Coronavirus SARS-CoV-2: Die aktuellen Informationen im Liveblog

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Mehr als 4,6 Millionen Menschen haben sich mittlerweile weltweit mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt. Alle Informationen des Tages zur Corona-Krise gibt es hier im Liveblog.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Yahoo-Liveblog. (Bild: Getty Images)
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Das Wichtigste in Kürze:

Corona weltweit (dpa)
Corona weltweit (dpa)


+++ 138 Tote durch gepanschten Alkohol seit Beginn der Corona-Krise in Mexiko +++

(18.05.2020, 08:40 Uhr)

In Mexiko sind seit dem Beginn der Corona-Krise 138 Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol gestorben. Allein im Bundesstaat Puebla wurden 70 Opfer verzeichnet, wie das dortige Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. 15 Patienten würden im Krankenhaus behandelt, die meisten von ihnen schwebten in Lebensgefahr.

Bereits am Dienstag hatten die Behörden in Puebla mitgeteilt, dass nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol bei einer Trauerfeier in der Gemeinde Chiconcuautla mindestens 23 Menschen gestorben seien. Dutzende weitere Opfer wurden aus den Bundesstaaten Jalisco, Morelos, Yucatán und Veracruz gemeldet.

Nach Angaben der Behörden hatte die Corona-Pandemie zu Versorgungsengpässen bei alkoholischen Getränken geführt, was viele Menschen dazu getrieben habe, gepanschten Alkohol zu trinken. Die großen Brauereien im Land sind seit Anfang April geschlossen, die Bierproduktion soll erst im Juni wieder anlaufen.

+++ FDP-Generalsekretärin zeigt Verständnis für Corona-Proteste +++

(18.05.2020, 08:35 Uhr)

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg hat Verständnis für die Proteste gegen die Corona-Beschränkungen geäußert, nicht aber für Gewalt und Verschwörungstheorien. Die Pandemie erfordere "Rücksichtnahme der Bürger untereinander, nicht aber Frag- und Kritiklosigkeit gegenüber dem Staat", erklärte die FDP-Politikerin gegenüber der "Passauer Neuen Presse" vom Montag. Sie finde es grundsätzlich "legitim, nach der Verhältnismäßigkeit der Corona-Einschränkungen zu fragen".

+++ Vor Gespräch mit Merkel: Industrie und Verdi fordern weitere Hilfen +++

(18.05.2020, 08:30 Uhr)

Vor dem Gespräch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern der Sozialpartner an diesem Montag dringen Wirtschaft und Gewerkschaften auf weitere Hilfen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) verlangte von der Bundesregierung ein Sofortprogramm, um die Rezession einzudämmen und "das Überleben von Betrieben zu sichern". Im Zentrum müssten Steuerentlastungen für Unternehmen stehen, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf dem "Handelsblatt". Kempf nannte dabei eine stark ausgeweitete Verlustverrechnung, verbesserte Abschreibungsbedingungen sowie eine Senkung der Einkommen- und Körperschaftsteuersätze für Firmen, damit diese mehr investieren können.

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, forderte im "Handelsblatt" ein "Konjunkturpaket in der Größenordnung von drei bis vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts - also ungefähr 100 bis 150 Milliarden Euro". Auch sei jetzt die Zeit, über Konsumschecks zu reden. 

+++ Erste Fähren und Autozüge nach Sylt - Urlauber wollen auf die Inseln +++

(18.05.2020, 07:22 Uhr)

Das Wiederanfahren des Tourismus in Schleswig-Holstein hat am Montagmorgen begonnen: Erste Fähren und Autozüge fuhren nach Sylt. Von Dagebüll auf dem Festland legte eine erste Fähre um 5.00 Uhr nach Föhr ab, wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R) auf ihrem Onlineportal meldete.

Die umfassendsten Lockerungen seit Beginn der Corona-Krise sind in Schleswig-Holstein jetzt in Kraft getreten. So fällt seit Montag die Einreisesperre für Touristen auf dem Festland und den Inseln weg. Hotels ohne Wellnessbereiche und Ferienwohnungen dürfen wieder öffnen. Kapazitätslimits wie anderswo gibt es nicht. Die Kontaktbeschränkungen gelten aber auch hier.

+++ Weiterer Coronavirus-Ausbruch in deutschem Schlachthof +++

(18.05.2020, 06:35 Uhr)

Kurz vor Beratungen des sogenannten Corona-Kabinetts über die Missstände in der Fleischindustrie ist ein weiterer massiver Ausbruch des Virus in einem deutschen Schlachtbetrieb bekannt geworden. 92 Mitarbeiter eines Schlachthofs im niedersächsischen Dissen wurden positiv getestet, wie der Landkreis Osnabrück am Sonntagabend mitteilte. Die für die Bekämpfung des Virus zuständigen Kabinettsmitglieder wollen am Montag über eine mögliche stärkere Regulierung der Fleischbranche beraten.

Für die infizierten Mitarbeiter der Firma in Dissen und ihre Kontaktpersonen wurde Quarantäne angeordnet. Die Produktion in dem Schlachthof wurde ausgesetzt. Viele der Infizierten wohnten in Sammelunterkünften und würden von Subunternehmen beschäftigt, teilte der Landkreis ferner mit. Bereits zuvor waren in mehreren anderen deutschen Schlachthöfen zahlreiche Coronavirus-Infektionsfälle aufgetreten.

+++ Brasilien vermeldet mehr als 16 000 Corona-Tote +++

(18.05.2020, 06:05 Uhr)

Zwei Monate nach dem ersten registrierten Todesfall sind in Brasilien mehr als 16 000 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Sonntag hervor. Demnach starben in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 16 118 Menschen an der Lungenkrankheit. 241 080 Infizierte wurden inzwischen verzeichnet.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer deutlich.

+++ Corona-Krise: Auch Japans Wirtschaft stürzt in eine Rezession +++

(18.05.2020, 06:03 Uhr)

Wie Deutschland ist auch Japan im Zuge der Corona-Krise in eine Rezession gerutscht. Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im ersten Quartal dieses Jahres, auf das Jahr hochgerechnet, um real 3,4 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag auf vorläufiger Basis bekanntgab. Volkswirte hatten aber mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt war bereits im Schlussquartal 2019 wegen einer Erhöhung der Mehrwertsteuer geschrumpft, auf das Jahr hochgerechnet um 7,1 Prozent. Sinkt die Wirtschaftsleistung eines Landes zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession".

+++ Corona-Ausbruch bei Paketzusteller: Krisenstab kommt zusammen +++

(18.05.2020, 06:00 Uhr)

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Depot des Paketzustellers DPD in Hückelhoven will der Kreis Heinsberg am Montag über weitere Maßnahmen entscheiden. Der Krisenstab komme am Vormittag zusammen, sagte ein Kreissprecher. Das Unternehmen plant, zu Beginn der neuen Woche den vorübergehend geschlossenen Standort nach den Vorgaben des Gesundheitsamtes zu reinigen und zu desinfizieren, wie ein DPD-Sprecher ankündigte.

