DFB-Analyse: Wie Flick den Erfolg zurückbrachte

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DFB-Analyse: Wie Flick den Erfolg zurückbrachte
DFB-Analyse: Wie Flick den Erfolg zurückbrachte

Drei Spiele, drei Siege, 12:0 Tore! Hansi Flick ist erfolgreich in seinen neuen Job als Bundestrainer gestartet.

Einem mageren 2:0 gegen Liechtenstein folgte ein überragendes 6:0 gegen Armenien und letztlich ein souveränes 4:0 in Island.

„Drei Spiele, drei Siege, das hat die Mannschaft einfach mal gebraucht“, sagte ein sichtlich zufriedener DFB-Coach am Mittwochabend zu später Stunde in den Katakomben des Reykjaviker Nationalstadions Laugardallsvöllur.

Vertrauen in die eigene Stärke sei wichtig, befand Flick, der auf einen intensiven Pressingfußball setzt. Mit den Siegen komme das umso schneller.

Flicks erste Dienstreise als Bundestrainer war ein Erfolg

Der 56 Jahre alte Nachfolger von Joachim Löw setzte in seinen ersten zwölf Amtstagen gemeinsam mit seinem Trainerteam auf drei Grundpfeiler: Tempo, Intensität und Kommunikation. Die Mannschaft setzte all das weitestgehend gut um.

Freilich hießen die Gegner nur Liechtenstein, Armenien und Island. In der FIFA-Weltrangliste stehen die Fußball-Zwerge auf den Plätzen 189, 88 und 53. In die Bewertung sollte das allerdings nur bedingt mit einfließen.

Es ging für Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Co. nämlich vor allem darum, den Fans zu zeigen, dass man bereit ist. Dass man darauf brennt, Spiele im Nationaltrikot zu machen. Dass man Zuversicht und Freude ausstrahlt. Das hat die Mannschaft um die wieder erstarkten Leroy Sané und Thilo Kehrer zweifelsohne gezeigt.

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DFB: Gesamte Mannschaft in Torlaune

„Neuer Wind, neue Spiellaune. Es ist schön, dass wir die Spiele mal wieder mit hohen Unterschieden für uns entschieden haben“, sagte Serge Gnabry.

Nennenswert auch: Die zwölf Treffer der deutschen Mannschaft wurden von sieben (!) verschiedenen Spielern erzielt.

Timo Werner und Serge Gnabry trafen drei Mal, Leroy Sané netzte doppelt, Marco Reus, Antonio Rüdiger, Jonas Hofmann und Karim Adeyemi erzielten jeweils einen Treffer.

„Im Moment schießen wir die Tore“, resümierte Gnabry. „Es läuft einfach besser. Die Tore fallen, die Chancen gehen rein. Das ist der Unterschied.“ Und hinten steht die Null.

Im altbewährten Viererketten-System fühlt sich die Mannschaft sichtlich wohl. Auf den Außenpositionen gefielen Kehrer und Jonas Hofmann, im Zentrum zeigten Niklas Süle und Antonio Rüdiger, dass auf sie Verlass sein kann.

„Für einen Verteidiger ist es natürlich sehr wichtig, zu Null zu spielen“, zeigte sich Rüdiger zufrieden. „Das gibt uns Vertrauen.“

DFB: Es gibt noch viel Steigerungspotential

Nicht alles war auf Anhieb gut, nicht alles lief rund. Gerade die Chancenauswertung und die Genauigkeit im Passspiel bleiben weitere Punkte, an denen Flick zwingend mit der Mannschaft arbeiten muss.

„Wir müssen uns noch in der Präzision verbessern, im letzten Pass und vor dem Tor müssen wir mit aller Entschlossenheit zum Abschluss kommen“, sagte der Bundestrainer. „Mit der Entwicklung können wir aber zufrieden sein.“

Drei Siege in Folge – das gab es beim DFB-Team zuletzt vor Ende 2019 zum Abschluss der EM-Quali. Flick hat der völlig verunsicherten Mannschaft das Vertrauen zurückgegeben. (Alles rund um das DFB-Team : News, Ergebnisse & DFB-Team-Liveticker| SPORT1)

Bezeichnend: Auf der Pressekonferenz flachste er mit Kehrer, nahm im Spiel zuvor bei Ein- und Auswechslung seine Spieler herzlich in den Arm.

„Durch seine Zeit bei den Bayern wissen die meisten, was er für eine Arbeit macht. Er ist sehr kommunikativ und nimmt alle mit – auch die Verantwortlichen um das Team herum“, sagte Kehrer angesprochen auf die Veränderungen unter dem neuen Trainer.

Der Grundstein für eine erfolgreiche DFB-Zukunft wurde gelegt. Vier Länderspiele warten in diesem Kalenderjahr noch. Im Oktober und November kommen die DFB-Stars erneut zusammen und kicken gegen Rumänien und in Nordmazedonien sowie gegen Liechtenstein und in Armenien.

Man hat den Eindruck, dass die Mannschaft gefestigt ist und peinliche Pleiten wie das 0:6 gegen Spanien oder das 1:2 gegen Nordmazedonien künftig nicht mehr passieren.



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