Deutschlands Stütze, die fast ihre Karriere beendete

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Deutschlands Stütze, die fast ihre Karriere beendete
Deutschlands Stütze, die fast ihre Karriere beendete

Die deutschen Volleyballerinnen kommen bei der EM langsam besser ins Rollen.

Nach dem wichtigen Sieg im dritten Gruppenspiel gegen Bulgarien sind die “Schmetterlinge” auf Kurs. Das Team von Bundestrainer Felix Koslowski befindet sich voll im Soll, es fehlt aber noch an Rhythmus und Konstanz, um mehr als das Minimalziel Viertelfinale erreichen zu können.

Der Auftritt gegen den Gastgeber macht aber Mut. “Das war wahrscheinlich das beste Spiel, was wir diesen Sommer absolviert haben”, sagte Koslowski. (Alle deutschen Spiele bei der EM LIVE auf SPORT1 im Free-TV und Livestream)

Entscheidenden Anteil am umkämpften 3:2-Erfolg hatte einmal mehr Louisa Lippmann, mit 18 Punkten die beste Angreiferin der deutschen Auswahl. Die 26 Jahre alte Diagonalspielerin steigerte ihre Angriffsquote von 30 auf 41 Prozent.

Lippmann und Imoudu steigern sich

Doch mit Blick auf Lippmanns Steigerung darf auch eine weitere Personalie nicht außer Acht gelassen werden. Denn: Ein Grund dafür war das bessere Verständnis mit Zuspielerin Denise Imoudu. (Volleyball-EM 2021 der Frauen LIVE auf SPORT1: Spielplan und Ergebnisse)

Die EM-Debütantin führt bislang so gekonnt Regie, dass ihre Mitspielerinnen die präzisen Vorgaben mit großer Selbstverständlichkeit vollenden können. Bereits vom ersten Spiel an wusste die 25-Jährige zu überzeugen. Auch dank Imoudu blieb das DVV-Team etwa bei der Auftaktniederlage gegen Polen am Drücker.

Koslowski kann sich auf die 1,81 Meter große Volleyballerin mit der markanten Lockenmähne verlassen. Ohnehin kennen sich die beiden nur zu gut. Auch im Verein arbeiten sie zusammen, seitdem Imoudu 2020 vom SC Potsdam zum SSC Palmberg Schwerin zurückkehrte. (BERICHT: Die Favoriten der Volleyball-EM 2021)

Imoudu dachte über Karriereende nach

Dort hatte sie schon von 2013 an zwei Jahre gespielt, ehe sie mit der ausdrücklichen Unterstützung Koslowskis einige Wanderjahre in der Bundesliga unternahm und sich außer in Potsdam auch in Hamburg und Aachen fortbildete.

Die Rückkehr nach Schwerin sollte der Karriere der in Schwedt in der Uckermark geborenen Nationalspielerin einen Schub geben. Nach den ersten EM-Vorstellungen lässt sich konstatieren: Es ist ihr gelungen. (Volleyball-EM: Alle Gruppen)

Doch nicht immer lief Imoudus Karriere reibungslos. Bevor es sie wieder nach Schwerin zog, hatte die Zuspielerin eine schwere Zeit, wie sie im März im SPORT1-Volleytalk zugab.

“Ich hatte eine harte Saison (in Potsdam, Anm. der Red.) und habe mir Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll mit der volleyballerischen Karriere. Ich war das Jahr vorher in Aachen und der Schritt zurück nach Potsdam zu gehen war eine Herzensentscheidung, weil ich nach Hause wollte und Heimweh hatte”, berichtete Imoudu.

Imoudu spielt tragende Rolle

Letztendlich sei es aber “sehr enttäuschend” gewesen, “weil ich wenig Einsatzzeiten bekommen habe, womit ich nicht gerechnet habe.” Kurz bevor sie die Entscheidung pro Schwerin getroffen hatte, sei sie noch hin- und hergerissen gewesen, so Imoudu. Schließlich liege ihr “Herz in Potsdam.”

Aber damit nicht genug: “Ich war gar nicht so weit davon entfernt, meine Karriere an den Nagel zu hängen. Man verliert Selbstvertrauen, weil man nicht spielt. Man fängt an, an sich selber und diesem ganzen Weg zu zweifeln. Da waren die Gedanken schon sehr laut, es vielleicht einfach sein zu lassen”, offenbarte Imoudu.

Letztendlich entschied sie sich doch gegen ein Karriereende und spielt einige Monate später sowohl in Schwerin als auch in der Nationalmannschaft eine tragende Rolle.

Deutschland gegen Griechenland unter Druck

In den letzten beiden Vorrundenspielen gegen Griechenland (Dienstag, ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) und Spanien (Mittwoch, ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) kann Imoudu vor allem im Zusammenspiel mit Lippmann erneut eine entscheidende Rolle spielen.

Zwar ist das Weiterkommen fast sicher, nun gilt es aber, gegen die “Kleinen” möglichst Tabellenplatz zwei zu sichern. Es müssen Pflichtsiege her, denn nur so ist es höchstwahrscheinlich möglich, den starken Niederländerinnen und Türkinnen im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen.

Koslowski warnte vor den vermeintlich einfacheren Aufgaben. “Das sind mit Sicherheit nochmal zwei große Herausforderungen für uns”, sagte der 37-Jährige. Schließlich hätten die beiden Mannschaften “natürlich gegen uns nichts zu verlieren”.

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