Der Paketzusteller hatte den Betrieb in Hückelhoven Ende vergangener Woche ausgesetzt und alle 400 Mitarbeiter in zweiwöchige Quarantäne geschickt. Nach vorläufigen Zahlen des Heinsberger Landrats Stephan Pusch (CDU) waren zunächst 80 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Etwa 340 der Proben seien ausgewertet, sagte Pusch am Samstag in einer Videobotschaft bei Facebook. Am Sonntag gab es bis zum Nachmittag keine neuen Zahlen.

+++ Griechenlands Außenminister wirbt um deutsche Sommergäste +++

(18.05.2020, 05:58 Uhr)

Angesichts der abgeflauten Corona-Pandemie wirbt die griechische Regierung um Urlauber aus Deutschland in diesem Sommer. Griechenland komme Schritt für Schritt aus der Krise und kehre zur Normalität zurück, sagte Außenminister Nikos Dendias dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). "Die Bewegungsfreiheit wird innerhalb des Landes wiederhergestellt, unsere Hotels bereiten sich auf ihre Wiedereröffnung vor, unsere Strände sind wieder zugänglich und archäologische Stätten öffnen wieder für die Öffentlichkeit."

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will an diesem Montag (13.00 Uhr) mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind neben Griechenland auch Spanien, Italien, Österreich, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen. Ziel ist ein Vorgehen im Gleichschritt bei der Öffnung der Grenzen für Touristen. In Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für Urlauber.

+++ Kieler grüne Ministerin gegen Scholz-Vorschlag zu Kommunen-Schirm +++

(18.05.2020, 05:56 Uhr)

Der Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zu einem Finanzschirm für Kommunen stößt in grünen Länderkreisen auf Widerspruch. Scholz will dabei die Nothilfen in der Corona-Krise an eine Entlastung von Altschulden koppeln - und die Länder sollen jeweils zur Hälfte mitzahlen. "Ich bin dafür, die Dinge zu trennen", sagte Schleswig-Holsteins grüne Finanzministerin Monika Heinold der "Süddeutschen Zeitung" (Montag).

"Das eine ist die Frage der Altschulden, die sehr differenziert zu betrachten ist." Die Kommunen im Norden hätten zwar keine hohen Altschulden, dafür sei das Land hoch verschuldet - auch, weil es den Gemeinden geholfen habe. "Das andere ist ein Corona-Rettungsschirm in der jetzigen Situation", sagte Heinold. "Wir müssen jetzt klären, wie die Kommunen mittelfristig wachsende Sozialkosten schultern können, und wie ein nachhaltiges Konjunkturprogramm finanziert werden kann."

Ein Konzeptpapier aus dem Bundesministerium sieht ein Hilfspaket von bis zu 57 Milliarden Euro vor, das Bund und Länder jeweils zur Hälfte stemmen sollen. Bayern lehnte den Vorschlag rundweg ab. Auch andere Unionspolitiker aus den Ländern kritisierten Scholz. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer verlangte von ihm, das Konzept zu überarbeiten. Kommunalverbände dagegen begrüßten Scholz' Ankündigung.

Im Bundestag reagierten Fachpolitiker der Oppositionsfraktionen gespalten. 

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Alle Meldungen vom Vortag lesen Sie hier:

+++ Alle aktuellen Meldungen und Entwicklungen zu Covid-19 ab sofort hier  +++

+++ Indien verlängert Lockdown bis Ende Mai +++

(17.05.2020, 23:46 Uhr)

Das zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde verlängert die wegen Covid-19 verhängte Ausgangssperre bis Ende Mai. Die beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden bis mindestens zum 31. Mai gelten, teilte das Innenministerium mit. Seit Ende März gilt eine Ausgangssperre für alle 1,3 Milliarden Bürger des Landes. In Indien wurden offiziell über 91.000 Infektionen mit dem Virus festgestellt, mehr als 2800 Erkrankte starben. Die Ausgangssperre sorgte für große Probleme vor allem für Millionen von Wanderarbeiten, die durch die Einstellung des Zugverkehrs nicht in ihre Heimatorte zurückkehren konnten. Experten bemängeln, dass in Indien nach wie vor zu wenige Menschen auf das Virus getestet werden.

+++ ZDF verschiebt «Wetten, dass..?»-Sonderausgabe +++

(17.05.2020, 22:50 Uhr)

Das ZDF verschiebt wegen der Corona-Krise eine geplante «Wetten, dass..?»-Sonderausgabe. «Thomas Gottschalk und das ZDF freuen sich nun auf eine spannende Show im kommenden Jahr», teilte das Zweite Deutsche Fernsehen in Mainz am Sonntagabend mit. Die Sendung war ursprünglich für den 7. November geplant.

ZDF-Showchef Oliver Heidemann erklärte: «"Wetten, dass..?" ist eine Show, die von der einzigartigen Atmosphäre einer großen, vollbesetzten Halle lebt. Das kann im Moment leider nicht seriös geplant werden. Der zweite Grund ist die fehlende Vorbereitungszeit für die oft skurrilen und aufwändigen Wetten.»

Entertainer Thomas Gottschalk, der am späten Sonntagabend im ZDF in seinen 70. Geburtstag hineinfeierte, sagte: «"Wetten, dass..?" kann keine Notausgabe sein, das muss 'ne Party sein und das muss 'ne Nostalgie-Party sein». Sämtliche Produktionen des Senders würden nach und nach einzeln geprüft, hieß es in der ZDF-Mitteilung weiter. Dabei werde aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie Rechnung getragen. (dpa)

+++ 92 Corona-Fälle - Fleischverarbeitender Betrieb setzt Produktion aus +++

(17.05.2020, 22:16 Uhr)

Wegen zahlreicher Coronavirus-Infektionen in der Belegschaft setzt ein fleischverarbeitender Betrieb in Niedersachsen die Produktion aus. Tests hatten ergeben, dass 92 Mitarbeiter des Betriebs in Dissen infiziert sind, wie der Landkreis Osnabrück am Sonntag mitteilte. Die betroffenen Mitarbeiter sowie deren Kontaktpersonen würden in Quarantäne geschickt, hieß es. Mit dem Land Niedersachsen werde nun das weitere Vorgehen beraten - dabei stehe die Frage im Zentrum, «ob das Unternehmen einen systemrelevanten Bereich der Lebensmittelindustrie darstellt». 

62 der positiv Getesteten wohnen den Angaben zufolge im Landkreis Osnabrück, teils in Sammelunterkünften. «Unter ihnen sind zahlreiche Kräfte, die von Subunternehmen beschäftigt werden.» Die Ermittlung der Kontaktpersonen war den Angaben zufolge noch nicht abgeschlossen. 

