Daniil Kwjat: TV-Reporter schwärmt nach Überholmanöver in Piratella

Norman Fischer
·Lesedauer: 3 Min.

Hätte Daniil Kwjat immer solche Leistungen gezeigt wie heute in Imola, hätte es vermutlich deutlich weniger Gerüchte um seine Ablöse bei AlphaTauri gegeben. Denn der Russe zeigte beim Rennen am Sonntag eine starke Leistung und rettete mit Rang vier den Tag seines Teams, das zuvor das bittere Aus von Pierre Gasly verkraften musste.

Beinahe wäre Kwjat sogar auf das Podium gefahren, doch schon seine Manöver auf dem Weg zu Platz vier waren spektakulär. Nach der Safety-Car-Phase schnappte er sich erst Sergio Perez, dann Alexander Albon und sogar noch Charles Leclerc mit einem klasse Manöver: Den Ferrari überholte er außen in der Piratella-Kurve - ein ungewöhnlicher Ort für ein Überholmanöver.

Das brachte sogar einen TV-Reporter zum Schwärmen, der ihn nach dem Rennen darauf ansprach: "Das war ein mutiges Manöver auf der Außenseite in Piratella. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal dort jemand außen habe überholen sehen. In der Kurve sieht man normalerweise keine Manöver, schon gar nicht außen."

Kwjats Hoffnung auf das Podium

Doch Kwjat wusste, dass er die Konkurrenz auf älteren Reifen schnell überholen musste, wenn er eine Chance auf das Podest haben möchte. "Ich konnte einige gute Manöver zeigen, doch als ich das geschafft hatte, hatte Daniel seine Reifen schon aufgewärmt", erzählt er.

So musste sich Kwjat am Ende hinter Daniel Ricciardo mit Rang vier begnügen, ist damit aber auch zufrieden: "Das war ein gutes Rennen, ein starkes Ergebnis", sagt er. "Ich musste heute mutiges Racing zeigen. Das hat Spaß gemacht."

"Leider war das Rennen etwas zu früh zu Ende", sagt Teamchef Franz Tost. Er glaubt, dass sein Schützling noch ein paar Runden gebraucht hätte, um auch Ricciardo noch überholen zu können. "Trotzdem ist der vierte Platz Daniils bestes Ergebnis in diesem Jahr, und das Team hat sowohl im Qualifying als auch im Rennen eine sehr gute Performance gezeigt."

Der vierte Platz hat trotz des Ausfalls von Gasly dafür gesorgt, dass AlphaTauri in der Konstrukteurs-WM wieder zwei Punkte näher an Ferrari herangerückt ist. "Das ist besser als nichts", sagt der Russe, der mit einem engen Duell bis zum Saisonende rechnet. Aktuell liegt Ferrari noch 14 Punkte vor den Jungbullen. "Wir wollen sie schlagen, auch wenn wir wissen, dass es nicht einfach werden wird."

Platz bei AlphaTauri nicht gerettet

Für Kwjat könnte die Formel-1-Zeit trotz des Ergebnisses langsam ablaufen. Denn als Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko nach dem Rennen von 'Sky' gefragt wird, ob er damit seinen Platz gerettet hat, antwortet dieser: "Nein. Es war eine gute Leistung, aber das wird ihm für die Zukunft nicht helfen."

Für Kwjat selbst war aber noch einmal wichtig zu zeigen, dass er in dieser Saison etwas unter Wert geschlagen wurde: "Ich habe mich im Auto im Laufe des Jahres immer besser gefühlt. Es gibt ein paar Dinge, die wir jetzt verstanden haben. Ich hätte mir zwar gewünscht, dass wir es von Anfang an verstanden hätten, aber seit Spa haben wir einen guten Schritt gemacht."

"Pierre war das ganze Jahr über sehr schnell, aber seit Spa waren wir eng zusammen", so der Russe weiter. "Und heute war es ein gutes Rennen. Das ist für mich sehr wichtig, dass ich dieses Gewicht los werde."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.