DEL: München beendet Fischtown-Märchen

Nach dem beeindruckenden Durchmarsch von Titelverteidiger Red Bull München gegen den am Ende überforderten Rekord-Aufsteiger aus Bremerhaven trafen sich beide Trainer auf ein Bier. Don Jackson und Thomas Popiesch fachsimpelten über Eishockey, über die Meisterform der Münchner, über die sensationelle Saison der Fischtown Pinguins.

Nach dem beeindruckenden Durchmarsch von Titelverteidiger Red Bull München gegen den am Ende überforderten Rekord-Aufsteiger aus Bremerhaven trafen sich beide Trainer auf ein Bier. Don Jackson und Thomas Popiesch fachsimpelten über Eishockey, über die Meisterform der Münchner, über die sensationelle Saison der Fischtown Pinguins.

Durch den 8:2-Kantersieg am Mittwochabend in Bremerhaven gewann München auch das vierte K.o-Duell und zog damit im Schnellverfahren ins Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga ein. Auf wen der Meister dort trifft, steht noch nicht fest. Die Münchner haben aber so oder so die längste Pause aller Halbfinalisten, neun Tage vergehen bis zum ersten Duell in der Vorschlussrunde am 24. März.

EHC-Trainer Jackson nutzt die Gelegenheit und spendierte seinen Spielern zwei trainingsfreie Tage am Freitag und Samstag. "Es ist gut, dass wir jetzt ein paar freie Tage haben und regenerieren können", sagte der 60 Jahre alte Kanadier: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft."

Vor allem beim klaren Auswärtssieg am Mittwoch unterstrich der Hauptrundengewinner, dass er auch in dieser Saison der große Titelfavorit ist. Effektiv, diszipliniert, geradlinig - die Münchner spielen Play-off-Eishockey, wie man es spielen muss. Stürmer Jerome Flaake brachte es auf den Punkt: "Wir haben die einfachen Sachen richtig gemacht."

Defensiv-Bollwerk

Gerade einmal fünf Gegentreffer hat München in der kompletten Serie gegen Bremerhaven kassiert, vorne ist das Team qualitativ extrem breit aufgestellt. Und der Erfolgshunger ist nach dem ersten Titelgewinn im vergangenen Jahr auch noch nicht gestillt. "Egal, gegen wen es geht, wir freuen uns und geben Vollgas", sagte Flaake.

Die Erfolgsbesessenheit hat ihnen Jackson eingetrichtert, er ist mit sechs Meistertiteln schon jetzt der Rekord-Trainer der DEL. Nach fünf Titeln mit den Eisbären Berlin hat der frühere NHL-Verteidiger, der einst an der Seite des legendären Wayne Gretzky zweimal den Stanley Cup gewann, den Erfolg mit nach München gebracht. Aber natürlich weiß Jackson, dass er durch den Großsponsor im Rücken die besten Voraussetzungen hat: "Wir wissen, dass wir das Werkzeug haben, um unseren Job zu erledigen."

Der geschätzte Etat der Münchner ist knapp 3,5 mal so groß wie der von Bremerhaven, dafür schlugen sich die Pinguine achtbar. Schon mit dem Einzug ins Viertelfinale als erster DEL-Aufsteiger überhaupt hatte der krasse Außenseiter Geschichte geschrieben. Red Bull München schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Wir ziehen mit großem Respekt vor Eurer Saison ins Halbfinale ein und übergeben den Titel 'Bester DEL-Aufsteiger aller Zeiten' gerne an Euch!"

Raus mit Applaus - auch die Bremerhavener Fans feierten ihre Mannschaft nach der Schlusssirene. Fast alle Experten hatten das zusammengewürfelte Team mit 17 neuen Spielern und einem Mini-Etat (3,5 Millionen Euro) auf dem letzten Tabellenplatz erwartet. "Dass das am Ende dabei herausgekommen ist, ist unglaublich", sagte Trainer Popiesch über das Eishockeymärchen an der Nordseeküste, das nun beendet ist.

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