US-Goldhoffnung bestätigt Skandal mit Sprengkraft

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US-Goldhoffnung bestätigt Skandal mit Sprengkraft
US-Goldhoffnung bestätigt Skandal mit Sprengkraft

Dieser Skandal wühlt nicht nur in den USA die Sportwelt auf.

Der schillernden US-Sprinthoffnung Sha'Carri Richardson droht ein unrühmliches Olympia-Aus drei Wochen vor Beginn der Spiele in Tokio - weil die 21-Jährige bei den US-Trials im Juni in Eugene/Oregon positiv auf Marihuana getestet worden ist.

Grund für die Einnahme der Droge sei "ein Zustand emotionalen Schmerzes" gewesen, den die Nachricht vom Tod ihrer leiblichen Mutter verursacht habe, zu der sie ein gespanntes Verhältnis gehabt hatte. "Ich entschuldige mich dafür, dass ich während dieser Zeit nicht wusste, wie ich meine Emotionen kontrollieren oder mit meinen Emotionen umgehen sollte", sagte die Sprinterin.

Richardson hat bereits eine vierwöchige Sperre durch die US-Anti-Doping-Agentur USADA akzeptiert. Diese begann am 28. Juni. Ein Start in der 4x100m-Staffel könnte in Japan möglich sein, darüber müssen der US-Leichtathletik-Verband USATF und das Nationale Olympische Komitee USOC entscheiden.

"Sha'Carri Richardsons Situation ist für alle Beteiligten unglaublich unglücklich und verheerend", teilte USATF mit: "Wir werden mit Sha'Carri zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sie über ausreichende Hilfe verfügt, um jetzt und in Zukunft alle psychischen Herausforderungen zu bewältigen."

Vergleiche mit "Flo Jo", Würdigung von Michelle Obama

Die junge Sprinterin, die aufgrund ihrer optischen Extravaganz oft mit der früh verstorbenen Sprint-Ikone Florence Griffith-Joyner verglichen wird, hatte sich bei den Trials mit 10,89 Sekunden im Finale über 100 m durchgesetzt (Alles zu Olympia).

Die aufstrebende Gold-Hoffnung hat schon im Vorfeld der Spiele viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, unter anderem zog auch die frühere First Lady Michelle Obama vor ihr den Hut.

Bei einem Meeting im April in Florida siegte Richardson mit 10,72 Sekunden und avancierte damit zur sechstschnellsten Frau der Welt - hinter Griffith-Joyner, der in diesem Jahr zur Nummer 2 aufgestiegenen Shelly-Ann Fraser-Pryce sowie Carmelita Jeter, der durch den Balco-Skandal verfemten Marion Jones und Elaine Thompson. (Alles zur Leichathletik)

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Trainer von Richardson ist Dennis Mitchell, der als Athlet des Dopings überführt wurde. Auch ihr Trainingspartner Justin Gatlin wurde bereits als Doper erwischt.

Sportkollegen und auch Hollywood-Star empört

Der spezielle Charakter des Falls Richardson birgt jedoch eine andere Art von Sprengstoff: Speziell ihrer Heimat löst der Fall Diskussionen aus. Der Marihuana-Konsum zu medizinischen und auch zu Genuss-Zwecken wurde zuletzt in den USA in mehr und mehr Staaten legalisiert, auch in den vier großen US-Ligen wurden die diesbezüglichen Regeln in den vergangenen Jahren gelockert.

Die weiterhin strengen Regeln der Weltdoping-Agentur WADA sorgen vor diesem Hintergrund nun bei vielen Irritationen. Unter anderem äußerten sich NFL-Star Odell Beckham Jr. und auch Hollywood-Schauspielerin Patricia Arquette verwundert bis verärgert über den Fall Richardson.

Sha'Carri Richardson: "Ich bin ein Mensch"

Richardson selbst postete schon am Donnerstag mit dem Satz "Ich bin ein Mensch" eine De-Facto-Bestätigung der Meldungen.

Im Kontext der Diskussion um ihren Marihuana-Konsum gerät auch ihre persönliche Geschichte in den Fokus: Schon in der Vergangenheit hatte die Texanerin mehrfach offen über mentale Probleme gesprochen und von regelmäßigem Kontakt zu einem Therapeuten berichtet.

Doping durch Marihuana? Die Regeln sind klar

Trotz allem ist das Regelwerk in Bezug auf Richardsons Vergehen klar: Marihuana steht bei der Weltdoping-Agentur WADA auf der Liste der verbotenen Substanzen.

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Grundlage ist die allgemein geltende Richtlinie, dass nicht erlaubt ist, was zwei von drei Ausschlusskriterien erfüllt. Kriterium 1: Leistungssteigerung. Kriterium 2: Gesundheitsgefährung der Athleten. Kriterium 3: der zu Diskussionen anregende Faktor, dass eine Substanz "den Geist des Sports verletzt".

Als leistungssteigerndes Mittel wurde Cannabis in der Vergangenheit eingeordnet, weil sich die beruhigende Wirkung, die damit einhergeht, unter bestimmten Umständen als Verschaffung eines unfairen Wettbewerbsvorteils auslegen lässt.

Sollte auch eine B-Probe positiv ausfallen, hat Richardson eine Sperre zwischen einem Monat und zwei Jahren zu erwarten.

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Mit Sportinformationsdienst (SID)

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