Covid-19-Studie: Blutgruppe beeinflusst Verlauf

Moritz PiehlerFreier Autor
Yahoo Nachrichten Deutschland
Eine Studie aus Kiel und Oslo legt nah, dass die Blutgruppe Einfluss auf den Verlauf der Covid-19-Erkrankung haben könnte. (Symbolbild: Getty)
Eine Studie aus Kiel und Oslo legt nah, dass die Blutgruppe Einfluss auf den Verlauf der Covid-19-Erkrankung haben könnte. (Symbolbild: Getty)

Je weiter die Corona-Pandemie fortschreitet, desto mehr finden Wissenschaftler über das Virus heraus. Eine neue Studie zeigt, dass die Blutgruppe der Patienten eine wichtige Rolle spielen könnte.

Die Universität Kiel und das Universitätsklinikum in Oslo hatten die Studie gemeinsam durchgeführt. Erste Ergebnisse dieser Covid-19-Studie scheinen nun darauf hinzuweisen, dass auch die Blutgruppe der infizierten Patienten eine wichtige Rolle darin spielen könnten, wer schwere Folgen für das Atemsystem zu befürchten hat und bei wem die Viruserkrankung einen leichteren Verlauf nimmt.

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In der gerade veröffentlichten Vorabversion der Studie beschreiben die Wissenschaftler, dass die beiden häufigsten Blutgruppen unterschiedliche Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf haben könnten. Untersucht wurden Patienten, die in Folge einer Covid-19-Erkrankung einen Atemstillstand erlitten. Auffällig häufig hatten diese Patienten die Blutgruppe A und einen positiven Rhesusfaktor, also die Blutgruppe A+. Im Gegensatz dazu kam die Blutgruppe 0 sehr selten vor, was naheliegt, dass diese einen gewissen Schutz gegen das Virus bieten könnte.

Ähnliche Ergebnisse aus China

Die Daten der Studie stammen von 1680 infizierten Patienten aus besonders schwer betroffenen Gegenden in Italien und Spanien. Zum Abgleich wurde das extrahierte DNA-Material der Erkrankten den Ergebnissen einer gesunden Kontrollgruppe gegenüber gestellt. Zu ähnlichen Ergebnissen waren auch schon chinesische Forscher gekommen. Bereits im März stellten die Forscher fest, dass die Blutgruppe A sowohl bei den Patienten insgesamt, als auch bei den Todesfällen überrepräsentiert ist. Auch dass es deutlich weniger Patienten mit der Blutgruppe 0 gibt, bestätigt die Studie aus China.

Das sich unterschiedliche Blutgruppen auf die Verläufe von Krankheiten auswirken können, ist keine neue Erkenntnis. Die Blutgruppe hat beispielsweise auch auf den Verlauf von Malaria-Erkankungen einen nachweisbaren Einfluss. Auch hier schützt die Blutgruppe 0 oft vor schweren Verläufen, macht allerdings empfindlicher für Magen-und Darminfekte. Bei der Pest ließ sich nachweisen, dass die Blutgruppen A und B besser gegen die Krankheit geschützt sind.

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In Deutschland haben laut dem Roten Kreuz etwa 37 Prozent der Bevölkerung die Blutgruppe A+, zwei Prozent weniger haben die Blutgruppe 0 Rhesus Positiv. Das Ergebnis der vorläufigen Studie heißt nun aber keinesfalls, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 komplett gegen das Coronavirus gefeit sind. Es deutet lediglich darauf hin, dass es für den überraschend unterschiedlichen Verlauf der Erkrankungen mehrere Faktoren gibt, darunter eben auch die Blutgruppe.

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