DTM-Testtag 4: Rast-Bestzeit beim Finale, Newey schnell

Sven Haidinger
motorsport.com

Finale des viertägigen DTM-Tests auf dem Nürburgring - und der Titelverteidiger gibt zum Abschluss noch einmal ordentlich Gas: Rene Rast sichert sich mit einer Rundenzeit von 1:19.028 nach nicht einmal einer Stunde schon am Morgen die Bestmarke. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit Timo Glock (+0,165) und Jonathan Aberdein (+0,202) zwei BMW-Piloten.

Im Vergleich zu den schnellsten Rundenzeiten der gesamten Woche reicht Rasts Donnerstag-Bestzeit hinter Rekordhalter und WRT-Audi-Neuling Ferdinand Habsburg (1:18.911) und Audi-Rivale Nico Müller (1:18.944) für Platz drei. Während Audi also die 1:19er-Schallmauer durchbrach, blieb BMW knapp darüber: Sheldon van der Linde fuhr am Mittwoch in 1:19.070 die beste Runde der Münchner.

Für Aufsehen sorgte aber ein anderer: Adrian Neweys Sohn Harrison saß am Donnerstag, der trotz eines leichten Regenschauers kurz nach 15:30 unter trockenen Bedingungen stattfand, zur Überraschung aller plötzlich in Habsburgs WRT-Boliden. Der Österreicher und Scherer mussten sich währenddessen wegen des Technikproblems beim anderen WRT-Audi das gelb-blau beklebte Testauto teilen.

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Talentprobe von Harrison Newey im WRT-Audi

Und der 21-Jährige, der davor noch nie ein DTM-Auto gesteuert hatte, zog sich durchaus achtbar aus der Affäre, auch wenn ein Vergleich der Zeiten wegen der unbekannten Programme mit Vorsicht zu genießen ist: Am Morgen fehlten Newey bei seiner persönlichen Bestzeit von 1:19.761 0,733 Sekunden auf Rast, was für Platz neun vor WRT-Pilot Scherer reichte.

Am Nachmittag war der Ex-Super-Formula-Pilot nur 53 Tausendstel langsamer, was ihn 0,496 Sekunden hinter Rast sogar auf Platz fünf brachte. Wie er seinen Überraschungsauftritt, bei dem er mit den anderen Piloten auch den Indy-Restart übte, selbst erlebte? "Ich wurde in letzter Minute kontaktiert und habe mich dann auf eine weite Reise zum Nürburgring gemacht", meint er. "Und das war es mehr als wert."

Der RS 5 sei ein "Pleaser to pedal" gewesen, er habe sich also in den 140 Runden genauso verhalten, dass Newey mit Freude aufs Gaspedal steigen konnte. Trotz der Begeisterung dürfte es sich beim Test aber vorerst um eine einmalige Gelegenheit gehandelt haben, da der in Dubai festsitzende Stammpilot Ed Jones absagen musste und WRT somit einen Platz frei hatte. Für die Saison plane das Team keine Änderung, heißt es von Vincent Vosses Truppe.

Nur 68 Runden: Duval der große "Pechvogel"

Auch ein anderer Pilot sorgte heute für eine Überraschung, als er im Cockpit des Audi RS 5 auftauchte: Loic Duval. Der französische Phoenix-Audi-Pilot hatte sich vor zwei Wochen beim Mountainbiken das Schlüsselbein gebrochen und musste am Dienstagmorgen nach 29 Runden wegen der Schmerzen aufgeben.

Am Nachmittag biss der Franzose, der bislang nur Shortruns gefahren war, die Zähne zusammen, um vor dem Saisonauftakt doch noch auf einen Longrun zu kommen. Am Ende spulte er immerhin 39 Runden ab, blieb aber mit insgesamt 68 Runden sogar hinter Newey der Mann mit den wenigsten Kilometern.

Audi vs. BMW: So viel fuhren die Hersteller

Sein Teamkollege Mike Rockenfeller war hingegen der fleißigsten Mann der Testwoche: Während die Werksfahrer in der Regel zwei volle Tage im Auto saßen, ersetzte der Ex-Champion den verletzten Duval und kam auf ganze dreieinhalb Testtage - und insgesamt 569 Runden. Zum Vergleich: Kein anderer Werkspilot schaffte mehr als 400 Runden.

Im Gesamt-Rundenvergleich zeigt sich, dass BMW in Sachen Zuverlässigkeit aufgeholt hat. Die Münchner kommen - ohne die zwölf Shakedown-Runden von Marco Wittmann und Philipp Eng - mit je drei Werksautos auf 1.725 Runden, während Audi insgesamt 1.964 Umläufe abspulte.

Kubica in der Kilometerbilanz auf Platz zwei

Auch DTM-Einsteiger Robert Kubica sammelte beim Testfinale ordentlich Kilometer und kam auf insgesamt 146 Runden und eine persönliche Bestzeit von 1:19.493. So schnell war der Pole, der eine Qualifying-Simulation machte, an den vorangegangen Tagen noch nie. Auf Rasts Bestzeit fehlten dem ART-BMW-Fahrer nur 0,465 Sekunden, auf den Rundenrekord nur 0,504 Sekunden. Insgesamt kam Kubica an vier Testtagen auf 541 Runden, damit ist er hinter Rockenfeller der Mann mit den zweitmeisten Kilometern.

Nun haben Hersteller, Teams und Piloten 50 Tage Zeit, um ihren Paketen den letzten Feinschliff zu verpassen, ehe es am 1. August in Spa-Francorchamps mit der DTM-Saison losgeht. In etwas mehr als drei Monaten stehen 18 Rennen und neun Rennwochenenden auf dem Programm.

Ergebnis Vormittag:

1. Rene Rast (GER/Audi RS 5) 1:19.028 (63 Rd.)

2. Timo Glock (GER/BMW M4) 1:19.293 (62 Rd.)

3. Jonathan Aberdein (RSA/BMW M4) 1:19.230 (72 Rd.)

4. Mike Rockenfeller (GER/Audi RS 5) 1:19.286 (82 Rd.)

5. Robin Frijns (NED/Audi RS 5) 1:19.375 (80 Rd.)

6. Robert Kubica (POL/BMW M4) 1:19.493 (58 Rd.)

7. Lucas Auer (AUT/BMW M4) 1:19.622 (56 Rd.)

8. Harrison Newey (GBR/Audi RS 5) 1:19.761 (45 Rd.)

9. Fabio Scherer (SUI/Audi RS 5) 1:20.401 (66 Rd.)

Ergebnis Nachmittag:

1. Rene Rast (GER/Audi RS 5) 1:21.498 (102 Rd.)

2. Nico Müller (SUI/Audi RS 5) 1:19.428 (94 Rd.)

3. Lucas Auer (AUT/BMW M4) 1:19.476 (89 Rd.)

4. Jonathan Aberdein (RSA/BMW M4) 1:19.701 (94 Rd.)

5. Harrison Newey (GBR/Audi RS 5) 1:19.786 (95 Rd.)

6. Loic Duval (FRA/Audi RS 5) 1:20.045 (39 Rd.)

7. Robert Kubica (POL/Audi RS 5) 1:20.503 (88 Rd.)

8. Timo Glock (GER/BMW M4) 1:20.993 (99 Rd.)

9. Ferdinand Habsburg (AUT/Audi RS 5) (84 Rd.)

10. Philipp Eng (AUT/BMW M4) keine Zeit (6 Rd.)

Mit Bildmaterial von Audi AG.

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