2020, 12:45 Uhr)

Hongkong hat das Verbot für Versammlungen von mehr als acht Menschen um zwei Wochen verlängert. Im Kampf gegen das Coronavirus wurden auch die Beschränkungen für Einreisende aus dem Ausland bis Mitte September ausgedehnt, wie der öffentliche Radiosender RTHK am Dienstag berichtete. Zuvor gab es in der chinesischen Sonderverwaltungszone mehrere neue Infektionsfälle. Insgesamt wurden bei mehr als 7,5 Millionen Einwohnern bisher 1093 Fälle gezählt.

Gesundheitsministerin Sophia Chan bestritt politische Motive hinter den Beschränkungen, die von prodemokratischen Aktivisten als Mittel der Regierung angesehen werden, Demonstrationen zu verhindern. So wurde erstmals seit drei Jahrzehnten die Gedenkfeier für die Opfer der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 an diesem Donnerstag wegen des Versammlungsverbots nicht genehmigt. Dazu hatten sich früher meist mehr als 100 000 Menschen versammelt.

Bis zum 18. Juni dürfen sich jetzt aber weiterhin nicht mehr als acht Leute versammeln. Das Einreiseverbot für Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis in Hongkong wurde bis 18. September verlängert. Ausgenommen sind Ausländer, die vorher mindestens 14 Tage in Festlandchina, Taiwan oder Macao waren. Für sie gelten - wie für heimkehrende Hongkonger - aber weiter 14 Tage Quarantäne.

+++ Fluggastzahl in Frankfurt vor Pfingsten leicht gestiegen +++

(02.06.2020, 12:15 Uhr)

Die Passagierzahl am Frankfurter Flughafen hat sich in der Woche bis Pfingsten geringfügig aus dem Corona-Tief nach oben bewegt. Vom 25. bis 31. Mai zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport 75 279 Fluggäste und damit 94,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der MDax-Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Das waren rund 9600 Passagiere mehr als in der Woche zuvor, als der Rückgang im Jahresvergleich 95,4 Prozent betragen hatte.

Das Aufkommen an Fracht und Luftpost sank nun im Vergleich zur entsprechenden Woche des Vorjahres um 16,4 Prozent auf 33 996 Tonnen. Die Zahl der Flugbewegungen ging um 82,8 Prozent auf 1788 Starts und Landungen zurück.

Ab der ersten Juni-Woche soll das Flugangebot in Frankfurt wieder spürbar steigen. Geplant sind laut Fraport rund 26 000 Sitzplätze pro Tag. Das entspreche etwa zehn Prozent des Vorjahresniveaus.

+++ Ramelow: Krisenstab beendet in Thüringen seine Arbeit +++

(02.06.2020, 12:10 Uhr)

Thüringen löst seinen wegen der Corona-Pandemie einberufenen Krisenstab unter Leitung des Landesinnenministeriums vorerst auf. Das gab Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Dienstag via Twitter bekannt: “Heute endet formell in Thüringen die Steuerung durch die Epidemie mit einem Krisenstab”. Der Schritt war zuvor bereits angekündigt worden. Innenminister Georg Maier (SPD) schrieb, dass die Krisensteuerung nun auf das Gesundheitsministerium übergeht.

Ramelow hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil er weitgehende Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen in Thüringen in Aussicht gestellt hatte. Nach bisherigen Plänen der Thüringer Landesregierung sollen ab Mitte Juni die Kontaktbeschränkungen in dem Bundesland weitgehend fallen. Sie sollen dann nur noch als Empfehlungen gelten.

+++ Studie: Häusliche Gewalt in Corona-Quarantäne +++

(02.06.2020, 12 Uhr)

Insbesondere bei Familien in Quarantäne und bei akuten finanziellen Sorgen haben Frauen während der Corona-Krise häusliche Gewalt erfahren. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung von rund 3800 Frauen zwischen 18 und 65 Jahren. Demnach berichteten 3,1 Prozent der Frauen, in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen mindestens eine körperliche Auseinandersetzung erlebt zu haben, etwa Schläge. Bei 6,5 Prozent wurde die Kinder den Aussagen der Mütter zufolge gewalttätig bestraft. Offen blieb, ob die Gewalt in diesem Fall von der Frau oder dem Mann ausging.

Befanden sich die Frauen zu Hause in Quarantäne, stiegen die Zahlen stark: Dann berichteten 7,5 Prozent von körperlicher Gewalt, in 10,5 Prozent der Fälle erlitten Kinder Gewalt. Ähnlich dramatisch waren die Angaben, wenn die Familie akute finanzielle Sorgen hatte. Körperliche Gewalt traf Frauen dann in 8,4 Prozent der Fälle, Kinder in 9,8 Prozent. Auch Kurzarbeit oder der Verlust des Arbeitsplatzes eines Partners erhöhte die Gewalt in den Familien. An höchsten waren die Zahlen, wenn einer der Partner Angst oder Depressionen hatte. Hier gab es bei 9,7 Prozent körperliche Gewalt gegen Frauen und bei 14,3 Prozent Gewalt gegen Kinder.

Mehr zur Studie der Technischen Universität München erfahren Sie hier.

+++ Wuhan: Keine neuen Fälle nach Testung +++

(02.06.2020, 11:55 Uhr)

Am 14. Mai begann Wuhan damit, alle Einwohner auf das Coronavirus zu testen, nachdem ein neues Cluster entdeckt worden war. Am heutigen Dienstag ist die Testreihe mit 9,9 Millionen Tests beendet worden. Das Ergebnis ist mutmachend: Es wurde keine weitere Infektion festgestellt.

Dabei muss allerdings festgehalten werden, dass China asymptomatische Fälle nicht in die offizielle Statistik einfließen lässt. Von diesen wurden 300 Fälle festgestellt. Sie und 1174 Kontaktpersonen wurden in Quarantäne gebracht.