Man habe außerdem die Kreise Gütersloh, Steinfurt, Wesel und Vechta informiert, «in denen die weiteren 30 positiv Getesteten wohnen», teilte der Landkreis mit. In mehreren deutschen Schlachthöfen war die Krankheit Covid-19 zuletzt ausgebrochen, etwa in den nordrhein-westfälischen Städten Coesfeld und Oer-Erkenschwick. Die Fleischindustrie steht wegen prekärer Arbeits- und Unterkunftsbedingungen bereits seit vielen Jahren in der Kritik. (dpa)

+++ Spaniens riesiger Abschluss-Applaus für medizinisches Personal +++

(17.05.2020, 21:55 Uhr)

Angesichts sinkender Corona-Zahlen in Spanien haben sich am Sonntagabend noch einmal Hunderttausende mit einem landesweiten Abschlussapplaus beim medizinischen Personal und anderen Berufsgruppen bedankt. In einigen Stadtteilen Madrids klatschten und musizierten die Menschen 25 Minuten, fast fünf mal so lang wie an früheren Abenden. Anschließend gab es in Madrid auch noch eine sogenannte Cacerolada, bei der die Menschen aus Protest auf Kochtöpfe schlagen. Der Unmut richtete sich gegen die strengen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie. 

«Für ein würdiges Ende und damit die Beifallsaktionen nicht nach und nach langsam ausläuft, wollen wir an diesem Sonntag um 20.00 Uhr von den Balkonen aus die beste und längste Ehrung allen darbieten, die im medizinischen Bereich und in anderen Sektoren unermüdlich uns geschützt und die Pandemie gebremst haben», stand in einem zuvor im Internet verbreiteten Aufruf. 

Seit dem 14. März war allabendlich von Balkonen und Fenstern aus geklatscht und auch musiziert worden. Der mehr als 30 Jahre alte Schlager «Resistiré» (Ich werde widerstehen) war in Spanien zur «Hymne» im Kampf gegen die Corona-Pandemie geworden. Der spanisch-deutsche Popmusiker Álvaro Soler (29) und rund 50 weitere Künstler des vom Virus Sars-CoV-2 besonders hart getroffenen Landes machten eine neue Fassung des Songs des «Dúo Dinámico», die auf Youtube millionenfach angeklickt wurde. 

Mit mehr als 27 500 Toten und über 230 000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie weltweit am schwersten betroffenen Länder. Die Zahlen werden aber seit Wochen besser. So sank die Zahl der pro Tag mit Covid-19 gestorbenen Menschen bis Sonntag auf 87 und damit erstmals seit zwei Monaten unter die Marke von 100. Das medizinische Personal, Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger sowie Sanitäter, zahlten einen hohen Preis für ihren Einsatz: 35 von ihnen starben mit Covid-19, etwa 50 000 infizierten sich mit dem Virus Sars-CoV-2. (dpa)

+++ Trump-Berater: Gesundheitsbehörde hat Land im Stich gelassen +++

(17.05.2020, 21:30 Uhr)

Der Handelsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hat in der Corona-Krise schwere Vorwürfe gegen die Gesundheitsbehörde CDC erhoben. Zu Beginn der Pandemie habe die Behörde «das Land mit den Tests echt im Stich gelassen», sagte Navarro am Sonntag dem Sender NBC. «Das hat uns zurückgeworfen.» CDC hatte zunächst einen eigenen Test entwickelt, statt auf bereits vorhandene Tests aus anderen Ländern zurückzugreifen. Der CDC-Test stellte sich dann als fehleranfällig heraus. Trump war wegen eines Mangels an Testmöglichkeiten in der Krise in die Kritik geraten. (dpa)

+++ Maas: Ab 15. Juni möglichst keine weltweite Reisewarnung mehr +++

(17.05.2020, 21:17 Uhr)

Außenminister Heiko Maas hat sich zuversichtlich geäußert, dass ein Sommerurlaub trotz der Corona-Pandemie zumindest in Europa möglich wird. «Es gibt vielfach positive Entwicklungen», sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend im ARD-«Bericht aus Berlin». Einige Länder hätten angekündigt, ab Juni oder Juli ihre Grenzen für Touristen wieder zu öffnen. Und auch die Bundesregierung wolle ihre Beschränkungen lockern, kündigte er an. «Wir wollen nach dem 15. Juni eigentlich keine weltweite Reisewarnung mehr haben. Sondern wir wollen das ersetzen durch Reisehinweise, aus denen die Leute erkennen können: Wo kann man hinfahren? Ist es verantwortbar? Ist man willkommen? Und vor allem: Welche Regelungen gelten da?»

Maas will an diesem Montag (13.00 Uhr) mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Griechenland, Spanien, Italien, Österreich, Kroatien, Portugal, Malta sowie Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen.

Maas warb zugleich dafür, die Quarantänebestimmungen innerhalb der EU aufzuheben, sie sollten nur noch für Menschen gelten, die aus Drittstaaten von außerhalb einreisen. Maas wies darauf hin, dass es in allen Urlaubsländern Einschränkungen wegen der Virus-Pandemie geben werde. «Das, was wir als normal empfinden im Sommerurlaub, wird es dieses Jahr nirgendwo geben.» (dpa)

+++ Thomas Müller über Geisterspiele +++

(17.05.2020, 20:55 Uhr)

Nie um einen Spruch verlegen: Bayern Stürmer Thomas Müller. (Bild: Hannibal Hanschke/Pool via Getty Images)
Nie um einen Spruch verlegen: Bayern Stürmer Thomas Müller. (Bild: Hannibal Hanschke/Pool via Getty Images)

Nationalstürmer Thomas Müller ist bekannt für seine unterhaltsamen Interviews. Nach dem 2:0 Sieg seines FC Bayern München vor leeren Rängen im Stadion von Union Berlin hatte Müller auch etwas zum Thema Geisterspielen beizutragen: “Natürlich hat das ein bisschen was von Alte Herren, 19.00 Uhr, Flutlicht-Atmosphäre.”

+++ Mehr als 28.000 Todesfälle in Frankreich +++

(17.05.2020, 20:38 Uhr)

In Frankreich sind mehr als 28 000 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie seien 28 108 Todesfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. Nach Angaben des Ministeriums wurden 10 642 der Todesfälle in Alten- und sozialen Pflegeeinrichtungen registriert.

Die Zahl der Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen sank demnach jedoch weiter. Landesweit befanden sich dem Ministerium zufolge 2087 Menschen mit einer schweren Form von Covid-19 in intensiver Behandlung in Kliniken. Seit Beginn der Epidemie seien in Frankreich rund 98 500 Menschen in Krankenhäusern behandelt worden, davon rund 17 500 auf Intensivstationen. (dpa)

+++ Powell: Erholung der US-Wirtschaft könnte bis Ende 2021 dauern +++

(17.05.2020, 20:15 Uhr)

Eine vollständige Erholung der US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung des Chefs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, bis Ende nächsten Jahres dauern. «Die Wirtschaft wird sich erholen», sagte Powell dem Sender CBS am Sonntag. Unter der Annahme, dass es keine zweite Welle des Coronavirus gebe, rechne er mit einer stetigen Erholung im zweiten Halbjahr diesen Jahres. Der Prozess könne sich dann bis Ende nächsten Jahres hinziehen. Powell schloss nicht aus, dass eine Voraussetzung ein Impfstoff gegen das Virus sein könnte. «Damit sich die Wirtschaft vollständig erholen kann, müssen die Menschen volles Vertrauen haben.» Dafür sei womöglich ein Impfstoff notwendig.

