DTM-Qualifying Hockenheim 1: Rast haarscharf vor Müller

Sven Haidinger
·Lesedauer: 3 Min.

Auftakt nach Maß für DTM-Leader Rene Rast beim Saisonfinale in Hockenheim: Der Rosberg-Audi-Pilot sichert sich in 1:28.405 seine sechste Saison-Pole und setzt sich um 0,048 Sekunden gegen seinen Titelrivalen Nico Müller durch. Damit baut Rast seinen Vorsprung auf den Abt-Audi-Piloten in der Meisterschaft auf 20 Punkte aus.

Ergebnis Qualifying 1 DTM-Fotos aus Hockenheim

"Es war nicht einfach heute", gibt Rast gegenüber 'ran.de' zu Protokoll. "Es war brutal kalt, gestern Nacht hat es sogar noch gefroren. Wir haben heute zwei Aufwärmrunden gemacht. Normalerweise machen wir nur eine, aber ich glaube das hat jeder im Feld gemacht."

Der DTM-Leader freut sich über den Punkt, den er Müller abknöpfen konnte. "Dadurch haben wir uns in eine etwas komfortablere Situation gebracht, weil ich jetzt diesen einen Punkt wieder mehr habe als Nico", weiß er. "Nico ist aber trotzdem stark. Das hat man heute gesehen." Seine Strategie für das Rennen? "Wir wollen das Rennen gewinnen, aber wir müssen es nicht mit aller Gewalt."

Müller: "Unschön, dass Punkt an Rene geht"

Sollte es ihm gelingen, Müller auch im Rennen auf Platz zwei zu halten, würde der Vorsprung auf 27 Punkte anwachsen - und am Sonntag sind noch 28 Punkte zu holen. "Das würde noch nicht ganz reichen", rechnet Rast, der theoretisch schon heute Meister werden könnte. "Aber es würde uns für morgen zumindest ein gutes Punktepolster bringen. Ich bin mega-happy, dass ich zwei gute Runden gefahren bin und jetzt auf Pole stehe."

Auch Herausforderer Müller zeigt sich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. "Ich habe das Maximum herausgeholt, denn für die Pole war es nicht genug", sagt er gegenüber 'ran.de'. Auch die Ausgangslage sei für das Rennen in Ordnung, "aber das Unschöne daran ist, dass der eine Punkt in Richtung Rene gegangen ist und nicht in meine." Nun werde er "alles geben, um dieses Rennen zu gewinnen".

Ob auch er die Punktesituation im Hinterkopf habe und ständig rechne? "Heute sowieso nicht", antwortet er. "Wir haben ja morgen noch ein Rennen. Heute kann das Ziel nur sein, zu versuchen, die Meisterschaft bis morgen offen zu halten. Dann kann alles passieren."

Nächster Rückschlag für Frijns, Aberdein stark

Die beiden Führenden in der Meisterschaft fuhren bei Sonnenschein und Temperaturen unter 10 Grad in einer eigenen Liga, während es für Müllers Teamkollegen Robin Frijns wie schon am Freitag nicht nach Wunsch lief. Der Qualifying-Spezialist kam nur auf Platz acht und hat nun im Titelkampf bereits 44 Punkte Rückstand auf Rast.

Dafür schlug sich BMW bei der Class-1-Abschiedsvorstellung im ersten Qualifying durchaus achtbar. Trotz des großen Rückstands von 0,486 Sekunden kam Jonathan Aberdein auf Platz drei. "Das fühlt sich toll an", freut er sich bei 'ran.de'. Nach einem "schwierigen Jahr" sei Platz drei "etwas ganz Besonderes".

Das Qualifying spiele aber diesmal eine untergeordnete Rolle, da er im Rennen Reifenprobleme befürchtet. "Es ist wirklich schwierig, weil die Luft und die Strecke so kalt sind. Die Reifen zum Arbeiten zu bringen, wird der Schlüssel sein. Das Rennen wird sicher schwierig, wir werden einiges Graining haben. Wir müssen die Reifen am Leben halten und dann schauen, was passiert."

Rast-Teamkollege Green im Vorderfeld

In den Titelkampf wolle er sich nicht einmischen: "Ich werde versuchen, Rene und Nico aus dem Weg zu gehen. Aber ich will ein gutes Ergebnis einfahren." Spannend wird sein, ob womöglich Hockenheim-Spezialist Jamie Green im Titelkampf eine Rolle spielt.

Rasts Teamkollege stellte seinen RS 5 mit 0,524 Sekunden Rückstand auf den fünften Platz. Hinter ihm stehen mit Sheldon van der Linde und Philipp Eng zwei weitere BMW-Piloten.

Wie sich ART-BMW-Pilot Robert Kubica nach seinem dritten Platz in Zolder schlug? Der Pole stellte seinen M4 mit 0,895 Sekunden auf den elften Startplatz und war damit immerhin viertbester Pilot der Münchner.

Mit Bildmaterial von Audi.