Dovizioso amüsiert sich über Einschätzung von Ducatis Performance

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 3 Min.

Ducati erlebte zum Auftakt des zweiten Rennwochenendes der MotoGP-Saison 2020, dem Grand Prix von Andalusien in Jerez, einen durchwachsenen Tag. Andrea Dovizioso schloss den Freitag in der kombinierten Zeitenliste der ersten beiden Trainings auf dem zehnten Platz ab.

Der Italiener, der im Rennen vor fünf Tagen an gleicher Stelle den dritten Platz belegt hatte und damit erstmals in seiner seit 2013 laufenden Ducati-Zeit das Jerez-Podium erklommen hat, amüsiert sich darüber, wie das Freitagsergebnis von einigen Beobachtern eingeschätzt wird.

"Es ist schon lustig. Oft denken die Leute, es wäre unsere Entscheidung, am Ende des Trainings kein gutes Ergebnis vorzuweisen", lacht Dovizioso gegenüber 'MotoGP.com' und betont, dass davon keine Rede sein kann: "Wir arbeiten hart und die Konkurrenz ist wirklich stark. Das ist nun mal die Realität."

Dovizioso stellt klar: Von Bluffen kann im Ducati-Lager keine Rede sein

Dovizioso stellt klar: Von Bluffen kann im Ducati-Lager keine Rede sein<span class="copyright">LAT</span>
Dovizioso stellt klar: Von Bluffen kann im Ducati-Lager keine Rede seinLAT

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"Insgesamt bin ich trotzdem zufrieden, weil es uns gelungen ist, die Abstimmung zu verbessern, vor allem in den Anbremszonen. Ich kann jetzt aggressiver in die Kurven einbiegen", sagt "Dovi", der im Scheitelpunkt der Kurven aber noch Nachholbedarf sieht.

"Für die Kurvenmitte müssen wir noch etwas finden, weil die anderen dort offensichtlich zugelegt haben." Mit "die anderen" meint der Ducati-Pilot insbesondere Yamaha. Maverick Vinales schloss den Freitag vor Teamkollege Valentino Rossi als Schnellster ab.

Petrucci kämpft mit Kondition und Abstimmung

Indes kämpft Danilo Petrucci (Platz 16 im Tagesergebnis) weiter mit den Nachwirkungen seines unverschuldeten Sturzes vom Test am Mittwoch der vergangenen Woche. Am ersten Jerez-Wochenende war "Petrux" deshalb nicht hundertprozentig fit und schaffte es im Rennen gerade so in die Top 10. Auch jetzt macht ihm die Fitness noch zu schaffen, "aber es geht schon ein bisschen besser", wie er anmerkt.

Bei den hohen Temperaturen, die in Jerez auch diesmal wieder anliegen, kämpft Petrucci aber nicht nur mit seiner Kondition, sondern auch mit seiner seine Ducati GP20. "In den schnellen Kurven können wir die Linie nicht halten" sagt er und nennt als Beispiel "Kurve 5, Kurve 8 und die beiden schnellen Kurven gegen Ende der Runde [Kurven 11/12]".

Schnellster Ducati-Fahrer war am Freitag mal wieder Jack Miller aus dem werksunterstützten Satellitenteam Pramac. "Wenn man bedenkt, dass diese Strecke eher ein Parkplatz ist, kamen wir eigentlich ganz gut zurecht", spricht der Australier nach P7 im Tagesergebnis auf den winkligen Charakter des Circuito de Jerez an und darauf, dass der Kurs traditionell keine von Ducatis besten Strecken ist. Hinzu kommt die Hitze. "Alles in allem lief es nicht allzu schlecht", so Miller.

Miller optimistisch, dass Taubheitsproblem in der Hand gelöst ist

Beim Grand Prix von Spanien am vergangenen Wochenende an gleicher Stelle fuhr Miller im Rennen auf den vierten Platz, kämpfte aber mit Taubheit in der rechten Hand. Dank einer inzwischen vorgenommenen Veränderung der Lenkerposition hofft er, dass dieses Problem nun der Vergangenheit angehört. "Es ging heute schon besser", sagt der Australier, der im Pramac-Team eine aktuelle Ducati GP20 fährt und zur Saison 2021 ins Werksteam wechseln wird, um dort Petrucci abzulösen.

Jack Miller: Mit P7 im Freitagsergebnis der schnellste Ducati-Fahrer

Jack Miller: Mit P7 im Freitagsergebnis der schnellste Ducati-Fahrer<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Jack Miller: Mit P7 im Freitagsergebnis der schnellste Ducati-FahrerMotorsport Images

Motorsport Images

Millers Pramac-Teamkollege Francesco Bagnaia - ebenfalls mit einer aktuellen GP20 unterwegs - beendete den Freitag auf Platz 17 der kombinierten Zeitenliste direkt hinter Petrucci. Trotzdem ist er zufrieden.

"Ich war sechs Zehntelsekunden schneller als vergangenen Freitag. Schauen wir mal, wie es weitergeht", sagt Bagnaia, der diesmal kurioserweise in FT1 und FT2 die exakt identische Zeit fuhr (1:38.309 Minuten). Beim Saisonauftaktrennen vor fünf Tagen hatte "Pecco" den siebten Platz belegt.

Weitere Co-Autoren: Mark Bremer. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.