Der wärmste Winter aller Zeiten und seine Folgen

Christian BernhardFreier Autor

Laut der US-Wetterbehörde NOAA steht uns der wärmste Winter seit 1881 bevor. Das hat Auswirkungen auf verschiedene Bereiche.

Uns steht ein warmer, aber auch niederschlagsreicher Winter bevor. (Symbolbild: Getty Images)
Uns steht ein warmer, aber auch niederschlagsreicher Winter bevor. (Symbolbild: Getty Images)

Ein Blick in die Alpen macht dieser Tage klar und deutlich: Der Winter steht nicht nur vor der Tür, sondern ist bereits eingetreten. Massive Schneefälle haben im südlichen Alpenraum für chaotische Verhältnisse in einigen Regionen gesorgt. Ein neues Tief soll am Samstagabend zusätzliche Regen- und Schneefälle mit sich bringen, die Gefahr von Murenabgängen und Hochwasser erhöht sich.

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Geht es nach der US-Wetterbehörde NOAA, steht uns trotz der aktuellen Meldungen aus den Alpen der wärmste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 ins Haus. Bereits die Winter zwischen den Jahren 1999 und 2010 galten als recht warm, doch nun soll es von Dezember bis Februar noch einmal zwei bis drei Grad wärmere Temperaturen geben.

Wärmere Temperaturen, aber auch mehr Niederschläge

Für Dominik Jung ist das “ein weiterer Beweis für den bereits laufenden Klimawandel”. Der Meteorologe sagte der “Bild”: “Den bisher wärmsten Winter gab es bei uns (Anm. d. Red.: Deutschland) 2006/2007. Er hatte eine Durchschnittstemperatur von 4,4 Grad. Jetzt könnten es 4,6 Grad werden.” Durch die globale Erderwärmung gibt es in Mitteleuropa mehr Westwetterlagen mit milderen Temperaturen, vom Atlantik ziehen aber auch mehr Niederschläge ins Zentrum Europas.

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Das hat auf mehrere Bereiche Auswirkungen. Die Landwirtschaft etwa freut sich nicht darüber, denn durch den Rückgang der Frosttage bilden die Pflanzen weniger Blüten. Gefährlich sind zudem die häufigeren Windböen, die die Pflanzen beschädigen oder gar komplett aus dem Boden reißen können. Auch auf den Menschen färbt die Veränderung ab. Ohne die Kälte ist die Anfälligkeit für Kopfschmerzen und Winter-Depressionen größer.

Die Winter-Tourismus-Orte dürften sich dagegen freuen, denn die wachsenden Niederschläge gehen auf der Höhe als Schnee nieder, erklärt Jung. In niedrigen Höhen wird man von einer schneeweißen Weihnacht allerdings nur träumen können. Dafür freut sich das Bankkonto, denn durch die wärmeren Temperaturen muss weniger geheizt werden.

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