Drei Dinos und drei Trainer - welcher Joker sticht?

Markus Höhner
·Lesedauer: 3 Min.

In der 3. Liga tobt turbulent der Abstiegskampf und mit Magdeburg, Duisburg und Kaiserslautern stecken drei ganz, ganz Große mittendrin.

Magdeburg als Europapokalsieger und dreimaliger DDR-Meister, der MSV knapp dreißig Jahre Erstligist und als Gründungsmitglied der Bundesliga erster Vizemeister, dazu der Fritz-Walter-Club Kaiserslautern als Urgestein der Bundesliga mit seiner überwältigenden Geschichte als mehrfacher Meister, Pokalsieger und Heimatclub von fünf deutschen Weltmeistern von 1954.

Aber jetzt ist die Faktenlage gleichermaßen trist - die historischen Referenzen sind für alle drei wertlos im Kampf gegen den Absturz in die Viertklassigkeit. (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse der 3. Liga)

Traditionsklubs zünden letzte Patrone

Und in der Panik, diesen Absturz zu erleben, haben alle drei Clubs die letzte Patrone bereits gezündet und setzen für die kommenden, entscheidenden Wochen auf einen neuen Trainer. In Duisburg übernahm der nur kurz davor in Köln gefeuerte Pavel Dotchev.

Der Bulgare bringt als Rekordtrainer der dritten Liga alle Erfahrung mit und so hofft man beim MSV, mit dem bereits dritten Trainer der Saison die Kurve kriegen zu können. Einen ersten Trend gilt es noch nicht zu vermelden, da seit seiner Ankunft beim MSV alle für die Zebras bislang angesetzten Spiele abgesagt wurden. Also, noch nix Neues aus Meiderich.

Audiobeweis - Der 3. Liga-Podcast, die neue Folge jetzt hier anhören!

Marco Antwerpen feierte beim Derbysieg gegen Waldhof Mannheim mit Kaiserslautern den perfekten Einstand. Nach dem märchenhaften Auftakt, folgte am Wochenende beim 1:1 gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern die schnelle Ernüchterung, dass es auch mit dem neuen Coach kein Spaziergang aus dem Keller werden wird.

Und trotzdem sehe ich klare Indizien für eine gute Entwicklung bei den roten Teufeln. Ein Derbysieg mit vielen Emotionen, ein fast gedrehtes Spiel gegen die Bayern und funktionierende personelle Impulse. So wurde Kleinsorge vom Bankdrücker zum Startspieler und Matchwinner im Derby, Hanslik funktionierte als Joker und traf am Wochenende unter dem neuen Trainer erstmals in seinem 18. Spiel für den FCK.

Nur das Schiedsrichtergespann verhinderte mit einer Fehlentscheidung, dass sie es nicht noch zum Sieg drehten. Also, Trainereffekt und Trend stimmen in Kaiserslautern - das finde ich zumindest. Intensiv diskutieren wir das Trainer-Thema in unserem Drittliga-Podcast "Audiobeweis - der 3. Liga Podcast".

Titz hatten nicht viele auf der Rechnung

Bleibt der dritte Dino. Christian Titz hatten nicht viele auf dem Zettel, als es in Magdeburg um die Frage nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Thomas Hoßmang ging. Kann er der Richtige sein? Beim Hamburger SV leistete er einst erfolgreiche Arbeit und führte den Traditionsclub fast noch zum Klassenerhalt, aber halt nur fast. (SERVICE: Tabelle der 3. Liga)

Auch bei Rot-Weiß Essen arbeitete er erfolgreich, verpasste aber auch hier knapp den Triumph mit dem Aufstieg in die dritte Liga. Zwei gefühlte Misserfolge? Oder zwei Belege für starke Arbeit? In Magdeburg ist für Titz das Anforderungsprofil alternativlos, es zählt nur der Klassenerhalt.

Das 1:2 bei Türkgücü München lieferte zwar gleich einen Stimmungsdämpfer, aber auch positive Erkenntnisse: Das beherzte Offensivspiel, zurückgekehrte Schlüsselspieler wie Gjasula und eine auch nach Rückstand starke Mentalität der Mannschaft geben Anlass zur Hoffnung an der Elbe.

Drei Traditionsklubs und ihre Trainer-Joker - die nächsten Wochen werden wild!