Die großen olympischen Momente des Muhammad Ali

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Die Medaillengewinner im Halbschwergewicht 1960: Cassius Clay (Gold, USA, 2.v.r.), Zbigniew Pietrzykowski (Silber, Polen, r.) sowie Giulio Saraudi (Italien) und Anthony Madigan (Australien), die sich Bronze teilten (Bild: Central Press/Getty Images)
Die Medaillengewinner im Halbschwergewicht 1960: Cassius Clay (Gold, USA, 2.v.r.), Zbigniew Pietrzykowski (Silber, Polen, r.) sowie Giulio Saraudi (Italien) und Anthony Madigan (Australien), die sich Bronze teilten (Bild: Central Press/Getty Images)

Die Boxkämpfe bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom gingen in die Geschichte ein, da zwei der Wettbewerber später zu Boxlegenden wurden. Einer von ihnen war Muhammad Ali, der vielleicht beste Boxer, der jemals gelebt hat und der der Welt drei epische Olympia-Momente bescherte.

Vor seinen Erfolgen im Profi-Boxen erlangte Ali die höchste Ehre im Amateur-Boxen – die olympische Goldmedaille. Er blieb den Olympischen Spielen über 36 Jahre lang verbunden und dies umfasste alle Leistungen und Ehrungen seines Lebens.

Bei den Sommerspielen in Rom war er erst 18 Jahre und hieß noch Cassius Clay. Den Namen Muhammad Ali nahm er 1964 nach seiner Konversion zum Islam an. Seine Boxkarriere läutete er mit seinem ersten Amateurkampf 1954 ein, nur sechs Jahre vor der Goldmedaille. Angefangen hatte alles, weil sein Fahrrad gestohlen wurde.

Beim Gruppenfoto des US-Boxteams in Rom standen noch die weißen Athleten im Vordergrund - Cassius Clay ganz hinten rechts (Bild: Getty Images)
Beim Gruppenfoto des US-Boxteams in Rom standen noch die weißen Athleten im Vordergrund - Cassius Clay ganz hinten rechts (Bild: Getty Images)

Als der damals 12-jährige Cassius Clay der Polizei sein Fahrrad als gestohlen meldete, war er so wütend, dass er ihnen sagte, dass er den Dieb verprügeln wolle. Der Polizist sagte ihm, dass er lieber Boxen lernen sollte. Nachdem er einige Boxsendungen im Fernsehen gesehen hatte, entschied er sich schließlich tatsächlich dazu, mit dem Boxsport anzufangen.

Obwohl er erst 18 Jahre alt war, als er bei den Olympischen Spielen antrat, gewann Ali die Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 81 kg mit absoluter Leichtigkeit. Sein erster olympischer Kampf gegen Yvon Becaus wurde vom Schiedsrichter unterbrochen, da der Belgier sich eine Kopfverletzung zugezogen hatte und Ali qualifizierte sich für den nächsten Kampf.

Sein nächster Kampf war gegen Gennadiy Shatkov, der ein Jahrzehnt älter als Ali war und in seiner Heimat, der Sowjetunion, als Held galt, da er zwei Goldmedaillen bei den Europameisterschaften und Gold bei der Olympiade in Melbourne 1956 gewonnen hatte. Ali schlug ihn mit Leichtigkeit mit 5:0.

Die Olympischen Spiele in Rom waren die Krönung der Amateurkarriere von Cassius Clay (Bild: Jerry Cooke/Sports Illustrated via Getty Images)
Die Olympischen Spiele in Rom waren die Krönung der Amateurkarriere von Cassius Clay (Bild: Jerry Cooke/Sports Illustrated via Getty Images)

Auf dem Weg zum Gold besiegte Ali den zweifachen Europameister und zweifachen Olympia-Bronzemedaillengewinner Zbigniew Pietrzykowski aus Polen, ebenfalls mit 5:0. Dieser klassische olympische Moment brachte dem US-Team eine weitere Goldmedaille ein.