US-Präsident Donald Trump treibt die Entwicklung eines Impfstoffs voran und hofft auf einen Einsatz bis Ende des Jahres. Er hatte am Freitag jedoch deutlich gemacht, dass ein Impfstoff aus seiner Sicht nicht Voraussetzung für eine Erholung der Wirtschaft ist. «Impfstoff oder kein Impfstoff: Wir sind zurück», hatte er mit Blick auf die von ihm angestrebte Wiedereröffnung der Wirtschaft gesagt. (dpa)

+++ Seehofer und Söder besuchen deutsch-österreichische Grenze +++

(17.05.2020, 19:58 Uhr)

Mitten in der Debatte über Sinn und Zweck der Corona-Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich will sich Bundesinnenminister Horst Seehofer am Montag (14.30 Uhr) am bayerischen Übergang Freilassing ein Bild von der Situation machen. Begleitet wird er von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Landesinnenminister Joachim Herrmann (alle CSU). Gerade im direkten Grenzgebiet hatten die seit Wochen geltenden Kontrollen zur Pandemie-Bekämpfung die Menschen sehr verärgert. Berufspendler und Unternehmer müssen mit starken Behinderungen und Wartezeiten rechnen, auch wenn zuletzt wieder mehr Grenzübergänge geöffnet wurden. (dpa)

+++ 70 Corona-Fälle in St. Augustiner Flüchtlingsheim +++

In einer Flüchtlingseinrichtung in St. Augustin (Rhein-Sieg-Kreis) sind 70 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab die Bezirksregierung Köln am Sonntag bekannt. Insgesamt wurden in der Unterkunft 300 Personen getestet. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger über Positivfälle in dem Flüchtlingsheim berichtet.

Die infizierten Personen wurden auf den Isolierbereich verlegt. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. In dem Flüchtlingsheim finden bis zu 600 Personen Platz. Der Großteil der positiv getesteten Menschen zeige keine oder schwache Symptome, teilte die Bezirksregierung weiter mit. 60 negativ getestete Personen wurden unterdessen in andere Einrichtungen untergebracht. (dpa)

+++ Regeln für Gastgewerbe werden weiter gelockert +++

(17.05.2020. 19:08 Uhr)

Das Gastgewerbe kann zumindest ein bisschen aufatmen. Weitere Bundesländer heben am Montag die Öffnungsverbote für Restaurants, Cafés, Hotels und andere Einrichtungen auf. Der Branchenverband Dehoga kritisierte aber uneinheitliche Regelungen, sowohl in den unterschiedlichen Bundesländern wie auch auf Landesebene. Während in Berlin Kneipen auch am Wochenende noch geschlossen blieben, konnten etwa in Brandenburg die Wirte bereits des Ausschank starten. Überall gelten weiter Abstands- und Hygieneregeln: Menschen müssen in Restaurants 1,5 Meter Abstand halten, Service-Kräfte häufig mit Mund-und-Nasen-Schutz bedienen. (dpa)

Die Restaurants können langsam wieder aufatmen. (Bild: Getty Images)
Die Restaurants können langsam wieder aufatmen. (Bild: Getty Images)

+++ Slowakei beharrt auf strengen Corona-Grenzkontrollen +++

(17.05.2020, 18:44 Uhr)

Auch wenn andere europäische Länder ihre Grenzen schrittweise wieder öffnen wollen, bleibt die Slowakei bei strengen Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen. Das stellte die Regierung in Bratislava am Wochenende klar. «Es sieht sehr hoffnungsvoll für weitere bedeutende Lockerungen bei uns in der Slowakei aus, aber mit dem Schutzwall an unseren Grenzen müssen wir weiterhin wachsam und vorsichtig bleiben», schrieb der konservative Regierungschef Igor Matovic am Sonntag auf Facebook.

Schon am Samstagabend hatten slowakische Behörden Spekulationen über eine bevorstehende Grenzöffnung zu Österreich dementiert. Das österreichische Fernsehen ORF hatte in seinen Abendnachrichten irrtümlich berichtet, die Slowakei und Tschechien würden schon von Samstag auf Sonntag ihre Grenzen einseitig öffnen und damit die österreichischen Lockerungen überholen. Österreich vereinbarte bereits mit Deutschland und der Schweiz eine Lockerung der Grenzkontrollen und signalisierte ähnliche Absichten auch mit jenen Nachbarländern, die wie Tschechien und die Slowakei nur geringe Infektionszahlen haben. (dpa)

+++ Tansania will Einreise von Touristen wieder erlauben +++

(17.05.2020, 17:41 Uhr)

Tansania will sich trotz bestehender Coronavirus-Beschränkungen wieder dem Tourismus öffnen. Anders als in vielen anderen afrikanischen Ländern sollen sich per Flugzeug einreisende Urlauber aus dem Ausland künftig nicht erst in eine mehrtägige Quarantäne begeben müssen, sagte Präsident John Magufuli am Sonntag. Die Behörden hätten Anweisung erhalten, den Weg dafür frei zu machen. Die US-Botschaft in dem ostafrikanischen Land hatte vergangene Woche allerdings vor einem rasanten Anstieg von Corona-Fällen gewarnt und gerügt: «Die Regierung hat seit dem 29. April keine Daten über Covid in Tansania herausgegeben.»

Nach Magufulis jüngsten Angaben vom Sonntag gibt es im Lande aktuell 144 Infizierte, was nach seiner Ansicht auf eine Besserung der Lage hindeutet. Sein Umgang mit der Epidemie hat viel Kritik geerntet. Corona-Einschränkungen wurden spät eingeführt und sind im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern locker. Kirchen und Moscheen sind weiter geöffnet. Magufuli machte auch Schlagzeilen mit dem Vorschlag, gegen das Virus zu beten. «Ich glaube an Gott, und er hat unsere Gebete erhört», sagte der Präsident am Sonntag. (dpa)

+++ Papst ruft zur Vorsicht bei Gottesdiensten auf +++

(17.05.2020, 17:05 Uhr)

Papst Franziskus hat die Gläubigen aufgerufen, in der Corona-Pandemie die Vorsichtsmaßnahmen bei Gottesdiensten zu befolgen. «In einigen Ländern sind die liturgischen Feiern mit Gläubigen wieder aufgenommen worden, in anderen wird die Möglichkeit erwogen», sagte der Pontifex am Sonntag. «Aber bitte, lasst uns die Vorschriften befolgen, um die Gesundheit jedes einzelnen und des Volkes zu schützen.»

In Italien dürfen ab Montag wieder Gottesdienste gefeiert werden - allerdings gilt auch hier Abstand halten als oberste Maxime. Am Montag feiert auch Franziskus im Petersdom wieder eine Messe: Zu Ehren von Papst Johannes Paul II., der am 18. Mai 100 Jahre alt geworden wäre. Die Feier findet jedoch ohne Gläubige und mit nur ein paar wenigen Geistlichen statt. Der Petersplatz mit dem Petersdom wurde in der Pandemie Anfang März geschlossen. (dpa)

+++ Bundesregierung sieht gute Chancen für Sommerurlaub in Europa +++

(17.05.2020, 15:50 Uhr)

Die Bundesregierung geht davon aus, dass in weiten Teilen Europas trotz Corona-Pandemie in diesem Sommer Urlaub möglich sein wird. «Die Chancen stehen gut, dass wir unsere Sommerferien nicht nur im Inland, sondern auch im europäischen Ausland verbringen
können», sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Montag). Ziel sei es, dass alle Länder in Europa wieder bereist werden könnten, sofern die Krankheitsentwicklung es zulasse und vertrauenswürdige Schutzkonzepte zur Anwendung kämen.

