De Maiziere fordert DOSB-Wandel: "Diese ganze Atmosphäre muss enden"

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De Maiziere fordert DOSB-Wandel: "Diese ganze Atmosphäre muss enden"
De Maiziere fordert DOSB-Wandel: "Diese ganze Atmosphäre muss enden"

Thomas de Maiziere (CDU), Vorsitzender der DOSB-Ethikkommission, fordert als Konsequenz aus der "Briefaffäre" einen kulturellen Wandel im Deutschen Olympischen Sportbund. "Diese ganze Atmosphäre muss enden, und dazu braucht man einen Prozess, und der Prozess heißt Herstellung von Vertrauen", sagte der ehemalige Bundesinnenminister dem Deutschlandfunk.

Das Präsidium um DOSB-Chef Alfons Hörmann, das durch einen anonymen Brief aus der Belegschaft in Erklärungsnot geraten war, entschied am Donnerstag, sich im September einer Vertrauensfrage zu stellen und folgte damit der Empfehlung der Ethikkommission um de Maiziere nur zum Teil.

Sowohl aus der Politik als auch von Seiten aktiver Sportler gab es dafür harsche Kritik. Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag (SPD) bezeichnete das Vorgehen am Freitag als "eiskaltes Kalkül". Die Kommission hatte dem Präsidium ursprünglich nahegelegt, bei der DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember Neuwahlen abzuhalten, die gleichzeitig als Vertrauensabstimmung gelten sollten.

"Wir haben dabei daran gedacht, dass der DOSB nicht ohne Führung sein sollte für den Fall, dass eine Vertrauensfrage für das Präsidium negativ beantwortet worden wäre", erklärte de Maiziere, stellte jedoch klar: "Das ist nicht meine Aufgabe, das (die Entscheidung des Präsidiums, Anm. d. Red.) zu bewerten."

Zudem betonte der CDU-Politiker, dass allein personelle Änderungen nicht viel verändern würden. "Zu glauben, dass rund um eine Person das Thema dann gelöst wäre, der verkennt die Tiefe des Problems." Vielmehr ginge es "um wechselseitiges Vertrauen" und "Selbstbespiegelung, die wir übertrieben finden und das betrifft viele im DOSB und nicht allein Herrn Hörmann oder das Präsidium".

Die beteiligten Personen müssten aufhören, "schlecht über andere zu reden ? wer und worüber auch immer und da müssen sich ganz viele an die eigene Nase fassen". Auch bei den Inhalten wie Klima, Kultur, Führungskultur und Zusammenarbeit, für die der deutsche Sport stehen soll, sieht de Maiziere "Verbesserungsbedarf auf allen Seiten".

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