Counter-Strike-Major: Mega-Event inmitten der eSport-Debatte

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Sport1

Es wird schon etwas ironisch wirken, wenn in dieser Woche die besten Counter-Strike-Spieler der Welt in Berlin ihren Meister suchen. In der Hauptstadt des Landes, in dem eSport kein Sport ist.


Letzteres hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in der vergangenen Woche mit einem umstrittenen Gutachten noch einmal doppelt unterstrichen.

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Der Aufschrei der Szene war groß - und inmitten dieser leidenschaftlichen Debatte läuft das Counter-Strike-Major, so etwas wie die WM im prestigeträchtigen Ego-Shooter. Nach der ganzen Aufregung soll aber ab Donnerstag erst einmal wieder das "Sportliche" im Fokus stehen.

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Acht Teams kämpfen bis Sonntag in der Finalrunde um den Titel beim wichtigsten Counter-Strike-Wettkampf des Jahres, der nebenbei noch mit einer Million Dollar dotiert ist.

Dazu kommt: Erst jetzt, nach drei langen Jahren, ist das Major-Turnier zurück in Deutschland.

Gutachten: eSports kein Sport

Die Begeisterung unter den Fans ist riesig. Rund 14.000 von ihnen werden pro Tag in der Mercedes-Benz-Arena erwartet. Und das, obwohl ein vom DOSB in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten zuletzt beinahe als Stimmungskiller gedient hätte.


Sport sei "durch die langjährige Rechtsprechung im traditionellen Sinne der Anforderungen an die Körperlichkeit konkretisiert", hieß es in dem Dokument, das dem eSport erneut die Anerkennung als Sport abspricht.

Schon im vergangenen Oktober hatte sich der DOSB klar gegen eSport als Sport positioniert. Aus dem organisierten eSport hagelte es gleich Kritik.

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Kritik aus der Szene

Ein "Auftragsgutachten des DOSB" sei das Papier, erklärte Hans Jagnow, Präsident des eSport-Bunds Deutschland (ESBD), dieses sei "nicht neutral geschrieben." Den eSport "von der Körperlichkeit nicht als Sport zu betrachten, halte ich vor dem Hintergrund des verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatzes für nicht tragbar", sagte Jagnow.

Die Counter-Strike-Fans werden das ähnlich sehen. Insbesondere in Deutschland erfreut sich der Ego-Shooter großer Beliebtheit, die Anhänger des Videospiels lechzen nach großen Turnieren. Denn 2016 war die ESL One in Köln letzter deutscher Major-Austragungsort.

Zwei dieser Turniere stehen jährlich auf dem Programm, das erste fand im Frühjahr im polnischen Kattowitz statt. 


Topfavoriten treffen früh aufeinander

In Berlin werden dem nordamerikanischen Team Liquid die größten Chancen zugesprochen, doch die Weltranglistenersten müssen im Viertelfinale zunächst einen echten Härtetest bestehen. Mit Astralis aus Dänemark wartet der Sieger des ersten Majors des Jahres aus dem März in Kattowitz.

Das Finale steht am Sonntag auf dem Plan - allerdings sicher ohne deutsche Beteiligung. Denn die Hoffnungen auf eine Überraschung zerschlugen sich eine Runde zuvor in der sogenannten Legends Stage.

Gegen die Stars von Liquid musste das deutsche Team mousesports nach großem Kampf die Segel streichen. Nach zwei Siegen und zwei Niederlagen hatten sich die Lokalmatadoren, die ohne einheimische Spieler am Start sind, eigentlich aussichtsreich in Position gebracht - vergebens. Der Vorfreude unter den Anhängern tut das keinen Abbruch, weder das deutsche Ausscheiden noch die jüngste Debatte um die fehlende Anerkennung des eSport durch den DOSB. 

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