Daniel Ricciardo: Schnelle letzte Kurve macht Überholmanöver einfacher

Juliane Ziegengeist
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Nachdem die Formel 1 vergangenes Wochenende zum ersten Mal in Portimao gastierte und ein spannendes Rennen produzierte, hofft Daniel Ricciardo, dass sich die Königsklasse daran ein Beispiel für die Zukunft nehmen wird.

Obwohl man auf dem Kurs an der Algarve nicht mit vielen Überholmöglichkeiten gerechnet hatte, verwandelte sich der Grand Prix von Portugal mit einigen spektakulären Duellen in einen echten Thriller. Das Layout bot die Möglichkeit für eine Vielzahl von Rad-an-Rad-Kämpfen, die sich über mehrere Kurven hinzogen.

Ricciardo macht dafür hauptsächlich zwei Faktoren verantwortlich: den Streckenbelag und - noch wichtiger - die Art der letzten Kurve.

"Ich würde sagen, einer der Trends ist eine hohe Geschwindigkeit in der letzten Kurve", analysiert der Renault-Pilot. "Das gibt einem die Chance, schon früh in den Windschatten zu kommen: Es ist ein bisschen wie in Mugello."

"Es ist eine ziemlich schnelle letzte Kurve, und man kann den Windschatten viel früher einholen. Wenn man sich Barcelona anschaut und aus einer langsamen Schikane heraus beschleunigt, gibt es diesen Ziehharmonikaeffekt und man weiß, dass das Auto bereits in der Traktion eine Lücke aufreißt", zieht Ricciardo den Vergleich.

Wenn man den Windschatten erst nach der Hälfte der Geraden erreicht, sei es zu spät. "Deshalb glaube ich, dass eine Hochgeschwindigkeitskurve hin zur Geraden sehr hilfreich ist, weil man den Windschatten mitnehmen kann, und das hilft beim Überholen."

Hinzu komme der Streckenbelag, den der Renault-Pilot als "so rutschig" bezeichnet. "Es gab Fehler, und es war einfach, wenn man im Grunde eine saubere Linie hielt und das andere Auto nicht, den Windschatten aufzunehmen oder eine Gelegenheit zu nutzen."

Ricciardo wünscht sich deshalb, dass die Formel 1 die Lehren aus Portugal zieht und auf Grundlage der Erkenntnisse andere Austragungsorte wie Barcelona verbessert.

So verrät der Australier: "Ich würde gerne zum letzten Sektor der alten Barcelona-Rennstrecke zurückkehren. Ich glaube, dass sich das Überholen auf dieser Strecke dramatisch ändern würde, und ich hoffe, dass wir das schaffen können."

Die Schikane, die dort derzeit Anwendung findet, wurde 2007 mit dem Ziel eingeführt, das Überholen zu erleichtern. Damals war man der Meinung, dass eine langsame Kurve wie eine Schikane hin zu einer langen Gerade, gefolgt von einer weiteren engen Kurve, der richtige Weg sei.

Ricciardo deutet jedoch an, dass die aktuelle Autogeneration mit einer Hochgeschwindigkeitskurve, die auf eine Gerade führt, möglicherweise besser beraten ist.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.