Demonstranten verwandeln Donald Trumps Schutzzaun in "Black Lives Matter"-Installation

Jennifer CaprarellaFreie Autorin
Yahoo Nachrichten Deutschland

Zusätzlich zu den regulären Schutzmaßnahmen rund um das Weiße Haus schottet derzeit ein weiterer, kilometerlanger Zaun den US-Präsidenten von den Demonstrationen ab. Innerhalb kürzester Zeit verwandelten die Bürger dieses sogenannte “Babygate” in eine Leinwand des Protests.

Dank des Schutzzauns rund um die Eingänge des Weißen Hauses können Passanten jederzeit die vielen Protestplakate und Parolen der Demonstranten lesen (Bild: Samuel Corum/Getty Images)
Dank des Schutzzauns rund um die Eingänge des Weißen Hauses können Passanten jederzeit die vielen Protestplakate und Parolen der Demonstranten lesen (Bild: Samuel Corum/Getty Images)

Als nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd die Proteste in den USA hochkochten, ergriff Präsident Donald Trump weitere Schutzmaßnahmen: Um die Eingänge des Weißen Hauses wurde ein etwa 2,7 Kilometer langer und knapp 2,5 Meter hoher Zaun errichtet.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Kontrast: Joe Biden trifft Floyds Familie - Trump die Polizei

Schnell wurde der riesige Schutzzaun “Babygate” getauft. Ein Name mit doppelter Bedeutung, denn nicht nur trägt in Anlehnung an die Watergate-Affäre mittlerweile jedes skandalöse oder aufsehenerregende Ereignis das Suffix “gate”, der englische Begriff “baby gate” wird außerdem für Schutzgitter für Kleinkinder verwendet.

Schutzzaun wird zur Ausstellung des Protests

Viele sehen in der Barrikade ein Symbol für Trumps Unwillen, sich mit dem Rassenproblem seines Landes und der Kritik der Bürger auseinanderzusetzen. Schließlich verhindert der Zaun nicht zuletzt, dass der Protest vor Trumps Haustür gebracht wird, wo er die Protestplakate und Banner der Demonstranten sehen könnte. Also haben diese beschlossen, stattdessen den Zaun selbst damit zu schmücken.

Und so verwandelt sich die Schutzbarrikade nun in eine Art Ausstellung für die “Black Lives Matter”-Proteste, die landesweit stattfinden. Einige hängten lediglich Plakate mit der Parole der Bewegung (auf deutsch: schwarze Leben zählen) oder deren Kürzel “BLM” auf.

Andere befestigten Bilder von George Floyd oder Breonna Taylor, die im März in ihrer Wohnung von Polizisten erschossen wurde. Auch Fotos anderer dunkelhäutiger Amerikaner, die in den vergangenen Jahren durch die Polizei zu Tode kamen, wurden aufgehängt.

Erste Initiative: Polizeireform zunehmend im Fokus von Anti-Rassismus-Bestrebungen in den USA

Auch Installationen oder Banner mit konkreten Forderungen waren an dem langen Zaun zu finden, beispielsweise die Aufforderung, Polizeibeamte aus den Schulen zu entfernen oder eine grundlegende Polizeireform einzuleiten.

Video: Ansage gegen Trump: Washington im Zeichen von "Black Lives Matter"

Lesen Sie auch