Darum sind Kinder beim Memory schwer zu schlagen

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Memory ist einer der ungeschlagenen Spieleklassiker, und Kinder lieben ihn nicht zuletzt deswegen, weil sie dabei gegen die Erwachsenen gewinnen - teilweise noch dazu mit hohem Abstand. Woran liegt es, dass Kinder solche Memory-Meister sind?

dad and little daughter play together. Memo cards for early childhood memory development
Schon wieder ein Paar gefunden? Kinder sind Erwachsenen beim Memory meist überlegen (Bild: Getty Images)

Diverse Wissenschaftler haben sich über die Jahre hinweg mit dieser Frage befasst, da es auch wichtige Hinweise über die Gedächtnisleistung von Menschen im Verlauf der Zeit gibt. Die simple Antwort: Das Gehirn von Kindern funktioniert anders als das von Erwachsenen.

Kinder haben mehr Synapsen

Angefangen bei den Verbindungen im Gehirn, die Informationen transportieren, den sogenannten Synapsen. Davon haben Kinder deutlich mehr als Erwachsene, wie die Wissenschaftlerin Susanne Wilpers der “Nürtinger Zeitung” erklärt. Schon ab dem Alter von zehn Jahren nimmt die Zahl der Synapsen langsam ab, die vorhandenen sind jedoch zunehmend weiter ausgebildet. Aus diesem Grund sind besonders Kinder im Grundschulalter Memory-Experten.

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Dank einer geringeren Zahl deutlich besser vernetzter Synapsen denken Erwachsene komplexer, was für eine Gedächtnisleistung wie beim Memory-Spiel jedoch nicht unbedingt förderlich ist.

Wer schnell und um die Ecke denkt, verliert oft den Blick fürs Detail

So würden Kinder Details schneller und besser wahrnehmen und sich diese merken, während Erwachsene eher abstrakt denken, wie Yee Lee Shing, Professorin für Entwicklungspsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt, der “Badischen Zeitung” erklärt.

Eine Memory-Karte verknüpfen Erwachsene also mit vorhandenem Wissen und ordnen beispielsweise das Bild einer Birne der Kategorie “Birne” zu, während Kinder einfach abspeichern, wie das Bild aussieht. Deswegen seien jüngere Spieler besonders gut beim Memory mit Mustern statt mit Gegenständen. Während die Älteren hier keine Möglichkeit hätten, das Bild zu benennen, könnten Kinder ihren Blick fürs Detail ausspielen.

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Genauer hinzuschauen lässt nicht nur Einzelheiten erkennen, die Erwachsenen durchs Raster rutschen, sondern lässt Kinder auch eher abspeichern, an welcher Position sich ein Bild befindet - und schon ist das nächste Pärchen aufgedeckt.

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