Lange wurde Vieles stillschweigend geduldet...

Lange wurde Vieles stillschweigend geduldet...
Lange wurde Vieles stillschweigend geduldet...

Hallo liebe F1-Fans,

der Österreich-Grand-Prix hat sportlich einige Geschichten geliefert, über die man sich weidlich auslassen könnte.

Dass ein „Randthema“ zum Schlagzeilen-Produzenten wird, das nichts mit PS, Aerodynamik, Haltbarkeit der Motoren und Zoff zwischen den Spitzenteams zu tun hat, ist bedauerlich, aber längst überfällig. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Groß-Events sind ein Spiegelbild der Gesellschaft. Zwei Jahre Leben an der Kandare mit aufgezwungenen oder selbst auferlegten Einschränkungen und Verzicht haben Spuren hinterlassen.

Einmal losgelassen, drehen viele am Rad, wollen lange Vermisstes nachholen. Wer dieser Tage auf Volksfeste oder Groß-Konzerte geht, sieht massenweise hemmungsloses sich Gehenlassen. Spielberg hat seit Donnerstag eine Dauerparty mit zweifelhaften Rauscherscheinungen erlebt.

Rassistische, homophobe und sexistische Beleidigungen, Übergriffigkeit Frauen gegenüber mit Pöbeleien, sexistischen Sprüchen, dem Griff an den Po oder unter den Rock sind völlig inakzeptabel, dürfen nicht geduldet werden. Hat es immer schon gegeben bei Groß-Events, werden viele sagen.

Lange wurde Vieles still schweigend geduldet oder verharmlost. Die Welt ändert sich. Viele junge Menschen haben heute, Gott sei Dank, ein anderes Verhältnis zu diesen Themen. Sprüche à la „diese Weicheier sollen halt Zuhause bleiben“ sind ein absolutes NO-GO!

Schwachköpfe und Vollpfosten nur eine Minderheit

Die Formel 1 freut sich - auch dank Netflix - über einen Zustrom einer neuen, jungen Zuschauer-Generation. Und die zeigt sich in Teilen zu Recht irritiert über diese unhaltbaren „Randereignisse“ bei ihrem vielleicht ersten Grand-Prix-Besuch. Gut und unterstützenswert, dass sie ihre Erfahrungen teilen, laut werden, den Finger heben und anklagen.

Es ist nicht damit getan, die Verantwortung zur Vermeidung dieser Ausfallerscheinungen einiger Hohlköpfe und dumm Gesoffener dem Streckenbetreiber, Veranstalter und der FIA zuzuschieben. Es kann nicht sein, dass neben jedem zweiten Besucher an der Rennstrecke ein Polizist oder Security-Beschäftigter steht. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Wir alle sind aufgerufen und aufgefordert, einzuschreiten, dazwischenzugehen, wenn wir sehen, dass solche abscheulichen Dinge passieren. Die Minderheit der Schwachköpfe und Vollpfosten muss verstehen und spüren, dass Events keine Spielwiese sind, um sich hemmungslos gehen zu lassen.

Die Grundregel muss heißen, die Unversehrtheit aller zu garantieren. Die Schwachen, die Angegriffenen müssen sehen und spüren, dass sie von der Mehrheit beschützt und verteidigt werden. Der Sport schreibt sich Fairness, den respektvollen Umgang miteinander auf die Fahne. Es liegt auch und vor allem an den Fans, das zu verinnerlichen und mit Leben zu füllen.

Nicht nur an den Stars, die den respektvollen Umgang miteinander auf den Sportfeldern und in den Arenen vorleben sollen. Formel 1 übergreifend gilt das überall. Diese „Baustellen“ sind leider an der Tagesordnung, ob in der Arbeit, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Freibädern, Schwimmhallen und sonst wo – Spielberg muss da nicht explizit an den Pranger gestellt werden.

Aber es ist gut, dass die Ereignisse des Wochenendes in der Steiermark eine breite, übergreifende Diskussion ausgelöst haben. Hoffentlich mit Nachhaltigkeit!

Warum sollte sich Vettel die Formel 1 noch länger antun?

