Sekunden-Krimi um Gelb bei der Tour

Sekunden-Krimi um Gelb bei der Tour
Sekunden-Krimi um Gelb bei der Tour

Erneutes Drama um Lennard Kämna!

Der Deutsche verpasste auf der 10. Etappe der 109. Tour de France nur hauchdünn den Sprung ins Gelbe Trikot. Kämna (Bora-hansgrohe) kam als Teil einer Ausreißergruppe ins Ziel, war aber nach 148,1 Kilometern in Megeve im Kampf um den Etappensieg chancenlos. Am Ende setzte sich der Däne Magnus Cort Nielsen (EF Education) gegen Nick Schultz durch. (Die Gesamtwertung der Tour de France)

Fast hätte es gereicht, die Gesamtführung der Tour zu übernehmen, denn das Feld um Tadej Pogacar hatte fast neun Minuten Rückstand auf die Spitze. Doch am Ende mobilisierte der Slowene seine letzten Kräfte und bewahrte sich elf Sekunden Vorsprung auf Kämna. Bereits am Freitag verpasste Kämna hauchzart einen Coup, als er im Kampf um den Etappensieg rund 100 Meter vor dem Ziel von Pogacar geschluckt wurde.

„Ich hatte heute das Gefühl, dass jeder gegen mich fährt in der Spitzengruppe“, sagte Kämna in der ARD: „Es hat echt gar keinen Spaß gemacht den ersten Berg hoch. Am Ende habe ich alles gefahren, was ich hatte.“

Tour de France: Kämna Zweiter in Gesamtwertung - Geschke im Bergtrikot

Der Deutsche ist nun Zweiter in der Gesamtwertung. Simon Geschke verteidigte derweil das Bergtrikot. Georg Zimmermann (Intermarche-Wanty-Gobert Materiaux) belegte als bester Deutscher den sechsten Rang. (Die Teamwertung der Tour de France)

Für zusätzlichen Wirbel bei der Etappe sorgte eine Protestaktion. Diese sorgte dafür, dass die Etappe rund 37 Kilometer vor dem Ende neutralisiert werden musste, da sich einige Demonstranten auf die Straße gesetzt hatten.

Im August 2020 hatte Kämna beim Criterium du Dauphine oben auf dem Flugplatz von Megeve seinen ersten Profisieg gefeiert, einen Monat später bejubelte er in Villard-de-Lans mit einem beeindruckenden Soloritt auf der 16. Etappe seinen ersten Tour-Erfolg.

Am ersten „echten“ Ruhetag am Montag hatte Kämna seine Ambitionen nach dem nur knapp verpassten Sieg am Freitag untermauert. „Es gibt noch ein paar schöne Bergetappen, ich werde es auf jeden Fall noch probieren. Die Chance wird sich noch ergeben“, sagte der deutsche Zeitfahrmeister.

Kämna schwinden die Kräfte

Nach einer erwartet unruhigen Anfangsphase dauerte es knappe 65 km, bis sich eine Fluchtgruppe bildete. Und die ließ sich Kämna nicht entgehen. Ebenfalls mit in der 25 Fahrer starken Gruppe war Georg Zimmermann. Die Gruppe fuhr in der Spitze über neun Minuten auf das Hauptfeld um Dominator Pogacar heraus. Auch ein kurzzeitiger Klimastreik brachte Kämna und Co. zunächst nicht aus dem Konzept.

Im packenden, über 21 km langen Anstieg hinauf nach Megeve schwanden bei Kämna sichtlich die Kräfte, das spannende Finale der Ausreißergruppe, das Magnus Cort Nielsen im Fotofinish für sich entschied, verfolgte er nur noch aus der Distanz. Dann begann das Warten auf Pogacar. Doch der Slowene war dann doch elf Sekunden zu schnell.

Am Mittwoch steht in den Alpen die zweite Bergankunft auf dem Programm - und die hat es in sich. 36 Jahre nach dem ersten und bisher letzten Besuch der Frankreich-Rundfahrt am Col du Granon Serre Chevalier darf Pogacar gegen seine ärgsten Widersacher keine Schwächen zeigen. Es ist eine Schlüssel-Etappe dieser Tour.

Alles zur Tour de France 2022 bei SPORT1:

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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