Bareiß betonte, man müsse sichergehen, dass man nicht zu früh starte. Gerade in den besonders vom Tourismus abhängigen Regionen Südeuropas sei der Druck zur Wiedereröffnung von Hotels und Ferienanlagen groß. Er sei jedoch «überzeugt, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni Geschichte sein wird». Auch Ziele außerhalb Europas könnten
schrittweise wieder angesteuert werden. Eine Voraussetzung dafür müssten die Fluggesellschaften schaffen. «Es bringt ja nichts, wenn man am Strand Abstand wahrt, aber davor dicht an dicht schutzlos im Flieger gesessen ist.» (dpa)

Der Sommerurlaub kann wohl trotz Pandemie stattfinden. (Bild: Getty Images)
Der Sommerurlaub kann wohl trotz Pandemie stattfinden. (Bild: Getty Images)

+++ Erstmals seit 2 Monaten weniger als 100 neue Todesfälle in Spanien +++

(17.05.2020, 15:40)

Erstmals seit zwei Monaten sind in Spanien am Sonntag weniger als 100 neue Corona-Todesfälle innerhalb eines tages gemeldet worden. Binnen 24 Stunden starben nach Angaben der Gesundheitsbehörden 87 Menschen. "Wir liegen zum ersten Mal seit langer Zeit unter 100. Das ist eine gute Nachricht", sagte Fernando Simón, Direktor des Koordinationszentrums für medizinische Notfälle. Auf dem Höhepunkt der Epidemie Anfang April waren 950 Todesfälle binnen eines Tages registriert worden.(AFP)

+++ Italien öffnet im Juni die Grenzen +++

(17.05.2020, 15:48)

Italien will seine Grenzen ab dem 3. Juni wieder öffnen und den Tourismus in dem von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Land wieder ankurbeln. Ab diesem Datum sollen sowohl die Einreise aus EU-Staaten sowie Reisen innerhalb Italiens ohne Einschränkungen möglich sein, sagte Regierungschef Giuseppe Conte am Samstagabend in Rom. "Dies wird die Wiederaufnahme des Tourismus erlauben." Ab diesem Montag dürfen in Italien Bars, Restaurants und der Einzelhandel wieder aufmachen. Conte sprach bei den Öffnungen von einem "kalkulierten Risiko".

Die zweiwöchige Quarantäne nach der Einreise soll ab 3. Juni wegfallen. In Isolation müssen dann nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden. Derzeit ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener, die sich im Ausland aufhalten und in ihre Heimat zurück wollen, oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben.(dpa)

+++ Bahn könnte mehr als 10.000 Stellen streichen +++

(17.05.2020, 15:08)

Wegen der Corona-Krise sind bei der Deutschen Bahn nach Einschätzung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mehr als 10 000 Arbeitsplätze in Gefahr. «Es droht ein dramatischer Stellenabbau», zitierte die «Bild am Sonntag» den amtierenden EVG-Vorsitzenden Klaus-Dieter Hommel.

«Die Deutsche Bahn AG will im Gegenzug für staatliche Hilfen etwa fünf Milliarden Euro, davon etwa 2,25 Milliarden beim Personal einsparen. Die Umsetzung dieser Vereinbarung zwischen dem Konzern und der Bundesregierung heißt im Klartext: Abbau von weit über 10 000 Stellen bei der Deutschen Bahn im gesamten Bundesgebiet.» Der Konzern wollte die Äußerungen am Sonntag auf Anfrage nicht kommentieren. Nach eigenen Angaben beschäftigt er in Deutschland rund 211 000 Menschen.(dpa)

+++ Südkorea sieht Stabilisierung bei Virus-Ausbruch unter Clubbesuchern +++

(17.05.2020, 14:27 Uhr)

Nach der Häufung von Corona-Infektionen unter Clubgästen in einem Stadtteil in Seoul sehen Südkoreas Gesundheitsbehörden erste Anzeichen für eine Entspannung. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich auf niedrigem Niveau stabilisiert, sagte Gesundheitsminister Park Neung Hoo am Sonntag. «Sollte sich der Trend fortsetzen, könnten die Folgen der Cluster-Infektionen in Itaewon nach unserer Einschätzung unter Kontrolle gebracht werden.» Allerdings warnte Park vor Unachtsamkeit. Das Risiko unbemerkter Übertragungen bestehe nach wie vor. (dpa)

+++ Staatssekretär: Tourismus-Ziele in Frankreich bis Ende Juni öffnen +++

(17.05.2020, 13:43 Uhr)

Frankreichs Staatssekretär für Tourismus hat sich dafür ausgesprochen, bis Ende Juni so viele Sehenswürdigkeiten wie möglich wieder zu öffnen. Er wünsche sich, dass zum 21. Juni, dem Tag des Sommerbeginns, ein Maximum der Orte wieder Besucher empfangen könne, sagte Jean-Baptiste Lemoyne der Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche». Je nach Entwicklung der Coronavirus-Pandemie sei das vielleicht auch schon früher möglich. Am 25. Mai solle ein zeitlicher Ausblick für die Wiedereröffnung im Tourismus-Bereich gegeben werden, sagte der Staatssekretär.

In Frankreich öffneten am Wochenende erste Strände und touristische Ziele wie die Marienwallfahrtsstätte in Lourdes oder die berühmte Insel Mont Saint-Michel. (dpa)

+++ UN-Generalsekretär: Corona-Krise bedroht LGBTI-Gemeinde besonders +++

(17.05.2020, 13:25 Uhr)

Anlässlich des internationalen Tages gegen Homophobie hat UN-Generalsekretär António Guterres vor einer besonderen Bedrohung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Intersexuellen in der Corona-Pandemie gewarnt. «Es gibt auch Berichte über COVID-19-Richtlinien, die von der Polizei missbraucht werden, um LGBTI-Personen und -Organisationen ins Visier zu nehmen», erklärte Guterres am Sonntag. Nähere Details dazu nannte er nicht.

