DFB und DFL: Videobeweis steht vor der Bundesliga-Reife

DFB und DFL haben die nächste Testreihe beim Video-Assistenten erfolgreich beendet. Damit steht dem Videobeweis in der BL fast nichts mehr im Wege.

Nächste Etappe abgeschlossen, die Regel-Revolution im deutschen Fußball kann kommen: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben nach der Phase der simulierten Wettkampfeinsätze des Video-Assistenten ein zufriedenstellendes Resümee gezogen. "Die Pre-Live-Tests haben uns wieder ein gutes Stück vorangebracht in Richtung der Umsetzung in der nächsten Saison bei allen Bundesligaspielen", sagte DFL-Schiedsrichter-Manager Hellmut Krug, der Beauftragte für die Videotechnik bei der Liga.

Ab der kommenden Saison darf der "Mann im Ohr" dann in allen Spielen (einschließlich der Relegation) bei vier potenziell entscheidenden Situationen eingreifen: Tor, Elfmeter, Platzverweis (nicht Gelb-Rot) und Spielerverwechslung. Vier spielentscheidende Situationen, wenn möglich keine Fehlentscheidungen - so lautet die Rechnung von DFB und DFL.

Die sogenannten Pre-Live-Tests absolvierten alle 23 aktuellen Bundesliga-Schiedsrichter auf dem Platz und als Assistent. "Es war sehr wichtig, dass das Zusammenspiel zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent erstmals mit Funkverbindung geübt werden konnte", sagte Krug weiter. Die beteiligten Nachwuchsteams sollten die strittigen Szenen und spielentscheidenden Momente bewusst erzwingen.

Auch sonst müssen die Schiedsrichter aus Deutschlands Eliteklasse bis zum Sommer viel zusätzliche Arbeit verrichten. Nach jedem Wochenende gibt es ein Paket mit speziellen Szenen frei Haus, welche die Referees in Online-Schulungen auswerten. Die Kommandos zwischen Hauptschiedsrichter und Assistent sind jedoch einfach: "Check Foulspiel", "Check Handspiel" oder "Check Abseits".

Als weitere Testreihe laufen derzeit noch die Erprobungen in den Stadien. Dabei werden die Bundesliga-Arenen vor allem technisch geprüft, die Signalübertragung mittels Glasfaserkabeln muss schließlich in Echtzeit funktionieren. Die Testläufe in Hamburg und Augsburg funktionierten laut DFB reibungslos.

Ein "Meilenstein" stellt für den Verband auch das Länderspiel der französischen Nationalmannschaft Ende März gegen Spanien dar. In Paris hatten die Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) und Tobias Stieler (Hamburg) in einem offiziellen Spiel den Nutzen der Technik unter Beweis gestellt: Video-Assistent Stieler griff dreimal ein - zweimal nahm Schiedsrichter Zwayer seine Entscheidung zurück.

"Die Zusammenarbeit mit dem Video-Assistenten hat präzise, schnell und sehr professionell funktioniert", hatte FIFA-Referee Zwayer berichtet, der seine Erfahrungen nun auch seinen Kollegen weitergeben kann: "Als ich den Spielern auf dem Rasen signalisierte, dass ich mit dem Video-Assistenten kommuniziere, sind sie souverän und respektvoll mit der Situation umgegangen."

Mit der Hilfe des Video-Assistenten soll die Zahl der offensichtlichen Fehlentscheidungen deutlich reduziert werden. Wie die DFL vor einigen Wochen mitgeteilt hatte, hätten in der laufenden Spielzeit bis einschließlich des 21. Spieltags von 59 solcher Fehler 45 durch den Video-Assistenten vermieden werden können.

Ob die Technologie endgültig eingeführt wird, will das International Football Association Board (IFAB), die Regelhüter des Weltverbandes FIFA, im März 2018 entscheiden - rechtzeitig vor der WM in Russland.

 

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