Darum beißen Sportler in ihre Medaillen

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Auch in Tokio sieht man es immer wieder: Erfolgreiche Athleten und Athletinnen beißen in ihre Medaillen. Doch warum eigentlich?

Musste schon in einige Medaillen beißen: Rekordsprinter Usain Bolt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. (Bild: REUTERS/Stoyan Nenov)
Musste schon in einige Medaillen beißen: Rekordsprinter Usain Bolt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. (Bild: REUTERS/Stoyan Nenov)

341 Goldmedaillen werden bei den Olympischen Spielen in Tokio insgesamt vergeben. Da wird es irgendwann etwas schwierig mit den individuellen Jubelgesten. Ein Klassiker ist natürlich das Umwickeln mit der eigenen Landesflagge. Doch direkt dahinter kommt wahrscheinlich schon der Biss in die Medaille. Das ist zumeist Goldgewinnern vorbehalten. Doch woher kommt diese etwas merkwürdige Tradition eigentlich?

Medaillen in Tokio aus recyceltem Material

Der Biss in goldene Gegenstände hat einen historischen Hintergrund. Denn Gold ist im Vergleich zu den meisten anderen Metallsorten eher weich. Deshalb bissen Händler früher oft zum Test in goldene Münzen, um angesichts der Zahnabdrücke festzustellen, ob es sich um echtes Gold handelte, oder sie einem Betrüger aufgesessen waren. 

Das dürfte allerdings für die Olympioniken nicht der Grund sein. Denn zum letzten Mal wurden bei Olympischen Spielen im Jahr 1912 reine Goldmedaillen vergeben. Seitdem sind es Legierungen, in diesem Sommer sind sogar alle Medaillen aus recyceltem Material, wie das Olympische Komitee vorher verkündete, um die Nachhaltigkeit der Spiele zu symbolisieren. 

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Die Medaillen, die vom deutschen Hersteller ESG Edelmetall-Servier produziert wurden, bestehen übrigens zum Großteil aus Silber. Selbst die Goldmedaille ist zu 98,8 % aus Silber und lediglich an der Oberfläche vergoldet. Die Bronzemedaillen sind zu 95 % aus Kupfer und zu 5 % aus Zink. Ein Echtheitstest ist also ohnehin unsinnig.

Ikonische Geste

Trotzdem sieht man auch in Tokio immer wieder Sportler mit dem runden E-Schrott zwischen den Zähnen. Und das liegt hauptsächlich an dem Schwarm der Fotografen, die jede Siegerehrung begleiten. Wie der Olympia-Historiker David Wallechinsky dem US-Sender CNN erklärte, sei es ein wenig zu einer Obsession der Fotografen geworden. "Ich denke sie sehen als als ein ikonisches Motiv, das man vermutlich gut verkaufen kann." Wallechinsky glaubt nicht, dass die Athleten die Geste sonst von selbst machen würden.

Ganz ungefährlich ist die populäre Geste übrigens nicht: Der deutsche Rennrodler David Möller brach sich einen Zahn ab, als er 2010 in Vancouver in seine Silbermedaille biss. 

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