Doping-Enthüllung: Langlauf-Ikone sorgt für Empörung

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Doping-Enthüllung: Langlauf-Ikone sorgt für Empörung
Doping-Enthüllung: Langlauf-Ikone sorgt für Empörung

Mit 15 Medaillen (8x Gold, 4x Silber, 3x Bronze) ist die norwegische Langlauf-Legende Marit Björgen die erfolgreichste Sportlerin in der Geschichte der Olympischen Winterspiele.

Nun hat die 41-Jährige selbst an ihrem Denkmal gekratzt - und insbesondere in Russland für Empörung gesorgt.

In ihrer Biografie „Vinnerhjerte“ (deutsch: „Herz einer Gewinnerin“) enthüllte Björgen selbst, dass es 2017 nach dem 30-Kilometer-Rennen bei der WM in Lahti eine auffällige Dopingprobe gegeben habe. Eine Information, die trotz der prominenten Betroffenen über Jahre nicht an die Öffentlichkeit gekommen war.

Björgen nach Doping-Test „zwei Wochen durch die Hölle“

Der damalige Teamarzt Petter Olberg habe sie einige Wochen nach der WM angerufen und gefragt, ob sie allein sei und reden könne - und ihr anschließend von der Auffälligkeit in ihrer Urinprobe berichtet.

„Als ich das hörte, hatte ich sofort einen Knoten im Bauch und war wie gelähmt“, schilderte Björgen.

In der Urinprobe hatten sich Spuren von Nandrolon gefunden, einem anabolen Steroid. Als Begründung dafür gab Björgen anschließend an, Primolut-N eingenommen zu haben - ein Medikament, das viele Leistungssportlerinnen nutzen, um ihren Menstruationszyklus zu verschieben.

„Ich musste gegenüber der FIS genau erklären, wie lange und an welchen Daten ich das Medikament genommen habe und wann am Tag ich diese drei Tabletten genommen habe“, erklärte die 18-malige Weltmeisterin.

Anschließend sei sie „zwei Wochen durch die Hölle“ gegangen, bis die endgültige Entscheidung fiel: Ihrer Argumentation wurde gefolgt, es wurden keine Sanktionen gegen Björgen verhängt.

Björgen-Enthüllung: Empörung in Russland

Insbesondere in Russland sorgte Björgens späte Enthüllung und die Tatsache, dass diese erst jetzt ans Licht kam, nun für Empörung.

Die ehemalige Weltklasse-Langläuferin und heutige Verbandspräsidentin Yelena Välbe sagte, sie sei „geschockt von dieser Nachricht. Ich habe sie immer für eine tolle Athletin gehalten und werde das auch weiter tun, aber ich habe ernsthafte Fragen an die Leute, die entscheiden, was Doping ist und welche Strafen es dafür gibt.“

Alexander Panzhinskiy, Silbermedaillen-Gewinner im Klassik-Sprint bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver, meinte: „Wenn sie eine Russin wäre, wäre es nicht unter den Tisch gekehrt worden.“

Der russische Sport wurde in den vergangenen Jahren immer wieder kritisch beäugt, von den Olympischen Spielen 2021 in Tokio und 2022 in Peking wurde Russland wegen der Manipulation von Daten aus dem russischen Anti-Doping-Labor ausgeschlossen.

Die russischen Sportler starten unter dem Namen des Russischen Olympischen Komitees, weder die Flagge noch die Hymne Russlands sind erlaubt.

Auffälliger Doping-Test bei Björgen schon 2011

Aus Björgens Karriere ist auch ein weiterer auffälliger Doping-Befund aus dem Jahr 2011 bekannt. Damals war bei der Norwegerin beim Weltcup in Drammen ein zu hoher Hämoglobinwert im Blut festgestellt worden, der mit einem Aufenthalt in der Höhe erklärt wurde.

Eine Kontrolle im Urin zeigte anschließend normale Werte, sodass der auffällige Test ohne Folgen blieb.

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