Dortmund im Kreuzfeuer: "Dem BVB fehlt ein Sammer"

Maximilian Schwoch
·Lesedauer: 3 Min.

Der BVB kommt einfach nicht in Tritt.

Das Team von Trainer Edin Terzic erkämpfte gegen die TSG Hoffenheim nach Rückstand zwar ein 2:2, dennoch hinken die Schwarzgelben ihren eigenen Ansprüchen weit hinterher. Von den vergangenen sechs Bundesliga-Spielen konnte der BVB nur eins gewinnen. (Service: Tabelle der Bundesliga)

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Die Champions League gerät so langsam aber sicher aus dem Blickwinkel der Dortmunder, am Mittwoch steht zudem das wichtige Achtelfinalhinspiel der Champions League beim FC Sevilla auf dem Programm (Champions League: FC Sevilla - Borussia Dortmund, Mittwoch 21 Uhr im LIVETICKER).

Riedle: BVB fehlt ein Sammer

Doch was ist das Hauptproblem der Dortmunder? Ex-Stürmer Karl-Heinz Riedle hat dazu eine klare Meinung. "Es fehlt derjenige, der das Tempo vorgibt und die Mannschaft zusammenhält. Früher hat so etwas ein Matthias Sammer gemacht, der das Kommando gegeben hat", erklärte Riedle im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

Den Dortmundern fehle auch ein Axel Witsel, dazu sei Reus lange verletzt gewesen, da sei es dann auch nicht einfach, wieder in Tritt zu kommen, erklärte Riedle, der mit dem BVB 1997 die Champions League gewann.

In Sachen Reus nimmt SPORT1-Experte Stefan Effenberg die Verantwortlichen in die Pflicht. "Ich hatte auch eine lange Verletzungspause nach einem Achillessehnen-Einriss – aber ich erwartet nun, dass man Reus spielen lässt. Reus ist doch schließlich der Kapitän, er muss doch in seinen Rhythmus kommen und spielen als Führungsspieler – wenn er denn wirklich einer ist. Deshalb widerspricht sich das meiner Ansicht nach in Dortmund", kritisierte Effenberg.

Effenberg mit Vorschlag an Terzic

Er selbst hätte, wenn es nur nach Laktatwerten ginge, sicherlich manchmal nicht spielen dürfen. "Du brauchst Spielpraxis, die Belastung kann man doch im Training herunterfahren."

Die jungen Spieler wie Erling Haaland oder Jadon Sancho seien für Riedle auf jeden Fall nicht alleine schuld an der BVB-Misere. "Ich glaube, dass die jungen Spieler sogar überperformen bei dem vollgepackten Programm aus Liga, Pokal und Champions League", sagte Riedle. Effenberg entgegnete: "Zu viele Leistungsträger schaffen es nicht, Normalform abzurufen. Wenn du drei, vier Offensivkräfte aufbietest, dann müssen die auch bereit sein, nach hinten mitzuarbeiten. Das tun sie aber nicht."

Der BVB müsse alles dafür tun, die Champions League am Ende der Saison zu erreichen. "Die Champions-League-Qualifikation als Minimum, was man erreichen wollte, ist auch weit weg inzwischen", sagte Riedle, zeigte sich aber dennoch optimistisch: "Ich bin trotzdem positiv, sie werden aus dem Tief wieder rauskommen. Es ist eine junge Mannschaft, du braucht da ein Erfolgserlebnis, dann geht es wieder in eine andere Richtung." Das größte Manko seien allerdings die individuellen Fehler. "Das Spiel ist nicht so schlecht, wie es von außen oft dargestellt wird."

Effenberg monierte zudem die Schwäche nach Standards und die Rückwärtsbewegung im Allgemeinen. "Da klafft ein Riesenloch", kritisierte er.

Sein Vorschlag an Terzic: "Vielleicht muss ich als BVB-Trainer mal an der Aufstellung was ändern, mal weniger als fünf Offensive aufstellen. Dann kriege ich auch wieder mehr Kompaktheit rein."