Dortmund stürmt ins Verderben - Bürki ganz schwach

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Borussia Dortmund ist mit einer Niederlage in die Champions-League-Saison gestartet. Bei Tottenham Hotspur unterlag der BVB mit 1:3 (1:2). Die Partie in der Yahoo Sport-Analyse. 

Harry Kane erzielte das 2:1 für Tottenham

Die Aufstellung

BVB-Coach Peter Bosz nimmt gleich fünf Veränderungen vor im Vergleich zum 0:0 in Freiburg. Für die verletzten Batra und Schmelzer rücken Toprak und Toljan in die Startelf.  Götze muss für Kagawa Platz machen, Yarmolenko ersetzt Philipp. Zudem spielt Dahoud im Mittelfeld anstelle von Castro.

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Der Spielverlauf

Offenes Visier auf beiden Seiten. Dortmund hatte den Ball und ging viel Risiko, Tottenham hielt in den Zweikämpfen im Zentrum voll dagegen und konterte gnadenlos. Es entwickelte sich eine sensationell gute erste Halbzeit mit drei frühen Toren und jeder Menge weiterer Chancen. So geht Champions League! Kein Vergleich mit dem müden Gekicke beim 3:0-Sieg der Bayern gegen Anderlecht.

Weil sich Dortmund in der Defensive etwas naiv anstellte und im Abschluss das Glück fehlte, ging es mit einem 1:2-Rückstand in die Pause. Der BVB hielt auch nach dem Wechsel das Tempo hoch, die Spurs standen aber kompakter als in Hälfte eins und hatte in Harry Kane einen Spieler, den der BVB nie zu fassen bekam. In der 65. Minute markierte der englische Nationalspieler seinen zweiten Treffer zum 3:1. Kurz zuvor wurde Schwarz-Gelb ein Tor durch Aubameyang wegen angeblicher Abseitsposition aberkannt. Keine 50/50-Entscheidung – Pech für den BVB.

Dortmund probierte in der Schlussphase alles, Bosz brachte mit Götze einen frischen Offensivmann. Doch außer einer Chance durch Aubameyang gelang dem BVB nichts mehr. In der Nachspielzeit sah Tottenhams Vertonghen nach einem Schlag ins Gesicht von Götze die Gelb-Rote Karte.

Der Spieler im Fokus

Beim Debüt in Freiburg durfte Dembele-Ersatz Andrey Yarmolenko lediglich zwölf Minuten ran und bracht außer einem feinen Übersteiger wenig auf die Kette. Seine erste echte Bewährungsprobe bekam er in London und brauchte dort keine elf Minuten für seinen großen Auftritt. No-look-Pass auf Kagawa mit anschließendem Sahnetor. Raffinesse, Zielstrebigkeit, technisch perfekte Ausführung – dieses Tor hatte alles. Yarmolenko gelang nicht alles, aber dass er ein feiner Fußballer mit einer überragenden Technik ist, ist seit Mittwochabend auch jedem BVB-Fan klar.

Das war gut:

Dortmund trat in London wie eine Heim-Mannschaft auf. Der BVB kam auf 70 Prozent Ballbesitz und hatte zu weiten Teilen die Spielkontrolle. Angetrieben vom starken Sahin brachte Dortmund immer wieder ordentlich Tempo in die Angriffe und brachte so die tief stehenden Spurs in Verlegenheit.

Das war schlecht:

Die riskante Spielweise mit einer sehr hoch stehenden Viererkette wurde dem BVB in der Anfangsviertelstunde zweimal zum Verhängnis. Vor dem 1:0 standen gleich sechs Dortmunder gegen drei Spurs falsch und konnten den Konter nicht unterbinden. Vor dem 2:0 ließen sich gleich zwei Dortmunder von Torschütze Kane im Zweikampf abkochen. Und vor dem 3:1 fehlte die Zuordnung am eigenen Sechzehner, erneut trotz eindeutiger Überzahl. Das größte Dortmunder Problem stand aber im Tor. Roman Bürki sah bei beiden Treffern nicht gut aus. Zweimal schlug der Ball aus spitzem Winkel neben dem kurzen Pfosten ein. Bürki spekulierte jeweils auf den Querpass in die Mitte – die jeweils falsche Entscheidung.

Fazit: 

Dortmund kann auch auswärts mit einer Top-Mannschaft der Premier League mithalten, stolpert aber über zu viele Fehler in der Defensive. Und gleich zwei Torwartfehler kann man sich auf diesem Niveau nicht erlauben.

 

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