«Viele LGBTI-Personen, die ohnehin schon Vorurteilen, Angriffen und Mord ausgesetzt sind, nur weil sie sind wer sie sind oder lieben wen sie lieben, erleben als Folge des Virus eine erhöhte Stigmatisierung sowie neue Hindernisse bei der Inanspruchnahme von medizinischer Versorgung», erklärte er weiter. (dpa)

+++ Brasiliens Bundesstaat São Paulo hat mehr Corona-Tote als China +++

(17.05.2020, 12:32 Uhr)

Der brasilianische Bundesstaat São Paulo hat China bei der Zahl der Corona-Toten überholt. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Samstag hervor. Demnach sind in dem mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Brasiliens bislang 4688 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, in China mit mehr als einer Milliarde Einwohner 4637 Menschen. Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 15 633 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 233 142 Infizierte wurden inzwischen registriert. (dpa)

In Brasilien steigen die Corona-Zahlen rasant an. (Bild: Getty Images)
In Brasilien steigen die Corona-Zahlen rasant an. (Bild: Getty Images)

+++ OSZE: Corona-Hilfspakete für Wirtschaft beflügeln Korruption +++

(17.05.2020, 12:05 Uhr)

Die Korruption dürfte durch die riesigen Corona-Hilfspakete für die Wirtschaft aufblühen, weil Behörden überfordert sind - das befürchtet die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). «Wir vermuten, dass wir in den nächsten Monaten sehr viel mehr Korruption sehen werden», sagte der OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger der österreichischen Nachrichtenagentur APA. «Die Kriminellen passen sich rasch an die Systemschwächen an, die durch die Covid-Krise hervorgerufen werden.»

Auch der Menschenhandel dürfte zunehmen, meinte der Schweizer Diplomat. Durch die Einführung der Kontrollen an den Binnengrenzen seien die Grenzbehörden im Schengen-Raum überfordert. An anderen Stellen fehlten dadurch Ressourcen. Das nutzten Kriminelle aus. Leider habe die Corona-Krise die Tendenz zu «sehr nationalen Reflexen, Alleingängen und unilateral isolationistischen Ansätzen verstärkt». (dpa)

+++ SPD-Fraktionsvize Post wirft Bayern «Null-Solidarität-Politik» vor +++

(17.05.2020, 11:25 Uhr)

Der SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Achim Post, hat Bayern in der Debatte um einen milliardenschweren Schutzschirm für Kommunen fehlenden Gemeinsinn in der Corona-Krise vorgeworfen. «Es ist schon ein ganz schön abgeschmacktes Spektakel, wenn der bayerische Ministerpräsident (Markus) Söder seit Wochen den großen Krisenmanager auf der Bundesbühne mimt, aber in dem Moment, wo es einmal um Solidarität über bayerische Landesgrenzen hinaus geht, seinen Finanzminister auf Konfrontation schalten lässt», sagte Post am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Bayern lehnt Pläne des Bundesfinanzministeriums zu einem finanziellen Schutzschirm von Bund und Ländern ab, der gleichzeitig Gewerbesteuerausfälle der Kommunen in Höhe von 12 Milliarden ausgleichen und Altschulden in Höhe von 45 Milliarden Euro übernehmen soll. Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) hatte am Vortag dazu erklärt, Hilfe des Bundes sei wünschenswert, «aber nur mit klarer Abstimmung mit den Ländern und ohne Koppelung an Altschuldentilgung». (dpa)

+++ Reisebranche fordert milliardenschweren Rettungsfonds +++

(17.05.2020, 11:04)

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft befürchtet wegen der Corona-Krise eine Pleitewelle in der Branche. Nötig sei ein milliardenschwerer Rettungsfonds. Die aktuellen Kreditprogramme trieben die meisten Unternehmen nur in die Überschuldung, sagte Verbandspräsident Michael Frenzel der «Bild am Sonntag». «Daher brauchen wir einen Rettungsfonds, der hilft, Verluste von mindestens 16 Milliarden Euro abzufangen.» Konkret forderte Frenzel, dass der Staat mit 5000 bis 13 000 Euro pro bedrohtem Arbeitsplatz einspringt, insgesamt seien 1,2 Millionen Jobs in Gefahr. Frenzel sagte weiter: «Der Tourismuswirtschaft werden allein im Jahr 2020 mehr als 100 Milliarden Umsatz fehlen.»(dpa)

+++ Merkel: Demokratischer Streit braucht Toleranz und Kritikfähigkeit +++

(17.05.2020, 10:29)

Kanzlerin Angela Merkel hat die Bedeutung freier Medien für die Demokratie gewürdigt. Diese brauche «eine Öffentlichkeit, in der gestritten werden kann und verschiedene Meinungen ausgetragen werden können», sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast. Daraus könnten gemeinschaftliche Lösungen entwickelt werden. «Das setzt Toleranz gegenüber der Meinung des anderen voraus. Das setzt aber auch voraus, gegenüber der eigenen Meinung Kritik einstecken zu können.» Merkel äußerte sich anlässlich des Erscheinens der ersten Nachkriegszeitungen vor 75 Jahren.

«Journalistinnen und Journalisten müssen die Regierung und alle politischen Akteure einem kritischen Blick unterziehen können. Eine Demokratie braucht Fakten und Informationen. Sie muss zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden», sagte sie. Es müsse möglich sein, aus verschiedenen Perspektiven die Realität zu sehen und daraus die entsprechenden Meinungen zu formen. Die gelte auch besonders in der aktuellen Lage in Zusammenhang mit dem Coronavirus, wo gut recherchierte Informationen von großer Wichtigkeit seien.

Wie es um die Pressefreiheit bestellt sei, sei ein Gradmesser für den Zustand einer Gesellschaft. «Umso bedauerlicher ist es, wenn auch bei uns, in unserer demokratischen Gesellschaft, Reporter und Journalisten angegriffen werden.» Die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten müsse geachtet, geschätzt und unterstützt werden.(dpa)

+++ Männer ohne Mundschutz aus Bus verwiesen - da schlagen sie zu +++

(17.05.2020, 10:28)

Zwei junge Männer haben in Herrenberg in Baden-Württemberg auf einen Busfahrer eingeschlagen, nachdem sie des Busses verwiesen wurden. Der Fahrer hatte die jungen Männer am Samstagnachmittag zunächst ermahnt, weil sie keinen Mundschutz trugen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Nachdem er sie des Busses verwiesen hatte, rasteten die Männer aus und schlugen auf den Fahrer ein. Der Fahrer erlitt Verletzungen im Gesicht, die von Rettungskräften versorgt wurden. Die Fahndung nach den beiden brachte keinen Erfolg.(dpa)

+++ Coronakrise lässt Vermögen der Reichen in Großbritannien schrumpfen +++

(17.05.2020, 10:25)

Die Corona-Pandemie hat das Vermögen der tausend reichsten Menschen in Großbritannien erstmals seit rund einem Jahrzehnt schrumpfen lassen. Wie die "Sunday Times" berichtete, verloren die Superreichen in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 54 Milliarden Pfund (60 Milliarden Euro). Die Zahl der Milliardäre sank demnach um vier auf 147.

Laut der seit 1989 von der "Sunday Times" veröffentlichten Liste der tausend Reichsten im Land musste die Hälfte der Milliardäre Verluste von bis zu sechs Milliarden Pfund hinnehmen. Das hat es seit 2009, im Gefolge der großen Finanzkrise, nicht mehr gegeben.(AFP)

+++ Bremens Justizsenatorin: Jeder hat das Recht, zu demonstrieren +++

(17.05.2020, 10:08)

Die Vorsitzende der Justizministerkonferenz, Bremens Senatorin Claudia Schilling (SPD), hat das Recht auf Demonstrationen bekräftigt, auch wenn diese sich gegen coronabedingte Auflagen und Beschränkungen richteten. «Jeder hat das Recht, zu demonstrieren und sich mit anderen zu versammeln, gleich welche Anschauung er oder sie vertritt», sagte Schilling der Deutschen Presse-Agentur. Die Bürger hätten das Recht, ihre Sorgen auszudrücken und auch staatliches Handeln zu kritisieren. Die im Grundgesetz verankerte Versammlungsfreiheit sei ein hohes Gut. «Es muss gewahrt bleiben.»