+++ Neue Saison der Formel 1 beginnt im Juli +++

(02.06.2020, 11:45 Uhr)

Die neue Saison der Formel 1 hat nach Verzögerungen durch das Coronavirus nun einen Starttermin gefunden. Ein Rennen in Deutschland gibt es vorerst nicht.

+++ Bahn: Fahrgastzahl erholt sich allmählich +++

(02.06.2020, 11:25 Uhr)

Nach dem tiefen Einbruch in der Corona-Krise fahren wieder mehr Menschen mit der Bahn. “Wir sehen eine allmähliche Erholung der Fahrgastzahlen”, teilte Fernverkehrschef Michael Peterson am Dienstag mit. Am langen Pfingstwochenende seien 750 000 Fahrgäste in die Fernzüge gestiegen, etwa halb so viele wie vor einem Jahr. Auch am Himmelfahrtswochenende hatte es etwa 750 000 Fahrgäste gebeben.

Damit die Fahrgäste Abstand halten können, zeigen App und Website der Bahn Züge schon als stark nachgefragt an, wenn die Hälfte der Plätze gebucht ist. “Im Großen und Ganzen klappt das”, sagte der Vorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Detlef Neuß. Auf Hauptstrecken sei das Abstandhalten an Pfingsten aber nur bedingt gelungen.

+++ Erster Corona-Toter in Rohingya-Flüchtlingslager +++

(02.06.2020, 11:05 Uhr)

In Bangladesch gibt es in einem der größten Flüchtlingslager weltweit erstmals einen Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Der 71-jährige Rohingya sei in der Nacht auf Dienstag gestorben, sagten die zuständigen Behörden der Deutschen Presse-Agentur. Er sei einer von 30 Menschen im Lager, die bisher positiv auf das Virus getestet worden seien.

+++ Gute Nachrichten aus Estland und Spanien +++

(02.06.2020, 11 Uhr)

Spanien hat erstmals seit März keinen einzigen Todesfall in den letzten 24 Stunden vermeldet. Ebenfalls gute Nachrichten hat Estland zu vermelden: Dort wurden erstmals innerhalb von 24 Stunden keine Neuinfektionen gemeldet.

+++ Italien startet seine Corona-Warn-App +++

(02.06.2020, 10:45 Uhr)

Italien startet mit seiner angekündigten Warn-App im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die Anwendung auf dem Smartphone soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Die kostenlose App mit dem Namen «Immuni», die ein Mailänder Unternehmen entwickelt hat, stehe zum Runterladen aufs Handy bereit, teilte das Gesundheitsministerium in Rom am Montagabend mit. Ab kommendem Montag (8. Juni) würden die Funktionen aktiviert, allerdings zunächst nur in 4 von 20 Regionen Italiens.

An den Plänen für die App hatte es Kritik von Datenschützern gegeben. Dazu erläuterte das Ministerium, die «Immuni»-Anwendung sei im Einklang mit italienischen und europäischen Gesetzen zum Schutz der Privatsphäre entwickelt worden. Die deutsche App ist für Mitte Juni geplant.

+++ GKV: Müssen Beiträge zur Krankenkasse erhöht werden? +++

(02.06.2020, 10:40 Uhr)

Der “Neuen Osnabrücker Zeitung” liegt eine Stellungsnahme des GKV-Spitzenverbandes vor. Darin wird unter anderem gefordert, die Vergütung der Labore für Tests auf das Coronavirus deutlich zu senken. Insgesamt wird vor einer deutlichen Erhöhung der Krankenkassenbeiträge gewarnt, weil das geplante Testen in großen Dimensionen enorme Summen verschlingen würde.

Bei einer Million Tests pro Woche würden zu den aktuellen Konditionen bis Jahresende Kosten von 1,7 Milliarden Euro entstehen. Bis März 2021, dann endet erst die Geltungsdauer der Verordnung, wären es 2,4 Milliarden Euro. Würden diese über die Krankenkassen aufgefangen, müssten die Beiträge um 0,2 Punkte erhöht werden.

+++ Übersicht: So sind die Regeln in den Bundesländern +++

(02.06.2020, 10:15 Uhr)

Viele Bundesländer lockern schrittweise die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das Pfingstwochenende war dabei ein neuer Meilenstein. Entsprechend lohnt sich zum verspäteten Wochenstart am Dienstag ein Blick auf die Neuerungen in den einzelnen Bundesländern. Hier finden Sie eine Übersicht.

+++ Mehr als 100 000 Corona-Infektionen in Chile +++

(02.06.2020, 09:55 Uhr)

In Chile haben sich nach Angaben der US-Universität Johns Hopkins bereits mehr als 100 000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Über 1100 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Infektion mit dem Virus in dem südamerikanischen Land ums Leben gekommen. Zuletzt war es in Chile immer wieder zu Protesten gekommen. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, steht der Großraum Santiago seit Wochen unter Quarantäne.

Erst am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewarnt, dass der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie in Süd- und Zentralamerika noch nicht erreicht sei. Zu den Ländern mit hohen Zahlen von neuen Infizierten zählt die WHO neben Chile vor allem Brasilien, Peru und auch Mexiko.

+++ CDU: Unternehmen Verlust-Rücktrag von maximal 3 Millionen ermöglichen +++

(02.06.2020, 09:40 Uhr)

Die CDU will Unternehmen in der Corona-Krise die Verrechnung von Gewinnen aus den Vorjahren mit aktuellen Verlusten im Umfang von maximal drei Millionen Euro ermöglichen. Diese steuerliche Vergünstigung solle für die Jahre 2020 und 2021 auf drei Jahre erweitert werden, hieß es am Dienstag aus der CDU vor den mit Spannung erwarteten Beratungen der Koalitionsspitzen über ein Paket von Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur.

