Was ein Bayern-Profi dem neuen BVB-Juwel vor dem Wechsel riet

Lukas von Hoyer
·Lesedauer: 4 Min.
Was ein Bayern-Profi dem neuen BVB-Juwel vor dem Wechsel riet
Was ein Bayern-Profi dem neuen BVB-Juwel vor dem Wechsel riet

Soumaila Coulibaly heißt der neue Mann bei Borussia Dortmund - und so mancher Fußball-Fan wird sich fragen: Da war doch was?

Tatsächlich spielte bereits ein Soumaila Coulibaly in Deutschland. Im Jahr 2000 war ein Nationalspieler aus Mali von dem ägyptischen Klub Zamalek zum SC Freiburg gewechselt. Später spielte dieser Coulibaly noch bei Borussia Mönchengladbach und dem FSV Frankfurt. Insgesamt zehn Jahre verbrachte er in der Bundesrepublik und wurde zweimal deutscher Zweitligameister.

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Sein "Nachfolger" hat ebenfalls Wurzeln in Mali, ist jedoch in Frankreich geboren. Und bei allem Respekt schickt sich der erst 17-Jährige Coulibaly wohl auch an, seinen Landsmann deutlich zu übertrumpfen.

"Ich freue mich total, künftig für einen so traditionsreichen Klub auflaufen zu dürfen. Ich bin dankbar für die Ausbildung, die ich bei Paris Saint-Germain genossen habe, glaube aber, dass dieser Wechsel nun der beste Schritt für mich ist", wird Coulibaly auf der BVB-Website zitiert.

Doch wer ist das nächste Supertalent der BVB-Schmiede, das zum Sommer 2021 ablösefrei von Paris Saint-Germain kommt?

Coulibaly stammt aus der "Wiege des Fußballs"

Praktisch jeder kleine Junge, der in Montfermeil das Licht der Welt erblickt, wünscht sich sehnsüchtig rund 20 Kilometer weiter westlich.

In der kleinen Stadt nahe Paris dreht sich bei den Kindern und Jugendlichen vieles um Fußball und den Wunsch, einmal bei Paris Saint-Germain zu spielen. Die Region rund um die französische Hauptstadt gilt als enorm fruchtbares Fußball-Gebiet.

In den vergangenen Jahren hat sie Superstars wie Paul Pogba und Kylian Mbappé hervorgebracht. In der Bundesliga spielen auch einige Akteure aus der Region: Kingsley Coman, Tanguy Nianzou (beide FC Bayern), Moussa Diaby (Bayer Leverkusen), Christopher Nkunku (RB Leipzig) und Dan-Axel Zagadou - wohl baldiger Teamkollege von Coulibaly.

Die Umgebung wird manchmal auch als "Wiege des Fußballs" gesehen - diesen Begriff prägten französische Medien. Kein Wunder, bei der Häufung an Top-Talenten.

Coulibaly konnte sich den großen Traum 2018 erfüllen, als er vom FC Montfermeil in die Jugendakademie des französischen Serienmeisters wechselte.

Coulibaly einer vom Format Upamecano?

Mit fast 15 Jahren in der heutigen Zeit ein recht später Wechsel in den Jugendbereich eines Top-Klubs - vor allem, wenn man das Talent des jungen Franzosen sieht.

Innerhalb kürzester Zeit schaffte es der Innenverteidiger, seine Trainer und Mitspieler zu überzeugen. Der Grund: Der 1,90 Meter große Verteidiger hat das Komplettpaket - ein starkes Zweikampfverhalten, Kopfballspiel und eine sehr gute Spieleröffnung.

Wenn der junge Mann noch ein wenig an Masse zulegt, dann erinnert er sehr an Dayot Upamecano von RB Leipzig, der sich im Sommer den Bayern anschließen wird.

Derzeit ist Coulibaly allerdings noch verletzt und erholt sich erst wieder von einem Kreuzbandriss. Bis zum Sommer ist er dann hoffentlich wieder fit, um beim BVB um einen Platz im Kader zu kämpfen.

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Bei PSG trainierte er in jüngerer Zeit fast immer bei den Profis, auch wenn es bisher zu keinem Einsatz reichte. Thomas Tuchel hatte das Talent zu Beginn der Saison 2020/21 hochgezogen und auch nach der Ankunft von Mauricio Pochettino blieb Coulibaly beim Star-Ensemble um Neymar und Mbappé.

Nianzou beriet Coulibaly

Dort nahm in erster Linie Presnel Kimpembe - noch so ein Shootingstar aus der Region Paris - den ambitionierten Innenverteidiger unter die Fittiche. "Presnel ist ein Linksfüßer wie ich", sagte Coulibaly kürzlich. "Ich kann nur versuchen, seinem Beispiel zu folgen."

In einem Interview mit Le Parisien verriet Coulibaly auch, dass er vor seinem Wechsel mit Tanguy Nianzou gesprochen habe, der im vergangenen Sommer von PSG zum FC Bayern gewechselt war.

"Er hat mir ein paar Ratschläge gegeben. Er sagte mir, dass er die richtige Wahl getroffen hat, dass er bei Bayern München in Deutschland sehr glücklich ist", erklärte Coulibaly. Nianzou "riet mir, die Sprache zu lernen, damit ich mich so schnell wie möglich zurechtfinden kann."

Der Franzose folgt einem Trend

Dass der linke Fuß sein starker ist, macht den französischen U18-Nationalspieler sogar noch ein Stück wertvoller. Bislang hat der BVB mit Zagadou nur einen solchen Akteur.

Mit seinem Wechsel zu den Borussen folgt Coulibaly auch dem Beispiel seines Landsmannes, der ebenfalls von PSG zu den Schwarzgelben wechselte - und zwar ebenfalls ablösefrei.

Zagadou und Coulibaly sind längst nicht die einzigen, aus der Jugendabteilung des französischen Aushängeschilds in die Bundesliga zu wechseln, ist zu einem Trend geworden. Zuletzt folgten diesem Nianzou und Nkunku.

Es scheint, als müssten sich die Verantwortlichen von PSG so langsam etwas einfallen lassen, um nicht alle Talente aus der fruchtbaren Region rund um Paris frühzeitig wieder zu verlieren.