Drei Gründe: Warum Wolfsburg dieses Jahr so stark ist

Lukas von Hoyer
·Lesedauer: 3 Min.

35 Punkte nach 19 Spieltagen - so viele Zähler hatte der VfL Wolfsburg in der Bundesliga zu diesem Zeitpunkt nicht einmal in der Meistersaison auf dem Konto.

Damals - in der Spielzeit 2008/09 - hatten die Wölfe nach 19 Partien "erst" 30 Punkte gesammelt. Am Saisonende waren es dann deren 69.

Vor sechs Jahren hatte der Werksklub zu diesem Zeitpunkt sogar 38 Punkte auf dem Konto und wurde am Ende des Jahres Vizemeister. 35 Punkte reichen derzeit für den dritten Rang - was ist da noch drin?

Fakt ist, dass die Wölfe derzeit so stark wirken wie seit mindestens sechs Jahren nicht mehr. Es ist sogar ein Titel drin, denn durch einen Sieg gegen den FC Schalke 04 am Mittwochabend könnte der Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals gelingen.

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Doch was macht das Wolfsrudel so stark?

Glasner hebt Wölfe auf neues Fitness-Level

Einer der Hauptgründe für den Aufschwung des VfL Wolfsburg ist der Trainer.

Oliver Glasner kam vor eineinhalb Jahren nach Wolfsburg. "Es waren sehr komplizierte eineinhalb Jahre. Durch Corona hatten und haben wir große Herausforderungen", blickt der Österreicher im SPORT1-Interview zurück.

"Die Vorsaison mit Platz sieben und dem Erreichen des Achtelfinals in der Europa League war eine sehr, sehr gute Saison", meint Glasner. "Die Niederlage in der Qualifikation in Athen war sehr bitter, andererseits hatten wir dadurch mehr Trainingszeit. Wir profitieren davon. Das hatten wir zuvor nicht so oft. Aber anders wäre es uns dann schon lieber gewesen."

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Das Training des 46-Jährigen ist dabei immer auf Power ausgelegt. "Wir trainieren zwar recht kurz, aber dafür sehr intensiv", verrät er bei SPORT1. "Alles was du im Training machst, kannst du im Spiel anwenden. Und deswegen ist es das Resultat auf der einen Seite, dass die Jungs so super mitziehen."

Die Folge: Seine Mannschaft hat die meisten Sprints und intensiven Läufe aller Bundesligateams absolviert. "Das zeigt, dass die Mannschaft körperlich in einer sehr guten Verfassung ist und dass die Jungs bereit sind, in jedem Spiel an ihre Grenzen zu gehen", sagt Glasner.

Festung Volkswagen Arena

Die aktuelle Bundesligasaison zeigt, dass der Heimvorteil in leeren Stadien deutlich geringer ausfällt als sonst.

Für die Wölfe scheint das aber nicht zu gelten, denn sie sind in der Saison 2020/21 zu Hause noch ungeschlagen. In der Bundesliga gab es sechs Siege und drei Remis. In der 2. Runde des DFB-Pokal wurde der SV Sandhausen mit einem 4:0 nach Hause geschickt.

Die letzte Heimniederlage gab es am 27. Juni 2020 - ein 0:4 gegen den FC Bayern.

Die niederländische Torversicherung

Vielleicht DAS Gesicht des Wolfsrudels ist derzeit Wout Wegorst.

17 Tore hat der Niederländer in dieser Spielzeit in 24 Pflichtspielen erzielt - beeindruckend. Diese Statistik ist aber längst nicht alles, was den 28-Jährigen so wichtig für das Team macht.

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"Wout schießt die Tore für den VfL, aber er ist auch unser erster Verteidiger", schwärmt Glasner. "Er hat eine super Mentalität, in der Defensive mitzuarbeiten. Das macht ihn sehr, sehr wertvoll für die Mannschaft."

Weghorst bietet derzeit das komplette Paket: Er ist eiskalt vor dem Tor, erzielt Tore mit dem Fuß und mit dem Kopf und stellt seine kompletten 1,97 Meter in den Dienst des Teams.

Klar, dass er auch beim Pokalspiel gegen Schalke eine wichtige Rolle einnehmen wird. In der Ferne ist dabei vielleicht auch schon das Olympiastadion in Berlin zu sehen.

"Du hast noch drei Spiele und dann stehst du im Finale in Berlin", weiß auch Glasner: "Marcel Schäfer (Wolfsburgs Sportdirektor, Anm. d. Red.) war damals beim Pokalsieg 2015 mit dabei. Es soll mega sein, vor allem, wenn das Stadion voll ist, eine Riesenatmosphäre. Das ist schon ein großer Anreiz für uns. Schalke spielt eine schwierige Bundesliga-Saison. Aber der Pokal ist für sie ja auch eine Chance, aus einer schlechten Saison eine gute zu machen."