+++ Real Madrid beendet Saison in anderem Stadion +++

(02.06.2020, 09:25 Uhr)

Spanische Medien berichten übereinstimmend, dass Real Madrid die Saison, sobald sie in Spanien wieder aufgenommen wird, nicht im Santiago Bernabeu beendet. Der Aufwand dafür sei angesichts der Geisterspiele zu groß, ließ Präsident Florentino Perez wohl in einem Schreiben mitteilen. Vielmehr werden die Königlichen im Trainingsstadion Estadio Alfredo di Stéfano in Valdebebas außerhalb von Madrid spielen.

+++ Kinderhilfswerk fordert mehr Mitbestimmung von Schülern bei Schulöffnungen +++

(02.06.2020, 08:55 Uhr)

Das Kinderhilfswerk und die Bundesschülerkonferenz haben eine stärkere Beteiligung der Schüler an den Konzepten für Schulöffnungen gefordert. Gerade jetzt sollten "Erwachsene nicht so tun, als wären wir stets allwissend", erklärte Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, am Dienstag. Es brauche die Expertise der Schüler bei der sie betreffenden Öffnung der Schulen, mahnte er in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Bundesschülerkonferenz.

+++ Ifo-Institut: Zahl der Kurzarbeiter im Mai bei 7,3 Millionen +++

(02.06.2020, 08:37 Uhr)

Nach Berechnungen des Münchener Ifo-Instituts sind im Mai 7,3 Millionen Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit gewesen. "Diese Zahl war noch nie so hoch", erklärte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link am Dienstag. "In der Finanzkrise lag der Gipfel der Kurzarbeit im Mai 2009 bei knapp 1,5 Millionen Menschen."

In der Corona-Krise hatten die Unternehmen ursprünglich 10,1 Millionen Arbeitnehmer zur Kurzarbeit angemeldet. Laut Daten des Ifo-Instituts wurden davon tatsächlich 71,6 Prozent in Kurzarbeit geschickt.

+++ WHO warnt vor übermäßigem Antibiotika-Einsatz bei Covid-19-Patienten +++

(02.06.2020, 06:30 Uhr)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Steigerung der Zahl der Todesfälle in der Corona-Krise durch den übermäßigen Einsatz von Antibiotika gewarnt. Die stark gestiegene Verabreichung von Antibiotika werde zu zunehmenden Resistenzen von Bakterien gegen diese Mittel führen, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in einer Online-Pressekonferenz. Dadurch würden während der Pandemie und danach die Erkrankungen und Todesfälle durch bakterielle Infektionen zunehmen.

Nach Angaben der WHO braucht nur ein geringer Anteil der Patienten mit der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 Antibiotika, um bakterielle Begleitinfektionen der Erkrankung zu behandeln. In einem Ratgeber für Ärzte empfiehlt die UN-Unterorganisation, die Verabreichung von Antibiotika bei Covid-19-Patienten mit nur leichtem Krankheitsverlauf zu unterlassen, solange kein konkreter Verdacht auf eine bakterielle Infektion besteht.

+++ Koalition berät über milliardenschwere Konjunkturhilfen +++

(02.06.2020, 05:55 Uhr)

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition wollen an diesem Dienstag ein Milliardenpaket zur Ankurbelung der Konjunktur in der Corona-Krise beschließen. Bei dem Treffen im Kanzleramt (vorauss. gg. 14.00 Uhr) mit Spitzenvertretern der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht es um Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen, Familien und Kommunen. Im Gespräch waren zuletzt unter anderem eine Einmalzahlung an Familien von 300 Euro pro Kind, Kaufprämien für Autos, Steuerentlastungen für Unternehmen, eine frühere Abschaffung des Solidaritätszuschlags und finanzielle Hilfen des Bundes für Städte und Gemeinden. Der "Bild am Sonntag" zufolge geht es um ein Volumen von bis zu 80 Milliarden Euro.

+++ RKI meldet 213 Neuinfektionen in Deutschland +++

(02.06.2020, 05:30 Uhr)

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 213 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182 028 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 02.06. 0 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8522 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 166 400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montag bei 1,20 (Datenstand 1.6. 0 Uhr; Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 1.6. 0 Uhr) bei 0,95 (Vortag: 0,90). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

+++ Politiker und Forscher fordern frühen G20-Gipfel wegen Corona-Krise +++

(02.06.2020, 05:18 Uhr)

225 früher hochrangige Politiker, Gesundheitsexperten und Forscher haben einen zeitnahen G20-Gipfel gefordert, um armen Ländern in der Corona-Krise zu helfen. Die Pandemie treibe Millionen Menschen in die Armut, erklärten die Unterzeichner am Dienstag in einem offenen Brief.

Zu ihnen zählen auch der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer, der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, die britischen Ex-Premierminister Gordon Brown, Tony Blair und John Mayor sowie der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Die Unterzeichner fordern unter anderem einen erheblichen Schuldenerlass für arme Staaten sowie wirkungsvolle Finanzspritzen zur Unterstützung von Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung sowie für Impfstoffe gegen das Coronavirus.

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Die Meldungen vom Vortag lesen Sie hier:

+++ Frankreich lockert Corona-Beschränkungen - Cafés wieder offen +++

(01.06.2020, 19:44 Uhr)

In Frankreich werden am Dienstag coronabedingte Beschränkungen weiter gelockert. Dazu gehört die Öffnung von Restaurants und Cafés, die Sicherheitsbestimmungen befolgen müssen. Im Pariser Großraum, der schwerer von der Covid-19-Pandemie getroffen ist, darf aber nur auf den Außenterrassen gegessen und getrunken werden.

Es fällt auch die bisherige Regelung weg, wonach Reisen mit mehr als 100 Kilometer Entfernung vom Wohnort nur mit triftigem Grund möglich sind. Theater sollen fast im ganzen Land wieder öffnen, Strände werden laut Ankündigung der Regierung wieder zugänglich sein. Frankreich ist mit fast 29 000 Toten besonders heftig von der Pandemie getroffen. Die Regierung hatte Mitte März strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen und diese erstmals am 11. Mai gelockert. (dpa)

+++ WHO: Corona-Höhepunkt in Süd- und Mittelamerika noch nicht abzusehen +++

(01.06.2020, 19:30 Uhr)

Der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie ist nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Süd- und Zentralamerika noch nicht erreicht. «Süd- und vor allem Zentralamerika sind sicherlich zu Zonen intensiver Infektionen geworden», sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montagabend. «Ich glaube nicht, dass wir den Höhepunkt der Übertragungen dort schon erreicht haben.» Wann das geschehe, sei nicht vorauszusagen.