Ein Thema, das für Sebastian Vettel zunehmend eine übergeordnete Rolle spielt in seinem Leben. Die Chancenlosigkeit, mit der er in seinem Aston Martin auf dem Red Bull Ring rumgegurkt ist, wird die Gedanken ans Aufhören sicherlich nicht eingebremst haben.

Mit diesem Team geht nichts weiter. Ohne Übernahme des VW-Konzerns ist in absehbarer Zukunft ein Durchstarten der Truppe nicht zu erwarten. Warum sollte sich Vettel das noch länger antun? Er muss niemanden mehr was beweisen. Nur um dabei zu sein, wird er sicher nicht bleiben. Dafür bietet ihm die Formel1 mit allem drum herum zu wenig, was reizvoll ist, was er sogar eher ablehnt.

Wie nahe Himmel und Hölle in der eigenen Gefühlswelt zusammen liegen können, hat Carlos Sainz jr. in Österreich erfahren. Vor einer Woche in Silverstone noch der Strahlemann nach seinem 1. GP-Sieg überhaupt in seiner Karriere. Wenige Tage darauf am Boden zerstört, weil die zarte Pflanze der Hoffnung auf den Gewinn des WM-Titels nach kapitalem Motorschaden in den Flammen im Heck seines Ferrari sich wohl in Rauch aufgelöst hat.

Alpha Tauri hat den Anschluss verloren

Der Speed ist da bei Ferrari, die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit lässt schwer zu wünschen übrig. Was im Kundenteam Haas auch Magnussen zu spüren bekam. Der Däne quälte sich drei Viertel der Renndistanz nach eigenen Aussagen mit Zündproblemen im unteren Drehzahlbereich herum. In Maranello werden die Köpfe rauchen. Und das zurecht.

Perez hat sich mit einer zu ungestümen Attacke in der Anfangsphase selbst ins Aus geschossen. Sollte einem Routinier wie ihm eigentlich nicht mehr passieren. Da Verstappens Bolide unter zu großem Reifenfraß gelitten hat, bleibt für die Hausherren beim Heim-Grand-Prix ein fader Nachgeschmack.

Formel 1: Schumacher kann Können endlich zeigen

Im kurzen Sprintrennen konnte man das noch kaschieren. Noch viel bitterer sieht das Bild bei Alpha Tauri aus. Gasly ist seit drei Rennen ohne Punkte, Teamkollege Tsunoda seit fünf. Dabei ist der Japaner vier Mal nicht ins Ziel gekommen. Die Red-Bull-Filiale hat komplett den Anschluss verloren im hart umkämpften Mittelfeld. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Gefreut hat mich, dass Guanyu Zhou nach seinem Horror-Crash in Silverstone ein ruhiges, unkompliziertes Wochenende auf dem Red Bull Ring verbracht hat, ohne Zwischenfälle. Und für Mick Schumacher ist es wichtig, gezeigt zu haben, dass der Punktegewinn in England kein Zufallsprodukt war.

Eher ein Knotenlöser, der viel Druck von den Schultern genommen hat, so dass der junge Deutsche jetzt endlich zeigen kann, was wirklich in ihm steckt. Ein blitzsauberer Auftritt an diesem Wochenende, fehlerfrei und stark. Das wird weiteren Auftrieb geben.

Ocon brilliert in Alonsos Schatten

Auch Esteban Ocon hat ein bärenstarkes Wochenende hingelegt mit Top-Platzierungen im Sprint und im Hauptrennen. Wer gegenüber einem Alpha-Tier und zweimaligen Weltmeister Alonso mit 52:29 Punkten teamintern führt, hat vieles richtig gemacht.

Der 25-Jährige wird in knapp zwei Wochen in seiner Heimat in Le Castellet seinen 100. GP bestreiten. Der Franzose hat seine Vertragsverlängerung bis 2024 bei Alpine längst gerechtfertigt. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

PEDAL TO THE METAL, bleiben Sie gesund, eine schöne Zeit bis zum Grand Prix in Frankreich!

Ihr Peter Kohl

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