DESG riskiert Konflikt mit Claudia Pechstein

Sportinformationsdienst
Sport1

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) geht auf Konfrontationskurs zum Team um die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein.

Ihr Lebensgefährte Matthias Große, der von Pechstein als Kandidat für das vakante Präsidentenamt der DESG ins Spiel gebracht wurde, wird ab der am Freitag in Minsk beginnenden Weltcupsaison nicht in den Betreuerstab der deutschen Eisschnelllauf-Nationalmannschaft eingebunden. Das teilte der Verband am Dienstagabend mit.


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Als Grund nannte Sportdirektor Matthias Kulik die "teilweise unsachgemäßen und dadurch verbandsschädigenden medialen Aussagen von Herrn Matthias Große gegen unsere aktuelle leistungssportliche Verbandsstrategie".

Verband sah sportlichen Fokus in Gefahr

Der sportliche Fokus innerhalb der Eisschnelllauf-Nationalmannschaft in Vorbereitung auf und während der anstehenden Weltcup-Wettbewerbe müsse trotz der aktuellen verbandspolitischen Situation zu 100 Prozent gewährleistet sein. 

"Wir sehen uns entgegen der Äußerungen mit einem starken Betreuerteam auf dem richtigen Weg in der sportlichen Entwicklung unseres Verbandes", wurde Kulik in einer Mitteilung des Verbandes zitiert. Eine optimale Betreuung von Pechstein werde auf und abseits des Eises trotzdem gewährleistet sein. 

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Auf Verbandsebene begrüße die DESG "einen gemeinschaftlichen Diskurs mit Mitgliedern aber auch Außenstehenden." Einem direkten Austausch stünden die Verantwortlichen innerhalb des Verbandes jederzeit offen gegenüber. 

DESG-Präsidentschaftskandidatur nicht beeinflusst

Pechstein hat im Berliner Unternehmer Große ihren wichtigsten Unterstützer gefunden. Er tritt als lautstarker Anpeitscher auf, als Pressesprecher oder "Bodyguard", wie Pechstein es einmal formuliert hat.

Sein Auftreten war vor allem in den Anfangsjahren ihrer Beziehung dabei aber mitunter äußerst zweifelhaft. Große war als Betreuer unter anderem für die Olympischen Winterspiele 2014 und 2018 akkreditiert.


Vom Tisch ist Großes Kandidatur für das Amt des DESG-Präsidenten durch den Ausschluss nicht. Das verbleibende DESG-Präsidium, das derzeit nur noch aus Shorttrack-Vize Uwe Rietzke und Schatzmeister Dieter Wallisch besteht, ist offen für Gespräche mit Große.

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