Zu den Ländern mit hohen Zahlen von neuen Infizierten gehörten Brasilien, Peru, Chile und Mexiko, sagte Ryan. In vielen Ländern kämen die Gesundheitssysteme unter Druck. «Sie brauchen unsere Unterstützung und unsere Solidarität.» Es gebe gute Beispiele von Ländern, die mit der gesamten Regierung und der Gesellschaft gegen das Virus kämpften, und andere, «wo es Schwächen gibt». Namen nannte er nicht. Brasilien wird kritisiert, weil der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro Maßnahmen, die Wirtschaft und Gesellschaft einschränken, ablehnt. Das Land hat mehr als eine halbe Million Infektionen und damit nach den USA die zweithöchste Zahl. (dpa)

+++ Zahl der neuen Corona-Infektionen in Italien sinkt +++

(01.06.2020, 19:06 Uhr)

Kurz vor der Öffnung Italiens für ausländische Urlauber gehen die Corona-Zahlen weiter zurück: Der italienische Zivilschutz in Rom meldete am Montag knapp 178 neu registrierte Infektionsfälle innerhalb von 24 Stunden. Das sei der niedrigste Wert seit dem 26. Februar, erläuterten die Experten der Behörde. Er lag auch unter den Zahlen aus Deutschland. Dort hatten die Gesundheitsämter zuletzt dem Robert Koch-Institut 333 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. (dpa)

+++ Brüsseler Atomium nach Corona-Krise wieder geöffnet +++

(01.06.2020, 18:45 Uhr)

Das Atomium ist wieder offen: Das wegen der Corona-Pandemie geschlossene Brüsseler Wahrzeichen kann seit Montag wieder besichtigt werden, allerdings unter strengen Auflagen. So dürfen nur 150 Personen gleichzeitig in dem spektakulären Bauwerk im Norden der Stadt sein. Den Besuchern wird beim Eintreten Fieber gemessen. Tickets kann man nur online bestellen.

Das zur Weltausstellung 1958 errichtete Atomium ist die begehbare Nachbildung eines Eisenkristalls mit neun Atomen, 165 Milliarden Mal vergrößert. Es zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der belgischen Hauptstadt und zieht normalerweise mehrere hunderttausend Besucher pro Jahr an. (dpa)

+++ Ukraine will internationale Flüge ab Mitte Juni wieder aufnehmen +++

(01.06.2020, 17:47 Uhr)

Die Ukraine will die wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Flugverbindungen ins Ausland in zwei Wochen wieder aufnehmen. Der zweitgrößte Flughafen der Hauptstadt Kiew kündigte am Montag an, ab dem 16. Juni wieder Ziele in Deutschland anzufliegen, darunter Berlin, Nürnberg, Hannover und Bremen. Infrastrukturminister Wladislaw Krikli sagte im ukrainischen Fernsehen, der Termin sei allerdings abhängig von der Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Vor allem soll es wieder Verbindungen in Urlaubsregionen wie Zypern, die Türkei, Griechenland und Georgien geben. Direkte Verbindungen nach Italien und Spanien werde es vorerst aus epidemiologischen Gründen nicht geben, sagte der Minister. Inlandsflüge könnten bereits etwas früher wieder aufgenommen werden. Einreisende müssen sich entweder in eine 14-tägige Selbstisolation begeben oder einen Schnelltest auf eine Coronavirus-Infektion am Flughafen bestehen. (dpa)

+++ Schweden meldet nach Tag ohne Corona-Tote acht neue Todesfälle +++

(01.06.2020, 17:25 Uhr)

Schweden hat am Montag acht neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, nachdem der Sonntag der erste Tag ohne Corona-Tote seit März gewesen war. Wie die staatliche Gesundheitsbehörde weiter mitteilte, stieg die Zahl der Todesfälle auf 4403. Etwa 37 800 Menschen infizierten sich bisher. Den ersten Todesfall hatte das skandinavische Land am 11. März registriert.

Bereits am Sonntag hatte die Behörde aber gesagt, über das Wochenende verzögerten sich für gewöhnlich die Meldungen über neue Opfer. «Wir werden morgen (Dienstag) wahrscheinlich weitere Todesfälle gemeldet bekommen», sagte der Epidemiologe Anders Tegnell von der Gesundheitsbehörde. «Aber es ist positiv, dass wir für ein paar Tage geringe Zahlen hatten.» (dpa)

+++ Lufthansa-Aufsichtsrat nimmt Auflagen für Staatshilfen an +++

(01.06.2020, 16:34 Uhr)

Der Aufsichtsrat der schwer angeschlagenen Lufthansa akzeptiert die von der EU-Kommission gestellten Auflagen für ein staatliches Rettungspaket. Das teilte die Fluggesellschaft am Montag nach einer Sitzung des Gremiums mit. Lufthansa muss Start- und Landerechte in Frankfurt und München abgeben. Die Hauptversammlung muss noch zustimmen. (dpa)

+++ Göttinger Corona-Ausbruch: Behörden aktiv +++

(01.06.2020, 15:38 Uhr)

Eine Shisha-Bar in Göttingen steht im Zentrum eines Corona-Ausbruchs. Was genau in der Bar passierte, ist noch unklar.

Fest steht nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Göttingen bisher nur: Die Bar hatte geöffnet, obwohl sie es wegen der Corona-Auflagen eigentlich noch nicht durfte. Und: Mehrere Menschen, die später an Covid-19 erkrankten, waren zuvor in der Bar. Ob sie dort gemeinsam aus einer Wasserpfeife rauchten, wie es in Shisha-Bars üblich ist, ist noch offen. «Die Bar wurde geschlossen, nun wird ein Bußgeldverfahren geprüft», sagte Stadtsprecherin Cordula Dankert.

