Drittplatzierter in der Türkei will Gespräche mit Stichwahl-Kandidaten führen

Der als Königsmacher geltende Drittplatzierte bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei hat sich noch nicht entschieden, ob er sich bei der Stichwahl am 28. Mai hinter Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan oder dessen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu stellen wird.
Der als Königsmacher geltende Drittplatzierte bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei hat sich noch nicht entschieden, ob er sich bei der Stichwahl am 28. Mai hinter Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan oder dessen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu stellen wird.

Der als Königsmacher geltende Drittplatzierte bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei hat sich noch nicht entschieden, ob er sich bei der Stichwahl am 28. Mai hinter Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan oder dessen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu stellen wird. "Wir könnten auch sagen, dass wir keinen der beiden unterstützen", sagte Sinan Ogan am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. In den kommenden Tagen werde er Gespräche mit Erdogan und Kilicdaroglu führen und dann eine Entscheidung treffen.

Ogan zeigte sich vom Ergebnis des ersten Wahlgangs enttäuscht. "Ich hatte mehr erwartet - rund zehn bis elf Prozent der Stimmen", sagte der Rechtsnationalist. Ogan hatte am Sonntag 5,2 Prozent der Stimmen erhalten, Erdogan kam auf 49,5 Prozent und Kilicdaroglu erhielt 44,9 Prozent der Stimmen.

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Eine Wahlempfehlung Ogans könnte entscheidende Stimmen bringen. Bei gleichbleibenden Verhältnissen müsste Erdogan in der Stichwahl rund ein Fünftel von Ogans Wählern überzeugen, um zu gewinnen. Politisch steht Ogan der Regierung näher als der Opposition. So sieht er etwa die Verbindungen Kilicdaroglus zur pro-kurdischen HDP-Partei kritisch. Zugleich kritisiert er Erdogans Bündnis mit der islamistischen Gruppe Huda-Par.

Ogans Kandidatur im ersten Wahlgang kostete nach Einschätzung von Experten hauptsächlich Erdogan Stimmen. Seine Wählerschaft bestehe aus "türkischen Nationalisten" und jungen Wählern, "die von den alten Gesichtern in der Politik genug haben", sagte der 55-Jährige.

ahe/ju