Digitale VLN: Zweiter Saisonsieg für das Team BMW Bank

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Bruno Spengler, Nils Koch und Kay Kaschube sind die ersten Fahrer, die in der Premieren-Saison der Digitalen Nürburgring-Langstrecken-Serie (VLN) zum zweiten Mal jubeln durften. Im BMW Z4 GT3 gewann das Trio das H&R-3h-Rennen und feierte den zweiten Saisonsieg für das Team BMW Bank. Nach 22 Runden betrug der Vorsprung im Ziel 21,494 Sekunden.

Platz zwei machten in der Schlussphase drei Mercedes-AMG-Teams unter sich aus - mit dem besseren Ende für das GetSpeed. Solist Aleksi Elomaa setzte sich mit 0,441 Sekunden Vorsprung gegen Marvin Dienst im gelben AMG-GT3 von HTP Winward durch. Marcel Marchewiz von Schnitzelalm verpasste als Vierter das Podium um gerade einmal 0,050 Sekunden.

"Auf der Nordschleife muss ich noch viel lernen, aber ich werde immer besser. Vor allem auch dank der Unterstützung der beiden Jungs", meint Spengler. Die strategische Meisterleistung, die am Ende zum Erfolg führte, erklärt Kaschube:

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Versetzte Strategie der Schlüssel zum Erfolg

"Wir sind im Vergleich zu den anderen eine versetzte Strategie gefahren. Die meisten haben sehr früh den ersten Boxenstopp eingelegt. Bruno ist hingegen sieben Runden durchgefahren und hat mit seinem sauberen Stint den Grundstein für den Sieg gelegt. Am Schluss hat mein Team mir gesagt, dass das Trio hinter mir ordentlich am Fighten ist und Zeit verliert. So konnte ich kontrolliert etwas Speed rausnehmen."

Dreikampf der Mercedes AMG um die Podiumsplatzierungen

Dreikampf der Mercedes AMG um die Podiumsplatzierungen <span class="copyright">VLN</span>
Dreikampf der Mercedes AMG um die Podiumsplatzierungen VLN

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"Das war ein hartes Stück Arbeit", gesteht er nach dem Rennen. "Drei Stunden lang die Konzentration hoch zu halten, ist wirklich nicht einfach. Vor allem in der Schlussphase musste ich noch einmal tief in die Trickkiste greifen." Mit einem Grinsen fügte er hinzu: "Am Ende sind mit auch ein paar kleine Fehler unterlaufen - meinen Mitstreitern aber glücklicherweise auch."

Hinter dem schnellsten Walkenhorst-BMW auf Rang fünf fuhren die Audi-Teams WRT, Phoenix und Raceunion auf die Positionen sechs bis acht. Die Top 10 komplettierten das zweite Walkenhorst-Fahrzeug und das Mahle-Team.

Klassensiege für SimRC und CoRe SimRacing

In der Klasse Cup 2 (Porsche 911 GT3 Cup) holte das Team SimRC den ersten Klassensieg der Saison. Simon Grossmann und Claudius Wied setzten sich mit einem Vorsprung von acht Sekunden gegen Ascher Racing mit Marcus Jirak und Martin Ascher durch. Einen gelungenen Einstand feierte Weiland Racing. Colin Duenker, Tobias Ruf und Lars Baumeler fuhren bei ihrem ersten DNLS-Rennen auf Rang drei.

Einen souveränen Sieg fuhren Carl Jansson, Sindre Setsaas und Matti Sipilä in der GT4-Klasse SP10 ein. Im Porsche 718 Cayman GT4 von CoRe SimRacing holte das Trio ihren vierten Klassensieg der Saison. "Die Tatsache, dass wir nun in einer GT4-Klasse fahren, hat für uns dieses Mal noch nicht so einen großen Unterschied gemacht, denn wir sind wie bei den vergangenen Rennen an der Spitze gegen Porsche gefahren", sagt Jansson.

"Aber ich gehe davon aus, dass die M4 GT4 in den nächsten Rennen stärker sein werden, wenn die Teams damit mehr Erfahrungen gesammelt haben. Einen großen Unterschied machte für uns hingegen das neue Reifenmodell von iRacing. Die Pneus haben jetzt einen extremen Drop. Sie sind auf den ersten Runden sehr schnell, bauen dann aber auch schnell ab. Aber damit müssen alle zurechtkommen."

Digitales Nordschleifen-Debüt von Timo Glock

Platz zwei ging an das Team Sorg Rennsport mit Christian Bug und Sascha Bürger. Tom Vallenthini und Marcel Fassbender holten für SimRC Rang drei. Hinter dem Team RSO auf Platz vier war das Team ad hoc gaming das bestplatzierte BMW-Team beim H&R-3h-Rennen.

Timo Glock pilotierte einen BMW M4 GT4

Timo Glock pilotierte einen BMW M4 GT4 <span class="copyright">VLN</span>
Timo Glock pilotierte einen BMW M4 GT4 VLN

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Timo Glock absolvierte bei seinem Nordschleifen-Debüt sechs Runden im BMW M4 GT4. "Mein Debüt auf der Nordschleife hat riesigen Spaß gemacht", so der DTM-Star. "Ich musste mich zwar am Anfang erst an den BMW M4 GT4 gewöhnen, da ich in der vergangenen Woche mit dem - realen - BMW M4 DTM auf dem Nürburgring getestet habe."

"Den Unterschied in Sachen Abtrieb merkt man auch in der Simulation. Aber dafür, dass ich zum ersten Mal auf der Nordschleife unterwegs war, bin ich wirklich happy. Ich freue mich, wenn es noch einmal eine Chance gibt, ein solches Rennen zu fahren."

In zwei Wochen echtes Racing auf der Nordschleife

CoRe SimRacing stand auch in der Klasse SP3T im Ergebnis ganz oben. In Abwesenheit seines regulären Teamkollegen Marius Golombeck holte Patrick Kubinji zusammen mit dem Finnen Kimmo Suominen den vierten Klassesieg und verteidigte damit erfolgreich die Tabellenführung. "Das war heute eine große Herausforderung", sagt Kubinji.

"Schon im Qualifying lief es nicht optimal, weil in unserem 'Zug' aus einer Gruppe Audi RS 3 LMS auf der Döttinger Höhe in der Outlap niemand vorne sein wollte, um den anderen keinen Windschatten zu bieten. So haben die Reifentemperatur verloren, dass am Ende nur Platz vier zu Buche stand."

"Das Rennen sind wir dann vorsichtig angegangen und haben erst über die Distanz den Weg nach vorne gesucht. Am Schluss wurde es noch einmal richtig eng. Umso schöner, dass wir trotzdem den Sieg einfahren konnten." Die Podestplätze in der SP3T-Klasse komplettierten SimRC und Sorg Rennsport.

Das siebte Rennen der digitalen VLN findet am 15. Juli statt und läutet das letzte Saisondrittel des virtuellen Nordschleifen-Championats ein. In zwei Wochen, am 27. Juni 2020, steht zuvor endlich der Saisonauftakt der realen Nürburgring-Langstrecken-Serie auf dem Programm. Die 51. Adenauer Rundstrecken-Trophy führt über die gewohnte Distanz von vier Stunden in der Grünen Hölle.

Mit Bildmaterial von VLN.

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