Die Behörden in Göttingen arbeiten weiter mit Hochdruck daran, alle Personen ausfindig zu machen, die mit den Erkrankten Kontakt hatten. Bis zum Mittag waren 310 Menschen identifiziert worden, darunter Dutzende Kinder und Jugendliche, die nun alle in strenge Quarantäne müssen. «Sie dürfen ihre Wohnungen nicht verlassen, auch nicht zum Einkaufen», betonte Stadtsprecherin Cordula Dankert. 36 Menschen wurden bisher positiv auf Sars-CoV-2 getestet, einer davon ist schwer erkrankt. (dpa)

Mehr dazu lesen Sie hier

+++ Slowakei öffnet Schulen erstmals wieder nach Corona-Pause +++

(01.06.2020, 15:09 Uhr)

Fast alle Grundschulen der Slowakei haben am Montag unter strengen Hygieneauflagen erstmals seit März wieder für die erste bis fünfte Schulstufe geöffnet. Für ältere Schüler gibt es hingegen weiterhin nur Online-Unterricht. Auch alle Kindergärten des Landes durften am Montag wieder öffnen. Präsidentin Zuzana Caputova, Regierungschef Igor Matovic und andere Spitzenpolitiker besuchten einzelne Schulen für Fototermine zur Wiedereröffnung.

Obwohl es in der Slowakei grundsätzlich eine neunjährige Schulpflicht gibt, ist die Teilnahme am Unterricht vorerst freiwillig. Die Eltern mussten voraus entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. Obwohl die Slowakei zu den am wenigsten von Covid-19 betroffenen Ländern Europas zählt, ist die Furcht vor Ansteckungen auch aufgrund der täglich über Facebook verbreiteten Warnungen des populistisch-konservativen Regierungschefs Igor Matovic groß. Bildungsminister Branislav Gröhling schätzte die Zahl der Unterrichtsanmeldungen auf 70 bis 80 Prozent der Schüler. (dpa)

+++ Estland und Litauen öffnen Grenzen +++

(01.06.2020, 14:36 Uhr)

Estland und Litauen haben zum 1. Juni ihre Grenzen wieder für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Coronavirus-Ansteckungsraten geöffnet. Auch die Bewohner der beiden baltischen EU-Staaten im Nordosten Europas können seit Pfingstmontag mehr Freiheiten genießen: Die Beschränkungen für öffentliche Veranstaltungen und die Öffnungszeiten gastronomischer Betriebe wurden gelockert.

Auf Beschluss der Regierungen in Tallinn und Vilnius dürfen Bürger aus EU-Staaten, Länder des Schengenraums, Großbritannien und Nordirland wieder in die beiden Ostseestaaten einreisen. Dabei entfällt die Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 15 Fällen pro 100 000 Einwohner. Wer aus Ländern mit einer höheren Infektionsrate einreist, muss sich für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Nach Angaben der Außenministerien können demnach gegenwärtig jeweils Bürger aus 24 Staaten ohne Quarantäne einreisen - darunter auch Deutschland. Die Liste mit den Ländern werde einmal pro Woche überprüft. (dpa)

+++ WHO-Umfrage: Andere Patienten wegen Covid-19-Fokus weniger behandelt +++

(01.06.2020, 14:04 Uhr)

Die Corona-Pandemie hat die Versorgung von anderweitig Kranken weltweit schwer beeinträchtigt. Das geht aus einer Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai in 155 Ländern hervor. “Länder müssen innovative Lösungen finden, um während des Kampfes gegen Covid-19 die wichtigen Gesundheitsdienste auch bei nicht übertragbaren Krankheiten aufrechtzuerhalten”, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. Covid-19 ist die Krankheit, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann.

Nach der Umfrage mussten 31 Prozent der Länder die Versorgung bei akuten Herz-Kreislauf-Problemen einschränken oder ganz unterbrechen. 42 Prozent beschnitten die Versorgung bei Krebspatienten, 49 Prozent bei Diabetes-Patienten und mehr als die Hälfte konnte die Versorgung bei Menschen mit Bluthochdruck nicht wie sonst aufrechterhalten. Reha-Programme wurden in 63 Prozent der Länder zurückgefahren. Vorsorgeprogramme, etwa zur Erkennung von Brustkrebs, waren auch betroffen. Besonders stark waren die Einschnitte in Ländern mit niedrigen Einkommen.

In den meisten Fällen wurden Termine abgesagt, weil Personal für die Behandlung von Covid-19-Patienten abgezogen wurde, oder weil Menschen wegen der Ausgehbeschränkungen nicht zu Terminen kommen konnten. An nicht übertragbaren Krankheiten sterben nach Schätzungen der WHO jedes Jahr 41 Millionen Menschen. Das sind 71 Prozent der Todesfälle weltweit. (dpa)

+++ Zu lange Warteschlange vor Toilette - Corona-Einsätze auf Sylt +++

(01.06.2020, 13:26 Uhr)

Das schöne Pfingstwetter hat auf Sylt die Menschen an die Strände gelockt und vor allem am Samstag zu dem ein oder anderen coronabedingten Einsatz geführt. «Es waren einfach zu viele Menschen», sagte die Bürgermeisterin von Kampen, Stefanie Böhm, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. So habe es am Samstag größere Menschengruppen gegeben, die am Kampener Strand gewesen seien.

