Grünes Licht nach Corona-Alarm - das sagt Bierhoff

SPORT1
·Lesedauer: 4 Min.

Das bange Warten hat ein Ende nach dem Corona-Alarm beim DFB-Team-Gegner:

Das Spiel zwischen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und der Ukraine am Samstagabend in der Nations League in Leipzig kann definitiv stattfinden (Nations League: Deutschland - Ukraine ab 20.45 Uhr im LIVETICKER).

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Das bestätigten die UEFA sowie der Deutsche Fußball-Bund gut vier Stunden vor dem geplanten Anpfiff mit. Alle Ergebnisse der am Samstag durchgeführten Testreihe waren negativ.

Der Austragung des vorletzten Länderspiels des Jahres steht damit nichts mehr im Wege, zumal auch alle Tests in der DFB-Auswahl am Samstag negativ ausfielen.

Auch Ex-BVB-Star Jarmolenko infiziert

Das Spiel war zwischenzeitlich fraglich gewesen, weil am Freitag vier Spieler um den Ex-Dortmunder Andrej Jarmolenko und ein Teammanager positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

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Wie nah die Partie vor der Absage stand, konnte man beim DFB-Team "schwer abschätzen", wie Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff vor dem Anpfiff im ZDF sagte: "Wir haben gefiebert, dass es keine weiteren positiven Fälle gibt. In erster Linie mussten wir abwarten, was das Gesundheitsamt dazu sagt. Um drei Uhr kam die Nachricht, dass die Fälle alle negativ waren. Das hat uns Zuversicht gegeben."

Das Leipziger Gesundheitsamt entschied jedoch, dass keine weiteren Spieler in Quarantäne müssen.

Bierhoff: Höherer Sicherheitsgrad als in der Bundesliga

Der ukrainische Verband versicherte den Behörden, dass die betroffenen Personen keinen engen Kontakt zu anderen Leuten im Team gehabt hatten. (Ergebnisse und Spielplan der Nations League)

"Wir vertrauen den Gesundheitsbehörden, die gründlich gearbeitet haben. Während des Spiels ist die Ansteckungsgefahr ohnehin deutlich geringer als im Umfeld, das besser zu kontrollieren ist. Zudem gibt die doppelt negative Testung Sicherheit, zuletzt sogar am Nachmittag vor dem Spiel", wird Mannschaftsarzt Tim Meyer auf der DFB-Homepage zitiert.

Bierhoff ergänzte: "Es beruhigt, dass generell laut wissenschaftlichen Aussagen das Risiko der Übertragung auf dem Platz nicht so groß ist. Und dass jetzt zweimal hintereinander bis kurz vor dem Spiel die Spieler negativ getestet wurden. Das ist ein sehr hoher Sicherheitsgrad, eigentlich größer als teilweise in der Bundesliga."

Laut Bundestrainer Joachim Löw war "eine Unsicherheit zu spüren" nachdem sich am Freitagabend die Nachricht der positiven Coronatests bei den Ukrainern verbreitete hatte. "Es gab ein paar Diskussionen mit unserer medizinischen Abeteilung. Die Spieler haben natürlich nachgefragt, wir haben in der Teamsitzung gesagt, dass wir erstmal abwarten und dass heute eine Testung stattfindet und wir spätestens um 15.30 Uhr wissen, ob wir spielen können. Es hat sich Gott sei Dank bewahrheitet, dass das Spiel stattfinden kann", erklärte Löw. "Die Behörden haben wirklich sehr gut gearbeitet."

UEFA sieht keinen Grund für Spielabsage

Vonseiten der UEFA gibt es keine Gründe für eine Spielabsage. Laut UEFA-Regularien werden Spiele plangemäß ausgetragen, solange einer Mannschaft 13 Spieler (12 Feldspieler, ein Torwart) zur Verfügung stehen. Das ist bei der Ukraine der Fall.

Bei einer Absage hätte Deutschland die Punkte vermutlich am Grünen Tisch zugesprochen bekommen - nun fällt die Entscheidung um den Gruppensieg in Staffel 4 der A-Liga der Nations League doch auf sportlichem Weg.

Zum Abschluss ist die DFB-Elf am Dienstag noch gegen Tabellenführer Spanien in Sevilla gefordert, während die Ukraine zeitgleich in der Schweiz ran muss.

Die positiv getesteten Personen befinden sich im Teamhotel Steigenberger in Isolation.

Der ukrainische Nationaltrainer Andrej Schewtschenko hatte am Freitag via Verbandsseite zu den Infizierten erklärt: "Die vier Spieler sind im Hotel geblieben, sie sind isoliert."

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Betroffen neben dem für die Startelf vorgesehenen Jarmolenko sind Viktor Zygankow, Wiktor Kowalenko, Serhij Sydortschuk sowie Teammanager Wadym Komardin.

Ukraine erst kürzlich stark coronageschwächt

Besonders bitter für die Ukraine: Erst im Oktober hatte es für das Team bereits etliche Ausfälle wegen Corona-Infektionen gegeben. Auch bei der 1:2-Hinspiel-Niederlage gegen das DFB-Team am 11. Oktober war die Ukraine schwer coronageschwächt aufgelaufen.

"Es gab Jungs, die sich schneller erholt haben und die sich besser fühlen", sagte Schewtschenko dazu kürzlich. "Bei einigen sehen wir, dass es ihnen noch etwas schwerfällt."

Bemerkenswert: Bei der 1:7-Pleite gegen Weltmeister Frankreich hatte die Ukraine gar ihren 45 Jahre alten Torwarttrainer Alexander Schowkowski auf die Ersatzbank setzen müssen.