Das deutschsprachige Mastermind hinter dem Tournee-Dominator

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Das deutschsprachige Mastermind hinter dem Tournee-Dominator
Das deutschsprachige Mastermind hinter dem Tournee-Dominator

Richard Schallert hat überhaupt keine Zweifel, wenn er an die Tournee-Chancen seines Schützlings Ryoyu Kobayashi, der auch das Nachholspringen in Bischofshofen für sich entscheiden konnte, denkt.

„In Bischofshofen lässt er sich den Gesamtsieg nicht mehr nehmen, das ist seine Lieblingsschanze“, sagte der 57-Jährige der Tiroler Tageszeitung. (Vierschanzentournee: Ergebnisse)

Und Schallert muss es wissen. Seit mehr als drei Jahren betreut der Österreicher mit dem langen Rasputin-Bart den japanischen Überflieger, verhilft dem 25-jährigen „Roy“, wie er im Team genannt wird, womöglich zum zweiten Tourneesieg nach 2018/19. (Skispringen: Alle News)

Kobayashi und Schallert - das passt zusammen

Kobayashi sei „ein wertvoller Diamant, der schon schön geschliffen ist“, sagt Schallert, im Skisprung-Zirkus oft „Richie“ genannt.

„Der Richie ist eine ganz besondere Person, die sich sehr zurückhält“, beschreibt ihn sein Landsmann und ZDF-Experte Toni Innauer: „Die zwei passen sehr gut zusammen.“ Schallert, in seiner aktiven Zeit unter anderem Sechster der Vierschanzentournee 1982/83, zieht gern im Hintergrund die Fäden.

In der Vergangenheit als Cheftrainer der Tschechen und Russen, außerdem als Betreuer des deutschen C-Kaders oder diverser österreichischer Nachwuchsspringer. Seit April 2019 trainiert der Vorarlberger die Japaner, unter ungewöhnlichen Bedingungen. (Skispringen: Alle Ergebnisse)

Anders als in Europa kümmern sich dort nämlich Firmen um die Sportler. Als Angestellter der Tsuchiya Holding, eines Wohnungsbau- und Immobilienunternehmens in Sapporo, betreut Schallert neben Kobayashi auch Springer wie den ewigen, mit fast 50 immer noch aktiven Noriaki Kasai.

Kobayashi und Co. mit Sommervorbereitung in Österreich

Oft bekommt Schallert dann Sprungvideos aus Sapporo zugeschickt, „ich schreibe die Trainingspläne“, erzählt er. Im Sommer trainiert das japanische Team gerne in Österreich, auch deshalb fühlt sich Kobayashi in Bischofshofen oder Innsbruck sehr wohl.

Kobayashis Erfolgsgeheimnis? „Die ersten großen Erfolge sind ihm mehr oder weniger passiert“, sagte Schallert im ZDF: „Dass er jetzt so springt, das hat er sich erarbeitet.“

Nach der Tournee steht im Februar das noch viel größere Highlight an. „Die Winterspiele in Peking haben in Japan einen enormen Stellenwert. Da sind sie auch bereit, mehr Geld zu investieren“, sagt Schallert. Wenn Kobayashi so weiterfliegt, ist eine Medaille unter der Ägide des Masterminds zumindest sehr wahrscheinlich.

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