Nach Angaben der Polizei warteten an einem Strandübergang in der Gemeinde vor einer öffentlichen Toilette Menschen im dreistelligen Bereich. Die Beamten hätten dem Ordnungsamt empfohlen, zur Entzerrung mobile Toiletten aufzustellen. Auch sonst habe es Corona-Einsätze auf der Insel gegeben. Diese seien aber zählbar gewesen. Zahlen nannte die Polizei, die mit verstärkter Präsenz auf der Insel unterwegs war, nicht. Zuvor hatten Medien darüber berichtet. (dpa)

+++ Erste Lockerungen in Moskau trotz hoher Corona-Infektionszahlen +++

(01.06.2020, 12:54 Uhr)

Trotz weiter steigender Corona-Infektionszahlen sind in der russischen Hauptstadt Moskau die Schutzmaßnahmen gelockert worden. Nach wochenlanger Schließung öffneten am Montag Einkaufszentren wieder, darunter das Nobel-Kaufhaus GUM in unmittelbarer Nähe des Kreml. Auch Dienstleistungsbetriebe nahmen die Arbeit wieder auf. Mehr als 300 000 Menschen kehrten an ihre Arbeitsplätze zurück.

Nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangssperre darf man nun an einzelnen Tagen wieder spazieren gehen und morgens zwischen 5.00 und 9.00 Uhr draußen Sport treiben. Allerdings gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Mund- und Nasenschutz ist nun bei allen Spaziergängen vorgeschrieben und nicht mehr nur in öffentlichen Räumen und bei Fahrten mit der U-Bahn oder dem Bus. In öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkauf müssen wie schon zuvor Handschuhe getragen werden.

Ungeachtet dessen gab es auch zu Wochenbeginn mehr als 9000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Damit stieg die Zahl landesweit mehr als 414 800. 4855 Menschen starben. Mehr als 175 800 Menschen galten als genesen. (dpa)

+++ Bahn: Pfingstreiseverkehr lief “entspannt“ +++

(01.06.2020, 12:36 Uhr)

Die Zahl der Fahrgäste der Deutschen Bahn hat nach Angaben des Unternehmens über Pfingsten im Vergleich zu den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. «Es waren rund halb so viele Reisende unterwegs wie an den Pfingsttagen in den Vorjahren», erklärte ein Sprecher am Montag. Der Pfingstreiseverkehr sei «entspannt» gelaufen. Wegen der Corona-Pandemie und der eingeschränkten Reisemöglichkeiten waren im Frühjahr weniger Menschen in Deutschland unterwegs als sonst. (dpa)

+++ Endlich wieder Wein und Bier: Südafrika hebt strikten Alkoholbann auf +++

(01.06.2020, 11:48 Uhr)

Lange Schlangen und Freudentänze vor Südafrikas Spirituosenläden: Nach gut zweimonatigem Alkoholverbot im Rahmen der Corona-Restriktionen hat der Kap-Staat am Montag seinen Verkaufsbann für Wein, Bier oder Schnaps aufgehoben. Viele Menschen sagten vor laufender Kamera, dass sie sich bereits ab 6.00 Uhr in die Warteschlangen eingereiht hätten.

Die meisten Bereiche der Wirtschaft wurden ebenso wie die Schulen wieder vorsichtig geöffnet. Ausgenommen von den Lockerungen der strikten Corona-Restriktionen - von der Stufe vier aufs jetzige Niveau drei - blieb allerdings der Tabakbann. Die Tabakindustrie des Landes geht nun gerichtlich dagegen vor. (dpa)

+++ Corona-positiv: Belgischer Prinz entschuldigt sich nach Skandal-Party +++

(01.06.2020, 11:26 Uhr)

Ein positiv auf Corona getesteter Neffe von Belgiens König Philippe hat sich in Spanien nach seiner Teilnahme an einer wegen der Pandemie illegalen Party entschuldigt. «Ich bereue meine Handlungen zutiefst und akzeptiere die Konsequenzen», schrieb Prinz Joachim in einer Mitteilung an spanische Medien. Die spanischen Behörden hatten zuvor wegen des Verdachts auf Verstoß gegen die Corona-Bestimmungen bereits Ermittlungen eingeleitet.

Joachim hatte am Dienstag voriger Woche im südspanischen Córdoba an einer Feier einer Familie teilgenommen, die nach Angaben der spanischen Behörden insgesamt 27 Teilnehmer hatte. Zu dem Zeitpunkt waren in der Region Andalusien wegen des Virus nur Zusammenkünfte von maximal 15 Personen zulässig. (dpa)

+++ Befragung belegt Zusammenhang von Corona und Verlust des Geruchssinns +++

(01.06.2020, 11:06 Uhr)

Eine international angelegte Befragung belegt, dass eine Coronainfektion mit dem Verlust des Geruchssinns einhergehen kann. Das Virus greife offenbar Zellen des Riechepithels an und sorge für einen Ausfall der Rezeptoren, teilte das an der Analys beteiligte Universitätsklinikum Dresden am Pfingstmontag mit. Da sich die Zellen regelmäßig erneuern, klinge die Geruchsstörung bei vielen Betroffenen auch wieder ab. Das Phänomen gehe - anders als etwa bei einem grippalen Infekt - nicht mit einer verstopften Nase einher.

Die Ergebnisse resultieren aus einer Onlinebefragung und basieren auf Beiträgen von gut 4000 Patienten mit Covid-19-Diagnose aus mehr als 40 Ländern, wie es hieß. Die Analyse wurde bisher nur in einer sogenannten Preprint-Version veröffentlicht, sie wurde noch nicht von unabhängigen Gutachtern beurteilt und in einer Fachzeitschhrift veröffentlicht.

Viele der Angaben stammen aus den USA, Frankreich und Italien. “Wir erleben aber auch in Deutschland immer mehr ehemalige Corona-Patienten, die nach der Erkrankung über eine eingeschränkte Riechfähigkeit klagen”, erklärte Thomas Hummel. Der Professor leitet das interdisziplinäre Zentrum “Riechen und Schmecken” an der HNO- Klinik des Dresdner Uniklinikums. Eine plötzlich aufgetretene Riechstörung könne ein Hinweis auf eine mögliche Corona-Infektion sein. (dpa)

+++ Großer Basar in Istanbul wieder geöffnet +++

(01.06.2020, 10:43 Uhr)

Der berühmte Große Basar von Istanbul ist nach mehr als zwei Monaten Pause wegen der Corona-Pandemie wieder für Besucher zugänglich. Es öffneten zunächst nur 11 der insgesamt 22 Tore des Basars, sagte Gouverneur Ali Yerlikaya am Montag. Zudem gelte eine Maskenpflicht.

