DFB siegt und fliegt: WM-Vorrunden-Aus für Deutschland

Deutschland kann zwar sein Spiel gegen Costa Rica gewinnen, weil aber Spanien keine Schützenhilfe leistet, ist die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Katar nach der Vorrunde ausgeschieden.

Deutschland gewinnt zwar sein Spiel gegen Costa Rica, weil aber Spanien gegen Japan verliert, reicht es nicht für das Achtelfinale. (Bild: Reuters)
Deutschland gewinnt zwar sein Spiel gegen Costa Rica, weil aber Spanien gegen Japan verliert, reicht es nicht für das Achtelfinale. (Bild: Reuters)

Der Albtraum wurde war, wie schon bei der WM 2018 in Russland muss die deutsche Nationalmannschaft auch beim Turnier in Katar nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

Im entscheidenden letzten Gruppenspiel gab es zwar einen 4:2-Sieg gegen Costa Rica, da aber Japan sein Spiel gegen Spanien mit 2:1 gewinnen konnte, schaffte es das DFB-Team nur auf den dritten Platz der Gruppe.

Dabei standen die Zeichen auf Achtelfinale zunächst sehr gut. Serge Gnabry brachte Deutschland nach eine starken Anfangsphase mit 1:0 in Führung (10. Minute), kurz darauf kam die Meldung, dass Spanien gegen Japan mit 1:0 in Führung ging. Deutschland in diesem Moment mit vier Punkten als Gruppenzweiter im Achtelfinale. Bis zum Pausenpfiff erarbeitete sich das Team von Hansi Flick weitere Torchancen, ein weiterer Treffer wollte aber zunächst nicht fallen.

Deutschland siegt, aber keine spanische Schützenhilfe

Nach der Pause die Hiobsbotschaft, Japan lag nach einem Doppelschlag plötzlich mit 2:1 gegen Spanien in Führung, Deutschland plötzlich wieder ausgeschieden. Und es sollte noch schlimmer kommen. In der 58. Minute sorgte Yeltsin Tejeda für den überraschenden Ausgleich.

In der 70. Minute dann Deutschland in Schockstarre. Juan Pablo Vargas brachte Costa Rica in Führung. Doch nur drei Minuten später war es Kai Havertz, der für den 2:2-Ausgleichstreffer sorgte. In der 76. Minute hatte der eingewechselte Niclas Füllkrug den Führungstreffer auf dem Fuß, doch der Bremer Stürmer scheiterte aus wenigen Metern am sensationell parierenden Navas.

In der 85. Minute war es erneut Havertz, der nach Flanke von Gnabry den 3:2-Führungstreffer erzielte. Nachdem Japan aber immer noch gegen Spanien in Führung lag, war Deutschland weiterhin ausgeschieden. Auch der abschließende 4:2-Treffer für Deutschland durch Füllkrug sollte am Ende nicht für das Achtelfinale reichen. Japan als überraschender Gruppensieger und Spanien als Gruppenzweiter zogen in die K.o.-Runde ein, Deutschland und Costa Rica müssen die Heimreise antreten.

Thomas Müller deutet Rücktritt aus der Nationalmannschaft an

Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus sorgte Thomas Müller für einen letzte Oha-Moment, als er am ARD-Mikrofon seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft andeutete:

"Das ist eine absolute Katastrophe. Ich weiß nicht genau, wie es weitergeht. Falls das mein letztes Spiel für Deutschland gewesen sein soll, möchte ich ein paar Worte an die deutschen Fußballfans richten, die mich begleitet haben. Es war ein Genuss. Liebe Leute, vielen Dank. Wir hatten unglaubliche Momente. Ich habe mein Herz auf dem Platz gelassen, alles gegeben. Manchmal waren es Freudentränen, manchmal Schmerzen, die ich mit mit meinen Aktionen beschert habe. Ich habe es mit Liebe getan. Da könnt ihr euch sicher sein. Ich muss jetzt aber erst mal schauen", so Müller.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Erstmal pfeift eine Schiedsrichterin ein WM-Spiel der Männer

Schon vor dem Anpfiff sorgte das Spiel gegen Costa Rica für geschichtsträchtige Momente. Manuel Neuer steht zum 19. Mal als Torwart bei einer Weltmeisterschaft im Kasten und ist damit nun alleiniger Spitzenreiter auf dieser Position. Er überholte seinen Landsmann Sepp Maier und den brasilianischen Keeper Claudio Taffarel, die beide jeweils 18 Mal bei einer WM im Tor standen.

Stephanie Frappart (m.), Assistentin Karen Diaz (r.) und Neuza Back (Photo by RAUL ARBOLEDA/AFP via Getty Images)
Stephanie Frappart (m.), Assistentin Karen Diaz (r.) und Neuza Back (Photo by RAUL ARBOLEDA/AFP via Getty Images)

Und mit Stephanie Frappart wurde erstmals ein Spiel bei der Weltmeisterschaft der Männer von einer Frau geleitet. Die Französin pfeift bereits seit 2011 für die Fifa, wurde 2019 als Weltschiedsrichterin ausgezeichnet und leitete im selben Jahr erstmals ein Champions-League-Spiel der Männer. Die 38-Jährige gilt als aktuell beste Schiedsrichterin der Welt.

Auch an den Seitenlinie wurden erstmals bei einer Männer-WM Frauen eingesetzt. Die Brasilianerin Neuza Back und die Mexikanerin Karen Diaz Medina standen als Schiedsrichter-Assistentinnen Frappart im Spiel der Deutschen gegen Costa Rica zur Seite.

VIDEO: WM 2022: Marokko nach Sieg über Kanada erstmals seit 36 Jahren im Achtelfinale