Cyril Abiteboul gibt zu: Renault wird Daniel Ricciardo vermissen

Juliane Ziegengeist
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"Er hat uns viel gegeben", sagt Renault-Teamchef Cyril Abiteboul über Daniel Ricciardo, der das Team nach zwei Jahren Richtung McLaren verlässt. In dieser Saison bescherte der Australier Renault mit Platz drei beim Eifel-Grand-Prix das erste Podium seit zehn Jahren. In Imola folgte ein weiterer dritter Platz.

"Was er uns in erster Linie als Fahrer gegeben hat, war bemerkenswert", lobt Abiteboul, "vor allem in diesem Jahr. Ich denke, es gibt keinen Zweifel an der Entwicklung des Teams in diesem Jahr. Das ist insbesondere ein Verdienst von Daniel."

Und auch abseits der Strecke sei der 31-Jährige ein "großartiger Botschafter und Teamleader" gewesen. "Er hat eindeutig zu den Veränderungen beigetragen, die wir im vergangenen Jahr vorgenommen haben, als wir insgesamt eine enttäuschende Saison hatten", erinnert sich der Teamchef an das Jahr 2019.

Abiteboul: "Natürlich werden wir ihn vermissen"

"Als er zu uns kam, wussten wir, dass es ein bisschen dauern würde und dass er nicht in eine schlüsselfertige Organisation kommen würde. Ich glaube, ich erinnere mich an genau diese Worte, die Daniel beim ersten Treffen im Jahr 2018 gesagt hat."

Doch seither habe sich mit der Hilfe Ricciardos viel getan: "Wir sind heute ganz anders als vor zweieinhalb Jahren, als wir beschlossen, diese Partnerschaft zu bilden. In dieser Hinsicht hat es also ganz klar ausgezahlt", sagt Abiteboul. Umso bedauerlicher ist aus seiner Sicht, dass die Zusammenarbeit gerade jetzt endet.

"Die Ironie an der ganzen Sache ist, dass ich glaube, dass wir jetzt ein viel stärkeres Team sind und er im nächsten Jahr nicht mehr bei uns ist. Natürlich werden wir ihn vermissen. Aber wir sind auch froh, ihn in einem tollen Team zu sehen und wir freuen uns auf einen spannenden Kampf gegen McLaren und Daniel im nächsten Jahr."

Renault setzt große Hoffnung in neues Fahrerduo

Das Cockpit neben Esteban Ocon, der bei Renault bleibt, wird Fernando Alonso übernehmen. Er feiert 2021 sein Formel-1-Comeback nach zweijähriger Abstinenz. Das Team wird dann nicht mehr unter dem Namen Renault, sondern Alpine firmieren.

"Wir fühlen uns mit unserer Fahreraufstellung für das nächste Jahr sehr wohl, wenn man die Situation des Teams bedenkt und was es erreichen muss", betont Abiteboul. "Es ist die Mischung Fernandos Erfahrung, seinem Wunsch zurückzukommen - einem sehr starken Wunsch und auch seiner Fähigkeit vorauszuplanen."

"Fernando weiß, dass man nur gewinnen kann, wenn man im Voraus plant. 2021 ist ein besonderes Jahr, in dem wir unsere Anstrengungen zwischen '21 und '22 ausbalancieren müssen. Wir haben alle zusammen, mit Fernando, ganz klar ein Auge auf '22 und er versteht das und wird komplett Teil dieses Prozesses und dieser Reise sein."

Ocon: Steigerung wie Ricciardo im zweiten Jahr?

Mit Ocon habe man auf der anderen Seite einen Fahrer in seinem zweiten Jahr im Team. "Wir haben bei Daniel den Vorteil des zweiten Jahres gegenüber dem ersten gesehen, und ich hoffe, dass er den Schwung aus dem Podium in Sachir mitnehmen kann."

Denn auch Ocon schaffte es 2020 mit Renault als Zweiter aufs Podest. "Ich hoffe, dass ihn das stark macht und er in der Lage ist, 2021 mehr zu liefern als wir insgesamt haben. Ich fühle mich also sehr wohl mit unserer Aufstellung, auch wenn Daniel natürlich eine bemerkenswerte Bereicherung war", sagt der Teamchef abschließend.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.