Der Goldhändler Fatih Lebit sagte der Deutschen Presse-Agentur: “Wir sind sehr glücklich, das hier ist ein historischer Ort.” Es gebe schon am ersten Tag viele Besucher, aber der Basar sei nicht so belebt wie gewöhnlich. “Es sind keine Touristen da”, sagte er.

Ankara hofft ab Mitte Juni auf ausländische Touristen und erwartet, dass die Bundesregierung ihre weltweite Reisewarnung noch vor den Sommerferien auch vor die Türkei aufhebt. Ihren internationalen Flugverkehr wollte die Türkei zuletzt am 10. Juni wieder aufnehmen. (dpa)

+++ Verbrauchern droht höherer Strompreis +++

(01.06.2020, 10:18 Uhr)

Den Verbrauchern in Deutschland droht im kommenden Jahr ein kräftiger Anstieg ihrer Stromkosten. Der bundesweite Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde könnte um 7 Prozent auf 32,2 Cent hochschnellen, wenn der erwartete Anstieg der Ökostromumlage nicht verhindert wird, hat das Vergleichsportal Verivox errechnet. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden müsse in diesem Fall mit Mehrkosten von 88 Euro rechnen.

Nach einer Prognose der Denkfabrik Agora Energiewende könnte die Umlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien 2021 vor allem wegen des deutlich gesunkenen Strompreises an der Börse und des Einbruchs der Stromnachfrage durch die Corona-Krise von jetzt 6,8 Cent je Kilowattstunde auf ein Rekordhoch von etwa 8,6 Cent steigen. Auch der Energieversorger Eon und die IG Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) rechnen mit einem ähnlichen Anstieg, wenn nicht gegengesteuert werde. (dpa)

+++ Chef des Digitalausschusses zur Corona-Warn-App: Wunderbare Nachricht +++

(01.06.2020, 09:42 Uhr)

Als «wunderbare Nachricht» hat der Vorsitzende des Bundestagsausschusses Digitale Agenda, Manuel Höferlin, die Veröffentlichung des kompletten Programmcodes der Corona-Warn-App bezeichnet. “Die Entwicklung zeigt: Gesundheitsschutz und Datenschutz sind gleichzeitig möglich”, erklärte der FDP-Politiker in Berlin. “Ich bin sicher, dass durch den Open-Source-Ansatz mehr Vertrauen geschaffen werden kann als durch jede gesetzliche Regelung, wie sie gerade von Grünen und Linken gefordert wird.” Wichtig sei nun, dass die App so schnell wie möglich zum Download bereitstehe.

Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben inzwischen den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt. “Über Pfingsten haben wir alle restlichen, noch nicht veröffentlichten Quellcodes für die App auf der Entwickler-Plattform GitHub publiziert”, erklärten Sprecher der Deutschen Telekom und der SAP AG. So seien alle Codes der vollständigen App für die Experten-Community einsehbar. Damit lösen die beiden Konzerne ihr Versprechen ein, die Tracing-App möglichst transparent zu entwickeln. (dpa)

+++ Spargelbauern unter Druck +++

(01.06.2020, 09:13 Uhr)

Die Wachstumsjahre beim Spargelanbau sind offenbar vorbei: Auch wegen der Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Krise rechnen Experten mit einer deutlich geringeren Ernte. Nach Einschätzung der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn könnte die Ernte dieses Jahr um rund 30 Prozent unter der des Vorjahres liegen. 2019 wurden bundesweit 122 000 Tonnen geerntet. Das waren bereits acht Prozent weniger Erntemenge als im Rekordjahr 2018.

Der Rückgang der Erntemenge entspreche ungefähr dem Anteil der Gastronomie am Spargelabsatz. Weil bis Mitte Mai Gaststätten und Restaurants aufgrund der Corona-Verordnungen geschlossen hatten, fiel der Absatz an die Gastronomiekunden in dieser Zeit komplett weg, sagte AMI-Experte Michael Koch. Dafür hätten die Privathaushalte gerne Spargel gekauft.

Schon die vergangenen Jahre seien wirtschaftlich schwierig gewesen, sagte der Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen, Fred Eickhorst. Einige Spargelbetriebe stünden vor dem Aus. (dpa)

+++ Studie: Sterberisiko nach Operationen bei Corona-Infizierten erhöht +++

(01.06.2020, 08:55 Uhr)

Eine Coronavirus-Infektion erhöht einer internationalen Studie zufolge das Sterberisiko von Patienten nach einer Operation. Vor planbaren Eingriffen sollte deshalb eine Infektion mit Sars-CoV-2 möglichst ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse wurden von dem Forschungsnetzwerk CovidSurg Collaborative im Fachmagazin “The Lancet” veröffentlicht. Beteiligt war auch das Universitätsklinikum Tübingen, das in einer Mitteilung über die Untersuchung informierte.

Demnach haben die Forscher Daten von 1128 Patienten aus 235 Krankenhäusern in 24 Ländern untersucht. Das waren vor allem Krankenhäuser in Europa, aber auch in Afrika, Asien und Nordamerika. Mit dem Coronavirus Infizierte haben der Studie zufolge wesentlich schlechtere postoperative Ergebnisse als Patienten ohne die Infektion. Insgesamt betrug die Mortalität - also die Sterblichkeit - während der ersten 30 Tage nach der Operation 23,8 Prozent. Die Mortalität der Covid-19-Patienten war der Studie zufolge in allen Untergruppen erhöht, etwa bei Notfalleingriffen, bei kleineren OPs oder bei geplanten - elektiven - Eingriffen.

