Deutsche Olympiasiegerin: „Ich war schockiert“

·Lesedauer: 2 Min.
Deutsche Olympiasiegerin: „Ich war schockiert“
Deutsche Olympiasiegerin: „Ich war schockiert“
Deutsche Olympiasiegerin: „Ich war schockiert“

In Tokio sorgte Ricarda Funk im Kanuslalom für das erste deutsche Olympia-Gold, in der vergangenen Woche legte Ricarda Funk bei der WM einen Titel nach. Zwischendurch war die 29-Jährige kurz zu Besuch in ihrer alten Heimat - und ist noch immer geschockt von den Ausmaßen der Flutkatastrophe rund um Bad Ahrweiler.

„Es ist hart. Man kann sich nicht vorstellen, was die Wassermassen dort angerichtet haben. Ich hatte vorher viele Bilder gesehen, aber ich war trotzdem schockiert, bis wohin das Wasser stand“, sagte Funk SPORT1: „Es gibt Menschen, die alles verloren haben. Und nach meinem letzten Kenntnisstand gibt es immer noch Menschen, die nicht wissen, ob sie im Winter Heizung haben werden.“

Direkt nach ihrem Olympia-Triumph hatte sie eine emotionale Botschaft in die Heimat geschickt: „Kreis Ahrweiler ist stark, gemeinsam schaffen wir das.“

Ricarda Funks Familie hat „Schlamm geschippt“

Ihre Familie habe „Schlamm geschippt und versucht zu helfen, wo sie konnten“. Funks Kanustrecke, „wo für mich alles angefangen hat“, wurde vom Hochwasser ebenfalls zerstört.

Nach „sehr stressigen Wochen“ will sie jetzt erstmal „runterfahren und das Boot bis November in die Ecke stellen“.

Im nächsten Jahr steht dann die Heim-WM in Deutschland an, bis Olympia 2024 in Paris will sie auf jeden Fall durchziehen. „Ich möchte noch Olympische Spiele in vollem Ausmaß erleben, mit Zuschauern und Kontakt zu anderen Athleten. Das war ja in Tokio wegen Corona nicht möglich“, sagte Funk.

Abseits des Sports habe sie zuletzt „fast täglich oder wöchentlich Anfragen für Motivationsvorträge, Fernsehsendungen oder Gala-Abende“ erhalten. Entsprechende Einladungen wird sie mit Bedacht annehmen, darüber hinaus wohl noch ihrem Studium im Bereich Medien und Kommunikation „den Master-Abschluss oben draufsetzen“.

„Man muss das richtige Maß finden“

Social-Media-Aktivitäten empfindet sie als „Fluch und Segen“, manche Auswüchse wie etwa bei Leichtathletin Alica Schmidt sieht sie kritisch.

„Es ist schon ein wichtiges Mittel, um sich zu präsentieren. Und Instagram zum Beispiel macht mir auch Spaß. Aber ich sehe mich als Sportlerin und nicht als Influencerin“, sagte Funk: „Man muss das richtige Maß finden und darf es nicht übertreiben. Vor wichtigen Wettkämpfen fahre ich das runter, damit ich mich auf das Wesentliche fokussieren kann.“

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.