Darum warnt das FBI vor Smart-TVs

Antonia WallnerFreie Autorin

Sie stehen in fast jedem deutschen Wohnzimmer: Smart-TVs. Doch viele Verbraucher vergessen, dass jedes internetfähige Gerät theoretisch zum Spion werden kann und Unmengen von Daten sammelt. Sogar das amerikanische FBI warnt vor den Smart-TVs und gibt Tipps für die Handhabung.

Smart-TVs sind praktische All-in-One-Geräte – mit einem unsichtbaren Haken. (Bild: Getty Images)
Smart-TVs sind praktische All-in-One-Geräte – mit einem unsichtbaren Haken. (Bild: Getty Images)

Keine Frage, ein Smart TV hat unschätzbare Vorteile. Mit den praktischen All-in-One-Geräten kann man sowohl klassisch fernsehen als auch auf den beliebtesten Portalen streamen. Mit einem unsichtbaren Haken, den viele gerne ignorieren: Durch den Internetzugang weiß das Smart-TV eine ganze Menge über das Nutzerverhalten. Also was wir gucken, wie lange und ob wir lieber streamen oder die öffentlich-rechtlichen bingen.

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FBI warnt insbesondere vor Kamera und Mikrofon

Das amerikanische FBI warnt die dortigen Verbraucher sogar vor den Geräten. Sie sollten genau wissen, welche Funktionen das Gerät hat und wie man diese kontrolliert. Dazu empfiehlt die Behörde eine Google-Suche mit der Modellnummer und den Stichworten “Mikrofon“, “Kamera“ und “Privatsphäre“. Denn genau diese Schwachstellen nutzen Hacker, um unbemerkt die Geräte zu steuern. Wer seine Kamera nicht ausstellen will, solle sie einfach mit schwarzem Tape überkleben. Eine beliebte Maßnahme, die auch von Laptop-Usern genutzt wird, um Spionage vorzubeugen. Doch im Gegensatz zu Computern haben nicht alle Smart-TVs regelmäßige Sicherheits-Updates.

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Verbraucher sollten sich dazu beim Hersteller informieren und regelmäßig Passwörter wechseln, meint das FBI. Außerdem sollte man sich die Datenschutzbestimmungen genau durchlesen und versuchen nachzuvollziehen, was das Gerät alles weitergibt.

 Auch in Deutschland gab es Kritik

Und wer jetzt denkt, dass das für Deutschland zu weit hergeholt ist: Auch bei uns wurden die Daten-Ströme der Smart-TVs bereits heftig kritisiert. Das Online-Technikmagazin “c’t“ testete etwa Anfang des Jahres Smart-TVs auf ihre digitale “Geschwätzigkeit“ und stellte fest, dass vor allem Samsung-Geräte viele Daten weitergeben. Das entdeckte die Stiftung Warentest bereits im Jahr 2016. Als Folge des mangelhaften Datenschutzes wurde das Unternehmen damals unter anderem von der Verbraucherzentrale NRW verklagt. Zwar bieten die meisten Anbieter in den Einstellungen Anpassungen der Privatsphäre an, aber wirklich verhindern lässt sich das Datensammeln der hybriden Geräte nicht. Außer man behält den alten, nicht ganz so smarten Fernseher.

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