“Normalerweise erwarten wir, dass die Sterblichkeitsrate von Patienten, die sich elektiven Operation unterziehen, unter einem Prozent liegt”, sagt der Tübinger Mitautor der Studie, Alfred Königsrainer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie laut Mitteilung. “Diese Studie zeigt nun aber, dass die Sterblichkeitsrate bei Patienten, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind, selbst bei Routineoperationen ganz wesentlich erhöht ist.” Sie betrug in dieser Gruppe den Angaben zufolge fast 19 Prozent. (dpa)

+++ Verband fordert Ausstiegsprogramme für Prostituierte +++

(01.06.2020, 08:30 Uhr)

Die Frauenrechtsorganisation Solwodi verlangt, den coronabedingten Bann von Prostitution in ein generelles Sexkaufverbot übergehen zu lassen. “Die Ministerpräsidenten sollen sich mit der entsprechenden Aufforderung von Bundestagsabgeordneten auseinandersetzen und öffentlich Stellung zu ihrem Schreiben beziehen”, sagte Verbandsreferentin Helga Tauch der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Welthurentages (2.6.). Solwodi steht für “Solidarity with women in distress” (Solidarität mit Frauen in Bedrängnis). Die baden-württembergische Abgeordnete und Mitunterzeichnerin Leni Breymaier (SPD) sagte, auf sie bislang keiner der Regierungschefs zugekommen. Sie habe auch nichts dergleichen von ihren Kollegen gehört.

Der Brief der 16 Parlamentarier für einen andauernden Shutdown für Prostitution ist nach den Worten Tauchs angesichts der “einflussreichen Lobby der Sexindustrie” sehr mutig. Deutschland sei europaweites Schlusslicht beim Bann von käuflichem Sex und damit zum “Bordell Europas” verkommen, das für mafiöse Strukturen anfällig sei. Prostitution ist in Deutschland seit 2002 legal. (dpa)

+++ Infektionsmediziner: Schule ohne Abstandsregeln jetzt vertretbar +++

(01.06.2020, 08:11 Uhr)

Die Wiedereinführung von Schulunterricht ohne Abstandsregeln in der Corona-Krise ist nach Auffassung des Kieler Infektionsmediziners Helmut Fickenscher gerade vor den Sommerferien ein guter Zeitpunkt. “Die bisher erfolgreiche Eindämmung des Virus macht dies vertretbar und man kann in den wenigen Wochen bis zu den Ferien Erfahrungen sammeln, bei Gefahrensituationen gegensteuern und hat die langen Ferien als zeitlichen Sicherheitspuffer” sagte Fickenscher der Deutschen Presse-Agentur. “Das ist besser, als nach den Ferien ohne eine solche Erprobungsphase ins neue Schuljahr ohne Abstandsregeln zu starten und dann möglicherweise in schwierige Situationen zu kommen.”

Fickenscher ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten. (dpa)

+++ Mehr als halbe Million Corona-Infizierte in Brasilien +++

(01.06.2020, 07:46 Uhr)

Die Zahl der Corona-Fälle in Brasilien ist auf über eine halbe Million gestiegen. 514.849 Menschen haben sich nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, wie das Gesundheitsministerium des südamerikanischen Landes mitteilte.

Nach den USA ist Brasilien das Land mit den meisten Corona-Infektionen weltweit. Da im größten Staat Lateinamerikas relativ wenig getestet wird, dürfte die tatsächliche Zahl der Infizierten allerdings noch wesentlich höher sein.

Mindestens 29.314 Patienten sind bislang im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit liegt Brasilien nach den USA, Großbritannien und Italien bei der Zahl der Todesopfer der Pandemie an vierter Stelle. In vielen Städten Brasiliens haben die Krankenhäuser bereits ihre Belastungsgrenze erreicht. Die Behörden richten provisorische Kliniken in Fußballstadien ein und lassen auf riesigen Flächen neue Gräber ausheben. (dpa)

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+++ Corona-Umfragen: Verbraucher hatten Angst vor Versorgungsengpässen +++

(01.06.2020, 07:20 Uhr)

Ängste vor Versorgungsengpässen und vor steigenden Lebensmittelpreisen - dazu hat die Corona-Situation im Frühjahr bei vielen Verbrauchern in Deutschland geführt. Zu diesem Ergebnis kommen unabhängig voneinander zwei Analysen aus Niedersachsen, vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück und der Universität Göttingen.

Beide führten im April repräsentative Befragungen in Deutschland durch. Demnach gingen die Menschen in dieser Zeit weniger oft einkaufen, kauften aber insgesamt wohl mehr Waren.

Für die Analyse waren vom 22. bis zum 27. April 1056 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt worden, bei der Göttinger Umfrage vom 9. bis zum 20. April 947 Menschen. (dpa)

+++ Umfrage: Jeder Zweite würde sich gegen Corona impfen lassen +++

(01.06.2020, 07:09 Uhr)

Jeder zweite Deutsche würde sich nach einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn es einen Impfstoff gäbe. Jeder Vierte würde dies vielleicht tun, wie aus der repräsentativen Online-Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Jeder Fünfte der 2056 Befragten lehnt eine Impfung ab. Männer würden sich eher impfen lassen als Frauen.

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar. Erste zugelassene Impfstoffe dürften nach Einschätzung der meisten Experten frühestens im kommendem Jahr für den Masseneinsatz bereitstehen. Im Rahmen großer klinischer Studien könnten schon zuvor Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen erfolgen. Möglich ist allerdings auch, dass noch Jahre vergehen, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, der guten Schutz bietet.

In der Frage nach einer Impfpflicht gegen das Coronavirus sind die Deutschen gespalten: Während 44 Prozent der Befragten dafür plädierten, sind 40 Prozent dagegen. In der Corona-Krise kursieren Spekulationen über eine mögliche Impfpflicht. Die Bundesregierung hat indes wiederholt betont, dass sie eine künftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen werde. (dpa)

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