„Brief-Affäre“ im DOSB: Verbändegruppen fordern weitere Aufklärung

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„Brief-Affäre“ im DOSB: Verbändegruppen fordern weitere Aufklärung
„Brief-Affäre“ im DOSB: Verbändegruppen fordern weitere Aufklärung

Ingo Weiss und Jörg Ammon fordern nach der „Brief-Affäre“ im DOSB weitere Aufklärung.

Die beiden Sprecher der Spitzensportverbände und Landessportbünde räumten nach der Konferenz der Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Sonntag in Düsseldorf ein, noch kein klares Bild über die juristischen Verfahren zu haben, die Präsident Alfons Hörmann zuletzt nahezu im Alleingang angestrengt hatte.

Weiss sagte, er sei "entsetzt" über die Vorgänge, die in dieser Woche durch eine Mail des früheren Vorstandsmitglieds Karin Fehres bekannt geworden waren. "Wir alle sind noch davon gezeichnet", ergänzte Ammon. Bis zur Mitgliederversammlung am 4. Dezember in Weimar, wo ein Nachfolger für Hörmann gewählt wird, wollen die Verbändegruppen herausfinden, "wie sich alles ergeben hat".

Ob die Untersuchung angesichts der Schwere der Vorwürfe nicht zwangsläufig extern geschehen müsse, wollten Weiss und Ammon nicht beantworten. Klar positionierte sich Weiss derweil gegen eine Ehrenpräsidentschaft für Hörmann, der den Dachverband seit 2013 leitet. "Das ist ad acta gelegt, das braucht eine Zweidrittelmehrheit. Das wird nicht gehen", sagte Weiss.

„Kultur der Angst“ im DOSB

Durch mindestens zwei juristische Verfahren gegen Fehres und Triathlon-Präsident Martin Engelhardt hatte Hörmann mit der Vorstandsvorsitzenden Veronika Rücker, aber ohne Rückhalt im Präsidium und dem restlichen Vorstand, versucht, den Urheber des anonymen Briefes ausfindig zu machen, der im Mai eine "Kultur der Angst" im DOSB beschrieb. Dazu bemühten die Spitzenfunktionäre auch ein Sprachgutachten und ließen über eine Kanzlei Druck ausüben.

Weiss erklärte, dass beide Verfahren mittlerweile eingestellt seien. Das gilt noch nicht für ein weiteres Verfahren gegen eine Medienanstalt und einen Journalisten. Die Fragen, was die juristischen Auseinandersetzungen den DOSB gekostet haben, müsse die Finanzkommission offenlegen, sagte Ammon und bestätigte: Das war in Düsseldorf "auch ein Diskussionspunkt" unter den Verbändegruppen.

Präsident Hörmann, der sich wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne befindet, hatte nach den Vorwürfen und einer Empfehlung der Ethikkommission für Neuwahlen angekündigt, nicht mehr anzutreten. Rücker scheidet zum Jahresende aus ihrem Amt aus, laut einer Mitteilung einvernehmlich. Beide müssen sich aber noch in Weimar den Mitgliedern stellen, die Präsidium und Vorstand entlasten müssen. Ob er dies unterstütze, ließ Weiss offen und bat um Geduld.

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