Der deutsche Held von Genua

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Der deutsche Held von Genua
Der deutsche Held von Genua

Abdelhamid Sabiri stellte sich vor die Kurve der ekstatischen Sampdoria-Fans und genoss den Augenblick.

Gerade hatte er das 1:0 im Derby gegen den CFC Genua geschossen - wie sich später herausstellte war es der Treffer zum Sieg, den Keeper Emil Audero in der letzten Minute mit einem gehaltenen Elfmeter sicherte (DATEN: Die Tabelle der Serie A)

Beim Namen Sabiri klingelt es möglicherweise bei manchem deutschen Fußballfan: Der heute 25-Jährige hat hierzulande eine wenig schmeichelhafte Vergangenheit - spätestens, als Steffen Baumgart am 29. Oktober 2020 die verbale Axt auspackte.

Der heutige Köln-Trainer war damals Coach des SC Paderborn und reagierte auf ein Interview seines früheren Schützlings, der eine Saison zuvor für die Ostwestfalen am Ball war.

Baumgarts vernichtendes Urteil

Sabiri hatte im Podcast Serieamore deutliche Kritik an Baumgart geäußert und angemerkt, er habe bei drei der vier Paderborner Siege auf dem Platz gestanden. „Das ist doch keine so schlechte Statistik“, sagte er. Von daher hätte er „nicht wirklich verstanden“, dass Baumgart nicht öfter auf ihn gesetzt hatte.

Das spektakuläre 3:3, das Paderborn dem BVB in jenen Tagen abgetrotzt hatte, war für Sabiri ein Indiz für die Bundesligatauglichkeit des SCP - und vor allem für seine eigene. Dabei wurde er in jenem Spiel erst in der 40. Minute eingewechselt und musste das Dortmunder Comeback nach 0:3-Halbzeitrückstand über sich ergehen lassen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Serie A)

„Gerade dieses 3:3 hat gezeigt, warum wir nicht die Qualität hatten, und er auch nicht“, konterte Baumgart anschließend - und wurde dann persönlich: „Ich hatte nie das Gefühl, dass Hamid unserer Mannschaft in irgendeiner Form geholfen hat. Hamid arbeitet für keine Mannschaft, er arbeitet nur für sich.“

Baumgarts vernichtendes Fazit über den damals 22-Jährigen: „Im Nachhinein war es ein Fehler, dass wir ihn geholt haben.“

Sabiri streikt sich in die Premier League

Sabiri, der für die deutsche U21 fünf Spiele bestritt und in frühen Jahren als riesiges Talent galt, war schon zuvor angeeckt. Nachdem er in der Saison 2016/17 gerade erst neun Zweitligaeinsätze mit dem 1. FC Nürnberg hinter sich hatte, sah er sich zu Höherem berufen.

Die Premier League sollte es sein - und um seinen Wechselforderungen Nachdruck zu verleihen, ließ er sich krank schreiben und erschien im Sommer 2017 nicht mehr zum Training. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Serie A)

Sabiris Streik hatte den erwünschten Erfolg: Er wechselte Ende August zum damaligen Aufsteiger Huddersfield, was FCN-Sportchef Andreas Bornemann entlockte. es sei „unter den gegebenen Umständen für alle Beteiligten das Beste“.

Für den gebürtigen Marokkaner mit deutscher Staatsbürgerschaft entwickelte sich der England-Wechsel jedoch zu einem Horrortrip, bei dem er in zwei Jahren nur auf sieben Einsätzen kam und kein einziges Tor erzielte.

Schon zweites Serie-A-Tor von Sabiri

Nach einem Jahr Paderborn und der Baumgart-Schelte zog es den offensiven Mittelfeldspieler nach Italien, zum Zweitlisten Ascoli Calcio. In der mittelitalienischen Provinz fasste der hochveranlagte Profi langsam wieder Fuß und beeindruckte unter anderem mit Freistoßtoren aus großer Distanz.

Nach 43 Spielen und elf Toren schlug Erstligist Sampdoria im Winter zu und lockte Sabiri in die Serie A - und auch hier scheint ihm der Durchbruch zu gelingen. Zehn Einsätze hat er im Samp-Trikot gesammelt, das Derby-Tor war schon sein zweites.

„Sabiri ist noch jung, was er braucht ist eine Dosis Vertrauen“, sagte Sampdoria-Coach Marco Giampaolo über seinen Derby-Helden.

Wie es scheint, ist der frühere Problemprofi genau an den richtigen Trainer geraten.

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