"Dafür habe ich 17 Jahre lang trainiert": Élodie Clouvel glaubt fest an Fünfkampf-Gold

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Dieser Artikel ist Teil der exklusiven Yahoo-Serie "Wie man einen Olympioniken großzieht". Dafür haben wir mit olympischen Athleten und ihren Eltern gesprochen, um einzigartige Einblicke in die Anfänge der Karrieren von Spitzensportlern zu gewinnen. Sehen Sie hier das Interview im Video - bitte drücken Sie den "CC"-Button für deutsche Untertitel:

Élodie Clouvel ist eine Schwimmerin, aus der eine Fünfkämpferin wurde und sie tritt bei den Olympischen Spielen in Tokio mit hohen Zielen an. 2016 gewann sie Silber, aber nun hat sie Gold ins Visier genommen. Werfen wir einen Blick auf ihre einzigartige Karriere.

Sie gewann 2016 eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen, eine Gold- und drei Silbermedaillen bei den Weltmeisterschaften und eine Silbermedaille bei den Europameisterschaften. Die französische Fünfkämpferin Élodie Clouvel kann eine beeindruckende internationale Bilanz aufweisen. Ihre Sportart ist vielleicht nicht die bekannteste, aber mit Sicherheit eine der ganzheitlichsten: der Moderne Fünfkampf. Für die, die es nicht wissen, Moderner Fünfkampf ist eine Kombination aus fünf Disziplinen, die sehr vielfältig sind, aber sich auch ergänzen: Fechten, Schwimmen, Springreiten, Querfeldeinlauf und Pistolenschießen.

Nach der Silbermedaille in Rio geht Élodie Clouvel als Favoritin nach Tokia (Bild: REUTERS/Edgard Garrido)
Nach der Silbermedaille in Rio geht Élodie Clouvel als Favoritin nach Tokia (Bild: REUTERS/Edgard Garrido)

Mit 32 Jahren tritt Élodie Clouvel bei ihren dritten Olympischen Spielen an. Dieses Mal zählt sie zu den Favoritinnen. Ihr Ziel ist klar: Sie will Olympiasiegerin werden. "Nicht nur wegen der Medaille, sondern auch wegen des Titels, für die 17 Jahre, die ich daran geglaubt habe", erklärte sie in einem emotionalen Interview.

Mitten im Hochleistungssport

Wo genau hat sie dieser Weg hingeführt? Élodie Clouvel ist die Tochter von Pascal und Annick Clouvel, beides Leistungssportler, spezialisiert auf Lang- und Mittelstreckenlauf. Mit anderen Worten, sie war von klein auf vollständig vom Sport umgeben. "Sie war ein energiegeladenes kleines Mädchen, das immer gerne alles ausprobierte. Wir wollten, dass sie so viel wie möglich für sich entdeckt. All diese Fähigkeiten, die sie in jungem Alter entwickelte, ermöglichten es ihr die Moderne Fünfkämpferin zu werden, die sie heute ist", sagte ihr Vater zu Yahoo mit einem Hauch von Nostalgie.

Élodie Clouvel nach dem Sieg im Fechten in Rio (Bild: REUTERS/Jeremy Lee)
Élodie Clouvel nach dem Sieg im Fechten in Rio (Bild: REUTERS/Jeremy Lee)

Für die Athletin, die als Schwimmerin begann, kam der Wendepunkt im Jahr 2004. Und das war kein Zufall. "Das erste Mal sagte ich zu mir selber, dass ich an der Olympiade teilnehmen werde, als Laure Manaudou 2004 olympisches Gold in Athen gewann. Ich sagte mir, 'Ich will es auch schaffen, ich will eines Tages auch Olympiasiegerin werden'". Aber im Jahr 2008 gelang es Élodie Clouvel nicht, sich für die olympischen Schwimmwettbewerbe zu qualifizieren. Zu dieser Zeit wurde sie von Philippe Lucas trainiert und sie erinnert sich gerne daran, obwohl er sie dazu brachte, 17,7 Kilometer (11 Meilen) zu schwimmen. "Es hat mich mental geprägt und ich habe nur gute Erinnerungen daran", sagte sie in einem Interview mit La Dépêche im Jahr 2016.

Ein einziges Ziel

Von diesem Rückschlag kam sie umso stärker zurück. Der französische Verband für Modernen Fünfkampf wurde auf Élodie Clouvels Leistungen aufmerksam und trat an die 1,82 Meter große Athletin heran. Sie musste drei neue Disziplinen lernen, die sie zuvor nie trainiert hatte: Fechten, Schießen und Springreiten. Sie lernte schnell und qualifizierte sich für den Modernen Mannschaftsfünfkampf bei den Olympischen Spielen 2012, nach nur drei Jahren in diesem Sport. Leider waren die Olympischen Spiele in London einfach nicht der richtige Zeitpunkt. "Ich war eher ein Zuschauer. Ich habe mich bei diesen Spielen nicht genug ins Zeug gelegt." Sie belegte den 31. Platz. Für sie stand es außer Frage, dies hinter sich zu lassen. An Mut und Arbeitsethik sollte es ihr nicht mangeln und Élodie Clouvel sollte bald für ihre Anstrengungen belohnt werden. Und wie! 2016 gewann sie bei den Olympischen Spielen in Rio die Silbermedaille und lag am Ende 16 Punkte hinter der Australierin Chloe Esposito. Es war die erste olympische Medaille für Frankreich in der Einzelwertung des Modernen Fünfkampfes.

Élodie Clouvel beim Training 2021 (Bild: REUTERS/Charles Platiau)
Élodie Clouvel beim Training 2021 (Bild: REUTERS/Charles Platiau)

"Ich war damals eine andere Élodie, vier Jahre älter und reifer. Ich fand mich besser in den Wettkampf ein, mit dem Leistungsniveau, das ich damals hatte. Ich gab absolut alles und wurde Zweite", sagte sie. Dennoch merkt man ihr die Enttäuschung an - darüber, dass sie nicht Olympiasiegerin wurde. Aber Élodie Clouvel ist noch nicht fertig und sie wird bei den Olympischen Spielen in Tokio nur mit einem Ziel an den Start gehen - Gold zu gewinnen.

Élodie Clouvel wird 2016 vom damaligen Präsidenten François Hollande mit dem Ordre National du Mérite geehrt (Bild: REUTERS/Lionel Bonaventure/Pool)
Élodie Clouvel wird 2016 vom damaligen Präsidenten François Hollande mit dem Ordre National du Mérite geehrt (Bild: REUTERS/Lionel Bonaventure/Pool)

"Es wäre ein großer Erfolg in meiner Karriere. Ich habe 17 Jahre lang zweimal am Tag trainiert, damit ich Olympiasiegerin werde. Ich glaube daran und ich sage mir, dass es möglich ist", schließt sie ab. Am 6. August werden wir die Antwort kennen. Wir hoffen, dass wir gute Nachrichten verkünden können, mit einem schönen Foto dazu: Einem von Élodie Clouvel auf dem obersten Treppchen, mit ihrem einzigartigen strahlenden Lächeln und einer Goldmedaille um ihren Hals.

Loïc Durand

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