DFB-Team: Bierhoff warnt vor Übersättigung im Fußball

Oliver Bierhoff hat den Weltfußball vor einer Übersättigung gewarnt und die aktuelle Lage mit der am Vorabend der jüngsten Bankenkrise verglichen. "Ich mache mir schon ein bisschen Sorgen um den Fußball, weil man merkt, dass immer mehr starke Player da sind, und immer mehr ausschließlich nur an die Profitmaximierung denken. Darin besteht ein Risiko, irgendwann knallt es dann mal", sagt der Europameister von 1996 der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung .

Oliver Bierhoff hat den Weltfußball vor einer Übersättigung gewarnt und die aktuelle Lage mit der am Vorabend der jüngsten Bankenkrise verglichen. "Ich mache mir schon ein bisschen Sorgen um den Fußball, weil man merkt, dass immer mehr starke Player da sind, und immer mehr ausschließlich nur an die Profitmaximierung denken. Darin besteht ein Risiko, irgendwann knallt es dann mal", sagt der Europameister von 1996 der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Er habe "kürzlich mit einem Bankvorstand gesprochen, der sagte, das fühlt sich ein bisschen so an wie das Investmentbanking 2005. Jeder marschiert, schaut, wo geht noch ein bisschen mehr rauszuholen, was können wir machen, um es noch größer und bedeutender zu machen", berichtete Bierhoff. Diese eingeschränkte Sichtweise sei "ein Problem, weil am Ende die Entwicklung und Qualität des Fußballs darunter leidet". Nach dem Knall könne es zu einer "Bereinigung des Marktes" kommen, warnte er.

Anzeichen einer Übersättigung gebe es auch bei der deutschen Nationalmannschaft. "Wir waren von 2005 bis 2014 eigentlich immer ausverkauft bei Heimspielen, jetzt sehen wir, dass volle Stadien keine Selbstläufer sind", sagte Bierhoff (48). Die Merchandising-Erlöse in Deutschland, auch bei der DFB-Elf, "stagnieren oder sinken. Ich spüre auch, wenn ich mit Sponsoren spreche, da wird nicht mehr blind hinter dem Fußball hergerannt".

Bierhoff sieht deshalb neue Formate wie die Nations League (ab 2018/19) für Nationalmannschaften in Europa kritisch. "So richtig habe ich den Nutzen auch noch nicht verstanden, zumindest nicht aus der Sicht der großen Fußball-Nationen. Man hat am Ende das Gefühl, die UEFA muss nochmal Geld erwirtschaften und macht deshalb den Wettbewerb", sagte er.

Diesem ständigen Gewinnstreben müsse man entgegentreten und Glaubwürdigkeit bei den Fans zurückgewinnen sowie Begehrlichkeiten neu wecken. Zum Beispiel mit einer Verknappung wie in der NFL. Dort gebe es auch nur 17 reguläre Saisonspiele, sagte Bierhoff.

Mehr bei SPOX: Einsatz von Özil in Aserbaidschan fraglich | U21: Ohne Weiser und Pollersbeck nach Stuttgart | Vogts: Aserbaidschan? "Wie ein Pokal-Spiel"

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen