Eine deutsche F1-Legende mit tragischen Schatten

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Eine deutsche F1-Legende mit tragischen Schatten
Eine deutsche F1-Legende mit tragischen Schatten

Er war Teamkollege des legendären Motorsport-Playboys James Hunt während dessen großen Rivalität mit Niki Lauda.

Er war einer der ersten deutschen Rennsieger in der Formel 1, Teil einer oft romantisierten Ära, in der der Tod dort noch ein ständiger Begleiter war.

Und Jochen Mass - später auch ein Mentor des jungen Michael Schumacher - weiß, dass es ein großes Glück ist, dass er am Donnerstag 75 Jahre alt wird.

„Beinahe zählt im Rennsport nicht. Entweder man überlebt oder nicht“, sagte der im bayerischen Dorfen geborene und nun in Südfrankreich lebende Mass einmal: „Es befriedigt mich, dass ich die ganzen Jahre weitestgehend gesund überstanden habe.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

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Jochen Mass‘ Karriere begann eher zufällig

Mass, einer der bedeutendsten deutschen F1-Fahrer der Ära vor Schumacher bestritt 105 Grands Prix, holte dabei einen Sieg. Später gewann er den Langstreckenklassiker in Le Mans, bis heute ist er eng mit dem Motorsport verbunden. Erst Anfang September saß Mass bei einem Festival in Brands Hatch in einem alten Gruppe-C-Porsche.

Rennsport war und ist sein Leben - dabei ergab sich die Karriere eher zufällig. Als Jugendlicher habe er keine großen Ambitionen gehabt, sagt Mass. „Ich fuhr gut Auto, schneller als alle meine Freunde, das wusste ich“, erklärt er im Gespräch mit dem SWR. Also probierte er es professionell und fand Gefallen.

Die Laufbahn begann 1968 im Tourenwagen, 1973 debütierte er in der Formel 1 - in Silverstone war nach einer Massenkarambolage in der ersten Runde Schluss. „Schwere Unfälle gehörten früher beinahe zur Tagesordnung“, sagt Mass, und sie sollten für die einschneidenden Momente seiner Karriere sorgen.

Einziger Sieg in der Formel 1 von Tragödie überschattet

Der einzige Formel-1-Sieg gelang 1975 auf dem gefährlichen Stadtkurs von Montjuic in Barcelona, er wurde überschattet von einem Unfall, bei dem fünf Zuschauer und Streckenposten starben.

Der in Führung liegende Rolf Stommelen war mit seinem Boliden von der Strecke abgekommen und in die Zuschauermenge geschleudert worden. Mass fuhr zu einem Sieg, den er nie als solchen begreifen wollte. Als zweiter Deutscher nach Wolfgang Graf Berghe von Trips stand er nun dennoch in der Liste der Formel-1-Gewinner.

Verwickelt in tödlichen Unfall von Gilles Villeneuve

Drei Jahre später überlebte Mass einen schweren Testunfall in Silverstone, erlitt zahlreiche Knochenbrüche und Verletzungen der Lunge.

1982 dann war er in den tragischen Unfall verwickelt, der Gilles Villeneuve im belgischen Zolder das Leben kostete. „Furchtbar“ und „schrecklich“ seien die Erinnerungen an diesen Tag.

Und nur drei Monate später flog Mass in Frankreich von der Strecke, wurde aus seinem brennenden Boliden gerettet - und machte sich nun doch finale Gedanken über seine Formel-1-Karriere. „Da zeigt jemand auf dich, das geht nicht mehr lange gut“, habe er gedacht.

Mass traf die richtige Entscheidung, anders als dem früh verstorbenen Weggefährten Hunt war ihm noch ein langes und erfülltes Leben beschieden.

Mass auch Autor und Kommentator bei RTL

Der leidenschaftliche Rennfahrer stieg um in den Sportwagen, gewann mit Manuel Reuter und Stanley Dickens 1989 in Le Mans.

Später wurde er RTL-Kommentator, Schumi-Mentor und schrieb ein Buch über seine Liebe zum Motorsport.

„Ich hätte mein Leben nicht anders leben können“, sagt Mass: „Es hat mir sehr viel Freude gemacht. Und ich bin selbst überrascht und sehr dankbar, dass ich noch da bin.“

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