Diese Olympischen Spiele sicherten sowohl Muhammad Ali als auch dem Italiener Nino Benvenuti einen Platz in der Ruhmeshalle des Boxens, aber Alis olympische Geschichte endete nicht dort, denn das nächste Kapitel war genauso erstaunlich wie die Kämpfe in seinem ersten Kapitel.

Das Ausmaß des Rassismus in den USA seinerzeit war enorm. Ali hatte gedacht, dass der Gewinn von olympischem Gold in seinem Land die Situation ändern würde, aber bei seiner Rückkehr war alles beim Alten. Nachdem er in einem Restaurant nicht bedient wurde, weil er schwarz war, war er laut seiner 1975 erschienenen Autobiografie so wütend, dass er seine Medaille in einen Fluss warf.

Eine Italienerin bewundert in einem Geschäft Cassius Clays Goldmedaille (Bild: Getty Images)
Eine Italienerin bewundert in einem Geschäft Cassius Clays Goldmedaille (Bild: Getty Images)

Der Wahrheitsgehalt dieser Anekdote wurde später angezweifelt, auch Freunde Alis wie der Autor und Fotograf Howard Bingham und sein Trainer Bundini Brown bestritten in Interviews, dass er die Medaille weggeworfen hatte. Ali-Biograf Thomas Hauser zufolge hatte er die Medaille ein Jahr nach den Spielen schlicht verloren.

Kurz nach dem Ende der Olympischen Spiele in Rom schlug Ali ein neues, glorreiches Kapitel seines Lebens auf, indem er Profi wurde. Als er 1981 in den Ruhestand ging, war er in der gesamten Welt eine einflussreiche Figur geworden, deren Einfluss aus der Domäne des Sports längst in die Bereiche Politik, Religion, Musik und Unterhaltung reichte und seine Verbindung zu den Olympischen Spielen war nicht gekappt.

Muhammad Ali bei der Feuerzeremonie in Atlanta (Bild: REUTERS)
Muhammad Ali bei der Feuerzeremonie in Atlanta (Bild: REUTERS)

Im Jahr 1996 fanden in den USA zum vierten Mal die Olympischen Sommerspiele statt, die gleichzeitig das 100-jährige Jubiläum der modernen Olympischen Spiele markierten. Ali, der damals, rund 15 Jahre nach seinem Rücktritt, schwer an der Parkinson-Krankheit litt, entzündete bei der Eröffnungsfeier die letzte olympische Fackel.

Während seine Hände aufgrund der Folgen seiner Krankheit ständig zitterten, konnte die ganze Welt immer noch den unbezwingbaren Geist in seinen Augen sehen. Der Mann, der die Flamme entzündete, war immer noch der Held des Boxens, den so viele Menschen verehrten. Dieses Bild wurde zum zweiten epischen olympischen Moment, den Muhammad Ali der olympischen Geschichte schenkte.

Das US-Basketballteam feiert mit Muhammad Ali die Ersatz-Medaille (Bild: Linda Cataffo/NY Daily News via Getty Images)
Das US-Basketballteam feiert mit Muhammad Ali die Ersatz-Medaille (Bild: Linda Cataffo/NY Daily News via Getty Images)

Alis dritter epischer olympischer Moment fand ebenfalls in Atlanta im Jahr 1996 statt. In der Halbzeitpause eines Spieles der US-Basketballmannschaft überreichte der damalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch, vor Stars wie Shaquille O‘Neal und Scottie Pippen Ali einen eigens angefertigten Ersatz für die verschollene Goldmedaille von Rom, zu Ehren seiner politischen und kulturellen Leistungen.

Im olympischen Jahr 2016 waren wieder viele Gedanken bei Alis olympischen Errungenschaften, da er traurigerweise am 3. Juni desselben Jahres an einem septischen Schock verstorben war. Fast die gesamte Stadt war bei der Leichenprozession in seiner Heimatstadt Louisville, Kentucky zugegen. Auch wenn Muhammad Ali nicht länger unter uns weilt, hinterlässt er doch eine Legende, die ewig währen wird.

Zhenyuan Hong

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