Aufgrund der Corona-Pandemie seien aber Hygienestandards und Abstandsregeln einzuhalten. «Absolut kein Verständnis habe ich persönlich aber, wenn Rechtsextreme, Reichsbürger oder Verschwörungstheoretiker gegen die zum Infektionsschutz erlassenen Einschränkungen demonstrieren und dabei ihre völlig kruden Vorstellungen als Kampf für Bürgerrechte tarnen», machte die SPD-Politikerin klar. Die Justizminister der Länder schalten sich am Montag zu einer Sonder-Videokonferenz zusammen, um über die Herausforderungen der Pandemie für das Justizwesen zu beraten.(dpa)

+++ Tausende Asylbewerbe stellen trotz Corona-Grenzkontrollen Anträge +++

(17.05.2020, 10:05)

Die zu Tausenden während der Corona-Krise registrierten Asylbewerber leben nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums überwiegend schon länger hier in Deutschland. Dies sagte Ministeriumssprecher der «Welt am Sonntag». Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden im April 5106 Asylerstanträge gestellt, obwohl wegen der Corona-Beschränkungen kaum noch Asylsuchende an den Grenzen festgestellt wurden.

Mit der Erstaufnahme befasste Beamte berichteten dem Blatt, dass es sich bei den Neuzugängen unter anderem um zuvor per Visum Eingereiste handele. Daneben könnten auch Corona-bedingte Verzögerungen eine Rolle spielen.(dpa)

+++ Röttgen kritisiert Laschet: “Profilierung” +++

(17.05.2020, 09:25)

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, hat dem Mitbewerber und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet vorgeworfen, sich in der Corona-Krise parteipolitisch profilieren zu wollen. «Nach dem Erfolg der ersten fünf Wochen haben sich aus taktischen und parteipolitischen Interessen heraus die Lockerungsforderungen verselbstständigt», sagte Röttgen dem «Tagesspiegel am Sonntag». Konkret angesprochen auf Laschet sagte der CDU-Außenexperte, der Lockdown werde nun oft dargestellt als eine eigene Gefahr, und zwar für die Wirtschaft: «Das ist ein Denkfehler, den ich bei jedem kritisiere, der ihn macht.»

Wenn man die Pandemie nicht unter Kontrolle bringe, werde auch die Wirtschaft weiter leiden, mahnte Röttgen. «Politiker und Parteien, die diese beiden Aspekte in der Regel aus taktischen Gründen vermengen, schwächen uns in der Bekämpfung einer so großen Gefahr wie dieser Pandemie», sagte der Außenexperte, ohne Laschet namentlich zu nennen. Es gehe hier «um Profilierung». Er stimme ausdrücklich der Kanzlerin zu, die das Vorgehen einiger Ministerpräsidenten als zu forsch bezeichnet hatte, sagte Röttgen, der ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen stammt.(dpa)

+++ Obama: In Corona-Krise zeigt sich Ahnungslosigkeit von Regierenden +++

(17.05.2020, 09:23)

Die Corona-Krise legt nach Ansicht des früheren US-Präsidenten Barack Obama die Ahnungslosigkeit von Regierenden offen. Die Pandemie habe mehr als alles andere gezeigt, dass die Verantwortlichen nicht immer wüssten, was sie tun, sagte Obama in einer am Samstag veröffentlichten Rede für Hochschulabsolventen. «Viele von ihnen tun nicht einmal so, als hätten sie die Verantwortung.»

Obamas Worte wurden von einigen US-Medien als seltene öffentliche Kritik an Regierungsbeamten gewertet, die für die Reaktion auf die Corona-Pandemie in den USA verantwortlich sind, wie zum Beispiel die «Washington Post» schrieb. Obama rief die Absolventen auf, Verantwortung zu übernehmen und Initiative zu ergreifen.(dpa)

+++ Kulturminister definieren “Eckpunkte für Öffnungsstrategien +++

(17.05.2020, 09:10)

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben sich auf Eckpunkte für die weitere Öffnung des kulturellen Lebens in der Corona-Krise verständigt. In einem sechsseitigen Konzept für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder spricht sich die Ministerrunde für «eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten» aus. «Eine dauerhafte Schädigung der reichhaltigen Kulturlandschaft hierzulande muss verhindert werden», heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Papier.

Mit der Öffnung erster Bibliotheken, Museen oder Ausstellungshäusern seien bereits wichtige Schritte gemacht worden. Nun sollen Vor-Ort-Konzepte entwickelt werden, «die individuell an die jeweilige Spielstätte, Einrichtung oder Veranstaltung angepasst sind». In Theatern sollen Sitzplätze und ganze Sitzreihen ausgelassen werden. Künstlerische Programme sollen den veränderten Bedingungen angepasst werden, etwa durch kleinformatige Darbietungen oder Freiluftaufführungen. Für Kinos sollen, soweit nicht bereits in den Ländern festgelegt, «möglichst nahe beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine angestrebt werden».(dpa)

+++ Estland verlängert Corona-Notstand nicht +++

(17.05.2020, 08:40)

Estland wird den wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Ausnahmezustand nicht erneut verlängern. Dies beschloss die Regierung in Tallinn am Samstagabend. Der Notstand war Mitte März verhängt worden und läuft in der Nacht zum 18. Mai um Mitternacht aus. Die während des Ausnahmezustands auferlegten Schutzmaßnahmen werden einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge schrittweise gelockert und auf neue Rechtsgrundlagen übertragen. «Dies bedeutet, dass die Notsituation ein Ende hat, aber einige Einschränkungen bleiben in Kraft. Dies ist wichtig, um einen erneuten Ausbruch der Krankheit zu verhindern», erklärte Regierungschef Jüri Ratas.

Die Entscheidung sei angesichts der rückläufigen Ausbreitung des Coronavirus in Estland getroffen werden. Das EU-Land mit 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1770 bestätigte Infektionen und 63 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Die Regierung hatte Mitte März frühzeitig mit strikten Maßnahmen auf die ersten Fälle reagiert. Seither hat sich die Lage im dem Ostseestaat deutlich verbessert, die Infektionszahlen gehen kontinuierlich zurück. Mehrere Schutzvorschriften wurden seit Ende April wieder gelockert.(dpa)

+++ “Giftnotruf”: Kinder greifen öfter zu Desinfektionsmittel +++

(17.05.2020, 08:07)

Die Mitarbeiter des Giftnotrufs in München haben seit der Corona-Krise deutlich mehr zu tun. «Bei uns melden sich viel mehr Eltern als sonst, weil ihre Kinder auf Entdeckungstour gegangen sind und dabei Desinfektionsmittel oder ähnliche Substanzen getrunken haben» sagt der Toxikologe Tobias Zellner der Deutschen Presse-Agentur. Zellner berät bei der Hotline des Klinikums rechts der Isar die Anrufer. Üblicherweise beantworten er und seine Kollegen etwa 90 Notrufe am Tag, derzeit seien es eher 130 aufwärts.

