"Damals schon Glück, dass er am Leben blieb"

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"Damals schon Glück, dass er am Leben blieb"
"Damals schon Glück, dass er am Leben blieb"

Er lief ein zu "I'm too sexy" und legte das Match seines Lebens hin.

Im Halbfinale der Darts-WM 1994 - in der Version des PDC-Konkurrenten BDO - traf der an die 200 Kilo schwere Andy "The Viking" Fordham auf Raymond van Barneveld und rang ihn in einem epischen Showdown mit 5:4 nieder, trotz eines 0:3-Rückstands.

Mit einem Sieg über Mervyn King krönte sich der damals 32-Jährige dann zum Weltmeister, es folgte unter anderem ein als Duell der Champions groß inszeniertes Weltmeister-Duell mit Ikone "The Power" Phil Taylor, das dann jedoch ein bitteres Ende nahm.

Schwere gesundheitliche Probleme warfen Fordham nicht nur als Spieler zurück. Am Donnerstag ist er im Alter von nur 59 Jahren verstorben. Im Gespräch mit SPORT1 erinnert sich der fünfmalige Weltmeister van Barneveld an einen einzigartigen Typen - und blickt auch auf die Schattenseiten von dessen wildem Leben.

Andy Fordham rang van Barneveld 1994 in epischem WM-Duell nieder

"Es war ein großer Schock für mich", berichtet der heute 54 Jahre alte van Barneveld - dem das denkwürdige Aufeinandertreffen noch gut in Erinnerung ist: "Ich war als Titelverteidiger ins Spiel gegangen, habe 3:0 geführt und richtig gutes Darts gespielt, aber dann hat Andy sich zurückgekämpft und ein unglaubliches Spiel hingelegt, ist nach einem erneuten Rückstand nochmal wiedergekommen, hat alles getroffen, jedes Finish vollendet."

Auch persönlich war der Kontakt zu Fordham damals eng - wie zu den meisten seiner Kontrahenten: "Man hängt ja viel zusammen bei Turnieren, Tours und Freundschaftsspielen, es ist ja wie in einer großen Familie. Wir Niederländer haben viel Zeit mit den Engländern verbracht: Andy, Mervyn King, Colin Monk, Martin Adams."

Wie Fordham als Mensch war? "Er war ein fan's man. Er hat es geliebt, nach Spielen auf seine Anhänger zu treffen, mit ihnen an der Bar was zu trinken - das ging dann auch mal bis früh in den Morgen. Was Andy damals getrunken hat: Wow! Man hat das auch im Fernsehen teilweise gemerkt."

"The Viking" musste großes Match mit Phil Taylor abbrechen

Van Barneveld verrät damit kein Geheimnis, der öffentliche Kampf Fordhams mit seinem Alkoholproblem bewegte damals die Darts-Fans. Er bemerkte die Folgen, als er das große, als Pay Per View "The Showdown" in Szene gesetzte Match mit Phil Taylor - der später zum großen Rivalen van Barnevelds wurde - Ende 2004 mit Atemproblemen abbrechen musste.

Fordham - der nach eigenen Angaben bis zu 24 Flaschen Bier vor Matches trank, weil er sich betrunken in seinem Spiel sicherer fühlte als nüchtern - bekam von seinem Arzt die Nachricht, dass seine Leber nur noch zu 25 Prozent funktionsfähig war.

Der "Viking" hörte auf zu trinken, die gesundheitlichen Sorgen aber blieben: 2007 kollabierte er vor einem WM-Match gegen Simon "The Wizard" Whitlock - erneut wegen Atemproblemen, weil er infolge einer Brust-Infektion Wasser in der Lunge hatte.

"Er schien schon damals Glück gehabt zu haben"

Van Barnevelds Kontakt zu Fordham verlor sich durch seinen Wechsel zur PDC 2006, er bekam aber das Ausmaß der gesundheitlichen Folgen mit.

"Es war wohl der Anfang vom Ende", sagt er: "Er schien schon damals Glück gehabt zu haben, dass er am Leben geblieben war. Er hat dann viel Gewicht verloren, was erstmal ein schockierender Anblick war, aber es war ja gut für ihn und ich hatte den Eindruck, dass er gut beieinander war."

Zuletzt hatte Fordham neue Probleme, eine Darm-OP, eine Corona-Infektion. Letztlich starb er nach langem Kampf an Organversagen.

Fordhams Schicksal erinnert an Eric Bristow

"Es ist traurig, ähnlich wie bei Eric Bristow, der fünfmal Weltmeister war und ja auch nur 60 Jahre alt wurde", sagt van Barneveld, der seit Herbst 2020 selbst wieder aktiv ist, für das World Matchplay am Wochenende aber nicht qualifiziert ist (Darts World Matchplay 2021 von 17. bis 25. LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Auch der 2018 unter dramatischen Umständen verstorbene Bristow war ein schwerer Trinker, Fordham und er stehen für eine andere Darts-Ära, in der das ungeliebte Wort "Kneipensport" nicht von ungefähr gekommen war.

Van Barneveld hatte zuletzt selbst mit gesundheitlichen Sorgen Schlagzeilen geschrieben, die aber nicht mit dem Ausmaß bei Fordham vergleichbar sind - sein Lebensstil ist ein anderer.

"Man muss auf sich aufpassen, auf seine Ernährung und anderes", sagt Barney: "Man trifft Entscheidungen im Leben und gewisse Entscheidungen, die Andy getroffen hat, haben sich als nicht gut erwiesen."

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