DTM-Qualifying Hockenheim 2: Rast-Pole, Müller punktelos

Sven Haidinger
·Lesedauer: 4 Min.

DTM-Leader Rene Rast legt mit Saison-Pole Nummer sieben vor der Titelentscheidung in Hockenheim den Grundstein zur dritten Meisterschaft: Der Rosberg-Audi-Pilot setzt sich in 1:28.337 mit einer Rekordrunde gegen Mike Rockenfeller und seinen Teamkollegen Jamie Green durch.

Herausforderer Nico Müller ist mit 0,420 Sekunden Rückstand nur Vierter, wodurch er drei Punkte auf den DTM-Leader verliert und nun im Klassement bereits 16 Zähler zurückliegt. Damit würde Rast ein fünfter Platz zum Triumph reichen (alle Szenarien, wie Rast oder Müller Meister werden). Besonders bitter für Müller: Ihm fehlten am Ende 18 Tausendstel auf Platz zwei.

Ergebnis Qualifying 2 DTM-Fotos aus Hockenheim

"Ich hätte es mir nicht besser vorstellen können, das Auto war wirklich eine Granate heute - in allen Runden, die ich gefahren bin", freut sich Rast bei 'ran.de' über das perfekte Qualifying und die "perfekte Balance" seines RS 5. "Ich hätte nicht viel besser fahren können. Das Auto hat eigentlich alles hergegeben, ich habe versucht jeden Zentimeter der Strecke zu nutzen. Im Endeffekt Pole-Position und jetzt drei Punkte für die Meisterschaft."

Rasts Strategie: "Verwalten ist schwierig"

Doch was bedeutet da jetzt für den Titelkampf? "Es kann alles passieren, wir haben verrückte DTM-Rennen gesehen, aber zumindest haben wir jetzt gute Karten", atmet Rast durch, der jetzt nur noch in die Top 5 kommen muss.

Aber wie wirkt sich das auf seine Rennstrategie aus? "Verwalten ist auch schwierig, da kann auch vieles schiefgehen", antwortet er. "Das habe ich in der Vergangenheit schon oft gemerkt. Ich werde auf Sieg fahren. Diesen einen Sieg möchte ich noch haben. Ich werde natürlich weniger Risiko gehen als gestern, gar keine Frage. Aber rumbummeln dürfen wir nicht, wir müssen schon noch Gas geben und versuchen das Rennen zu gewinnen."

Müller muss auf Chaosrennen hoffen

Für Müller wird der Druck währenddessen nun immer größer. Wie er auf den Rückschlag reagiert? "Für das Rennen ist das noch lange nicht ausschlaggebend, aber für die Punkte ist es nicht optimal", sagt er gegenüber 'ran.de'. "Ich habe mich nicht ganz so wohl gefühlt im Auto, hatte heute zu viel Untersteuern." Mit seinen Runden sei er zwar "zufrieden" gewesen, "ich war aber nicht schnell genug, um in die Nähe von Rene zu kommen".

Kein Wunder, dass ihn auch der knappe Rückstand auf Platz zwei wurmt: "Mit einer perfekten Runde wäre es vielleicht P2 gewesen, es ist extrem eng zwischen P2 und P5. Und es wäre natürlich gut gewesen, da noch ein, zwei Pünktchen mitzunehmen. Aber das können wir jetzt nicht mehr ändern."

Die Strategie fürs Rennen ist klar: "Wir müssen voll angreifen und irgendwie auch ein bisschen auf mehr Chaos als gestern hoffen, um noch eine Chance zu haben. Mein Fokus liegt darauf, das Rennen hoffentlich zu gewinnen - den Rest haben wir nicht in der Hand." Auch der Start werde wichtig: "Da werden wir versuchen, näher ranzukommen. So wirklich unter Druck setzen können wir Rene in der ersten Runde noch nicht, da sind wir zu weit weg, aber zumindest schon mal den ein oder anderen aufschnupfen."

Rast-Teamkollege Green deutlich besser als Frijns

Auch das Duell der beiden Teamkollegen spricht für Rast, denn während Green starker Dritter wurde, erging es Robin Frijns bei den niedrigen Temperaturen von unter zehn Grad nicht viel besser als Müller. Der Niederländer kam nur auf den achten Platz. Könnte Green also für Rast zum Edelhelfer werden? Fährst du für Rene? "Nein. Mein Ziel ist heute der Sieg", antwortet der britische Routinier bei 'ran.de'.

Und zeigt sich nach 16 Jahren DTM äußerst emotional, weil nun das letzte Rennen der Class-1-Boliden bevorsteht. "Diese Autos sind so geil. Und es war so geil, diese Zeit in der DTM als Profirennfahrer zu haben. Das war ein Kindheitstraum - und den habe ich erreicht." Nun will er sich mit einer guten Leistung für die Zukunft empfehlen: "Ergebnisse sind im Sport immer wichtig. Außerdem macht es Spaß, wenn man weiter vorne ist."

BMW-Pilot Aberdein beinahe erneut in den Top 3

BMW kam beim letzten Qualifying der Class-1-Ära mit Jonathan Aberdein zwar nur auf Platz fünf, der Südafrikaner wäre aber beinahe wie am Vortag unter die Top 3 gefahren. Mit 0,444 Sekunden Rückstand fehlten ihm nur 42 Tausendstel auf den zweitplatzierten Rockenfeller.

"Wir haben das Momentum von unserem starken gestrigen Tag mitgenommen", gibt er zu Protokoll. "Das ist für mich, für mein Team und für BMW eine tolle Leistung. Rene ist herausragend, aber wir können mit der Qualifying-Performance zufrieden sein."

WRT-Audi-Pilot Ferdinand Habsburg kam trotz eines Abflugs in der Zielkurve, bei dem er in eine Styropor-Werbetafel krachte, auf Platz sieben. Zweitbester BMW-Pilot war Timo Glock auf Rang neun. Gar nicht nach Wunsch lief das Qualifying für seinen RMG-BMW-Teamkollegen Marco Wittmann. Der zweimalige Champion wurde nach seinem Ausfall am Samstag 16. und damit Letzter.

Mit Bildmaterial von Audi.