Besorgte Nachfragen, weil der Nachwuchs einen Schluck aus der Desinfektionsmittel-Flasche genommen hat, kommen laut Zellner täglich etwa eine Handvoll. «Das kam vor der Corona-Pandemie eher selten vor», sagt der Toxikologe. Grund für den Anstieg sei, dass die Mittel derzeit in deutlich mehr Haushalten präsent seien. «Wenn die Flaschen dann ungeschützt rumstehen, kommen die Kinder natürlich viel leichter ran.» Auch aus Kindertagesstätten kämen derartige Anrufe. Die gute Nachricht: «Desinfektionsmittel führen zu keinen schweren Vergiftungen, maximal zu einer leichten Alkoholvergiftung», sagt Zellner. «Ins Krankenhaus musste noch keiner.» Wasser nachtrinken und etwas Süßes essen, um Unterzuckerung zu vermeiden, sei als Behandlung ausreichend.(dpa)

+++ Coronazeit: Weniger Scheu am Einsamkeitstelefon +++

(17.05.2020, 08:03)

Die Corona-Krise hat nach Einschätzung des Berliner Einsamkeitstelefons «Silbernetz» an Tabus gerüttelt. «Corona hat das Thema Einsamkeit und Vereinsamung ein Stück weit in die Normalität gebracht», sagte Gründerin Elke Schilling der Deutschen Presse-Agentur. Es riefen zum Beispiel doppelt so viele Männer an wie früher und auch jüngere Menschen ab 30. Je länger die Krise dauere, desto häufiger sprächen hochbetagte Anrufer auch über Lebensmüdigkeit.

Seit rund acht Wochen ist das Berliner Einsamkeitstelefon, das vor eineinhalb Jahren entstand, bundesweit geschaltet. Seitdem hätten 2500 Menschen das Angebot genutzt, berichtete Schilling. Die 16 festen Mitarbeiter und 45 ehrenamtlichen Freiwilligen sind in Gesprächsführung und im Zuhören geschult, sie beraten aber nicht. In Krisensituationen geben sie auf Wunsch Kontakte zu professionellen Helfern weiter.

Vor Corona habe es als Defizit gegolten, wenn jemand nicht im Stande war, soziale Kontakte zu pflegen, sagte Schilling. «Nun ist das plötzlich etwas Normales geworden.» Darüber könnten jetzt auch mehr Männer sprechen. Machten sie früher rund zehn bis zwölf Prozent aller Anrufer aus, sei es jetzt ein gutes Drittel.(dpa)

+++ Ab Montag: Hotels, Cafes und Restaurants öffnen wieder - unter Auflagen +++

(17.05.2020, 07:59)

Bundesweit werden die Corona-Regeln für das Gastgewerbe gelockert. Aber wer nun in Restaurants, Cafés oder Hotels geht, muss sich an ein paar Regeln halten. Die Wiedereröffnungen im Gastgewerbe gehen mit einigen Einschränkungen einher.(dpa)

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+++ Corona in Schlachthöfen: SPD-Fraktion will weitere Branchen prüfen +++

(17.05.2020, 07:40)

Nach den Coronavirus-Ausbrüchen in Schlachtbetrieben fordert die SPD-Fraktion im Bundestag strengere Regeln auch in anderen Branchen. «Die Fleischindustrie steht jetzt im Mittelpunkt. Es geht aber um ein Geschäftsmodell, dass es auch in anderen Bereichen gibt», sagte Fraktionsvize Katja Mast der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden auch die Lebensbedingungen der Saisonarbeitskräfte nochmals genau anschauen müssen, genauso wie die Pflegebranche.»(dpa)

+++ Studie bestätigt Sars-CoV-2-Übertragung vor ersten Symptomen +++

(17.05.2020, 07:38)

Vier Monate nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland haben Wissenschaftler die Ansteckungsketten der ersten Patientengruppe detailliert analysiert. Die in der Fachzeitschrift «The Lancet Infectious Diseases» veröffentlichte Studie bestätigt, dass Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sein können. Die Forscher um Merle Böhmer vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Udo Buchholz vom Robert Koch-Institut und Victor Corman von der Berliner Charité untersuchten die bundesweit ersten Corona-Fälle, die in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto bei München standen. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger bei einer Dienstreise eingeschleppt.

In mindestens einem der insgesamt 16 untersuchten Fälle habe ein Infizierter das Coronavirus weitergegeben, bevor er Symptome hatte, berichten die Autoren. Möglicherweise traf dies sogar für fünf weitere Fälle zu. In mindestens vier Fällen steckte ein Infizierter andere Menschen an jenem Tag an, an dem die Symptome gerade begannen. Fünf weitere Fälle könnten in diesen Zeitraum fallen, schreiben die Autoren.

Dass die Infektiosität noch vor Symptombeginn oder kurz danach erheblich sei, bedeute für Gesundheitsmaßnahmen eine riesige Herausforderung, folgert das Team. Zudem sei die Inkubationszeit, die durchschnittlich 4,0 Tage betrug, oft sehr kurz gewesen. «Eine globale Eindämmung von Covid-19 könnte schwer zu erreichen sein», betonen die Forscher.(dpa)

+++ Brasiliens Bundesstaat São Paulo hat mehr Corona-Tote als China +++

(17.05.2020, 07:05)

Der brasilianische Bundesstaat São Paulo hat China bei der Zahl der Corona-Toten überholt. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Samstag hervor. Demnach sind in dem mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Brasiliens bislang 4688 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, in China mit mehr als einer Milliarde Einwohner 4637 Menschen. Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 15 633 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 233 142 Infizierte wurden inzwischen registriert.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten ist es auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien gerückt. Immer mehr Krankenhäuser haben keine freien Intensivbetten mehr, provisorische Kliniken öffnen. Auf Friedhöfen werden die Leichen in Massengräbern beerdigt.(dpa)

+++ Sicherheitsbehörden: Rechtsextremisten nutzen Corona-Proteste +++

(17.05.2020, 07:00)

Immer mehr Corona-Beschränkungen werden zurückgenommen, dennoch demonstrierten erneut Tausende auf den Straßen gegen Auflagen. Politiker und Sicherheitsbehörden sind besorgt darüber, wer da so mitläuft. Rechtsextremisten versuchen nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden, die Proteste gegen Corona-Auflagen für sich zu nutzen. «Wir sehen einen Trend, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren», sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, der «Welt am Sonntag». Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes betonte in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» ebenfalls, das rechte Lager fühle sich zunehmend von den Demonstrationen angesprochen.

Am Samstag waren in zahlreichen deutschen Städten Tausende Menschen gegen Beschränkungen in der Corona-Krise auf die Straße gegangen. Es gab auch Gegendemonstrationen.(dpa)

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